Hallo,
früher hat es immer geheissen man sollte bei kaltem Motor
nicht mit zu hohe Drehzahlen fahren.
Ich denke das ist auch heute noch so.
Aber was ist genau die Erklärung dafür. Hat das mit dem kalten Oel zutun (schlechtere Schmierung) oder mit der Wärmeausdehnung ???
Hat das mit dem kalten Oel zutun (schlechtere Schmierung) oder :mit der Wärmeausdehnung?
Hallo Markus,
genau das sind die beiden Gründe. Im noch kalten, gerade angelassenen Motor treten große Temperaturdifferenzen auf. Ein Beispiel ist das Pleuellager. Oberhalb des Kolbens gibt es durch Zündung des Treibstoff-Luft-Gemisches eine sehr hohe Temperatur und der Rest des Kolbens ist noch kalt. Jetzt dauert es eine Weile, bis das Öl warm geworden ist und sich schließlich auch die Pleuelstange samt Lager erwärmt. Erst nachdem es innerhalb des Motors keine großen Temperaturdifferenzen mehr gibt, laufen alle Lager sauber und belastbar.
Dem noch nicht betriebswarmen Motor hohe Leistung abzuverlangen, ist eine recht zuverlässige Methode zur Verkürzung der Lebensdauer.
Bin zwar kein Fachmann, aber wenn das Öl kalt ist, schmiert es nicht so gut und das kann dann z.B. Klemmspuren in den Zylindern hinterlassen. Das ist für den Moment nicht schlimm, aber wenn du dein Auto 200 tkm fahren willst, sollte man es unterlassen.
Außerdem ist es noch schlecht für die Umwelt, da ein kalter Motor ohnehin mehr Benzin verbraucht.
Gruß
Marcus
P.S. Ausführlicher müßte dazu auch was im Archiv stehen.
Man sollte glauben, es ist besser, einen Kfz-Motor langsam hochzufahren.
Aber - bei den heutigen modernen Motoren in Verbindung mit den modernen Schmierstoffen, ist das schon lange nicht mehr notwendig!
Große Firmen mit vielen Außendienstmitarbeitern (Vertreter, Monteure usw) haben Wagenparks von 100 - 200 PKW-Kombis (und mehr). Meistens diese Arbeitstiere VW-Passat oder Opel Omega, also einfache, aber solide PKW.
Diese werden von den Fahrern, also nicht von privaten Besitzern, bei Null km übernommen und fahren sie bis zu 200 - 250 000 km. Sie werden, da nicht eigener Besitz und nur zum Zweck der Berufsausübung, geschruppt und gejagt und keiner dieser Fahrer nimmt die geringste Rücksicht auf den Motor. Das sollen sie auch nicht, da Zeit Geld ist.
Das alles natürlich unter Einhaltung der Wartungsintervalle in Fachwerkstätten.
Die Wartungsbücher dieser PKW sagen später sehr deutlich aus, das die Motorenschäden vernachlässigbar sind. Anderer Kleinkram, wie Elektronik usw steht meist auf der Mängelliste.
Die heutigen Motoren sind sehr hoch belastbar und sind kaum noch anfällig. Schon gar nicht gegen kaltes Anfahren! Ein guter Grund sind auch die modernen Öle, welche bei längerem Stillstand der Motoren, dort bleiben, wo sie sind und nicht komplett in die Ölwanne zurücklaufen.
Deshalb sollte man nicht so viel über das teure Öl schimpfen und billiges vom Baumarkt holen! Das einzig Gute, was ein Pkw-Besitzer seinem Wagen antun kann, ist, sehr gutes Öl zu geben.
Aber was ist genau die Erklärung dafür. Hat das mit dem kalten
Oel zutun (schlechtere Schmierung) oder mit der
Wärmeausdehnung ???
Hallo
Ja , beide können Ursachen für einen vorzeitigen Motorverschleiß sein .
Der Motor und das Öl haben eine bestimmte Betriebstemperatur .
Das kalte Öl hat eine andere Viskosität wie betriebswarmes .
Die Viskosität des Öls ist auf die Motorbetriebstemperatur eingestellt .
Irgendwelche Hoffnungen auf ein sehr teures Öl zu setzen , um dann Gas zu geben , ist nicht sinnvoll .
Beim Öl ausschlaggebend sind übrigens Spezifikationen , Viskositätsangaben , und nicht der Preis .
MfG
Im Prinzip haben alle Recht, die sagen, erst etwas anwärmen und dann Gas geben!
Aber die Erfahrung und Schadensstatistik sagt heute etwas anderes. Ebenso ist es heute nicht mehr notwendig, einen Wagen nach Neukauf einzufahren.
Die Wellen eines Motors (Kurbelwelle, Nockenwelle, Kurbelzapfen und Kolbenbolzen, Räderkasten) dürfen ihre Lager nicht metallisch berühren! Sollte es dazu kommen, also bei Ölmangel oder plötzlichem Ölverlust, ist der Motor nach wenigen Umdrehungen Schrott.
Die Wellen werden beim Lauf von einem Ölfilm getragen, nicht von den Lagern. Die Lager sind nur dazu da, den Ölfilm zu halten.
Wird der Motor angelassen, berühren die Wellen zwangsläufig ihre Lagerschalen und erst nach einigen Umdrehungen wird das noch kalte Öl in die Lager gedrückt, die Welle schwimmt dann erst auf und wird vom Lager gelöst. Das war früher der Schwachpunkt bei Kaltstart.
Das Öl hatte eine bestimmte Viskosität und konnte von der Ölpumpe nicht schnell genug in die Lager gedrückt werden.
Die neuen Öle, die neuen Schmierölpumpen, die verbesserten Lager , die konstruktiven Verbesserungen am Ölkreislauf machen es heute möglich, kalt zu starten.
Die gleiche verbesserte Schmierung der Kolben macht einen Kaltstart heute problemlos. Der Kolben berührt nicht die Laufbuchse, sondern die Ringe berühren sie. Der Kolben ist durch den Schmierölfilm geschützt. Dieser haftet, wie bei den Lagern, weiterhin auch bei Stillstand an den Laufbuchsen (Zylinder) und sorgt für eine Erstschmierung bei den ersten Umdrehungen.
Die neuen Öle, zusammen mit den konstruktiven Veränderungen der Motoren, bewirken nach Anlassen eine schnelle Versorgung der Lager mit Öl.
Wir sprechen hier nicht von einer Startlinie - Anlassen - Vollgas weg! Wir sprechen hier von Parkplatz/Garage - zur Straße und weg.
früher hat es immer geheissen man sollte bei kaltem Motor
nicht mit zu hohe Drehzahlen fahren. Ich denke das ist auch
heute noch so.
Ja, ist es. Auch die heutigen Motoren benötigen etwas Zeit, um auf ihre Betriebstemperatur zu kommen. Und solange diese nicht erreicht ist, ergibt sich höherer Verschleiß. Nur dauert es heute nicht mehr so lange, bis die Temperatur stimmt.
Aber was ist genau die Erklärung dafür. Hat das mit dem kalten
Oel zutun (schlechtere Schmierung) oder mit der
Wärmeausdehnung ???
Beides. An verschiedenen Stellen sind ungleiche Werkstoffe, zwar nicht verbunden, aber sehr genau aufeinander eingepaßt. Damit liegt unterschiedliche Wärmeausdehnung vor. Die Paßgenauigkeiten bewegen sich im µ-Bereich.
Heutige Öle sind auch im kalten Zustand viskos genug, um eine vernünftige Schmierung zu gewährleisten; dennoch baut sich die Schmierung grundsätzlich erst bei laufendem Motor auf.
Abgesehen davon ist es unwirtschaftlich, mit hohen Drehzahlen zu fahren - vernünftig ist das Fahren im nutzbaren Drehzahlband. Das fängt bei heutigen Benzinern gar nicht weit oberhalb der Leerlaufdrehzahl an. Vom ökologischen Aspekt (der Kat, so vorhanden, braucht einige Minuten, um auf Betriebstemperatur zu kommen) ganz zu schweigen …
Hallo,
ich hoffe du schließt aus allen bisherigen Aussagen nicht, daß es gut für den Motor ist, ihn im Stand warmlaufen zu lassen. Das schadet neben deinem Geldbeutel nämlich auch dem Motor.
René könntest Du dies vielleicht noch begründen also das mit
dem Motor …
Details weiß ich auch nicht mehr, aber soweit ich mich erinnere, hat irgendwer mal untersucht, daß der Motor im Leerlauf zu langsam warm wird, so daß er (vor allem im Winter) eigentlich gar nicht seine Betriebstemperatur erreichen kann. Ich stelle mir das dann genauso vor wie bei einem Sportler, der sich vor dem Training nicht aufwärmt, das schadet auf Dauer auch der Gesundheit.