Kameraführung bei ER

Moin,

das bei neueren Produktionen in der letzten Zeit immer öfter wackelige Kamers eingesetzt werden wurde hier ja schon besprochen. Nun fällt mir auf, das auch in der aktuell gesendeten Staffel von ER die Kameraführung teilweise seekrankheitauslösende Qualitäten hat.
Wurde irgenwo davon berichtet, ob da bewusst ein Schnitt stattgefunden hat oder kennt jemand eine Aussage der Verantwortlichen darüber?
Besonders kraß fällt mir das auf, weil ich momenten die DVDs der ersten Staffeln schaue und der Unterschied ist schon extrem. Natürlich liegen da einige Jahre dazwischen und der Look der Serie hat sich in vielen Punkten geändert, aber das mit der Kamera sticht imho schon besonders heraus. Wie seht ihr das?

Danke und Gruß,

Florian

Hi Florian,

ich fürchte, das wurde eingeführt, als die ER-Leute Quentin Tarantino für ne Folge eingekauft haben. Intro: Ellenlanger Schwenk durch einen gerade benutzten OP, ging dann die ganze Folge so weiter und alle fandens todschick. Naja, Geschmackssache. Ich finds mittlerweile bis zum Überdruss ausgewalzt und kriege jedesmal Zahnfleischbluten davon.

Gruß Awful Annie

Nichts Neues
Hi,

was du beschreibst finde ich nicht sonderlich neu. Auch bei ER war das eigentlich schon immer so. Vielleicht hat sich nur das ausmaß geändert.

Diese art der kameraführung dient der geschichtserzählung. Sie soll die hektik einfangen und somit echtheit rüberbringen.

Besonders interessant fällt das bei LAW&ORDER auf.
Der part der straßenpolizisten wird auch immer mit handycam gefilmt. So wird der zuschauer besser integriert und deutlich gemacht, dass es auf der straße eben anders zugeht als im geordneten gerichtssaal, wo die kameraführung dann ganz ruhig ist…

LG Alex:smile:

Hi,

Moin,

was du beschreibst finde ich nicht sonderlich neu. Auch bei ER
war das eigentlich schon immer so. Vielleicht hat sich nur das
ausmaß geändert.

Nicht nur das Ausmaß. Schau mal eine Folge der ersten Staffel und eine der aktuellen Staffel direkt nacheinander. Sicher waren da schon immer lange Kamerafahrten drin, aber mit RUHIGER Kamera, ohne wackeln und sinnloses herumgezoome.

Diese art der kameraführung dient der geschichtserzählung. Sie
soll die hektik einfangen und somit echtheit rüberbringen.

Toll.

Besonders interessant fällt das bei LAW&ORDER auf.
Der part der straßenpolizisten wird auch immer mit handycam
gefilmt. So wird der zuschauer besser integriert

Integriert? Wenn ich auf der Straße unterwegs bin wackle ich selten wie ein Besoffener hin und her (außer ich bin besoffen) sondern habe ein ruhiges Gesichtsfeld, ohne Gezoome. ICH werde von sowas eher abgestoßen und dadurch ausgeschlossen, als integriert.

und deutlich
gemacht, dass es auf der straße eben anders zugeht als im
geordneten gerichtssaal,

Klar, wenn man das durch dichte Stories und gute Schauspielkunst nicht mehr rüberbringen kann, tanzt man eben Samba mit der Kamera…

wo die kameraführung dann ganz ruhig
ist…

Ich will aber die Szenen ausserhalb des Gerichtssaals auch ohne Pillen gegen Seekrankheit ansehen können…

Nix für ungut. Nur meine Meinung. Ich krieg bei sowas auch immer Zahnfleischbluten und bin deswegen bei diesem Thema etwas engagiert, um nicht zu sagen aufgeregt…

LG Alex:smile:

Gruß,

Florian

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