Kaminofen gesucht, aber welcher?

Liebe/-r Experte/-in,

ich habe ein Haus Bj. 1955 mit einem offenen Kamin (gemauert). Der Schornstein selber (gemauert aus Backsteinen, dieser ist nur für den offenen Kamin, der Schornstein für die Heizungsanlage ist separat in einem anderen Zimmer) ist mindestens 7-8 m hoch und geht bis fast zur Dachspitze (Satteldach). Jetzt haben wir vor, den offenen Kamin abzureißen und stattdessen einen Kaminofen aufstellen.
Alles mir den Schornsteinfeger absprechen und abnehmen lassen ist klar und Voraussetzung. Jetzt habe ich schon einiges über Kaminöfen gelesen, habe aber noch ein paar Fragen:

a) Wo ist der Unterschied zwischen Zeitbrand- und Dauerbrandofen?
b) Welche Heizleistung ist für meine Zwecke geeignet? Ich habe eine Wohnung auf einer Etage mit insgesamt 100m² das geheizt werden soll, wovon das Wohnzimmer, wo der Kamin in einer Ecke aufgestellt werden soll, 50 m² groß und offen ist, Deckenhöhe 2,50m. Gebäude ist wie gesagt aus 1955, ohne zusätzliche Außenwandisolierung oder ähnliches, nur die Fenster sind seit 5 Jahren neu drin (Doppelverglasung 1,1 k-Wert).
c) Welche Verkleidung ist für meine Zwecke besser geeignet, Speckstein oder normale Stahlverkleidung? Wie lange braucht der Speckstein, bis er die Wärme abgibt?
d) Da ich eine Ecke habe, ist ein Eckkaminofen genauso gut wie ein normaler Kaminofen, von der Wirkung her?
e) Worauf sollte man insbesondere beim kaufen achten, wie z.B. bestimmten Wirkungsgrad, Norm, Scheibenspülung etc.? Welcher Hersteller ist zu empfehlen? Evtl. auch Baumarktöfen?

Mein Wunsch: Ich möchte mit dem Kaminofen meine Wohnung im Winter heizen, weil ich auch günstig an Scheitholz komme. Der Kaminofen sollte auch mal die Nacht durchbrennen können (mit Bricket?). Budget max. 1200-1500 Euro. Wäre für ein paar Tipps dankbar.

Gruß
Ali

Hallo Ali,

ich selbst bin auch nur Nutzer. Zu Deinen Fachfragen kann ich leider nix sagen. Ich würde an Deiner Stelle unverbindlich bei einem echten Fachmann nachfragen (z.B. Kaminbau Engel), dort haben wir unseren Kaminofen gekauft. Wenn man keinen großen Wert auf die Optik legt, kann man mit einem Baumarkt-Dauerbrenner sicher auch ganz gut leben. Kann ich aber nicht empfehlen.

Viel Glück noch

Stefan

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Hallo Ali,

den offenen Kamin wegzumachen und durch einen Ofen zu ersetzen ist auf alle Fälle eine gute Idee.
In der Beantwortung gehe ich einfach deiner Aufteilung nach.

Zu a) „Wo ist der Unterschied zwischen Zeitbrand- und Dauerbrandofen?“
wie der Name schon sagt; Zeitbrandöfen werden und dürfen nur eine bestimmte Dauer pro Tag gebrannt werden, Dauerbrandöfen sind für durchgängiges Brennen geeignet. Meist werden die Dauerb.-öfen dann mit Briketts beheizt. Oder wollen Sie nacht mehrmals aufstehen und den Ofen heizen. Wenn Sie nämlich versuchen den Ofen mit Holz durchbrennen zu lassen, müssen Sie die Luftzufuhr soweit drosseln, dass keine vernünftige Verbrennung mehr stattfindet und statt dessen die Umwelt stark belastet und die Nachbarn stark belästigt werden.

Zu b) „Welche Heizleistung ist für meine Zwecke geeignet? Ich habe eine Wohnung auf einer Etage mit insgesamt 100m² das geheizt werden soll, wovon das Wohnzimmer, wo der Kamin in einer Ecke aufgestellt werden soll, 50 m² groß und offen ist, Deckenhöhe 2,50m. Gebäude ist wie gesagt aus 1955, ohne zusätzliche Außenwandisolierung oder ähnliches, nur die Fenster sind seit 5 Jahren neu drin (Doppelverglasung 1,1 k-Wert).“
zunächst einmal glauben Sie nicht dass Ihnen ein Kaminofen die ganzen 100qm heizt. Die Verteilung der vom Ofen erzeugten, warmen Luft geschieht eher per Zufall. Sie müssen sich vorstellen dass Warme Luft sich wie Wasser verhält, nur das sie statt am Boden an der Decke hängt. Jeder Türstock stellt damit erst mal ein Hindernis dar. Wenn Sie es heiß genug im Aufstellraum machen, fliest natürlich Warme Luft in den Nachbarraum, aber wie viel und wohin können Sie weder Steuern noch beeinflussen.
Bei der Heizleistung wird Ihnen der Kaminofenverkäufer sagen: 1kW pro 10qm bei Ihrer Raumhöhe.
Wir als Specksteinofenbauer rechnen das anders: 50qm bei einem Ø Wärmebedarf von 60W/qm ergibt 3000W oder 3kW.

Zu c) „c) Welche Verkleidung ist für meine Zwecke besser geeignet, Speckstein oder normale Stahlverkleidung? Wie lange braucht der Speckstein, bis er die Wärme abgibt? „
und wo wir gerade von Speckstein sprechen: Die Behauptung vieler Ofenhersteller und Verkäufer dass die par Specksteinstückchen am Kaminofen noch lange nach Beendigung des Brennens den Raum heizen würden ist absoluter Quatsch. Dazu ist einfach zuwenig Masse da. Selbst wenn 200KG Speckstein am Ofen sind.
Sie müssen überlegen dass ein Massiver Specksteinofen welcher zur Beheizung Ihres Wohnzimmers ausreicht und nach 2 Stunden Heizen 24 Stunden Wärme abgibt ein Gewicht von wenigstens 1800 bis 2200 KG hat. Mit den paar Kilos am Kaminofen entspricht das etwa dem Versuch mit der Batterie Ihres Mobiltelefons ein Auto zu starten. Auf diese Idee würde wohl niemand kommen und jeder Autoverkäufer der Ihnen so einen Unsinn erzählen würde wäre sofort bei Ihnen unten durch.

Zu d) „d) Da ich eine Ecke habe, ist ein Eckkaminofen genauso gut wie ein normaler Kaminofen, von der Wirkung her?“
das spielt eigentlich keine Rolle.

Zu e) „e) Worauf sollte man insbesondere beim kaufen achten, wie z.B. bestimmten Wirkungsgrad, Norm, Scheibenspülung etc.? Welcher Hersteller ist zu empfehlen? Evtl. auch Baumarktöfen?“
Natürlich hat der Wirkungsgrad eines Ofen eine ganz entscheidende Bedeutung. Doch was nutzt der Ihnen beim Kaminofen? In dem Moment in dem Sie die Luft drosseln um einen längeren Abbrand zu erhalten geht der Wirkungsgrad dramatisch nach unten. Heißt für Sie: Viel Holzverbrauch mit wenig Nutzen. Und wenn Sie kokeln (also Luft wegnehmen) nutzt Ihnen auch die beste Scheibenspülung nichts mehr, weil einfach die Temperaturen zu niedrig sind um alle aus dem Holz austretende Gase verbrennen zu können. Diese legen sich dann als Rußschicht oder noch schlimmer als Glanzruß auf Ihre Scheibe, das Ofeninnere, das Rohr und im Schornstein ab.
Von Öfen aus dem Baumarkt rate ich ab, weil der Ofen ein technisches Gerät ist welches bei der Anschaffung eine Vernünftige Beratung nötig hat. Auch später braucht ein Ofen evtl. einen guten Service und der ist meiner Meinung nach beim Baumarkt nicht gegeben.

Abschließend: Leider schreiben Sie nichts darüber was Sie für eine Heizung im Haus haben (Zentralheizung? Öl? Gas?). Ich kann Ihnen System vorstellen, welche Ihnen in den nächsten 20 Jahren 40.000 bis 50.000 EURO an Heizkosten einsparen. Und das trotz eines 10mal höheren Preises als Ihre derzeitige Preisvorstellung. Und selbst wenn Sie den Ofen über eine Bank finanzieren müssten lohnt sich ein solches System auf alle Fälle mehr als ein kleiner Kaminofen. Mit einem Kaminofen können Sie sich im Extremfall sogar die Gesamtheizkosten erhöhen. Und das muss nun wirklich nicht sein.

Bei Interesse melden Sie sich doch (für Sie vollkommen unverbindlich) unter 0271 – 2 50 57 26

Ich hoffe Ihnen weitergeholfen zu haben und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen
Hans-Dieter Winter

Bei diesem Budget geht in Sachen Qualität und Leistung aber nicht viel.
Dauerbrand heißt anzünden oder automatisch anzünden lassen und der Ofen legt automatisch nach(z.B. Pellet). Zeitbrand bedeutet einmal anzünden und entweder nachlegen oder ausbrennen lassen. Die Stahlverkleidung gibt die Wärme schneller ab, speichert diese aber auch nicht so lange ist aber meist günstiger als ein Specksteinofen. Eine Empfehlung liegt wiederum an dem Preis. Der Kaminofen beheizt aber auch hauptsächlich nur einen Raum und bedingt Nachbaräume mit. Bei einem Kaminofen mit Wassertasche hat man die Möglichkeit Heizkörper mit zu beheizen. Hoffe Dir geholfen zu haben.

MfG
Andre Maumann
Vertrieb-Service-Naumann.de