Hallo Kate,
dass die „gute Frau“ keinerlei Recht hat mit dir so umzugehen hast du erfreulicherweise schon verstanden. Das ist gut so weil es schon klar macht dass du ihr nicht unterlegen und nicht von ihr abhängig bist. In der Sache mag es so sein dass sie deinen Antrag bearbeitet, aber da kann sie nicht nach ihren eigenen Gnaden hantieren, sondern muß sich an Vorgaben halten. Du nutzt deine völlig legitimen Rechte - also gibt es erstmal schon kein Gefälle zwischen euch, du bist keine Bittstellerin und sie ist nicht der Gnadenausschuß, sondern ihr seid auf gleicher Augenhöhe. Das solltest du schon mal im Hinterkopf haben.
Auch sonst gibt es niemals einen Grund unfreundlich mit Menschen umzugehen, denen man überlegen ist oder sich womöglich so fühlt. Ein solches Verhalten ist inakzeptabel -Punkt. Falsches Kriechertum ist also nicht angesagt. Das würde ich an deiner Stelle immer im Hinterkopf halten. Auch wenn sie vor Ort auftritt als sei sie die Oberchefin und du der kleine Wurm - nein, so ist es nicht. Sie hat ihren Job korrekt zu machen und Du nutzt deine Rechte. Sie ist auf gleicher Höhe, bestenfalls, sonst nichts. Das hast du im Hinterkopf, OK?
Ich habe 2 Vorschläge für dich:
Der eine ist sogar richtig witzig! Es wird dir Freude machen es umzusetzen - und was willst du mehr? 
„Good for bad“ ist das Motto. Mach’ ihr Komplimente, sage ihr dass du es total gut findest dass sie mit soviel persönlichem Engagement darum bemüht ist allen weiter zu helfen, dass es gut ist jemand Kompetenten zu haben der mit Eifer bei der Arbeit ist, der auf Disziplin bei den Antragsstellern achtet, der sehr hinter seinem Job steht und mit soviel Anstrengung immer das Beste gibt! Dass du froh bist in ihren Buchstabenbereich zu fallen - großartig!
Es ist völlig egal ob sie dir komplett auf den Leim geht oder glaubt verarscht zu werden! Sollte sie letzteres Vermuten - nein, natüüüüürlich nimmst du sie nicht auf den Arm! Du freust dich nur dass du bei der kompetentesten Beraterin gelandet bist!
Oder mach’ irgendein völlig unerwartetes, „unpassendes“ Kompliment, z. B. über ihren vorzüglichen Kleidungsstil, ihre Frisur, irgendwas.
Was du erleben wirst ist zweierlei: entweder fährt sie voll darauf ab, dann hat sie gute Laune und du - und alle anderen nach dir auch
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Oder du hast sie verunsichert. Und das ist genauso gut - Verunsicherung ist dein Ziel! Verunsicherung ist das, was sie ganz schnell stiller werden läßt. Da kommt jemand, der nicht wie erwartet kuscht, der nicht zusammen sackt vor ihr, sondern der auf jede noch so blöde Bemerkung noch euphorischer reagiert!
Sie will provozieren, sie will Situationen schaffen, in denen man Angst vor ihr hat, in denen man vor ihr klein ist, usw. Aber was machst Du? Du spielst nicht mit. Anstatt ihr die Befriedigung zu geben dass die Taktik aufgeht scheinst du dich genau gegenteilig zu verhalten wie sie es erwartet und woran sie sich hochzieht. Du wirst sehen dass das etwas verändert, denn der Ablauf der Kommunikation und der Verhaltensmuster ist nicht mehr so, wioe sie es gewohnt ist.
Du nimmst dem kleinen Würstchen Bafög-Beraterin ihren „Spaß“ andere blöd anzumachen weil du das Spiel einfach nicht mitmachst. Und du läßt sie ins Leere laufen.
Du wirst sehen - das ist total witzig und in Zukunft behandelt die dich immer ganz lieb… Oder du hast einfach Spaß daran weil es keine Situation ist, bei der du Angnst haben mußt, sondern du kannst es auch als witziges und interessantes Versuchsfeld betrachten. Du spielst einfach mit ihr, schaust mal wie sie so reagiert, wie das eine oder andere Kompliment ankommt oder auch mal eins verpufft… Gehe mit einem inneren Lachen an die Sache ran! Ist doch lustig, du brauchst keine Angnst mehr haben, du bist ja zum Spaß da, zumindest teilweise, neben dem Antrag, den du hast.
Die andere Strategie wäre: dass du ganz klar dein Ziel vor Augen hast, nämlich den Antrag korrekt durchzubringen etc. und dieses auch konsequent umsetzt. Also du bist nicht die Reagierende, die wartet was der böse Drache macht und immer wieder versucht ihre Anwürfe gerade zu biegen, sondern du sagst ihr was du willst, und wenn sie dir im Rahmen dessen mit anderem Quatsch kommt wiederholst du einfach nur was du willst. Du läßt dich nicht abbringen vom Ziel und gehst nicht auf Sticheleien ein, keine Nebenkriegsschauplätze. Doofe Bemerkungen ignorierst du schlichtweg sondern sagst einfach nur „OK, habe ich verstanden, aber ich bin ja jetzt hier wegen…“ - und dann wiederholst du einfach was du willst.
Kommt dann ein „Das geht aber nicht weil ich die Unterlagen blabla brauche“ - egal. Du bleibst Schallplatte. Du bist da wegen … und sie soll sagen was jetzt zu tun ist. Aber eben nicht „gehen Sie die Unterlagen holen“, sondern du bist da weil du etwas erreichen willst. Spiele ihr den Ball zu - nicht du, sondern sie soll dir sagen wie sie dein Ziel erreichen kann.
Mach’ dein Problem zu ihrem, lass’ sie die Lösung finden, und die Lösung ist nicht sich wegschicken zu lassen. Gehe nicht ohne irgendein Ergebnis. Notfalls wieder mit Schallplatte: du bist da weil du … willst und wirst nicht ohne irgendein Ergenbis gehen. Irgendwas soll sie dir in jedem Fall präsentieren.
Sie muß das Problem lösen, sie ist die Fachfrau, nicht du. „Geht nicht gibt’s nicht!“ - kannst ihr auch sagen. Oder auch immer weiter fragen „Wie geht das?“.
Als nicht auf Sticheleien eingehen, sondern immer wieder nur auf das zurückkommen, was du willst. Ansonsten gehste gar nicht auf sie ein… Und du gehst auch nicht weg ohne irgendein Ergebnis, am besten das, weswegen du da bist. Meistens geht’s nämlich doch und sie will nur nicht.
Wenn sie unwillig wird hilft es auch wenn man kurz von der Sachebene weggeht und du, wenn’s allzu bunt wird, eine kurze, aber treffende Bemerkung zum Umgangston fallen läßt. Sag’ ihr ganz klar dass du bei allem Verständnis für Stress oder schlechte Laune nicht so behandelt werden möchtest. Du hast es nicht nötig dir blöd kommen zu lassen, und wenn das Maß voll ist sagst du es in ruhigem Ton, aber klar und deutlich. Und bleib’ bei Ich-Botschaften, also nicht „Sie sind unfreundlich“ sondern „Ich fühle mich unfreundlich behandelt - und ich lasse mich nicht so behandeln. Auch nicht von Ihnen.“
Sag’ ihr dass du bitte korrekt behandelt zu werden wünschst. Du brauchst das auch nicht begründen, also kein „weil mich heute schon 3 Leute dumm angelabert haben“, sondern es ist schlicht dein gutes Recht mit Respekt behandelt zu werden und das mußt du nicht begründen.
Wenn Du ihr die Bemerkung zum Umgangston bestimmt sagst, ihr klar in die Augen blickst und dann mit „So, und jetzt wieder zu meinem Antrag…“ wieder zur eigentlichen Sache zurückkehrst, ist das oft gut um Leute zur Räson zu bringen.
Manche klappen ganz schnell zusammen wenn sie merken dass man eine natürliche Authorität hat, nicht das Opfer spielt, sich nicht von oben herab behandeln läßt, sondern sie spüren dass man sich wehrt und dieses gerade die Warnung ist. Wenn das verstanden wird werden sie ganz schnell ganz klein.
Alles Gute und mach’ dir keinen Kopf, das kriegst du hin! 
MecFleih