Kanban / JIT / JIS

Hallo!

ich hatte folgenden Posting schonmal in BWL gepostet, da konnte mir aber leider niemand weiterhelfen…

Also probiere ich es hier nochmal :wink:

Habe mal eine Frage, ob ich das so richtig verstanden haben mit den verschiedenen Fertigungstechniken…

Nehmen wir als Beispiel eine 5-Stufige Fernseher Produktion.

Stufe 1: Gehäuse formen
Stufe 2: Bildröhre einbauen
Stufe 3: Platinen einbauen
Stufe 4: Gehäuse zusammenbauen, Netzkabel, etc
Stufe 5: Antenne montieren

Just in Time:
Jede Woche werden 100 Fernseher gebaut, also werden z.B. jeden Montag 100 Bildröhren angeliefet. Die restlichen werden in einem kleinen Pufferlager aufbewahrt.

Just i n Sequence:
Jeden Montag und Donnerstag werden 50 Bildröhren direkt an die Fertigungsstufe 2 geliefert.

Kanban:
Stufe 5 bekommt den Auftrag: „10 Fertiggeräte. Daraufhin werden aus dem Pufferlager z.B. die letzten 5 Geräte genommen. Stufe 4 bekommt daraufhin von Stufe 5 den Auftrag „10 Geräte“. Diese nimmt den Restbestand aus ihrem Pufferlager und gibt den Auftrag für 10 Geräte an Stufe 3 weiter. Während in 10 neue Geräte Platinen reingebaut werden, verarbeitet Stufe 4 die 5 Geräte aus dem Pufferlager dazwischen.
Was würde denn jetzt z.B. auf so einer Kanban Larte stehen?

Stimmt das soweit? Oder liege ich da arg falsch?
Geht nur um Grundlagen, also nicht um die Vertiefung.

Vielen Dank schon mal!

Greetz
Phill84

Hallo Philly84!

ich hatte folgenden Posting schonmal in BWL gepostet, da
konnte mir aber leider niemand weiterhelfen…

War ich mal für kurze Zeit nicht da?:wink:

Habe mal eine Frage, ob ich das so richtig verstanden haben
mit den verschiedenen Fertigungstechniken…

Nehmen wir als Beispiel eine 5-Stufige Fernseher Produktion.

Stufe 1: Gehäuse formen
Stufe 2: Bildröhre einbauen
Stufe 3: Platinen einbauen
Stufe 4: Gehäuse zusammenbauen, Netzkabel, etc
Stufe 5: Antenne montieren

Just in Time:
Jede Woche werden 100 Fernseher gebaut, also werden z.B. jeden
Montag 100 Bildröhren angeliefet. Die restlichen werden in
einem kleinen Pufferlager aufbewahrt.

Nun ja, irgendwie ja, irgendwie nein. Ziel ist es, im Verbrauchstakt anzuliefern. Also wenn jede Woche 100 Stck. verbraucht werden, dann sollte im besten Falle des JIT jede Röhre in 1Woche/100-Takt angeliefert werden. Da dies aufgrund der Transportkosten aber häufig nicht sinnvoll möglich ist, bündelt man die Lieferungen und lagert die überschüssigen Menge zwischen. Ziel bleibt aber Lagerbestand 0 (also Anlieferung im Kunden- oder Verbrauchs-Takt)

Just i n Sequence:
Jeden Montag und Donnerstag werden 50 Bildröhren direkt an die
Fertigungsstufe 2 geliefert.

Ne, janz falsch. JIS ist ein Begriff aus der variantenreichen Großserienfertigung (z.B. Automobilbau). Es werden schlicht die Bauteile in der Reihenfolge des Verbaus beim Kunden angeliefert.
Beispiel: Autositze: Es gibt Lederbezüge, Stoffbezüge, mit elektr. Höhenverstellung und ohne, es gibt mit Lordosenunterstützung und ohne etc.
Hier kann schlicht kein Lager aller Varianten aufgebaut werden, da der Platzverbrauch gigantisch wäre und die Kosten astronomisch. Also teilt der Automobilhersteller dem Lieferanten ca. 4h vor dem Verbau des Sitzes seinen Wunsch mit und der Sitzhersteller montiert innerhalb der 4h den Sitz und liefert ihn an den Verbauort. Zwischen Montage Sitzlieferant und Verbauort beim Automobilhersteller ist also nur noch ein kleiner Fifo-Puffer zum Ausgleich von kleineren Schwankungen. Ist also eine Spezialform des JIT und deutlich anspruchsvoller.

Kanban:
Stufe 5 bekommt den Auftrag: „10 Fertiggeräte. Daraufhin
werden aus dem Pufferlager z.B. die letzten 5 Geräte genommen.
Stufe 4 bekommt daraufhin von Stufe 5 den Auftrag „10 Geräte“.
Diese nimmt den Restbestand aus ihrem Pufferlager und gibt den
Auftrag für 10 Geräte an Stufe 3 weiter. Während in 10 neue
Geräte Platinen reingebaut werden, verarbeitet Stufe 4 die 5
Geräte aus dem Pufferlager dazwischen.
Was würde denn jetzt z.B. auf so einer Kanban Larte stehen?

Ja, passt schon.
Was draufstehen würde: z.B.
Teilenummer (meist alphanumerisch und per Barcode), Teilename (manchmal auch Bild), Kanban-Menge, Transport-Behälter, Lagerort, Startort und Zielort des Kanbans (also z.B. Supermarktname und erster Prozess der Herstellstufe oder Supermarkt und nächste Fertigungsstufe), Art des Kanbans (Produktionskanban, Transportkanban, Entnahmekanban, häufig farblich gekennzeichnet), für Inverntarisierungszwecke: Kanbannummer

Grüße
Jürgen

Cool, danke!

Leider kam über Kanban nicht viel in der Prüfung dran… nur 3 Charaktersitika aufzählen… Aber trotzdem interessant!!!

Vielen Dank!!!

Phil

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