Kaninchen ausgesetzt

Hallo liebe Experten,

vor 2 Tagen fanden meine Nachbarin und ich spät in der Nacht vor den Briefkästen in unserem offenen Hausflur ein noch sehr junges Kaninchen vor. Bei 15° Kälte. Ich weiss echt nicht, was so in manchen Menschen so vor sich geht.

Es hat wider Erwarten die Nacht ohne sichtbare Schäden überstanden. Frisst, stoffwechselt, meinen beiden Katzen und Nachbarins Hund gegenüber total gelassen im Auftreten. Superzutraulich, die junge Dame. Approx. 3-4 Monate alt meiner unmaßgeblichen Meinung nach.

Behalten können wir sie beide nicht. Katzen, Hund, Einzelhaltung scheiße, daher Riesenkäfig undsoweiter halt.

Die hiesige Albert-Schweitzer-Stiftung, mit der ich zuweilen beruflich Kontakt pflege, hat hier sone Art Streichelzoo oder Kinderbauernhof. Sie hätte dort Pflege, Unterkunft, Kumpels und regelmäßige Streicheleinheiten. Also prinzipiell mutmaßlich ein klasse Karnickeldasein vor sich.

Allerdings Freilandhaltung. Und nun zu meiner eigentlichen Frage. Es handelt sich nämlich um ein Angorakaninchen. Will sagen, trotz ihrer Jugend ist, vermutlich aufgrund nachlässiger Pflege, ihr Bäuchleinfell schon ziemlich verfilzt. Logischerweise kommt sie mit dem Putzen nicht nach.

Kämmen läßt sie sich nicht, in dem für sie avisierten Gehege würde sie also nach spätestens 2 Tagen aussehen wie ein Yak. Also wäre wohl eine Komplettrasur unumgänglich. Erfrieren die dann?

Kann man diese verweichlichten Langhaarbiester überhaupt im Freien halten unter diesen Umständen? In meiner Kindheit hatte ich zahlreiche kurzhaarige Zwergkaninchen, allesamt zwar windgeschützt, aber doch ausschließlich draußen bei Schnee und Eis.

Sehr lange mag ich das Mädel nicht mehr in Obhut halten. Schon jetzt hüppelt sie mir ständig hinterher, sitzt auf dem Schoß, meine Katzen sterben grad vor Eifersucht und überhaupt ist die sowas von niedlich *schmelz*.

Paar Tage noch und ich geb die nicht mehr raus. Ihr versteht also hoffentlich, dass es ein klein wenig eilt *g*. Noch habe ich ihr keinen Namen gegeben. Weil dann ist es aus mit der Albert-Schweitzer-Stiftung, fürchte ich fast.

Es dankt im voraus und grüßt euch

Awful Annie

Hallo Awful Annie,

eigentlich gehört dein Artikel in das Brett Literatur. So bezaubernd ist er formuliert. Dafür ein *

Leider habe ich von Tieren im allgemeinen und Haustieren im besonderen überhaupt keine Ahnung. Ich weiß nur das Lamas auch zur Rasse der Kamele gehören.

Aber ich denke schon das dieses Kaninchen erfrieren würde, Schafe schert man ja auch nicht im Winter, obwohl dann die Wolle wirtschaftlich am wertvollsten ist.

Schönen Gruß,
John

Dankeschön *rotebäckchenkrieg*owt
.

Hallo Annie,

hier findest Du Ansprechpartner vor Ort, die vielleicht konkrete Tipps geben können: http://www.kaninchenschutz.de/ap-be.php

Viel Erfolg!
Diana

Hallo Annie,
ich kann dich verstehen, die sind bezaubernd :smile: Aber Einzelhaltung ist tatsächlich nicht anzuraten (mal vorsichtig ausgedrückt).
Allerdings, wenn du die Kleine jetzt schon ein paar Tage in der Wohnung hattest, würde ich sie diesen Winter überhaupt nicht mehr in Außenhaltung geben und geschoren schon dreimal nicht, da hat sie meiner Meinung nach überhaupt keine Chance.
Ich fürchte aber auch, dass dieses vermeintliche Kaninchenparadies für ein Angorakaninchen nicht optimal ist, schon wegen der Pflege.
Vielleicht wäre es wirklich eine bessere Lösung mit Hilfe des Tierheims oder der Kaninchennothilfe vor Ort einen neuen Platz für die Kleine zu finden. Meist sind Rassetiere sehr gefragt und die Chancen stehen nicht schlecht, dass sie in ein gutes neues Zuhause vermittelt werden kann.

LG Susan