Lieber Forum,
Jetzt, wo wir das Thema „Schizophrenie, Affekt etc.“ ausgiebig diskutiert haben, und ich so viele kompetente Beiträge gelesen habe, komme ich mit einem Problem, was mich persönlich betrifft und zunehmend belastet.
Es ist so: in den Situationen, wo jemand neben mir in Gefahr ist, verfalle ich in eine Art „Kaninchenstarre“, wie ich das nenne. Ich habe auch das Wort „Stupor“ in diesem Zusammenhang gehört.
Statt zu helfen, stehe ich einfach blöd da und gucke. So war es, als ich einen Autounfall gesehen habe, als ein Wagen sich überschlagen hat, ich befand mich dann am nächsten zu der Unfallstelle. Dasselbe war passiert, als jemand unmittelbar vor mir vom Pferd stürzte und bewusstlos wurde, als jemand im März ins Wasser fiel. Ich sehe dann alles wie in der Zeitlupe, registriere zwar, was geschieht, aber es kommt mir so vor, als ob es ein Film ist und nicht die Realität.
Als meine Tochter vom Fahhrad fiel und blutüberströmt nach Hause kam, zwang ich mich buchstäblich dazu, mich überhaupt zu bewegen.
Ich bin sonst nicht schreckhaft, komme aus der Familie eines Arztes und kann Blut und sämtliche Verletzungen durchaus sehen, ohne dabei ohnmächtig zu werden. Das weiss meine Umgebung ebenfalls, weil ich oft aufgeschürfte Knien, geschnittene Finger usw. bei Nachbarskindern verarztet habe, wobei ihre eigene Mutter entweder weinte oder hilflos durch die Gegend raste.
Genau aus diesem Grund wird mir vorgeworfen, dass ich in manchen Fällen absichtlich erstarre, um nicht zu helfen. „Hilfeunterlassung“ war auch schon erwähnt worden.
Es ist aber keine Absicht von mir und ist schwer zu steuern (dass ich es einigermaßen steuern kann, wurde mir nach dem Unfall mit meiner Tochter klar).
Also, kommen wir auf das Thema zurück. Schizophrenie, fehlender Affekt, eine Art von Hysterie, tatsächlich die strafbare Hilfeunterlassung?
Ich bitte um ihr fachkündiger Rat.
Jarolep
