Hallo!
Ignorieren ist in manchen Situationen das Zauberwort.
Genau. Nicht immer, aber ab und an, wenn es sein muss.
Ignorieren bedeutet aber, den Wünschen des Kindes in der gegebenen Situation nicht nachzugehen, und nicht, das Kind von der Gemeinschaft auszuschließen. So lernt das Kind, dass es durch das Schreien den gewünschten Effekt nicht erreicht. Das Ausschließen hingegen entspricht für das Kind dem Liebesentzug. Das ist in meinen Augen eine nicht hinnehmbare Art der Bestrafung.
Ein 11-monatiges Kind, das weder versteht, warum sich die Eltern so verhalten
Oh, doch, das versteht es sehrwohl!
Bei diesem deinem Kenntnisstand von der Kindesentwicklung brauchen wir wohl nicht weiterdiskutieren.
noch eine ausreichende zeitliche Orientierung hat (da
erscheinen 5 Minuten durchaus wie eine Ewigkeit) und beim
Alleinsein deswegen Angst kriegtDarum ja auch nicht unbedingt und immer 5 Minuten, da reichen
unter Umständen auch schon 2 Minuten. Und die sind KEINE
Ewigkeit.
Für dich nicht, für das Kind schon. Noch mal: Ein 11-monatiges Kind hat noch kein Zeitgefühl.
Es versteht sich von selbst, dass man das Kind nicht an einen
Ort sperrt, wo es keine Geräusche der anderen
Familienmitglieder mehr mitbekommt. Es muss die anderen
Familienmitglieder selbstverständlich hören, damit es sich
sicher fühlt, dass es nicht allein gelassen wird.
Würdest du dir sicher fühlen, wenn dich deine Angehörigen plötzlich in ein Zimmer wegsperren würden, auch wenn du die Geräusche außen mitbekommst?
Außerdem kann man zwischendurch durch die verschlossene Tür
auch z.B. rufen: „Nein, du darfst erst wieder bei uns sein,
wenn du ruhig bist.“
Noch mal: Diese gesamte Situation verwirrt das Kind nur und erzeugt Angst, nicht mehr und nicht weniger. Durch dein Zurufen wird es auch nicht besser und versteht das Kind auch nicht mehr. Im Gegenteil ist die Situation doch um so seltsamer: Das Kind ist in einem anderen Zimmer weggesperrt und ihm wird von außen irgendwas zugerufen, er darf aber denjenigen nicht sehen. Das hat schon Foltergefängnis-Qualität.
Das Wegsperren des Kindes ist natürlich
äußerst individuell und zeugt von deinem unglaublichen
Fingerspitzengefühl.Bevor man das Kind schlägt (was oft genug von einigen Eltern
praktiziert wird), sperrt man es doch besser weg.
Eltern, die mit der Erziehung überfordert sind, gehören in die Erziehungsberatung, mit deinen „Tipps“ wird ihnen nicht weitergeholfen. Überforderung lässt sich nicht einfach durch Wegsperren des Kindes vom Tisch wischen, sondern bestätigt nur den untragbaren Erziehungsmissstand in der Familie.
Und
nochmals: nicht wegen jeder Kleinigkeit, es geht hier um
diejenigen, die sich durch ihr Gebrüll ALLES erzwingen wollen,
ALLES und SOFORT.
„Alles und sofort“ erreichen will doch jeder von uns. Und jeder von uns musste lernen, dass das nicht geht. Aber hoffentlich nicht durch Wegsperren und Liebesentzug, sondern durch normale Erfahrung (dass eben nicht alle Wünsche erfüllt wurden, dazu muss man das Kind ja nicht wegsperren).
Es geht hier nicht nur um die Kinder, man muss auch an die
Gesundheit der Eltern denken, die z.B. auch arbeitsfähig
bleiben müssen, um die Kinder ernähren zu können.
Wie gesagt, wenn die Eltern mit der Erziehung überfordert sind, gibt es für sie genügend Anlaufstellen, die das Problem in seiner Gesamtheit angehen und nicht laienhaft an den Symptomen herumdoktorn, wie du es tust.
Gruß,
Anja

), wenn das Kind erst 11 Monate alt ist …