Kann Bank ein Geschäftskonto erzwingen?

Hallo, ihr lieben Wissenden,

heute hörte ich im Bekanntenkreis folgendes: Eine Privatperson verkauft gelegentlich in üblichem Rahmen Artikel bei einem Online-Versandhaus. Kein Powerseller, keine Agentur, kein Gewerbe. Ein kleiner Gelegenheitsversteigerer wir ihr und ich.

Jetzt stellt sich die Hausbank dieser Person auf einmal quer und verlangt die Eröffnung eines Geschäftskontos. Was zunächst mal die Anmeldung eines Gewerbes bedeutet. Auf dem seitherigen Girokonto akzeptiert die Bank nur noch das Gehalt als Zahlungseingang, andere Überweisungen würde sie künftig nicht mehr ausführen.

Hallo, geht’s noch? Ist denn das statthaft? Wird das jetzt die Regel?
Braucht künftig jeder kleine Krauter ein privates Konto fürs Gehalt und ein Geschäftskonto für Einkünfte anderer Art (Privatverkäufe, Mieteinnahmen etc.?) Oder spinnt da eine einzelne Bank? Es kann doch nicht jeder, der all Vierteljahr mal bei e*** ein bisschen Gerümpel vertickt, ein Gewerbe anmelden!

Schon jetzt vielen Dank für euren Input.

LG
Edith

Hi

Hallo, geht’s noch? Ist denn das statthaft? Wird das jetzt die
Regel?
Braucht künftig jeder kleine Krauter ein privates Konto fürs
Gehalt und ein Geschäftskonto für Einkünfte anderer Art
(Privatverkäufe, Mieteinnahmen etc.?) Oder spinnt da eine
einzelne Bank? Es kann doch nicht jeder, der all Vierteljahr
mal bei e*** ein bisschen Gerümpel vertickt, ein Gewerbe
anmelden!

eine Bank strickt ihre Konditionen nach gewissen Profilen. Privatkunden sind billiger, weil da meist weniger Zahlungen über das Konto laufen. Wenn nun ein Privatkunde sein Konto geschäftlich - und damit mit höherem Umsatz - nutzt, stimmt die Kalkulation der Bank nicht mehr.

Die Bank unterstellt also eine nicht mehr vertragsgemäße Nutzung und das u.U. nicht zu unrecht.

Will sagen: Die Bank kann die Bankverbindung fristgemäß kündigen oder eben eine Änderung verlangen. Was Dir lieber ist, mußt Du wissen.

Gruß,
Christian

Danke, Christian!
Hm, ja, jetzt, wenn ich das so lese, leuchtet es mir eigentlich ein. Die werden halt eine Anzahl von Buchungsvorfällen pro Monat haben, ab der sich der Privatkundentarif nimmer rechnet. Und dann heißt’s, lieber Kunde, ent- oder weder.

*Mich* hat bis jetzt noch keiner angenölt, ich hab den Fall nur erzählt bekommen. Ich sollte meine außerordentlichen Geschäftsvorfälle vielleicht auf meine diversen Konten verteilen, damit’s einen nicht gleich so anspringt.

Merci, diese Erklärung war hilfreich.
LG
Edith

Nachtrag: Und die Versandhaus-Junkies?
Was mir im Nachhinein noch einfiel: Wenn die Anzahl der Buchungsposten (wg.
Rechnerleistung, ggf. Manpower usw.) ein Privatkonto zu einem Geschäftskonto
mutieren lassen, müssten ja auch alle exzessiven Versandhaus-Shopper Gefahr
laufen, ihr Konto gekündigt zu kriegen, oder?

Ob ein Mensch drei Päckchen in der Woche bekommt oder dreimal Gedöns übers
Internet verkauft, dürfte ja vom Buchungsaufwand her gehupft wie gesprungen
sein.

Mit uns Versandhaus-Junkies wird die Bank aber wohl leben müssen, denn sie kann
ihren Mitmenschen vermutlich nicht vorschreiben, bei wem diese ihre Klamotten,
ihren Elektronikkram, Bücher und CDs kaufen sollen.

LG
Edith

Ich finde die Argumentation schwachsinnig denn die Buchungen werden doch um Gotteswillen nicht mehr manuell per Hand ausgeführt.

Höhere Umsätze bedeuten i.d.R. auch einen höheren Kontostand, daran sollte doch die Bank interessiert sein…

Ich bin seit vielen Jahren selbständig und nutze ausschließlich Direktbanken als Girokonto.
Es gab da bei keiner Bank Probleme das ich das Konto privat UND geschäftlich nutze.

Ich denke eher die Filialbanken haben noch die Zeit und Muse um auf die Kontobewegungen jeder ihrer Kunden zu schauen.

In diesem Fall - wegen zu vieler Buchungen - würde ich einfach die Bank wechseln, …

ich selbst kaufe oder verkaufe auch über Ebay (manchmal), meine Bank belohnt das mit Gutschriften von maximal 1,00 € pro Monat, wenn ich meine Überweisungen per Onlinebanking durchführe …(sparda)

Grüßle Steffen

Ich finde die Argumentation schwachsinnig denn die Buchungen
werden doch um Gotteswillen nicht mehr manuell per Hand
ausgeführt.

Genau, und deswegen dürften Telephonate eigentlich auch nichts kosten, weil die Leitungen schon seit Jahrzehnten verbuddelt sind und die Gespräche automatisch vermittelt werden.

Da diese Argumentation offensichtlich Schwachsinn ist, müssen wir uns auch bei den Banken was neues überlegen. Wie auch immer man es dreht und wendet, ob man eine Stückkosten- oder Prozeßkostenkalkulation wählt: Überweisungen kosten die Bank Geld. Allgemein: Der ganze Apparat will bezahlt werden. Speziell: Bei einem Prozentsatz von x aller Zahlungen kommt es zu Problemen, die einen manuellen Eingriff erfordern.

Höhere Umsätze bedeuten i.d.R. auch einen höheren Kontostand,
daran sollte doch die Bank interessiert sein…

Komisch, in den Monaten, in denen ich mehr Umsätze habe, ist mein Kontostand geringer als in den Monaten, in denen die Zahl der Umsätze geringer ist. Was mache ich falsch?

Ich bin seit vielen Jahren selbständig und nutze
ausschließlich Direktbanken als Girokonto.
Es gab da bei keiner Bank Probleme das ich das Konto privat
UND geschäftlich nutze.

Da Du von „keiner Bank“ sprichst, gehe ich davon aus, daß Du bisher schon Geschäftsbeziehungen zu einem beträchtlichen Anteil der rd. 3000 Banken in Deutschland unterhalten hast. Vielleicht könntest Du eine Positivliste zusammenstellen, damit wir den Menschen, die hier etwa alle zwei Monate auftauchen und sich darüber beklagen, daß die Bank ihnen das Konto dichtmachen oder es zumindest verteuern will, etwas an die Hand geben können.

Ich denke eher die Filialbanken haben noch die Zeit und Muse
um auf die Kontobewegungen jeder ihrer Kunden zu schauen.

Sowas fällt nur durch Zufall auf.

Gruß,
Christian

Hi,

Ob ein Mensch drei Päckchen in der Woche bekommt oder dreimal
Gedöns übers
Internet verkauft, dürfte ja vom Buchungsaufwand her gehupft
wie gesprungen
sein.

nein, das ist schon ein Unterschied, allein schon, weil bei einer abgebuchten Lastschrift der Bank keinerlei externe Kosten in Rechnung gestellt werden – ganz im Gegensatz zu einer ausgehenden Überweisung.

Mit uns Versandhaus-Junkies wird die Bank aber wohl leben
müssen, denn sie kann
ihren Mitmenschen vermutlich nicht vorschreiben, bei wem diese
ihre Klamotten,
ihren Elektronikkram, Bücher und CDs kaufen sollen.

Naja, in grauen Vorzeiten gab es auch Banken, die Leistungspakete geschnürt haben, die bspw. nur eine gewisse Anzahl von Buchungsposten vorsahen. Hat sich irgendwie nicht durchgesetzt.

Gruß,
Christian

Überweisungen, von Hand geschrieben
Ich bin im Versandhandel tätig und verrate sicher kein Geheimnis, wenn ich sage,
dass nur ein sehr geringer Prozentsatz der Kunden am Lastschriftverfahren
teilnimmt. Und Onlinebanking hat ja auch noch keine 100%-ige Akzeptanz am Markt.
Der Großteil der Leute macht das wie früher, schnappt sich einen Kuli, füllt das
Formular aus und dackelt damit zu seiner Bank.

Gerade die von Hand ausgefüllten Überweisungsformulare müssten es doch sein, die
bei der Bank Arbeit machen. Klar, heut tippt das keiner mehr ein, aber es muss
einer da sein, der die Formulare über einen Scanner zieht und im Zweifelsfall
eingreift und nachbearbeitet, wenn was nicht richtig läuft.

Deshalb kam ich auf die Idee, dass Versandhandels-Intensivnutzer und
„Überweisungen-von-Hand-Ausfüller“ bei einer Bank mindestens so viel Aufwand
verursachen wie ein e**y-Kleinkrämer. Was dann möglichereise auch Konsequenzen
hat.

Ich will um Himmels Willen keinen auf blöde Ideen brngen. Der Aprilscherz von
heute war schon öfter mal die Politik von morgen. Ich möchte einfach nur das
System verstehen.

Gerade die von Hand ausgefüllten Überweisungsformulare müssten
es doch sein, die
bei der Bank Arbeit machen. Klar, heut tippt das keiner mehr
ein, aber es muss
einer da sein, der die Formulare über einen Scanner zieht und
im Zweifelsfall
eingreift und nachbearbeitet, wenn was nicht richtig läuft.

Hallo Edith,

genau so ist es. Es ist aber eine Frage der Durchsetzbarkeit von Konditionen, die so was verhindert.
Hier geht der Trend eben anders. Suchst du dir eine günstige Kondition für Online-Überweisungen - mit der Folge dass beleghafte Überweisungen die dann trotzdem abgegeben werden deutlich mehr kosten ( meist ein Euro und darüber)

Gruß Ivo

Nein, es sind nur 2 Banken, ich kann da deine Vorurteile zerstreuen.

Konkret war ich die letzten 7-8 Jahre bei der DiBa, immer zufriedenstellend, aber ich wechsele jetzt aufgrund für mich günstigerer Konditionen zur Wüstenrot Bank.

Alle Girokonten beider Banken nutze ich privat UND geschäftlich ohne jegliche Probleme.

Auch wenn ein geschäftliches Girokonto 0 Euro Grundgebühr mit Maestro und Master Card kostet ohne jegliche Sternchen wie bei der Wüstenrot Bank sollte man sich vor Augen halten das so ein Angebot seit 2001 am Markt dennoch Bestand hat, allen Kritikern (wie du einer sicherlich bist bei diesem Angebot) zum Trotz.

Die Bank verdient an der Geldeinlage und am Einsatz der Maestro/Mastercard an Fremdautomaten/Ausland/ausländ. Terminals.

Hallo!

*Mich* hat bis jetzt noch keiner angenölt, ich hab den Fall
nur erzählt bekommen. Ich sollte meine außerordentlichen
Geschäftsvorfälle vielleicht auf meine diversen Konten
verteilen, damit’s einen nicht gleich so anspringt.

Mich auch nicht!
Aber für Zahlungseingänge von „Unbekannten“ nutze ich immer mein Tagesgeldkonto. Da kann auch niemand (versehentlich natürlich) eine Lastschrift drauf buchen :smile:

Cu Rene

Auch wenn ein geschäftliches Girokonto 0 Euro Grundgebühr mit
Maestro und Master Card kostet ohne jegliche Sternchen wie bei
der Wüstenrot Bank sollte man sich vor Augen halten das so ein
Angebot seit 2001 am Markt dennoch Bestand hat, allen
Kritikern (wie du einer sicherlich bist bei diesem Angebot)

Nein, bin ich nicht, ich bin da selber auch Kunde.

Gruß,
Christian