Halo
Auf ein paar Sachen möchte ich einmal eingehen:
Die Dozenten waren alle sehr nett und bemüht, aber mit einer
kurzen Einarbeitungszeit von einigen Tagen hätte der
Antragsteller da auch selbst unterrichten können.
Das Hesse/Schrader Handbuch war ständiger Begleiter einer
Dozentin. Das wird also unter fachlicher Befähigung verstanden
und führt zu Zertifizierungen?
Ich finde es befremdlich, daß man moniert, wenn jemand Fachliteratur immer bei der Hand hat.
Die Teilehmer konnten sich dann zum Glück weigern diese völlig
schwachsinnigen Rollenspiele für Vorstellungsgespräche zu
machen.
Ich kenne diese Gruppendynamik. Es ist erstaunlich, daß die Rollenspiele nachweislich schwachsinnig sind, obwohl keiner daran teilgenommen hat… Die „Ich habe das nicht nötig“ - Mentalität ist weit verbreitet und je nach Qualität der Maßnahme manchmal berechtigt. Prinzipiell sollte man aber bereit sein, sich selber zur Disposition zu stellen. Und ich denke, daß man fast immer etwas dabei lernt. Durch’s Verweigern lernt man zumindest nichts.
Das Internet ist voll von ähnlichen Beurteilungen über diese
Schulen.
Das Internet ist auch voll von Ausländer-Beschimpfungen und anderen Verunglimpfungen.
Und viele (nicht alle) die vorher keine Bewerbung schreiben
konnten, können das nachher auch nicht besser.
Woher nimmst Du denn diese Erfahrungswerte?
Wenn man Eigeninitiative besitzt, dann kann man sich die Tipps
für Bewerbungen (DIN Norm usw.) auch selbst zusammentragen
(Internet oder sich den Hesse/Schrader aus der Bücherei
leihen.) Dazu brauche ich keine Schulungen und Dozenten.
Vielleicht nicht Du, aber das heißt nicht, daß es für andere nicht wichtig ist.
Natürlich gibt es Leute die das nicht auf die Reihe bekommen.
Aber für die ist doch auf dem Arbeitsmarkt ohnehin Hopfen und
Malz verloren.
Blödsinn! Genau diese Personen können von solchen Maßnahmen deutlich profitieren. Und Hopfen und Malz ist für kaum jemanden verloren.
Bei vielen Berufen (Handwerk, Gastronomie, Lebensmittel usw.)
kommt es bei der Bewerbung und im Vorstellungsgespräch doch
nicht auf die Einhaltung dieser Normen bzw. Vorgaben von
irgendeinem Buchautor an, sondern auf die Kompetenz und
persönliche Ausstrahlung.
Absolut korrekt. Ein guter Dozent wird das auch so rüberbringen.
Machen wir uns doch nichts vor, viele dieser angeblich so
tollen Schulungen mit Zertifikat sind doch für die Betreiber
reine Gelddruck-Maschinen.
Die Zeiten sind schon lange vorbei. Je nach vertraglicher Konstellation können solche Maßnahmen durchaus mit einem gehörigen Minus für den Bildungsträger enden.
Im Gegensatz zu der Weiterbildung für die der Fragesteller
hier versucht eine Förderung zu erhalten. Dies ist eine
individuelle Weiterbildung die ihren Sinn der Qualifizierung
in diesem konkreten Fall auch erfüllen würde.
Das ist eine kecke Behauptung. Niemand weiß, ob und wie seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt wirklich steigen. Mehrere hundert oder tausend Euro auszugeben, um aus einem alosen Schauspieler einen alosen Synchronsprecher zu machen, wäre nicht unbedingt „sinnvoll“ oder? Wenn die Chancen so rapide nach oben gehen, dann kann der Schauspieler dem Vermittler bei der AfA / ARGE sicherlich eine lange lange Liste mit Stellenangeboten hinlegen. Mach Dir doch mal den Spaß und suche im Internet nach Stellenangebten für Synchronsprecher.
Aber immerhin hat der Antragsteller ja damals ein Zertifikat
über die erfolgreiche Teilnahme an dieser Bewerbungsschulung
erhalten. Das liegt jetzt ganz hinten in seinem
Jobcenter-Ordner.
Besser wäre eine Förderung für eine Weiterbildung, um die er
sich selbst bemüht und die ihn aus Harz 4 rausbringt.
Jaja, die jahrelange Arbeitslosigkeit hat sicher viele Gründe. Nur der Alose ist dabei unschuldig. Vielleicht hätte ja die Teilnahme an einem Rollenspiel über Vorstellungsgespräche geholfen? Sei mir nicht böse, aber so einfach isses nicht.
Sorry, aber dieser Rundumschlag mußte jetzt einfach mal sein.
Kein Thema. Diskussion lebt von unterschiedlichen Ansichten.
Vielleicht eins noch: Daß im Bereich Maßnahmearbeit sehr viel Schindluder getrieben und auch viel unqualifizierte Arbeit abgeliefert wird, darüber sind wir uns einig. Aber ersten kann man nicht alle über einen Kamm scheren. Zweitens sind die Teilnehmer oft ein Teil der schlechten Ergebnisse. Und drittens ist gerade die Tatsache, daß diese Schulungen aufgrund des Wettbewerbs oft zu Dumpingpreisen rausgehen, der Grund dafür, daß unterbezahlte / schlecht qualifizierte Coaches da stehen, die dann entsprechend schlecht motiviert auch arbeiten.
Gruß,
LeoLo