Kann das Kind das verstehen/akzeptieren?

Hallo ihr Erziehungswissenden,

lasst mich mal folgenden Fall schildern. Es handelt sich hier um meinen 14 Monate alten Enkel , der sich täglich in unserer Wohnung aufhält. Mittlerweile kann er gut und schnell laufen und versucht nun, die Welt zu erkunden.

Nun gibt es in unserer Wohnung eine Hakenleiste, an der immer eine Hundeleine und eine Hundepfeife hängt. Selbstverständlich darf er damit spielen. Der dritte Haken dieser Leiste ist dann belegt, wenn ich mein Handy lade. Und zwar hängt das Handy dann direkt neben der Leine genau so runter.

Nun möchte ich eigentlich, dass das Handy für ihn tabu ist.

Selbstverständlich könnte ich es wo anders laden, frage mich aber, ob das Kind es verstehen oder einfach nur so akzeptieren kann, dass er zwar bei allen anderen Dingen an dieser Hakenleiste spielen darf,

  • nicht aber mit dem Handy??? -

Ich lege großen Wert darauf, nicht ständig „NEIN“ zu sagen, nur eben in begründeten Fällen. So darf er eigentlich so ziemlich alles. Tabu ist z. B., das Hundefutter zu essen, den Herd einzuschalten etc. Und das kann er mittlerweile auch verstehen und akzeptiert es.

Sagt mir mal eure Meinung.

Danke Gisela

Hallo Gisela,

denke verstehen nein - akzeptieren bedingt.

Das Kind wird in dem Alter das Verbot nicht wirklich verstehen (auch nicht das mit dem Hundefutter oder dem Herd), aber Deine Autorität bis zu einem gewissen Grad anerkennen.

Allrdings steht dieser Anerkenntnis die kindliche Neugier entgegen. Außerdem hat es ja seinen Reiz die Autoritäten mal zu testen. In einem „schwachen“ Moment können diese Aspekte die Übermacht gewinnen,
Du solltest Dich also nie 100% darauf verlassen, dass verbote nicht plötzlich übertreten werden (auch wenn’s vielleicht lange gut ging).

Gruß
Werner

Moin Gisela

Nun gibt es in unserer Wohnung eine Hakenleiste, an der immer
eine Hundeleine und eine Hundepfeife hängt. Selbstverständlich
darf er damit spielen. Der dritte Haken dieser Leiste ist dann
belegt, wenn ich mein Handy lade. Und zwar hängt das Handy
dann direkt neben der Leine genau so runter.

Nun möchte ich eigentlich, dass das Handy für ihn tabu ist.

Ich denke, du machst allen Beteiligten das Leben leichter, wenn du das Handy woanders lädst, bzw. dann lädst, wenn dein Enkel nicht da oder im Bett ist.

Gruss
Marion

Hallo Gisela,

Es handelt sich hier
um meinen 14 Monate alten Enkel ,

Nun möchte ich eigentlich, dass das Handy für ihn tabu ist.

da ist ein Kind am Beginn der Zeit, wo es aktiv die Umwelt erkunden kann und dazu so ein interessantes Ding, das ab und zu Geräusche macht und mit dem die Oma spiel (=telefoniert).
Da kannst Du doch nicht erwarten, daß solch ein Kind die Finger davon läßt!

Selbstverständlich könnte ich es wo anders laden,

eben, der Klügere gibt nach, oder ‚und führe uns nicht in Versuchung‘

frage mich
aber, ob das Kind es verstehen oder einfach nur so akzeptieren
kann, dass er zwar bei allen anderen Dingen an dieser
Hakenleiste spielen darf,

  • nicht aber mit dem Handy??? -

Hör mal, das Kind ist gut ein Jahr alt, was verlangst Du denn! Selbst wenn es kurz nach der Belehrung das Telefon in Ruhe läßt, nach einigen Minuten ist die Neugier übermächtig (und das ist auch gut so, wie soll es denn sonst die Welt erfahren).
Wenn das Kind mal 4 Jahre ist, kannst Du anfangen rational mit ihm zu diskutieren, vorher ist es bestenfalls ‚Dressur‘.

Ich lege großen Wert darauf, nicht ständig „NEIN“ zu sagen,

Dann vermeide Situationen, in den Du ‚Nein‘ sagen mußt, wenn sie irgendwie vermeidbar sind.

nur eben in begründeten Fällen.

Die sind dann eben nicht vermeidbar, den Herd wirst Du nicht umstellen können.

Sagt mir mal eure Meinung.

Lad das Handy bitte woanders, das ist die einfachste und stressärmste Variante, zumindestens die nächsten zwei Jahre!

Gandalf

Natürl. versteht das Kind ein Nein! Aber noch lange lange nicht,
warum, dafür ist der Junge noch viel zu klein.
Und die verbotenen Früchte schmecken lecker. Dreh Dich um, und er wird
rangehen. Ist doch auch interessant, so was zu entdecken.
Warte noch 2-3 Jährchen ab, dann kannst Du ihm erklären, warum das
Tel. dort hängt. Inzwischen lade es woanders auf.
Du läßt ja auch nicht absichtl. die Herdplatte an, nur um zu prüfen,
ob er sich auf ein „heiß“ einläßt.
Viel Freunde noch mit dem Kleinen wünscht

d.

Hallo Gisela,

ich kann mich den anderen nur anschließen. Ich möchte dir aber noch etwas sagen.

Ich lege großen Wert darauf, nicht ständig „NEIN“ zu sagen, nur eben in begründeten Fällen. So darf er eigentlich so ziemlich alles. Tabu ist z. B., das Hundefutter zu essen, den Herd einzuschalten etc. Und das kann er mittlerweile auch verstehen und akzeptiert es.

Verstehen tut er es nicht, er akzeptiert es.
Einem Kind von 14 Monaten kann man nichts erklären. Selbst wenn du sagst, dass der Herd heiss ict, versteht es das nicht, weil es noch keine Erfahrung mit heiss gemacht hat.
Meine Mutter wollte das auch mal probieren. Mein Sohn, damals 18 Monate, machte das erste Mal Ferien bei Oma und Opa. Ich sagte zu ihr, dass sie die Schrankwand ( den unteren Teil ca 40 cm hoch) abräumen sollte. Sie meinte, dass muss das Kind lernen, ass nein „nein“ heisst. Das Ende vom Lied war eine abgeräumte Schrankwand, als wir unseren Sohn wieder abholten.
Was ich damit sagen will, wichtige neins muss es geben, „unwichtige“ neins sollte man im eigenen Interesse und im Interesse des Kindes vermeiden. Es würde nur auf einen sinnlosen Machtkampf hinauslaufen.
Denn ihren eigenen Kopf haben auch schon die ganz Kleinen.

Noch ein Tipp:
Mein Sohn „kochte“ liebend gern… mit meinem Geschirr. Es kam natürlich das unsinnige nein, aber das Geschirr war viel interessanter. Kurzerhand habe ich einen kleinen Schrank ausgeräumt und ihn mit einem alten Topf und Tupperkrams bestückt. Der Schrank gehörte ganz allein David und Mama durfte da auch nicht dran, weil an Mamas Schränke darf David ja auch nicht *g* ( Wo er Recht hat)

Viele Grüße Ordnazo

P.S. Mein Sohn ist jetzt 10 Jahre und diskutieren, argumentieren und erläutern ist viel schwerer, als nur nein sagen.

Hallo Leute,

ich danke euch für eure Antworten und vor allen Dingen dafür, dass ihr mir, ohne aggressiv und beleidigend zu werden,wie ich es leider schon oft hier und in anderen Brettern erlebt habe, eure Meinung sagtet.

Genau so habe ich das erhofft.

Also nochmals
Danke.
Gisela

Hallo Gisela…

meine beiden Kleinen sind im selben Alter.
Obwohl das Haus natürlich entsprechend kindersicher ist, gibt es dennoch Bereiche/Dinge wo sie nichts zu suchen haben.
Ich denke, auch wenn sie noch klein sind, müssen sie lernen, dass es Grenzen gibt. Sie haben jede Menge Möglichkeiten ihre Umwelt zu erkunden und zu be-greifen.
Wichtig ist, dass ein NEIN immer ein NEIN ist, also nichtmal heute dieses oder jenes nicht anfassen dürfen, morgen aber schon. Das verwirrt sie eher, da sie ja nicht verstehen, welcher Sinn hinter einem Verbot steht.
Wenn Du Deinem Enkel vermitteln möchtest, dass er Dein Handy in Ruhe lassen sollst, brauchst Du ne Menge Geduld, aber er wird lernen zu akzeptieren, dass dies ausschliesslich Omas Spielzeug ist.
Auch mein Handy liegt z.T. an Plätzen, die meine Kinder erreichen können, aber sie wissen, dass das Ding für sie Tabu ist. Sie zeigen drauf, schütteln den Kopf und sagen „Nein“, aber sie lassen es liegen.

Nachdem Dein Enkel offensichtich ausreichend Freiheit hat, Deine Wohnung zu erkunden, finde ich es nicht schlimm wenn er dort auch ein paar Grenzen hat.

Liebe Grüsse
Tanja

Hallo Gisela,

was können kleine kinder verstehen oder akzeptieren, ich glaube das dieses von kind zu kind verschieden ist und man manchmal einfach glück hat das ein kleines kind nichts mit den wirklich verbotenen dingen anstellt.

als mein sohn klein war, da war die ganze wohnung voll mit glas, glasstäbe, glasplatten, glasröhren und daneben glasbrenner und irgendwie überall die möglichkeit zu zündeln.

tja, ich war anfang 20 und habe mir nicht so viel dabei gedacht, über die gefahr als solche und so.
irgendwie, aber ich vermute mal das dieses eher zufall war, ist nie was passiert und mein sohn ist nie wirklich an diese dinge gegangen.

heute würde ich die wohnung wahrscheinlich mit einem kleinem kind am rocksaume nicht so mit glas vollstopfen ( nu isser ja auch schon groß :wink: würde mir gedanken machen, damals aber hat er keinerlei interesse an diesen dingen gehabt.

also, was ich nun umständlich sagen will ist, es kann sein, das dein enkel sich nicht für dein handy interessiert, dann hast du glück, aber, es kann sein das iregendwann in einem unbeobachteten moment das handy als spielzeug entdeckt wird und dann habt ihr ein problem.

manchmal geht man problemen besser aus dem weg, gerade wenn es sich um welterkundende kleine schnuffige zwerge handelt :wink:))

lieben gruß von

sonja

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Helden in Strumpfhosen
Moin,

wenn es dir so schwer fällt, „nein“ zu sagen, dann ahb ich einen guten Tipp aus dem im Titel genannten mel Brooks – Film:
„Sag doch einfach NÖ!“

*g*
L.