Hallo Stephan,
früher im Mittelalter ist die Pest durch den ganzen Müll usw.
ausgebrochen und wurde durch die Ratten weiter übertragen.
unhygienische Lebensbedingungen haben sicher eine Rolle gespielt - Müll und Ratten aber nur mittelbar. Müll bietet Ratten günstige Lebensbedingungen und Ratten wiederum haben Flöhe. Das Pestbakterium wird durch Flöhe übertragen, nicht durch Ratten.
Da man sich damals nicht weiter helfen konnte, würden die
Menschen, die die Seuche hatten getötet.
Ich glaube fast, Du liest zu viele Horrorschmöker. Es kam häufig vor, dass Infizierte isoliert wurden und man sie ohne Hilfe sterben liess. Dass man sie aktiv umgebracht haben soll hätte ich gerne mit einer Quelle belegt, bevor ich es glaube.
In unterirdischen Gängen wurden einige eingemauert, um die
Seuche zu besiegen.
Auch hier hätte ich gerne eine Quelle genannt. Dass Infizierte zur Isolation in ihren Häusern eingemauert wurden, kam vor. Das mit den „unterirdischen Gängen“ hört sich wieder eher nach Schauerroman an.
Nun ist folgendes:
Es gibt einen unterirdischen Gang, der damals zugemauert
wurde.
Es hieß das darin die Pesttoten liegen.
Was würde passieren, wenn man den Gang wieder öffnen würde?
Könnte dann die Pest wieder ausbrechen?
Wie schon gesagt wurde, existiert die Pest nach wie vor. Der Erreger Yersinia pestis existiert praktisch überall, wo es größere wild lebende Nagetierpopulationen gibt, die ideale Wirte für Flöhe sind. Z.B. im Westen der USA, wo Präriehunde die Stelle von Ratten einnehmen.
Infektionen bei Menschen sind verhältnismäßig häufig in Afrika (Tansania, Zaire), Asien (Vietnam, Myanmar) und Südamerika (Peru). Die Erreger sprechen in der Regel gut auf Antibiotika an; Epidemien lassen sich schnell eindämmen bzw. sie treten gar nicht erst auf, wenn Personen, die Kontakt mit Infizierten hatten, innerhalb einer Woche nach Erstkontakt (das ist die Inkubationszeit) mit Antibiotika behandelt werden. Sie erkranken dann idR nicht. Die Antibiotikatherapie selbst dauert ca. eine Woche.
Ich glaube das der Erreger vieleicht noch immer leben könnte.
Yersinia pestis ist ein Bakterium, also ein Lebewesen. Manche Bakterien können Dauerstadien (Sporen) ausbilden, um ohne Stoffwechsel ein paar Jahre (nicht aber Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte) zu überleben. Yersinia kann dies nicht - die Überlebensdauer in getrockneten Sekreten oder Blut bzw. Flohkot beträgt ca. drei Wochen. In einem günstigeren Medium beträgt die Lebensdauer etwa ein Jahr. Bei Sonnenlichtexposition ist das Bakterium binnen 3-4 Stunden tot, bei Erwärmung auf 56° Celsius nach ca. 15 Minuten.
Freundliche Grüße,
Ralf