Kann die Pest wieder ausbrechen?

Hallo,

ich habe folgende fragen,

früher im Mittelalter ist die Pest durch den ganzen Müll usw. ausgebrochen und wurde durch die Ratten weiter übertragen.

Da man sich damals nicht weiter helfen konnte, würden die Menschen, die die Seuche hatten getötet.

In unterirdischen Gängen wurden einige eingemauert, um die Seuche zu besiegen.

Nun ist folgendes:

Es gibt einen unterirdischen Gang, der damals zugemauert wurde.
Es hieß das darin die Pesttoten liegen.

Was würde passieren, wenn man den Gang wieder öffnen würde?
Könnte dann die Pest wieder ausbrechen?
Ich glaube das der Erreger vieleicht noch immer leben könnte.

ich bin dankbar für jede Antwort.

beste Grüße

Hallo Stephan,

die Pest gibt es auch heute noch: http://de.wikipedia.org/wiki/Pest#Die_Pest_heute

Beste Grüße

=^…^=

Die Pest konnte damals in dem Maße wüten, weil man nicht verstanden hat, wie sich der Erreger überträgt. Das ist in den meisten Gebieten heute wohl eher ausgeschlossen.

Hallo Stephan,

früher im Mittelalter ist die Pest durch den ganzen Müll usw.
ausgebrochen und wurde durch die Ratten weiter übertragen.

unhygienische Lebensbedingungen haben sicher eine Rolle gespielt - Müll und Ratten aber nur mittelbar. Müll bietet Ratten günstige Lebensbedingungen und Ratten wiederum haben Flöhe. Das Pestbakterium wird durch Flöhe übertragen, nicht durch Ratten.

Da man sich damals nicht weiter helfen konnte, würden die
Menschen, die die Seuche hatten getötet.

Ich glaube fast, Du liest zu viele Horrorschmöker. Es kam häufig vor, dass Infizierte isoliert wurden und man sie ohne Hilfe sterben liess. Dass man sie aktiv umgebracht haben soll hätte ich gerne mit einer Quelle belegt, bevor ich es glaube.

In unterirdischen Gängen wurden einige eingemauert, um die
Seuche zu besiegen.

Auch hier hätte ich gerne eine Quelle genannt. Dass Infizierte zur Isolation in ihren Häusern eingemauert wurden, kam vor. Das mit den „unterirdischen Gängen“ hört sich wieder eher nach Schauerroman an.

Nun ist folgendes:

Es gibt einen unterirdischen Gang, der damals zugemauert
wurde.
Es hieß das darin die Pesttoten liegen.

Was würde passieren, wenn man den Gang wieder öffnen würde?
Könnte dann die Pest wieder ausbrechen?

Wie schon gesagt wurde, existiert die Pest nach wie vor. Der Erreger Yersinia pestis existiert praktisch überall, wo es größere wild lebende Nagetierpopulationen gibt, die ideale Wirte für Flöhe sind. Z.B. im Westen der USA, wo Präriehunde die Stelle von Ratten einnehmen.

Infektionen bei Menschen sind verhältnismäßig häufig in Afrika (Tansania, Zaire), Asien (Vietnam, Myanmar) und Südamerika (Peru). Die Erreger sprechen in der Regel gut auf Antibiotika an; Epidemien lassen sich schnell eindämmen bzw. sie treten gar nicht erst auf, wenn Personen, die Kontakt mit Infizierten hatten, innerhalb einer Woche nach Erstkontakt (das ist die Inkubationszeit) mit Antibiotika behandelt werden. Sie erkranken dann idR nicht. Die Antibiotikatherapie selbst dauert ca. eine Woche.

Ich glaube das der Erreger vieleicht noch immer leben könnte.

Yersinia pestis ist ein Bakterium, also ein Lebewesen. Manche Bakterien können Dauerstadien (Sporen) ausbilden, um ohne Stoffwechsel ein paar Jahre (nicht aber Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte) zu überleben. Yersinia kann dies nicht - die Überlebensdauer in getrockneten Sekreten oder Blut bzw. Flohkot beträgt ca. drei Wochen. In einem günstigeren Medium beträgt die Lebensdauer etwa ein Jahr. Bei Sonnenlichtexposition ist das Bakterium binnen 3-4 Stunden tot, bei Erwärmung auf 56° Celsius nach ca. 15 Minuten.

Freundliche Grüße,
Ralf

Hallo Stephan,

Es gab tatsächlich verschiedene, manchmal auch grausame, Versuche der Seuche Herr zu werden. Man lebte damals aber, wie du sicher weißt, in einer riesigen Kloake. Müll und Fäkalien lagen in den Straßen und waren ein optimaler Brutplatz für Viren und Bakterien. Wenn du dich allerdings heute einmal auf den Straßen umschaust, wirst nirgends mehr solche für Krankheitserreger notwendigen Brutplätze finden-Wir leben mittlerweile in einer fast sterilen Welt. Trotz allem gibt es die Pest tatsächlich noch und in den Jahren 1979 bis 1992 wurden 1451 Pest-Tote in 25 Ländern gemeldet. (Schau dir für mehr Details einfach mal den Artikel in der WP an:http://de.wikipedia.org/wiki/Pest#Die_Pest_heute)
Zu deiner letzten Frage:
Nein, wenn man einen solchen Tunnel öffnen würde, könnte sich die Pest nicht mehr ausbreiten. Du musst dir bewusst machen, dass mittlerweile 500 Jahre vergangen sind und solange überlebt kein Erreger. Du brauchst dir also, vor allem in Deutschland, keine Sorgen mehr über die Pest machen!

Fränkisch verbunden,

Adrian Roßner

Die Pest kann jederzeit wieder ausbrechen, was vor einiger Zeit in Indien passiert ist. Vor allem in Entwicklungsländern ist das möglich, denn Übertraäger des Pestvirus mit Zwischenwirt Ratte sind in erster Linie Nagetiere. Aber keine Panik, die Pest soll medikamentös behandelbar sein. Nun zu deiner Frage wegen Überleben und ob durch das ,Ausbuddeln" Pesttoter ein Ausbruch möglich ist. Man hat vor ca. 2 Jahren, wenn ich den fernsehbericht recht in Erinnerung habe, in England Massengräber mit Pesttoten ärchäologisch untersucht, also ausgegraben. Bis jetzt habe ich noch keine Meldungen über Pestausbrüche deswegen erfahren und gehe mal davon aus, dass diese ein gefundenes Fressen für die Presse wäre. Die Pestflöhe kommen ein paar Monate ohne Wirt aus. Trotzdem ist bei Ausgrabungen, vor allem von Kranken äußerste Vorsicht geboten.
Die Infos habe ich aus Fernsehen und Zeitung.
Gruß Micha

Rosinenausscheid
Hallo Micha,

denn Übertraäger des Pestvirus mit
Zwischenwirt Ratte sind in erster Linie Nagetiere.

die Pest ist keine Virusinfektion sondern wird durch das Bakterium Yersinia pestis http://de.wikipedia.org/wiki/Yersinia_pestis übertragen.

Gandalf