Hallo! Ich habe neulich beim Spazierengehen eine Eiche gesehen, die einen um den Stamm gewundenen Spalt in der Rinde bis zum Boden hatte. Die Eiche besaß am Fuss ca. 30 cm Durchmesser und war ca. 10 bis 12 m hoch. Sie war noch voll Laub und hatte keine verkohlten oder vertrockneten Zweige. Die Rinde war auch bis auf den Spalt, der ca. 2 cm breit war und bis auf ihr Holz herunterging, unversehrt.
Mit gewunden meine ich, dass dieser Spalt so ausssah, als ob jemand die Rinde in spiralförmiger Bewegung bis zum Boden aufgeritzt hatte. Es erinnerte mich an die Kaoutchuckgewinnung bei Gummibäumen.
Als ich noch einmal zurück ging, weil mir dies irgendwie sehr seltsam für unsere Breitengrad vorkam, bemerkte ich, dass ein Eichenschössling am Fuss dieser Eiche, der direkt an diesem Spalt wuchs, vollkommen verdorrt, jedoch nicht verkohlt war.
Kann dieser Defekt eine natürliche Ursache haben, z.b. dass ein Blitz in dieser Spirale in den Boden ging und die Rinde der Eiche sprengte? Oder sind dies forstwirtschaftliche Techniken, die ich nicht kenne?
Vielleicht weiss Jemand, was ich meine, und kann mir einfach und schnell auf die Sprünge helfen? Danke im Voraus!!!
Hallo Bettina,
in die Eiche wird deiner beschreibung nach ein blitz eingeschlagen haben. Wie stark ist die Eiche ca. Und wo steht sie am Waldweg am Waldrand…?
Hallo Bettina,
einen Blitzschlag schließe ich aus, da der ganze Baum dann völlig zerstört wäre. Ich tippe eher auf einen Frostspalt. Im Frühjahr wenn der erste Saft in den Baum einschießt und es noch einmal starken Frost gibt, dann gefriert das Wasser unter der Rinde und es gibt solche Risse. Die können gerade oder auch spiralförmig verlaufen.
Hallo Bettina,
ein Blitz kann sehr wohl einen Baum oder auch nur seine Borke spalten. Hierbei ist nicht immer eine Verkohlung zu erkennen. Dieser Spalt kann aber auch durch starke Bewegung bei Sturm oder durch Wachstumsspannung oder durch Frost entstanden sein.
Auch wenn ich nicht eindeutig antworten kann, so hoffe ich doch weitergeholfen zu haben.
Gruß Piet
Hi michael93,
vielen Dank für Deine Mithilfe. Also, die Eiche steht am Rand von einem Waldweg bzw. geteerten Fahrradweg, der etwa 3m breit ist und an der Böschung eines bewaldeten Hügels entlang führt. In diesem Abschnitt stehen mehrere Bäume entlang des Weges und locker als Wald hinter ihr den Hügel hinauf. Ich hatte schon geschaut, ob sie irgendwie exponiert steht, aber mir fiel da nichts Besonderes auf. Sie steht halt am Rand des Teerweges und hinter ihr steht unmittelbar kein weiterer Baum, da ein Bach hinter ihr verläuft. Die Bäume neben ihr sind sogar etwas älter und höher. Deswegen war ich mir nicht sicher, ob sie vielleicht markiert wurde, um geschlagen zu werden oder ob man die Rinde absichtlich verletzte, um die Versorgung mit Nährstoffen zu unterbrechten, um sie verdorren zu lassen. Das waren so meine Vermutungen, die mich mit dieser Eiche beschäftigten.
O.K. Jetzt bist du wieder dran, wenn du magst.
Hallo Bettina,
in die Eiche wird deiner beschreibung nach ein blitz
eingeschlagen haben. Wie stark ist die Eiche ca. Und wo steht
sie am Waldweg am Waldrand…?
eAlso Wenn bäume markiert werden um geschlagen zu werden macht man das mit spraydosen und nicht spiralförmig, und die Rinde wird zwar in manchen fällen geschählt aber nur in der jungbesstandspflege und dann nicht spiralförmig spndern einmal um den stamm herum ca. 20-25cm breit. Und auch sonst gibt es keine rindenbeschädigungen die vom boden „weg“ sind.
Also theorethisch könnte das ein Blitzschlag sein. Das Wasser im Stamm kann so schnell verdunsten, dass die Rinde fast explodiert. Allerdings sollte dieser Riss dann die „Route“ des Blitzes folgen, also entweder ganz gerade, oder nur soweit gedreht hinunterführen, wie (und falls) die Faser im Stamm gedreht sind. Das es keine Verkohlung zu sehen ist, könnte auch der Ursache von Regen sein.
Man sollte diesem Riss soweit wie möglich nach oben folgen, dann könnte man sicherer sagen ob er von einem Blitz kam.
ich weiß nicht, warum du mich als Experten ausgewählt hast, ich kenne mich weder besonders mit Bäumen noch mit Blitzen aus. Ich finde das Phänomen trotzdem interessant und hätte es gerne selbst gesehen, kann dir aber leider nicht sagen, wie es geschehen ist. So wie du es beschreibst, scheint es wohl unnatürlich passiert zu sein, kann mich aber auch irren. Kommt darauf an, wie die Ränder des Spalts waren - gerade, wie mit einem Messer geschnitten, oder knorrig und uneben oder sogar verkohlt…
Gruß,
Marcus
Hallo
das was du beschreibst sieht ziemlich genau nach Blitzschlag aus. Gibts öfter im Wald und wird von Forstleuten oder sonstwie im Wald Interessierten öfter beobachtet.
Gruss
Hallo Bettina,
es handelt sich definitiv um keine forstwirtschaftliche Technik (und wenn, ist sie noch nicht marktüblich und mir daher unbekannt ).
Risse in Baumrinden bzw. auch durch das Holz sind nicht selten und können unterschiedliche, meist natürliche, zum Teil sogar baumartenspezifische Ursachen haben. Um nur ein paar Beispiele zu nennen: übermäßige Harzeinlagerungen (z.B. bei Lärchen), Trockenheit, starke Sonneneinstrahlung (z.B. durch plötzliche Freistellung des Baumes durch Holzernte oder Windwurf benachbarter Bäume), Frost, Hitze und auch - wie von Dir vermutet - Blitze. Bei letzteren spricht man von Blitzrissen oder Blitzrinnen.
Aus der Ferne ist es schwierig, die Ursache zu identifizieren. So, wie Du es beschrieben hast, würde ich auf einen Frostriss tippen - in Kombination mit Drehwuchs, der bei Eichen auftreten kann. Sollte es sich um einen Solitärbaum, d.h. um einen freistehenden Einzelbaum handeln, so würde das meine Vermutung stützen.
Frostrisse treten bei plötzlichem Temperaturabfall auf, der ein unterschiedliches Schwindverhalten somit Spannungen innerhalb des Holzes zur Folge hat. Die Rinde kann in solchen Fällen regelrecht aufgesprengt werden. Hat der Baum genug Kraft, wird er versuchen, die Wunde durch Überwallung zu schließen. Durch wiederholtes Aufreißen und Überwallen können markante Frostleisten entstehen.
Blitze nehmen meines Wissens den kürzesten Weg zur Erdung, daher schließe ich sie bei so einem spiralförmigen Riss aus.
Ich hoffe, ich konnte Deinen Wissensdurst stillen.