Kann eine Chemotherapie nach 4-5 Jahren

… Persönlichkeitsveränderungen hervorrufen?

Mein Mann hat vor 5 Jahren eine Chemotherapie erhalten. Nach dieser Zeit bis heute hat sich sein Verhalten grundlegend verändert.
Inzwischen ist unsere Ehe nach 20 Jahren zum Scheitern verurteilt, es interessiert ihn alles nicht mehr. Wir führten eine phantastische Ehe bis zur Chemotherapie :frowning:
Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht bzw. ist es wissenschaftlich belegt, dass Veränderungen vorkommen können?
Danke im Voraus.

Hallo Jeanette,
Cytostatika - also die Medikamente mit denen Chemotherapien gemacht werden wirken auf das Zellwachstum beziehungsweise die Zellteilung hemmend. Es gibt eine ganze Reihe von Nebenwirkungen, allerdings habe ich noch nie gehört, dass auch Verhaltensveränderungen direkt dazu gehören.

Wahrscheinlicher sehe ich die zugrunde liegende Krankheit als einen möglichen Auslöser für eine Persönlichkeitsveränderung. Die Chemotherapie wurde ja nicht ‚einfach mal so‘ gemacht. Dein Mann war (ist?) sehr krank. Evt. eine lebensbedrohliche Krankheit. Das kann das Selbstverständnis, die Art wie man das Leben,seine Beziehungen und auch sich selbst sieht verändern.
Je nachdem wie ein Mensch damit umgeht zum positiven - Menschen besinnen sich auf die für sie wesentlichen Dinge - aber auch zum negativen - auf einmal erscheint alles sinnlos.
Vielleicht schafft ein gemeinsames Gespräch mit dem behandelnden Arzt Klarheit.
Erfolg…lux

Hallo,

Ich stimme Pollux fast komplett zu. In selten Fällen kann aber auch die Chemotherapie direkt solchen Veränderungen hervorrufen, und das auch nach vielen Jahren. Das kommt auf die Substanz an. Was hat er bekommen?

Liebe Grüsse

Anja

Hallo
ich kann das aus leidvoller Erfahrung auch bestätigen,aber ,wie gesagt,
es ist nicht die Chemo selber,die das auslöst,sondern die Krankheit
,die ev.Todesnähe bez.das befassen mit dem bisherigen Leben und das
Grauen vor der Zukunft oder einem Rezidiv.Kaum einer ist hinterher der
selbe ,wie er vorher war…

Gruss Michael

Kann eine Krankheit einen Menschen verändern?
Hi!

Mein Mann hat vor 5 Jahren eine Chemotherapie erhalten. Nach
dieser Zeit bis heute hat sich sein Verhalten grundlegend
verändert.

Eine schwere Erkrankung verändert sicher jeden Menschen.

Inzwischen ist unsere Ehe nach 20 Jahren zum Scheitern
verurteilt, es interessiert ihn alles nicht mehr.

Vielleicht interessiert ihn sein eigenes Leben jetzt mehr als die Zweisamkeit. Das kann doch gut sein.

Wir führten
eine phantastische Ehe bis zur Chemotherapie :frowning:

Vielleicht habt ihr euch auch nur gehörig was vorgemacht, denn wenn es zu den „schlechten Zeiten“ kommt zeigt sich erst, was eine Ehe taugt.

Auch bin ich der Meinung, dass einem eine Krankheit immer was zu sagen hat. Wenn der Mensch wachsen soll und tut es nicht, dann wächst eben der Krebs. Das hab ich mal so gehört und finde es nicht abwegig.

Insofern solltest du vielleicht nicht alles auf dich beziehen, sondern deinem Mann auch den Freiraum lassen, sich eigenständig zu entwickeln.

Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht bzw. ist es
wissenschaftlich belegt, dass Veränderungen vorkommen können?
Danke im Voraus.

Was würde das für dich ändern? Tatsache ist doch, dass du Veränderungen wahrnimmst, mit denen du nicht zufrieden bist.

Wie geht es deinem Mann denn? Ist er depressiv, dann könnte er professionelle beanspruchen und auf lange Sicht könnte eine Eheberatung euch beiden weiterhelfen.

just my 2 cents

Gruß, Tunefish

Hi,

Wenn der Mensch wachsen soll und tut es nicht,
dann wächst eben der Krebs. Das hab ich mal so gehört und
finde es nicht abwegig.

Was man alles so hört.

Diese Aussage ist purer Zynismus. D.h. der Mensch wird bestraft, weil er sich nicht so entwickelt wie - ja wer den eigentlich - das ein anderer will???

Mal was von Genetik gehört?

Lies mal von Susan Sonntag „Krankheit als Metapher“ - da wird genau auf diese wirklich menschenverachtende „Schuldzuweisung“ eingegangen.

Begebe Dich ins Esoterik-Brett, um mit anderen diesen Schwachsinn weiter zu diskutieren.

Gruß,
Anja

5 „Gefällt mir“

Hi …lux,

Je nachdem wie ein Mensch damit umgeht zum positiven -
Menschen besinnen sich auf die für sie wesentlichen Dinge -
aber auch zum negativen - auf einmal erscheint alles sinnlos.

Manchmal ist aber das, was für den Patienten positiv ist, nur für die Angehörigen negativ. Nämlich dann, wenn der „Kranke“ in eben dieser Sinnsuche in möglicher Todesnähe feststellt, dass seine Beziehung eben nicht so ideal war, wie man es früher sehen wollte.

Der Angehörige will dann belohnt werden für seine Zuwendung, die er dem Erkrankten entgegenbrachte, für alle „Opfer“, die er so selbstlos geleistet hat - und dann kommt das Objekt an und will sich trennen - der Undankbare!

Gruß,
Anja

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Hallo,

Wir führten
eine phantastische Ehe bis zur Chemotherapie :frowning:

Vielleicht habt ihr euch auch nur gehörig was vorgemacht, denn
wenn es zu den „schlechten Zeiten“ kommt zeigt sich erst, was
eine Ehe taugt.

Ich denke nicht, dass man als Außenstehender, der nur diese paar Einzelheiten der Beziehung der beiden kennt, beurteilen sollte, wie es generell um die (bisherige) Ehe der beiden steht.
Wer es schafft, nach derart tiefgreifenden und schwerwiegenden Veränderungen im Leben mit wohlmöglich ständig vorherrschender Todesangst um sich selbst bzw. den Partner alle Sorgen mit einem Mal abzuschütteln und glücklich wie bisher weiterzuleben, ist zu beneiden. Der Rest sollte etwas unternehmen und das versucht die UP gerade.

Auch bin ich der Meinung, dass einem eine Krankheit immer was
zu sagen hat. Wenn der Mensch wachsen soll und tut es nicht,
dann wächst eben der Krebs. Das hab ich mal so gehört und
finde es nicht abwegig.

Du gibst den Patienten die Schuld an ihrer Erkrankung? Weil sie nicht gewachsen sind, tun es entartete Zellen?
Wäre ich erkrankt, empfände ich das als unentschuldbare Frechheit!

Insofern solltest du vielleicht nicht alles auf dich beziehen,
sondern deinem Mann auch den Freiraum lassen, sich
eigenständig zu entwickeln.

Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht bzw. ist es
wissenschaftlich belegt, dass Veränderungen vorkommen können?
Danke im Voraus.

Was würde das für dich ändern? Tatsache ist doch, dass du
Veränderungen wahrnimmst, mit denen du nicht zufrieden bist.

Der Versuch, im Rahmen einer Bewältigung eine Erklärung zu finden, nennt sich Rationalisierung und ist ein Abwehrmechanismus, um schweren psychischen Traumata (die Angst, den Mann zu verlieren) vorzubeugen. Gleichsam ist es der erste Schritt, den Versuch, die Situation zu verbessern, zu unternehmen.
Wenn der Mann so schwer krank war/ist, dürfen wir nicht vergessen, dass das auch immer Auswirkungen auf nahe Angehörige hat.

Eigentlich mische ich mich ungern ein, aber deine Antwort empfinde ich als so unsensibel, dass ich das - besonders für die UP - so nicht stehen lassen wollte.

Grüße
Liete

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Hallo Jeanette,
ich denke es liegt nicht an der Chemotherapie. Die Diagnose Krebs war vor 5 Jahren - ein Schock für jeden. Man muß es erst mal begreifen „ich bin krank“ und verarbeiten. Die Betonung liegt auf verarbeiten. Die ständige Angst was wird wenn, ist sehr sehr groß - die Alternative war einen Chemo „gemeinsam“ durchzustehen.
Nun liegt es an jeden selber wieviel Kraft man benötigt , was sage ich meinen Angehörigen, wie gehen meine Angehörigen mit mir um und und und. Viele Faktoren spielen eine große Rolle. Es gibt Menschen die machen komplett dicht lassen nichts mehr an sich ran die leben nur noch mit und für ihre KRankheit. Andere suchen das Gespräch informieren sich und leben mit der Krankheit. Die Kh bestimmt nicht das Leben, sondern das Leben bestimme ich. Ich habe diese Erfahrung in der Onkologie gemacht habe viele Menschen betreut. Es ist sicherlich nicht einfach für Sie nach 5 Jahren sich diese Frage zu stellen liegt die Veränderung an der Chemo? Ich muß ehrlich sagen, Ihr Mann hatte großes Glück das die Chemo so gut angeschlagen hat und das sein Leben wieder in die richtige Bahn gekommen ist. Es hätte auch anders kommen können.
Aber vielleicht suchen Sie mal das intensive Gespräch mit Ihren Mann. Nehmen Sie sich Zeit - suchen Sie sich einen schönen Ort und sprechen Sie mal mit Ihren Mann über Ihre - GEFÜHLE - und was Sie empfinden. Fragen Sie Ihren Mann was denkst Du …was fühlst Du …wie geht es Dir … hast Du immer noch Angst der Krebs steckt in Dir und kommt zurück ??? Geben Sie sich die Chance …versuchen Sie durch GESPRÄCHE heraus zufinden was hält uns noch zusammen. Und wenn Sie merken er blockt komplett ab …Pause lassen Sie ihm Zeit versuchen Sie es später noch einmal. Ich denke man schmeißt nicht gleich ne Beziehung über Bord …
man muß nach der Ursache suchen und wenn man es nicht alleine schafft,
dann gibt es professionelle Hilfe. Ich wünsche Ihnen alles Liebe.
Gruß der Maikäfer 58

Hallo Anja,

Diese Aussage ist purer Zynismus. D.h. der Mensch wird
bestraft, weil er sich nicht so entwickelt wie - ja wer den
eigentlich - das ein anderer will???

ich sehe das ganz genauso. Mich betrafen entsprechende
Aussagen aufgrund einer anderen Krankheit (mit eindeutig genetischer Ursache) - da hieß es dann „du hast dich verbiegen lassen“, „du buckelst vor anderen“, „du hast eben kein Rückgrat“ o.ä. (was von der Persönlichkeit her übrigens überhaupt nicht zutraf). Sowas tat verdammt weh.
Noch härter dürfte es diejenigen treffen, die tatsächlich einen gewissen Zusammenhang bei sich finden.
Solche „Runterzieher“ kann man in der Situation nun absolut nicht brauchen.

Viele Grüße,
Nina