Hallo,
Wir führten
eine phantastische Ehe bis zur Chemotherapie 
Vielleicht habt ihr euch auch nur gehörig was vorgemacht, denn
wenn es zu den „schlechten Zeiten“ kommt zeigt sich erst, was
eine Ehe taugt.
Ich denke nicht, dass man als Außenstehender, der nur diese paar Einzelheiten der Beziehung der beiden kennt, beurteilen sollte, wie es generell um die (bisherige) Ehe der beiden steht.
Wer es schafft, nach derart tiefgreifenden und schwerwiegenden Veränderungen im Leben mit wohlmöglich ständig vorherrschender Todesangst um sich selbst bzw. den Partner alle Sorgen mit einem Mal abzuschütteln und glücklich wie bisher weiterzuleben, ist zu beneiden. Der Rest sollte etwas unternehmen und das versucht die UP gerade.
Auch bin ich der Meinung, dass einem eine Krankheit immer was
zu sagen hat. Wenn der Mensch wachsen soll und tut es nicht,
dann wächst eben der Krebs. Das hab ich mal so gehört und
finde es nicht abwegig.
Du gibst den Patienten die Schuld an ihrer Erkrankung? Weil sie nicht gewachsen sind, tun es entartete Zellen?
Wäre ich erkrankt, empfände ich das als unentschuldbare Frechheit!
Insofern solltest du vielleicht nicht alles auf dich beziehen,
sondern deinem Mann auch den Freiraum lassen, sich
eigenständig zu entwickeln.
Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht bzw. ist es
wissenschaftlich belegt, dass Veränderungen vorkommen können?
Danke im Voraus.
Was würde das für dich ändern? Tatsache ist doch, dass du
Veränderungen wahrnimmst, mit denen du nicht zufrieden bist.
Der Versuch, im Rahmen einer Bewältigung eine Erklärung zu finden, nennt sich Rationalisierung und ist ein Abwehrmechanismus, um schweren psychischen Traumata (die Angst, den Mann zu verlieren) vorzubeugen. Gleichsam ist es der erste Schritt, den Versuch, die Situation zu verbessern, zu unternehmen.
Wenn der Mann so schwer krank war/ist, dürfen wir nicht vergessen, dass das auch immer Auswirkungen auf nahe Angehörige hat.
Eigentlich mische ich mich ungern ein, aber deine Antwort empfinde ich als so unsensibel, dass ich das - besonders für die UP - so nicht stehen lassen wollte.
Grüße
Liete