Kann es sein

das es NIE passiert, dass ein Mensch das, was an Potential in ihm /ihr steckt vergeigt sondern das eher so ist, das alle die später sagen „hätte ich nur dieses oder jenes damals getan/gelassen…“ das eigentlich tatsächlich nie gekonnt hätten???

Kann sein,
kann aber auch nicht sein.

Da momentan Zeitreisen nicht möglich sind (zumindest nicht so wie wir es uns wünschen) werden wir diese Frage auch derweil noch nicht beantworten können.
Das eigene Versagen den Umständen oder anderen Menschen in die Schuhe schieben ist nicht immer, aber meist sehr hilfreich.

  • Mutti ist schuld, dass ich nie Dompteur wurde.

  • Meine Hausaufgaben hätte ich ja gerne vorgelegt, nur die Katze frass sie. Somit ist die Katze auch schuld an meiner schlechten Note.

  • Ich wäre gerne Eisverkäufer geworden, aber Papa wollte, dass ich in seiner Bank arbeite…

Für uns existiert nur die Zeit die wir haben. Was wir daraus machen ergibt sich aus unserem Willen, den Umständen und dem erlaubten Einfluss der anderen Menschen auf uns.

Mit sehr wenigen Ausnahmen (zum Beispiel Menschen aus Kriegsregionen) werden wir meist zu dem was wir sind, weil wir uns willentlich dorthin entwickelt haben. Ob beruflich oder sozial.

Deine Frage ist sehr interessant und auf die Antworten der anderen bin ich mal gespannt. Was denkst du dazu? Hast du bei deiner Frage eine bestimmte Geschichte vor Augen gehabt?

Grüsse
Paula

Hallo Paula,

danke für deine Antwort - um deine Frage zu beantworten nein ich hatte keine konkrete Geschichte vor Augen - die Frage entstand schlicht und ergreifend heute aus einem Bauchgefühl heraus, als ich mir überlegte was ich jetzt weitermache und mir dann dachte "es wird schon wie es werden soll, es war ja bisher immer so :smile:))

Viele Grüße
Miss

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

1 „Gefällt mir“

Ich glaube, daß das Potential in einem Menschen riesig ist!!

Die FRage ist nur, ob er darauf Zugriff nehmen kann oder nicht!

Dieses berühmte „hätte, sollte, könnte“ ist letztlich nur ein nicht- ansehen können, daß man Grenzen in sich hat über die man nicht kam!
Ein Eingestehen der eigenen „Unfähigkeit“( die man dann gerne negativ auslegt) wird ungerne angesehen-- und man nimmt gerne andere als Grund,weil es nicht ging!

Wer bewusst mit sich umgeht- wer sich ehrlich in Situationen fragt, was er KANN, der wird durchaus merken, daß die Entscheidungen schon so getroffen sind, wie es einem selber möglich ist!

Daß man vieles dann doch nicht „hinbringt“ liegt daran, daß man durch Erziehung, Prägung, Umwelt in einem Muster drinsteckt, welches einem vielleicht - gerne nach hinten blickend :wink:- vielleicht nicht gefällt-- aber dann doch so war, wie man es nur so konnte!!

Seine eigenen Grenzen auszudehnen ist sicher eine sehr schwierige Sache!
Und schauen wir uns alleine den Zuspruch der Menschen zu einer Therapie an- kann man gut erkennen, daß die Menschen zwar anders sein wollen- aber nicht wirklich was dafür tun!
Letztlich auch zu verstehen-- denn sowas ist schmerzhaft und die wenigsten wollen sowas erleben-- dahinter steckt ja auch oft die Angst, daß sich alles verändert ( man hat halt gerne die Kontrolle und das Vertrauen sich zu kennen ist nun mal dem Menschen viel wert- egal, wie oft man sich dann fragt, warum man so ist :wink: )

Insofern- ja- viel Potential wird vom Menschen nicht ausgelebt- weil er es tatsächlich nicht kann!!
Aber- das geht jedem Menschen so!
Wir könnten wohl alle viel mehr :wink:
Kitty

das es NIE passiert, dass ein Mensch das, was an Potential in
ihm /ihr steckt vergeigt sondern das eher so ist, das alle die
später sagen „hätte ich nur dieses oder jenes damals
getan/gelassen…“ das eigentlich tatsächlich nie gekonnt
hätten???

Nö, so apodiktisch würde ich das nicht formulieren. Es gibt sicherlich eine Menge Leute, auf die das zutrifft, was du vermutest, aber es gibt auch eine Menge, die aus ihren Talenten nix gemacht haben. Ich wüsste sofort zwei Beispiele aus dem Freundeskreis, wo letzteres zutrifft.
Gruß,
Branden

Je nach Zielsetzung und Lebensstil…

das es NIE passiert, dass ein Mensch das, was an Potential in
ihm /ihr steckt vergeigt sondern das eher so ist, das alle die
später sagen „hätte ich nur dieses oder jenes damals
getan/gelassen…“ das eigentlich tatsächlich nie gekonnt hätten?

… machen das die Menschen verschieden.
„Möchtegernegutmenschen“ machen sich im nachhinein mit den ewigen Selbstvorwürfen das Leben schwer, dann sind sie die besseren Menschen, nicht so oberflächlich wie das gemeine Volk.
Und die, die nix oder wenig gebacken bekommen haben, geben der bösen Welt, den Umständen, den Eltern die Schuld am vermeindlichen Scheitern.Und sich im Nachhinein besser darzustellen, ist schon schlau, da kann keiner es so richtig widerlegen…
Ein schlechtes Gewissen nach einem Seitensprung hat auch einen Sinn und ein Ziel: Man ist dan doch nicht ganz so eine schlechter Mensch, wenn das Gewissen plagt…
Wir ALLE verfolgen im Hier und Jetzt ein Ziel mit unsrem Tun und Denken, wenn auch oft ein unbewusstes.
(Frei nach A.Adler)
LG!
Allu

An die, die aus den mitgegebenen Talenten nix machen - weil es Ihnen z.Bsp egal ist und sich aber auch deswegen nicht beklagen - dachte ich eher nicht - oder ist das bei den genannten aus dem Freundeskreis so, das sie dem (was sie aus welchen Talenten auch immer nix gemacht haben) hinterhertrauern?

Vielen Dank

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Miss,

wenn Du von „Potential“ schreibst, stelle ich mir vor, jemand verfügt über bestimmte Begabungen oder Fähigkeiten, mit denen er irgendeine Art von Karriere machen könnte. Damit er das tatsächlich schafft, braucht er aber ein ganzel Bündel an Eigenschaften, die mit der Kernbegabung nichts zu tun haben, aber als „Katalysator“ notwendig sind, um zum Erfolg zu kommen.

Dazu gehört die Fähigkeit, Kontakte herzustellen und Netzwerke aufzubauen. Zweitens ein innerer Glaube an das eigene Potential, der einen davor schützt, nach Enttäuschungen den Mut zu verlieren. Drittens Glück, also günstige Zufälle. Viertens die Fähigkeit und oft auch den Mut, solche Zufälle als Chance zu begreifen und zu nutzen…

Wenn es da irgendwo fehlt, kann einer sein Potential nicht entwickeln.

Es gab gelegentlich Pianisten, die Talent genug gehabt hätten für eine Konzert-Karriere, die aber dafür schlicht zu schüchtern waren (manche wurden z. B. Komponisten, diese konnten zumindest eine andere Facette ihres Potentials entwickeln).

Ich glaube, die Menschen, die wirklich bekannt geworden sind, haben es auch verstanden, sich selbst zu inszenieren und zu vermarkten.

Bestimmte Persönlickeitszüge können das erleichtern (in Richtung narzißtischer oder auch antisozialer Persönlichkeitsstörung), doch hoffe ich wohl, daß dies nicht notwendige Voraussetzung ist.

Grüße,

I.

Hi Miss

oder ist das bei den
genannten aus dem Freundeskreis so, das sie dem (was sie aus
welchen Talenten auch immer nix gemacht haben)
hinterhertrauern?

Das ist ein psychologisch verzwicktes Thema, aber durchaus spannend.
Auf irgendeine Art trauern die schon hinterher. Es kömmt hie auch wi8eder mal auf den Persönlichkeitstypus und seine Verdrängungsmechanismen an. Einer meiner Musikerfreunde ist in der Tat ziemlichverzweifelt, dass er jahrzehntelang nicht mehr aus seinem Talent gemacht hat (ich habe ihn nach etwa 30 Jahren jetzt wiedergesehen und er hatte in der Zeit kuam noch Gitarre gespielt, es bachte ein paar Wochen, dann war er großartig wie früher, aber fing an, der verlorenen Zeit nachzutrauern). Ein anderer erlebt es wohl auch als flaschen Weg, seinem Talent nicht nachgegangen zu sein, aber es wir4d nicht ganz so deutlich. Die Frage ist natrlich auch immer, was hat derjenige alternativ auf die Reihe bekommen.
Gruß,
Branden

Nachtrag
Ich hab über „Talent und Neigung“ mal was publiziert (Psychiatrie/Neurologie), ich schicke Dir das mal an deine e-mail-Adresse.
Gruß,
Branden

Hallo Miss,

und
mir dann dachte "es wird schon wie es werden soll, es war ja
bisher immer so :smile:))

Sehr weise Worte.

Liebe Grüsse

Paula