Kann ich als Privatpatient Leistungen ablehnen?

Hallo Janina,

ich bezog mich auf dieses posting des UP, das Du offenbar anders verstehst als ich:

Es klingt vielleicht harmlos, aber bei der Vielzahl von Patienten :leppert sich da einiges zusammen. Die Ärzte werden bei der :Rechnungserstellung immer kreativer.
Wahrscheinlich finden Sie auch folgende Position auf der Rechnung :sinnvoll:
„EROERTERUNG E. LEBENSVERAENDERUNG“ für 40,22EUR
Der Arzt fragte mich: Arbeiten Sie noch in D…
Dazu fällt mir echt nichts mehr ein.

Daraus entnehme *ich*, dass er das als überflüssig ansieht, und das sehe ich anders.
Aus eigener Berufs-Erfahrung.

Zudem wäre es, wenn ein Arzt z.B. bei einer erheblichen Sehbehinderung nicht mit dem PAtienten darüber sprechen würde, aus diversen Gründen ein Fehler.

Angefangen von so einfachen Dingen wie Krankengeld, Wiedereingliederung, Wechsel des Berufes, Umschulung, Rente…

Außerdem hat der UP sich in seinem ersten Posting darüber beschwert, dass der Augenarzt bei jeder post-operativen Kontrolle Sehvermögen und Augendruck misst - und ob er das verweigern könne.

Der Hinweis auf die Zuzahlung jedes Mal fehlt auch nicht.

Daher schrieb ich, dass ich keine Gelddruckmaschinenmotivation des Arztes erkennen könne.

Angelika

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Ich danke Euch erstmal für die vielen Antworten, es schweift jetzt doch etwas vom Thema ab.

Aus den Antworten nehme ich ehrlich gesagt folgendes mit:
Ich als „dummer Patient“ muss erstmal das glauben was mir der Arzt sagt was getan werden soll, und muss wohl auch die Rechnung so hinnehmen. Ich habe dabei ehrlich gesagt immer das Gefühl dass sich die Ärzte an Privatpatienten (und vorallem an der Rechnung) austoben können.
Jemand hat geschrieben: den Krankenversicherungen ist das egal, die passen einfach die Beiträge an! Und somit trifft es wieder alle Beitragszahler.

Ich war vorher GKV versichert, und seit einem Jahr PKV.
In der GKV hab ich mich wohl gefühlt, und man hat kein Stress weil man keine Rechnungen einreichen muss. (man sieht sie ja nicht einmal)

Jetzt als PKV Patient habe ich absolut KEINE Vorteile. (Dies behaupten die GKV Patienten immer gern mal)
Ich werde nicht bevorzugt (muss mindestens 1-3 Stunden bei den Ärzten warten). Bekomme absolut identische Behandlung wie der GKV Patient, und der Arzt kassiert für SELBE Leistungen 2,3 mal soviel ab, und das darf man alles vorfinanzieren.

und der Arzt kassiert für SELBE Leistungen 2,3
mal soviel ab, und das darf man alles vorfinanzieren.

Das wiederum ist eine totale Selbsteinbildung. Sie sollten sich mal mit der GOÄ etc. auseinander setzten.

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Tu ich das? Kaum. Ich weiß, wovon ich rede. Allerdings sollte
man es dabei belassen, was ich schreibe - und nichts hinein
interpretieren.

Da gibt es nichts zu interpretieren, soviel Gehalt ist gar nicht da.

Mein persönlicher Kummer besteht darin, saß JaninaG ihren Senf zu allem hinzugeben muß, sei es, wie gewöhnlich, auch völlig unsinnig. Aber wenn es um Ärzte geht… Dann zieht sie vom Leder! Und wenn es eine juristische Frage ist, tut sie das auch, selbst wenn es um Dinge geht, die nie behauptet wurden, wie ich selber feststellen konnte. Und daß Selbstständigkeit in die Privatversicherung treiben kann, hat sie auch noch nicht gemerkt.

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Wie können Sie meiner Erfahrungen widersprechen? Waren Sie anwesend?
Wozu soll ich mich mit der Gebührenordnung beschäftigen?

Ich habe meine Erfahrung geschildert. An meiner Behandlung bei meinen Stammärzten hat sich absolut nichts geändert seitdem ich Privatpatient bin, nur dass der Arzt jetzt 2,3 mal soviel abrechnen darf, und dies auch tut. Gleiche Behandlung, gleiche Wartezeit -> 2,3 mal so teuer.

Die Texte in der GOÄ sind daher für micht NICHTS Wert! Die GOÄ spielt in der Praxis nur eine Rolle bei der Rechnungslegung.

Nochmal: Dies sind MEINE Erfahrung, wenn jemand andere Erfahrungen gemacht hat, kann er diese gern schildern. Vielleicht hab ich auch nur die falschen Ärzte?

Vielleicht trennen die Ärzte allgemein in den neuen Bundesländern nicht sonderlich zwischen Prvat und gesetzlich Versicherte. Über das Berichten Euerer Erfahrungen wäre ich sehr dankbar.

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*
Danke, Du sprichst mir aus der Seele,

Angelika

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Wenn sie die Aussage teffen das es 2,3 fach so viel ist als bei einem Kassenpatienten, dann kann ich dem widersprechen, fakt ist das es in der GOÄ Leistungen gibt die genauso viel einbringen wie das bei einem Kassenpatienten.

Deshalb meine Aussage das sie sich mal genauer mit den Kriterien zur Rechnungslegung auseinander setzten sollten.

Desweiteren bieten auch ihre KV eine Beratungshotline an, da können sie sich schlau machen sollten sie Fragen zu dieser haben. Es wird auch mitgeteilt ob etwas medizinisch notwendig ist oder nicht.

Und wenn sie so wenig vertrauen haben, warum besprechen sie das nicht konkret mit dem Behandler und wenn das zu nichts führen sollte wäre es angebracht einen zu suchen der auf sie eingehen kann.

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Danke, mit der Hotline das wäre eine gute Idee, insofern die Krankenkasse Interesse daran hat :wink:
Aber ich werde es mal probieren.

Hi,

was glaubst du eigentlich, warum die KRANKENKASSE eine Beratungshotline für ihre MITGLIEDER einrichtet, auf der sie den Mitgliedern die Arztrechnungen etc erklärt und ihnen sagt, welche Posten ggf nicht gerechtfertigt sind? Kleiner Tipp: JE weniger dir in Rechnung gestellt wird, desto weniger muss auch die KK zahlen. Denn auch für die KK ist die Beitragsrückerstatung billiger als die Erstattung von Rechnungen.

Thema Ärzte: Ich bin bei den selben Ärzten zuerst als Privat-, dann als Kassen- und jetzt wieder als Privatpatient. Kein Unterschied. Immer Termin innerhalb 14 Tagen - max. 3 Wochen, beim Hausarzt in der gleichen Woche. Wartezeit ca. halbe Stunde, einzig bei einem Facharzt zwischen 5min und 2 Stunden - die Wartezeitenrekorde verteilen sich gleichmäßig auf privat und Kasse. Weihnachten war ich grad spontan, ohne Termin, bei einem Arzt im Osten. Reingehen, anliegen vortragen, 15min warten, drankommen, rezept kriegen, rausgehen.

die Franzi

Nachtrag zum Nachtrag
Auch wenn schon abgeschlossen wurde, hier zumindest eine notwendige Korrektur einer sachlich falschen Aussage:

Ich bin zwar historisch nicht 100% sattelfest, aber Selbstständigkeit ist mindestens seit Existenz des SGB V (und das ist 1989) kein Grund, in die Privatversicherung zu gehen (wofür ich u.a. der lebende Beweis bin) - was in dem Zusammenhang dann wirklich unsinnig ist, ist die Behauptung, dass sie gar in jene getrieben würden. Das Konzept der freiwilligen Versicherung in der GKV gibt es m.E. auch von Anfang dieses Konzeptes an.

Was sich geändert hat, ist, dass Menschen in den letzten Jahren zunehmend in die Selbstständigkeit getrieben wurden und das in Berufen, deren Einkommen beinahe auf Hilfsarbeiterniveau liegt.

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Geht mir auch so, die Behandlung ist für PKV-Patienten nicht privilegiert. Im Gegenteil, bei Kuren oder so ist die GKV großzügiger. Wertigere „Hotelleistungen“ („Haftbedingungen“) im Krankenhaus kannste vergessen.

Das lustige an der PKV sind die Rechnungen, man muß sie nicht vorfinanzieren, kann sie auch unbezahlt einreichen, aber man kommt nicht umhin, zu lesen, was einem die Halbgötter in Weiß da alles andichten mit einer gewissen Lust am Derogatorischen.

Weniger lustig sind die Beitragserhöhungen (Stichwort „sterbende Tarife“) mich haben sie über Jahrzehnte dermaßen ausgenommen, das glaubt man nicht, aber ich bin ja dumm. Erst bei fast tausend Euro Jahresbeitrag hab ich was gemerkt, eine Halbierung, so sagten sie, wäre möglich, da hab ich mich in die AOK geschlichen.

Inwieweit Ärzte/Klinik gegenüber der GKV weniger abrechnen als gegenüber einem Privatpatient, weiß ich nicht.

Insgesamt, im Vergleich, finde ich das Medizinsystem in Deutschland gut. Man könnte es zwar von einer Menge Skurilitäten befreien, aber wenn es denn so sei, hakuna matata. Jede Wette, daß die meisten hohen Politiker bei der GKV sind.

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ausgenommen, das glaubt man nicht, aber ich bin ja dumm. Erst
bei fast tausend Euro Jahresbeitrag hab ich was gemerkt, eine

Nicht Jahres-, Monatsbeitrag!

Hallo Angelika,

Die hier berechnete GOÄ-Ziffer 34 stellt eine Erörterung der Auswirkungen einer Krankheit auf die Lebensgestaltung dar (ggf. einschließlich Planung eines operativen Eingriffs und Abwägung seiner Konsequenzen und Risiken, Dauer mindestens 20 Minuten).

Die Erörterung muss dabei

  • in unmittelbarem Zusammenhang mit der Feststellung oder erheblichen
    Verschlimmerung einer
  • nachhaltig
  • lebensverändernden oder lebensbedrohenden Erkrankung stehen.

Dabei müssen (incl. der Zeit) alle vier Punkte erfüllt sein, um den Leistungsinhalt dieser Ziffer zu erfüllen.

Ich denke das liegt hier nicht vor.

  • Erstfeststellung/Verschlimmerung ? Kann nur der Patient wissen, letzteres ist aber wahrscheinlich, sonst hätte man ja nicht lasern müssen.
  • lebensverändernd? Nö, nachdem gelasert wurde, ist ja das Problem beseitigt. Seinen Leben muss unser Fragesteller ja gerade nicht umkrempeln (hat er zumindestens nichts von geschrieben).
  • nachhaltig? das gleiche
  • 20 min Dauer? klingt nicht so, kann aber auch nur der Patient wissen.

Hier ist immer der konkrete Einzelfall zu betrachten und nicht was könnte alles möglich sein.

Leistungsinhalt also nicht erfüllt. Anstelle dessen kann vielleicht die GOÄ 3 oder 1 berechnet werden (so möglich, ich kenne ja die Rechnung nicht).

Mit dieser Ziffer wird schon ganz schön viel Schindluder getrieben, glaub mir!

Grüße, Bernhard.

Ich danke für die aufschlussreiche Antwort.Also so ein Gespräch fand in etwa statt, allerding höchstens 8 Minuten!

Es ist halbwegs akzeptabel. Ich will deswegen jetzt nicht weiter herumnörgeln. Jetzt bin ich nur mal gespannt wie die nächste Rechnung ausfällt, weil ich heute nochmal die gleiche Laserbehandlung am anderen Auge hatte.

Mir geht es einfach nur darum:
Die Ärzte sollen Ihr Geld liebend gern bekommen, aber ich will einfach nur eine nachvollziehbare Rechnung, und es soll das abgerechnet werden was auch tatsächlich gemacht wurde. Mir geht es nicht um die Höhe der Rechnung. Ich wurde von meinen Eltern zur Ehrlichkeit erzogen, und das erwarte ich auch von meinem Gegenüber.

Ich weiß, wovon ich rede.

Das typische Symptom des Wahnsinns ist die mangelnde Krankheitseinsicht.

frag doch einfach den Arzt
Hallo Markus!

Ich persönlich finde, es ist nichts Unanständiges dabei den Arzt konkret zu fragen, wie er die Leistung rechtfertigt!

Wenn ich mein AUto in die Werkstatt bringe und auf der REchnung Leistungen finde die ich nicht verstehe oder nachvollziehen kann, so frage ich doch auch nach.

So verhinderst Du Ärger und Spekulationen,

Angelika

Problem hoffentlich beseitigt
Hallo Bernhard,

Nö, nachdem gelasert wurde, ist ja das Problem beseitigt

Das wollen wir hoffen!

Aber um das endgültig einzuschätzen zu können, sind halt erst alle paar Wochen Kontrollen erforderlich, später weniger häufig.

Zur Beratung wegen lebensveränderter Situationen und deren Abrechnung habe ich Markus unten geschrieben, er möge doch einfach seinen Arzt konkret nach der Rechtfertigung der Leistung befragen.

(Schließlich sind wir alle nicht dabei gewesen…)

Angelika