Kann ich als Privatpatient Leistungen ablehnen?

Hallo,

Da ich Privatpatient bin, und nur 50% Beihilfe bekomme, schau ich natürlich genauer auf die Rechnungen, da ich die Hälfte meist selbst trage, um die Beitragsrückerstattung bei der privaten Krankenversicherung zu nutzen. (Wenn ich dort keine Rechnungen einreiche)

Was mich etwas nervt ist, dass ich beim Augenarzt jedes mal Augendruckmessung sowie Sehschärfe testen lassen muss, und dies jedes mal mit ca. 30EUR bezahlen muss.

Warum ich aber eigentlich beim Augenarzt bin ist eine Laserbehandlung, wo die Netzhaut am Rande „vernarbt“ wird, damit es nicht nochmal zu einer Netzhautablösung kommt. Und da dies über mehrere Sitzungen geschieht, finde ich die Augendruckmessung und den Sehtest in solche kurzen Zeitabständen überflüssig. (4 Wochen)

Kann ich diese beiden Untersuchungen einfach verweigern? Oder muss ich befürchten dass der Arzt seine Laserbehandlung abbricht da er die „sinnlosen Tests“ als wichtig erachtet?

Schließlich belasten diese Kosten sowohl den Steuerzahler (wegen Beihilfe) als auch die Beitragszahler der Krankenkasse.

Ich bitte um kurzen Rat, welche Erfahrungen ihr eventuell damit habt?
Danke!

Kann ich diese beiden Untersuchungen einfach verweigern?

Man kann JEDE ärztliche Untersuchung verweigern, sofern man halbwegs bei Verstand und Bewusstsein ist. Sogar als gesetzlich Versicherter.

Oder muss ich befürchten dass der Arzt seine Laserbehandlung
abbricht da er die „sinnlosen Tests“ als wichtig erachtet?

Das fragt man den behandelnden Arzt, dann weiß man es genau und muss nicht in Internetforen rumspekulieren. Im Zweifel sucht man sich einen anderen Doktor. Wobei: IGELn tun die Augenärzte alle gern.

Moin,

Kann ich diese beiden Untersuchungen einfach verweigern?

selbstverständlich. Du bist der Herr der Lage und wenn Du eine Behandlung oder einen Teil davon nicht möchtest, dann lehnst Du das ab.

Oder
muss ich befürchten dass der Arzt seine Laserbehandlung
abbricht da er die „sinnlosen Tests“ als wichtig erachtet?

Das wiederum kann natürlich auch passieren.
Wenn dre Arzt der Meinung ist, ohne bestimmte Voruntersuchungen eine bestimmte Untersuchung/Therapie nicht anwenden zu können, wird er es (manchmal vernünftigerweise) auch nicht tun.

Aber Private sind bei Ärzten gerne gemolkene Kunden.
Ein Gespräch bringt in bestimmten Fällen auch eine Kostenreduzierung.
Mein Hausarzt wollte anfangs auch gerne bestimmte Sachen machen, die, nachdem ich diese Praxis hinterfrug, jetzt nicht mehr gemacht werden.

Gandalf

Was mich etwas nervt ist, dass ich beim Augenarzt jedes mal
Augendruckmessung sowie Sehschärfe testen lassen muss, und
dies jedes mal mit ca. 30EUR bezahlen muss.

Bei den vorliegenden Erkrankungen sind die kurzfristigen Untersuchungen gerechtfertigt.

Unterschreiben Sie einfach einen kleinen Zettel
Ich lehne die vorgesehenen Untersuchungen (…) ab. Über die Folgen bin ich aufgeklärt worden

Und dann ist Schluß. Warum soll man sich als Arzt wegen 30 € rumärgern. Man kriegt nur hohen Blutdruck. Und Sie riskieren Ihre Sehkraft. Ihr Problem. Was kostet eigentlich so ein weißer Stock?

Es klingt vielleicht harmlos, aber bei der Vielzahl von Patienten leppert sich da einiges zusammen. Die Ärzte werden bei der Rechnungserstellung immer kreativer.

Wahrscheinlich finden Sie auch folgende Position auf der Rechnung sinnvoll:

„EROERTERUNG E. LEBENSVERAENDERUNG“ für 40,22EUR

Der Arzt fragte mich: Arbeiten Sie noch in D…

Dazu fällt mir echt nichts mehr ein.

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sprachlos
Hallo!

Ehrlich gesagt macht mich Deine Frage fast sprachlos!

Der Augenarzt hat mit der Netzhaut-Laserung vermutlich Dein Augenlicht erhalten und einer kompletten Ablösung Einhalt geboten. Das ist m.E. nicht mit Geld zu bezahlen, und wir reden hier über 30 Euro…

Nach einem gebrochenen und genagelten Bein werden auch Röntgenkontrollen gemacht…würdest Du das aus Kostengründen ebenfalls ablehnen??

Nach jedem Eingriff an der Netzhaut ist es logisch und üblich, dass das Sehvermögen post-operativ geprüft wird.

Ja, jedes Mal wieder!

Es *kann* immer zu verspäteten Einblutungen oder Ablösungen kommen, sodass *ich* hier keine Beutelschneiderei sehen kann.
Gleiches gilt für das Messen des Augendruckes nach einem Eingriff, auch mittels Laser!

Ich kann ja verstehen, dass Du nicht gerne zuzahlst, aber es gibt auch private KVen, die ebendiese Lücke schließen.

Angelika

Unverständnis!
Hallo!

Manche Patienten können nach einem Eingriff an den Augen ihren Beruf nicht mehr ausüben, wie gut, dass das bei Dir anscheinend nicht der Fall ist!

Kannst Du Dir vorstellen, womit ein Augenarzt konfrontiert wird, wenn der Patient feststellen muss, dass sich seine gesamten Lebenspläne aufgrund einer Augenerkrankung in ein Nichts auflösen?

Es bricht für den Betroffenen das Weltbild zusammen, und der Augenarzt ist nun mal der erste Ansprechpartner und kann konkret beraten bzw. entsprechende Hilfe vermitteln.

Wo Du überall die Gelddruckmaschine witterst ist mir langsam unheimlich, und ich möchte nicht in der Haut der Ärzte stecken, die Dich behandeln müssen.

Angelika

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Was sagt Dein Arzt dazu?
Hallo!
Hast Du mal mit Deinem Arzt darüber gesprochen?
Er sollte Dir erläutern können, welche Untersuchungen sinnvoll oder sogar absolut notwendig sind.

Dann kannst Du entscheiden, ob Du sie möchtest oder nicht.
Dann kann der Arzt entscheiden, ob er Dich unter diesen Umständen weiterbehandelt oder nicht.

Grüße
kernig

Hi,

Da ich Privatpatient bin, und nur 50% Beihilfe bekomme,

Da bist du wirklich arm dran, geht mir genauso. Bekäme ich 100% Beihilfe, bräuchte ich gar keine KV zu bezahlen. So darf ich pro Monat über 230 Euro löhnen, statt vorher fast 600 an die GKV - bei gleichen Leistungen! (ich habe die Wahlleistungen abgewählt) Schweinerei das.

Mal im Ernst: Die beiden Untersuchungen sind schon notwendig, um die Laserbehandlung korrekt durchführen zu können. Das ist Dein Auge!

die Franzi

Völliges Unverständnis!

Manche Patienten können nach einem Eingriff an den Augen ihren
Beruf nicht mehr ausüben, wie gut, dass das bei Dir
anscheinend nicht der Fall ist!

Eben. Und was genau hat das dann mit der Fragestellung zu tun? Nichts. Völlig unsachlich und ohne Bezug.

Kannst Du Dir vorstellen, womit ein Augenarzt konfrontiert
wird, wenn der Patient feststellen muss, dass sich seine
gesamten Lebenspläne aufgrund einer Augenerkrankung in ein
Nichts auflösen?

Und was hat DAS mit der Fragestellung zu tun, ob der Arzt ggf. Leistungen erbringt und abrechnet, die nicht nötig sind? Richtig, nichts.

Es bricht für den Betroffenen das Weltbild zusammen,

Oh, großes Kino, Theatralik - nur hat auch das mit der Fragestellung nichts zu tun.

und der
Augenarzt ist nun mal der erste Ansprechpartner und kann
konkret beraten bzw. entsprechende Hilfe vermitteln.

Nur könnte es u.U. am Benimm des Arztes liegen, dass der solchen Fragen nicht adäquat begegnet. Weil er darauf reagiert wie bspw. unser Musterarzt und das als persönlichen Angriff auf die Heiligkeit ansieht (überspitzt ausgedrückt) was sich faktisch darin äußert, dass der Patient eben keine vernünftige Beratung bekommt - oder zumindest den Eindruck hat.

Wo Du überall die Gelddruckmaschine witterst ist mir langsam
unheimlich, und ich möchte nicht in der Haut der Ärzte
stecken, die Dich behandeln müssen.

Ich habe jetzt nicht geguckt, ob vom gleichen Fragesteller schon mal ähnliches kam. Insofern sehe ich nicht überall gewitterte Gelddruckmaschinen. (Allerdings könnt ich dir ausderlameng genügend Ärzte nennen, die sowas bei sich zu stehen haben und sichso sicher sind, dass sie sie noch nicht mal im Keller verstecken… tendenziell in der Gruppe der Augenärzte nicht selten zu finden. Achtung: Der letzte Satz ist allgemein gesprochen und hat mit der konkreten Fragestellung nichts zu tun!)

Aber: Die Frage an sich ist völlig legitim! Es gibt leider genügend Ärzte, die solcher Art Leistungen gerade bei Privatpatienten erbringen, die eigentlich nicht erforderlich sind. Nicht umsonst beschweren sich bspw. private Kassen immer häufiger darüber, weil diese Praxis überhand nimmt.

Hier mal der erste Googletreffer zum Thema, aus dem Ärzteblatt!
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/44065

Dumm ist nur, dass der Patient oft nicht alleine entscheiden kann, ob diese oder jene Untersuchung notwendig ist oder nicht.

Gerade dieses emotionale Druckmittel: Geht ja um IHRE (ausdrücklich betont!) Gesundheit, ist ja IHR Herz, Augenlicht etc. sorgt schnell für den nötigen Druck, dass der Patient sich eben nicht mehr traut, nachzufragen. (Das ist übrigens genau der Grund, warum ich absolut dagegen bin, dass das auch für Kassenpatienten eingeführt wird!!! Die sind doch im Schnitt noch schneller überfordert wie ein P-Patient)

Nun kommt hier ein Patient, der nur die Möglichkeit in den Raum stellt, ob die Untersuchung notwendig ist. Und wird von einigen hier, allen voran unserem Musterarzt, richtig niedergemacht bzw. mit völlig theatralischem Untergangszenario-Vorwürfen übergossen… anstatt ihm eine sachlich angemessene Antwort zu geben.

Die könnte in dem Fall lauten:
Bei deinem Krankheitsbild und dem gemachten Eingriff ist es in deinem eigenen Interesse, dass soundso lange in regelmäßigen Abständen diese Untersuchung gemacht wird. Anderenfalls riskierst du im ungünstigen Fall sogar dein Augenlicht PUNKT

Und wieder ein Fall dafür, dass ein Mensch es gewagt hat, sich zu einem mündigem Patienten zu befähigen, und dafür runter gemacht wird. An anderer Stelle wird er dann genauso angepöbelt, dass er nicht hinterfragt bzw. angeblich ständig überflüssige Leistungen einfordert. (Wie unser Musterarzt es so gerne tut)

Au backe.

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Moin,

sich eben nicht mehr traut, nachzufragen. (Das ist übrigens
genau der Grund, warum ich absolut dagegen bin, dass das auch
für Kassenpatienten eingeführt wird!!! Die sind doch im
Schnitt noch schneller überfordert wie ein P-Patient)

Hier fühle ich mich als Kassenpatient persönlich beleidigt! Erkläre bitte diese Meinung und entschuldige Dich!

Es gibt sehr gute Gründe nicht auf die Werbemaschen der PKVs reinzufallen!

Gruß Volker

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Hi,

RTL, RTLII, Nachmittagsprogramm. Da ist der homo privatpatientus nur homäöopathisch vertreten.

die Franzi

sich eben nicht mehr traut, nachzufragen. (Das ist übrigens
genau der Grund, warum ich absolut dagegen bin, dass das auch
für Kassenpatienten eingeführt wird!!! Die sind doch im
Schnitt noch schneller überfordert wie ein P-Patient)

Hier fühle ich mich als Kassenpatient persönlich beleidigt!
Erkläre bitte diese Meinung und entschuldige Dich!

Bitte? Meinst du nicht, dass du dich da ein wenig im Ton vergreifst?
Bevor du hier so forsch eine Entschuldigung forderst (auf das „dich entschuldigen“ gehe ich mal mit Verweis aufs Relibrett nicht ein) könntest du ja mal nachfragen, wie das überhaupt gemeint ist, bevor dir die Hormone durchgehen!

Aufgrund der Struktur von P- und G-Patienten ist es nun mal so, dass sich im Kreis der gesetzlich Versicherten prozentual der höhere Anteil derer befindet, die intellektuell bzw. besser in Sachen Bildung nicht so Top on the roof sind, mehr, welche älter sind, und die, die schon aus wirtschaftlichen Gründen unter einem höheren Druck stehen. (Was bitte keinen Umkehrschluss erlaubt, dass ALLE gesetzlich Versicherten in dieses Raster fallen, aber unter den P-Versicherten sind die verschwindend gering)

Es gibt sehr gute Gründe nicht auf die Werbemaschen der PKVs
reinzufallen!

Hä? Hast du überhaupt gelesen, was ich geschrieben habe? Ich weiß überhaupt nicht, was du mit diesem Satz in dem von mir beschriebenen Zusammenhang aussagen willst? Kann es sein dass du da etwas so völlig in den falschen Hals bekommen hast?

Vielleicht noch mal anders formuliert:

Ich halte grundsätzlich für ALLE Patienten die Situation schwierig, solche Situationen im Arzt-Patienten-Kontakt zu beurteilen. Die Mär vom mündigen Patienten hat halt ihre Grenzen, weil IMMER der persönliche Druck eine große Rolle spielt. Zwar gibt es auch in anderen Situation vom Auto bis zum Computer Momente, wo man als „Kunde“ nicht durchblickt, aber nur beim Arzt ist man so unmittelbar betroffen und damit auch so empfindlich und empfänglich für Scharlatane und andere „böse Buben“.

Es gibt ein paar Faktoren, die einen befähigen, mit solchen Situationen besser umzugehen und resistenter zu werden. Und dazu gehören die o.g. Faktoren und noch ein paar mehr.

Das heißt natürlich nicht, dass ein P-Patient nicht „blöd“ sein kann. Völlig „blöd“ finde ich bspw. die unter P-Patienten weit verbreitete Haltung, auf Chefarztbehandlung zu bestehen, was wahrlich keine Garantie für gute Behandlung ist.

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Natürlich hat der KV pat. keine Ahnung von Medizin und sowieso von nichts.

Aber Hey! Macht ja nichts ja nichts, Janina wirds schon Richten!

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Nachtrag
Ich bin übrigens Kassenpatient. Freiwillig - aus Überzeugung!

Servus Janina,
aus Überzeugung wovon?

Nachdem Du ja jetzt schon so tief in die soziologische Aspekte der Versichertenschaft vorgedrungen bist, und nachdem Du über Intellekt und Bildung der Patienten so gut Bescheid weißt, könntest Du ja jetzt noch ein paar Sätze anfügen, die Deine Überzeugung begründen.

Dazu ein kleiner Hinweis auf die heutigen sozialen Strukturen im PKV-Bereich:
so ein gehetzter UPS-Auslieferer zum Beispiel hatte für Bildung und Ausbildung seines Intellekts wahrscheinlich nicht die Ressourcen, sonst müsste er den scheinselbständigen Job nicht machen. Der wäre meistens froh, wenn er wenigstens bei der GKV unterschlüpfen könnte.

Ich glaube, dass ich verstehe, warum Du hier so vom Leder ziehst, fürchte aber, dass Du Dich mit Deiner Rosinante ein bissel vergallopiert hast.

Gruß

Kai Müller

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Bekäme ich
100% Beihilfe, bräuchte ich gar keine KV zu bezahlen.

Servus Franzi,

mal im Ernst: 100% Beihilfe wäre Anstiftung und/oder Beihilfe zum fortgesetzten Betrug, und das nicht nur im Machtbereicht von Mafia und N’Drangheta :wink:

Gruß

Kai Müller

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Hi,

mein Artikel über deinem ist eigentlich die Antwort an dich hier :9

die Franzi

Servus Janina,
aus Überzeugung wovon?

Aus Überzeugung, dass ich gegen die derzeitige Trennung von PKV und GKV bin. Ich bin für eine einheitliche Versicherung mit gewissen Details, die an der Stelle etwas weit führen würden.

Dazu ein kleiner Hinweis auf die heutigen sozialen Strukturen
im PKV-Bereich:
so ein gehetzter UPS-Auslieferer zum Beispiel hatte für
Bildung und Ausbildung seines Intellekts wahrscheinlich nicht
die Ressourcen, sonst müsste er den scheinselbständigen Job
nicht machen. Der wäre meistens froh, wenn er wenigstens bei
der GKV unterschlüpfen könnte.

Den Hinweis kannst du dir schenken. Ich habe zu keiner Zeit behauptet, dass es in der GKV NUR ein gewisses Klientel gibt noch umgekehrt, dass es in der PKV gewisses Klientel NICHT gibt. Ich habe, nachlesbar, von Anteilen gesprochen. Und das ist völlig unbestritten. Ich weiß gar nicht, was es bringt, das zu leugnen. Das ist schlicht absurd, weil realitätsfremd.

Ich glaube, dass ich verstehe, warum Du hier so vom Leder
ziehst,

Ach was. Warum denn?

fürchte aber, dass Du Dich mit Deiner Rosinante ein
bissel vergallopiert hast.

Tu ich das? Kaum. Ich weiß, wovon ich rede. Allerdings sollte man es dabei belassen, was ich schreibe - und nichts hinein interpretieren.

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du hast aber auch so gar kein Mitleid.

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