Kann ich schaniere meiner altbau doppeltüre auf die andere Seite verlegen? (ins andere zimmer)

hallo liebe expertinnen und experten!

ich wohne in einem altbau mit einer doppeltüre aus holz, die meine beiden räume voneinander trennt. ich hätte gern, dass die türe ins andere zimmer öffnet. dazu müsste man aber die schaniere an der anderen seite des rahmens befestigen. der türrahmen sieht in beiden zimmern gleich aus, einzig die schaniere sind nur in einem zimmer vorhanden.

hat jemand von euch erfahrung und weiß wie es unter dem weißen Lack aussieht? können die schaniere umgebaut werden, ohne den ganzen rahmen ausbauen zu müssen?
foto anbei.

danke und liebe grüße

Das müsstest Du doch bei geöffneter Tür erkennen, wie die Scharnierbänder an dem Rahmen(Zarge) eingelassen sind.
Alte Türen haben meist keine Einbohrbänder, es sind welche mit einem seitlichen Metallflansch dran (eine Platte).
Die ist sicher im Holz bündig eingelassen damit die nicht vorsteht. Und hier wohl unter hundert Farbschichten verborgen .

Aber man sollte es duchschimmern sehen, schräg im Licht sollte man die Umrisse erkennen.
Das müsste man freikratzen, die Schrauben (das sind noch Schlitzschrauben) freilegen und rausdrehen. Dann etwas Hebelkraft und sie sind draußen.

Das Türblatt muss man natürlich schon vorher aushängen, dazu muss man am jeweils oberen Band einen Dorn nach oben hin herausschlagen. Oben wie unten.
Dann lässt sich die geöffnete Tür nach oben rausheben.
Der untere Dorn kann drinbleiben, ist meist fest.

Und wenn Du das gemacht hast, Tür von anderer Zimmerseite an Zarge anhalten und schauen ob die Fälze passen und Türblatt anliegt.
Türschloßblech für Schnapper und Falle sitzt ja falsch, muss auch abgebaut und gegenüber neu eingestemmt und montiert werden.
Dann die Bänder anzeichnen( mit Anschlagwinkel Maß übertragen), ausstemmen, einsetzen und verschrauben.
Blatt einhängen und Gängigkeit prüfen und ggf. anpassen.

Eine „Schweinearbeit“ schon für einen Tischler.
Entscheide selbst, ob Du genug Heimwerkerkenntnisse und -fertigkeiten und eine gut gefüllte Werkzeugkiste hast.

:wink:

Hallo!

Ja, ist möglich. Dafür sind nur an der Zarge (Türrahmen) Änderungen erforderlich, an den Türblättern wird nichts geändert.

Kann ich nicht glauben. Das muss man vor Ort sehen und danach beurteilen, ob man die Zarge komplett ausbaut und anders herum wieder einbaut oder ob Umarbeiten der Zarge möglich und sinnvoll ist.

Es handelt sich augenscheinlich um keine 08/15-Billig-Baumarktzarge, sondern um ein altes, handwerklich gefertigtes Teil. Schäden an Türblättern, Zarge und Bändern wären ärgerlich, die Instandsetzung aufwendig und kostspielig. Das ist keine Arbeit für durchschnittliche Heimwerker und gehört unbedingt in fachkundige Hände. Wenn der Tischler fertig ist, muss ein Maler seine Arbeit machen, denn egal welche der beiden erwähnten Methoden angewandt wird, werden Lackschäden entstehen, die nach einigen Vorarbeiten eine neue Lackierung erfordern. Voraussetzung für jede Veränderung ist natürlich, dass Du Eigentümer bist, nicht Mieter.

Gruß
Wolfgang

Moin,

soll die Tür an der gleichen Seite angeschlagen werden? Dann steht sie anschließend auf dem Kopf :-(( Andernfalls geht sie dann zur Wand hin auf, auch nur bedingt schön und praktisch.

Gruß
Ralf

Hallo,
der Umbauversuch ohne grundlegende Kenntnisse der alten Handwerkstechniken wird im Desaster enden.

Hier wurden Einstemmbänder (Fischbänder / Fitschenbänder) verwendet. Die Herstellung der Aussparung wurde meist mit einem speziellen Gerät hergestellt. (Mein Großvater - Bauschlosser hatte noch so eine Maschine in der Werkstatt.)
Wichtig ist, dass das Band seitlich genau passt. Von Hand erfordert so eine Arbeit hohe Handwerkskunst und Spezialwerkzeuge.

Fischbänder wurden meist nicht geschraubt, sondern mit speziellen Kreuznägeln (Fischbandnägel) fixiert. Diese müssten zur Demontage gefunden und durchgeschlagen werden.
Der Umbau des Schlosses ist auch nicht ohne.
Aber das größte Problem steht noch an:
Es gibt für rechts angeschlagene Türen rechte, für links angeschlagene Türen linke Bänder. Die Kröpfung ist entsprechend. Bei gegossenen Bändern ist hier Feierabend. Der Umbau gerollter Bänder erfordert einen guten Schmied oder Schlosser.

Für Hobbybastler ist das keine Arbeit. Machbar, aber sicher ordentlich teuer.