Kann man Civilization 4 ohne Rüstung gewinnen?

Hallo
Ich habe - als es neu war - Civilization 4 gespielt. Quasi ein Volk komplett durchgespielt und anschließend das Spiel wieder verkauft.
Jetzt gibt es das Spiel für 10 Euro, bzw. als Gold Version.
Da ich das Spiel eigentlich ganz gerne spiele überlege ich ob ich das Spiel nochmal kaufe.
Mich störte aber bisher immer, das zum einen sich andere Völker plötzlich mitten in mein Land gesetzt haben (wenn dort noch etwas frei war) und zum einen, das man - wenn man nicht kräftig an der Rüstungs-Schraube gedreht hatte - ständig angegriffen wurde.

Jetzt frage ich mich eigentlich, ob das Spiel so „gut“ ist, das man es nicht auch gewinnen kann ohne mitzurüsten ?
Kann man das Spiel sinnvoll gewinnen nur mit Hilfe der Diplomatischen Beziehungen zu den Völkern ?
Ich meine noch zu wissen, das man die anderen Völker mit Geldspenden u.ä. besänftigen konnte.

Hat jemand schon mal versucht das Spiel friedlich zu lösen ?
Mich persönlich kotzt es nämlich an, das es im Grunde genommen immer darauf ausläuft die anderen Völker auszurotten, anstatt diesen in Kriesensituationen zu helfen (wenn ich ihnen helfe, rächt sich das irgendwann damit, das sie mit besseren Waffen plötzlich an meinen Grenzen stehen).

Danke für die Antwort
Gruß
Andreas

Hallo,

Jetzt frage ich mich eigentlich, ob das Spiel so „gut“ ist,
das man es nicht auch gewinnen kann ohne mitzurüsten ?
Kann man das Spiel sinnvoll gewinnen nur mit Hilfe der
Diplomatischen Beziehungen zu den Völkern ?
Ich meine noch zu wissen, das man die anderen Völker mit
Geldspenden u.ä. besänftigen konnte.

Das geht nicht.

Das „Problem“ ist, dass Dich die Gegner irgendwann angreifen, wenn sie Dir überlegen sind.

Bei Civ 4 ist es wichtig, gleich aggresiv vorzugehen und zumindest die Situation auf dem Kontinent im Griff zu haben.

Beispiel aus meinem letzten Spiel:

Ich war mit einem anderen Gegner (Gegner A) auf einem Kontinent. Dieser war mir leicht überlegen.
Damit ich nicht unterging, habe ich mich mit einem starken anderen Spieler (Gegner B) verbündet.

Dieser hat nun Gegner A angegriffen.

Da Gegner B diesem Gegner A stark überlegen war, hat sich Gegner A sofort! diesem unterworfen, alle Gebiete von Gegner A gehörten somit Gegner B.

Ergebnis:

Gegner B wurde dadurch noch stärker und ich hatte überhaupt keine Chance mehr.
Mein Verbündeter hat mir bereits im nächsten zug den Krieg erklärt.

Besser wäre es wohl gewesen, zu versuchen, Gegner A selbst irgendwie zu besiegen, um meine Kräfte zu steigern.

Es hilft also nur, aggresiv vorzugehen und keine Bündnisse mit Spielern einzugehen, welche einem dann selbst gefährlich werden können.

Grüße

Hallo
Ja, ähnliche Erlebnisse kenne ich auch.
Es ist eigentlich schade, das so etwas nicht möglich ist.
Ich meine, warum bietet das Spiel keinerlei Alternativen an ? Warum kann ich keine Jahrelange Freundschaftliche Beziehung z.B. zu einer Vereinigung führen ? Ich meine gut, einige Städte schließen sich mir an, wenn ich sie „begeistern“ konnte. Aber damit kommt man auch nicht weiter.
Und schön wäre es doch auch, wenn z.B. Katastrophen in anderen Völkern mich dazu bewegen würden Hilfe zu schicken und somit die Beziehungen zu festigen.
Sowas würde ich mir mal wünschen. Aber vielleicht kommt ja mal ein anderer aus den Gedanken.

Darüber hinaus möchte ich natürlich festhalten, das Civ4 darüber hinaus ein ziemlich süchtig machendes Spiel ist. Schade auch, das es in der Jahreszahl/Spielzugzahl begrenzt ist.

Gruß
Andreas

Tips für den friedlichen Sieg

Mich störte […] bisher immer, das zum einen sich andere
Völker plötzlich mitten in mein Land gesetzt haben (wenn dort
noch etwas frei war) und zum einen, das man - wenn man nicht
kräftig an der Rüstungs-Schraube gedreht hatte - ständig
angegriffen wurde.

Jetzt frage ich mich eigentlich, ob das Spiel so „gut“ ist,
das man es nicht auch gewinnen kann ohne mitzurüsten ?
Kann man das Spiel sinnvoll gewinnen nur mit Hilfe der
Diplomatischen Beziehungen zu den Völkern ?

Hat jemand schon mal versucht das Spiel friedlich zu lösen ?

Ja, das geht, ich habe schon einmal einen Diplomatiesieg hinbekommen, ohne dass ich vorher auch nur einen einzigen Gegner ausgeschaltet hätte. Als nützlich hat sich dabei unter anderem folgendes erwiesen:

  • Durch rasche Expansion kann man sicherstellen, dass die Nachbarn das eigene Staatsgebiet nicht zu früh einschnüren und an der weiteren Entwicklung hindern. Dazu sollte man das Umfeld des eigenen Staates so schnell und großflächig wie möglich erkunden und anschließend durch gezielte Besiedlung Landengen blockieren, frühe Schlüsselrohstoffe (z.B. Bronze, Pferde) besetzen und die zukünftigen Außengrenzen abstecken. Die eingeschlossenen Freiräume kann man dann nach und nach besiedeln. Sollte sich dennoch ein Nachbar in einem dieser Freiräume niederlassen, kann man ihn durch eigene Siedlungen, in denen man sodann vor allem kulturelle Entwicklung betreibt, einschnüren und so daran hindern, allzu großen Schaden anzurichten.

  • Glaubensbrüderschaft erhält die Freundschaft. Sitzt man mit einem oder mehreren Mitspielern auf demselben Fleckchen Land, sollte man dafür sorgen, dass die Staatsreligionen dieselben sind. Zu erreichen ist das, indem man frühzeitig eine eigene Religion entwickelt und diese mittels eifrigen Missionierens rasch in den Nachbarstaaten verbreitet. Nichts zieht nämlich die diplomatischen Beziehungen nachhaltiger in die Tiefe als religiöse Unterschiede.

  • Handel festigt die nachbarschaftlichen Beziehungen. Bietet ein Nachbar ein Handelsabkommen an, sollte man darauf eingehen, und werden die Nachbarn nicht von selbst tätig, sollte man den Handelskontakt selbst aktiv suchen, sofern man etwas zu handeln hat - seien es Landkarten, Ressourcen oder Technologien. Selbst wenn der liebe Nachbar etwas fordert, ohne eine (ausreichende) Gegenleistung anzubieten, sollte man grundsätzlich darauf eingehen (auch wenn er sich dabei im Ton vergreift), denn die meisten Computergegner werten dies als „Hilfe in der Not“ positiv. Ich persönlich halte es allerdings in jedem Fall so, dass ich Städte, unmittelbar kriegswichtige Ressourcen und Technologien, die unmittelbar zur Herstellung moderner Waffen verwendet werden können, zwar gerne entgegennehme, aber niemals selbst hergebe.

  • Offene Grenzen schaffen Vertrauen und wirken sich ebenfalls vorteilhaft auf die nachbarschaftlichen Beziehungen aus. So früh wie möglich einige ich mich daher mit meinen Nachbarn auf offene Grenzen (sorge aber gleichzeitig dafür, dass ab jetzt keine meiner Städte mehr unbewacht ist). Auch verwandte Staatsformen zwischen Nachbarn helfen dem friedlichen Miteinander; hier habe ich aber den Mechanismus noch nicht ganz durchdrungen.

  • In einigen Situationen kann aber auch selbst im Diplomatiespiel eine militärische Auseinandersetzung angezeigt sein - dann etwa, wenn auf dem einzigen Vorkommen einer wirklich wichtigen Ressource weit und breit (bei landlastigen Karten z.B. Pferde, später im Spiel auch Öl, o.ä.) bereits ein Nachbar sitzt, wenn eine Nachbarsiedlung eine Landenge blockiert, die das eigene Reich in zwei Teile schneidet, oder wenn man auf dem eigenen Kontinent bis auf zwei oder drei frische Siedlungen eines „eingewanderten“ Gegners unter sich ist. Hier kann durchaus diese Nachbarsiedlungen mit einem kurzen und knackigen Schlag plattmachen und sich gleich anschließend wieder um Frieden mit eben diesem Nachbarn bemühen - wenn nötig unter Zugeständnissen. Der betroffene Nachbar sieht einem das - zumindest auf Lange Sicht - oft nach.