Eine gute Bekannte von mir ist nun in einer Reha- für psychosomatische Erkrankungen und Schmerztherapie.
In dieser Reha- kam nun ein Arzt auf sie zu und meinte, sie MUSS nun Antidepressiva nehmen, die er ihr nun gibt-- sonst würde die Kasse das alles nicht mehr bezahlen!!
Ich kenne diese Bekannte nicht SEHR gut- und kann mir auch kein wirkliches Urteil über Depressionen- vorhanden oder nicht- bei ihr erlauben-- nur hat sie auf mich nie den Eindruck gemacht, daß sie depressiv ist!!
Klar- zeitweise durch chronische Schmerzen durchaus sehr mitgenommen- genauso ein Mensch, der eher zum Nachdenken neigt- Tiefgang hat-- dennoch auf mich immer reflektiert und auch Situationen erfassend und klarkommend rüberkam!!
Fakt ist- sie wollte therapeutisch was machen (hat auch schon THerapie vorher gemacht)- und gleichzeitig sich gegen ihre Schmerzen behandeln lassen…-- und ist nun total fertig, da sie diese Mittel nun nehmen soll-- das unter dem Druck nun tut!
Meine Frage-- ist sowas denn zulässig??
Kann ein Arzt die Einnahme erzwingen, indem er den Reha-Aufenthalt sonst in Frage stellt??
Es kann doch nicht sein, daß einem Patienten, den man gerade 1 Woche erlebt hat-- gleich ne mittlere Depression unterstellen und dann sofort Medis nehmen lassen!!
Bin darüber ziemlich irritiert- meine Bekannte sehr unglücklich darüber…denn sie selber sieht sich wirklich nicht an so einem Punkt!!..hat auf mich übrigens auch niemals so gewirkt!!
Depressionen müssen sich nicht immer „klassisch“ äußern. Gerade in der Schmerztherapie begegnen den Therapeuten immer wieder vitalisierte Depressionen, welche nicht selten in einer somatoformen Störung enden.
Der Einsatz von Antidepressiva ist hier sehr effektiv.
Eine Therapie ist in mittelschweren bis schweren Fällen ohne den Patienten vorher mit Antidepressiva „runterzuholen“ nicht wirklich sinnvoll möglich - neben der Fixation auf den Schmerz (auch im Gespräch) kann auch auf das sog. Schmerzgedächtnis durch das Antidepressivum Einfluss genommen werden. Der Charakter der somatoformen Störung wird so unter Umständen auch dem Patienten (durch die Besserung durch das Antidepressivum) transparent.
Ist der Patient mit der Marschroute des Therapeuten nicht einverstanden, dann ist das zwar in Ordnung - aber was soll der Therapeut denn anderes machen, als die Therapie, die seiner Meinung nicht mehr sinnvoll durchführbar ist, abzubrechen?
Weitermachen ohne Heilungserfolg (seiner Meinung nach)? Das verursacht doch nur unnötige Kosten!
Dem Pat. steht ja der Weg offen, einen anderen Therapeuten bzw. eine andere Therapieeinrichtung zu bemühen oder eine andere Meinung einzuholen.
Was Du schreibst macht Sinn für mich…und ich möchte meine Freundin/Bekannten ja gerne unterstützen!
Sie hat nun halt grosse Probleme damit, daß sie diese „HIlfe“ annehmen MUSS- denn sie sieht sich selber ja nicht in der Situation, daß sie Medis nehmen müsste!!
Wenn es um die Unterdrückung von chronischen Schmerzen geht- kommen mir dennoch Schmerzmittel sinnvoller vor als Psychopharmaka…wie diese aber genau wirken-- muss ich zugeben- weiss ich auch nicht!
Vielleicht werden ja noch mehr Antworten kommen, die diese Haltung des Schmerzprofessors nun noch mehr erklären!!
SSRI´s wirken über den serotonin-kreislauf schmerzhemmend. das funktioniert auf neuronaler ebene gut. amitryptilin kann mittel der wahl sein.
grundsätzlich ist die einnahme freiwillig, die wahl der behandlungsform und des behandlungsortes auch. bei somatoformen schmerzstörungen gibt es vereinzelt patienten, die der krankenkasse einen immensen stapel an arzt- und klinikbesuchen bescheren, ohne dass heilung erzielt worden ist.
manchmal, ich wiederhole: manchmal, kann der ärztliche „tritt in den hintern“ heilsamer sein als weitere streicheleinheiten, aber vorsicht, denn „klagende schmerz-opfer“ lösen bei behandlern auch unbewusste sadistische impulse aus, die mit dem „friss (pille) oder stirb“-rat ausgedrückt werden. das ist unerfahrenen ärzten ohne psychiatrische weiterbildung oft nicht bewusst, OBWOHL sie das richtige medikament empfehlen. sie müssten es nur anders empfehlen: empathisch, verstehend.
denn: der arzt heilt mit dem messer, der pflanze und mit dem wort!
Wenn es um die Unterdrückung von chronischen Schmerzen geht-
kommen mir dennoch Schmerzmittel sinnvoller vor als
Psychopharmaka…wie diese aber genau wirken-- muss ich
zugeben- weiss ich auch nicht!
Hallo kitty40,
wenn diese chronischen Schmerzen psychisch bedingt sind, helfen Schmerzmittel nur bedingt oder gar nicht.