Hallo,
Ich bin auch eher ungeduldig. Vielleicht nicht ganz so schlimm wie Du, aber anders als einige meiner Vorredner muss ich doch sagen, dass es in Warteschlangen durchaus rücksichtslose „Idioten“ gibt, denen es einfach egal ist, dass sie alles hinter sich aufhalten.
Wenn übrigens ein psychologischer Rat gekommen wäre, was Du an Dir selbst verändern kannst, würde ich mich hier heraushalten. Ich fand aber, es kam nicht viel Hilfreiches in dieser Hinsicht. Wenn man an sich selbst nichts ändern kann, muss man versuchen, die problematischen Situationen zu vermeiden. Das geht bei Ungeduld eigentlich ganz gut, ich habe jedenfalls in dieser Hinsicht schon viele Taktiken entwickelt.
Wenn ich an der Kasse stehe, will meine Ware auf das Band
legen und irgendein Dusel steht vor mir, nach vorne ist jede
Menge Platz aber er steht so dass ich nicht ans Bank ran
komme.
Dieses Beispiel ist vielleicht nicht so ganz gut gewählt, weil es an der Kasse ja nicht so sehr von den Kunden, sondern eher vom Kassierer abhängt, aber ich glaube, ich verstehe schon, was Du meinst. Mich nervt es vor allem auf dem Markt, wenn jemand während 5 weitere Leute hinter ihm stehen, gut 10 Minuten braucht, um sich vom Verkäufer erklären zu lassen, was nun Schinken und was Salami ist (natürlich alles mit Schildern gekennzeichnet, die er bevor er dran war, längst hätte lesen können) und sich dann während 5 Minuten nicht entscheiden zu können, ob er nun 3 Scheiben Schinken und 5 Scheiben Salami will oder doch lieber umgekehrt … So ein Verhalten ist grob rücksichtslos und unhöflich den anderen Wartenden gegenüber.
Beim Markt mache ich es tatsächlich inzwischen so, dass ich in unerträglichen Situationen gehe. Meistens ohnehin nur zu einem andern Stand, da es ja von allen Produkten mehrere gibt. Bzw. optimiere ich die Markteinkäufe so, dass ich mich erst dort anstelle, wo gerade keiner ist. Oder wo nur einer vor mir ist und wenn der sich dann als rücksichtsloses Exemplar herausstellt, kann ich gehen ohne bereits viel Zeit verloren zu haben.
Am Liebsten gehe ich überhaupt gleich zu zweit (mit Partner) einkaufen, dann kann im Zweifelsfall einer an der langen Schlange bleiben, während der andere bereits woanders etwas kauft. An der Kasse kann sich so jeder an einer andern Schlange anstellen und wer zuerst vorne ist bezahlt. (Dieser Trick hilft mir am meisten, dabei bin ich völlig entspannt. Noch besser sind nur Sammelschlangen, die sich in Deutschland leider nur langsam durchsetzen.)
Beim Warten fühle ich mich hilflos und ausgeliefert - jedenfalls, wenn ich nicht, wie auf dem Markt, einfach wieder gehen kann. Im Supermarkt kann man das leider schlechter. Obwohl - auch im Supermarkt habe ich es bereits 1-2 mal gemacht, dass ich meinen Wagen einfach habe stehen lassen und gegangen bin, wenn es gar nicht voran ging. Seitdem fühle ich mich tatsächlich nicht mehr so ausgeliefert, weil ich jetzt ja weiss, dass ich gehen kann, wenn es zu unerträglich wird.
Ausserdem hilft es mir, Walkman oder etwas zu lesen dabei zu haben, dann habe ich nicht so sehr das Gefühl, meine Zeit zu verlieren.
Wenn es mir auf der Arbeit zu langsam geht, rede ich mir ein, dass die Wartezeit eben auch Arbeitszeit ist, die ja letztlich auch bezahlt wird und dass es daher ja eigentlich nicht mein Schaden ist, sondern der des Arbeitgebers, wenn es nicht so schnell voran geht, wie es könnte.
Gestern wollte mein PC nicht so wie ich es will. Hmm… Jetzt
sieht es so aus, als ob es vom Fenster gefallen wäre ;(
Diese Verhaltensweise wird sich von selbst geben, denn mehr als einen PC zerkloppt man vermutlich eher selten. (Ok, dies ist mir noch nie passiert.) Man lernt dann wohl doch nach dem 1. Mal, dass man ihn hinterher vermisst. Aber auch hier wäre mein Rat: Situation beenden, bevor sie unerträglich wird. Wenn es Dir immer wieder passiert, müsstest Du ja inzwischen wissen, ab wann es gefährlich wird. Also: in einem solchen Fall nicht noch ewig weiter versuchen, sondern erstmal Rechner ausschalten. Erstmal was anderes machen, über das PC-Problem höchstens nachdenken, andere fragen, aber frühestens nach Stunden erneut probieren. Leute suchen (Freunde, Partner) die in einem solchen Fall assistieren.
Also zusammenfassend wäre mein Rat: versuche nicht krampfhaft, Dich umzukrempeln, sondern lerne lieber zu erkennen, ab wann es gefährlich wird und wie Du dann aus der jeweiligen Situation herauskommst.
Viele Grüsse, Walkuerax