Kann man mit Hilfe von Romanen Englisch lernen?

Hallo

Die Idee besteht darin, dass man durch das Lesen eines Englischen Romans, mit Zuhilfenahme der Deutschen Übersetzung, gut Englisch lernen könnte.

Da die Deutsche Version eines Romans ja meines Wissens Inhaltlich etwa 1:1 von der originalen englischen Fassung übersetzt wird (zumindest sinngemäss) sollte man ja theoretisch bei Problemen mit einem englischen Begriff auf das Deutsche Buch zurückgreifen, in dem die passende, sinngemässe Übersetzung steht.
Dazu könnte man, wenn man es genau nimmt auch eine Wörterliste führen.
So sollte man je länger, desto mehr verstehen.

Was meint ihr dazu?

Ich denke dass dies ein Weg ist, welcher auch Spass am Lernen bereitet, speziell für die, welche nicht gerne Grammatik büffeln. Wenn man eine Fremdsprache wirklich beherrschen will, sollte man die Zeitformen etc. ja eigentlich im Gefühl haben und nicht immer an die Grammatikalischen Regeln denken. Dies wäre durch diese Methode (und natürlich Englischen Filmen nebenbei) wohl eher der Fall als im Schulunterricht.

Stichwort Schule: Ich würde mein Englisch als „etwas besseres Schulenglisch“ beschreiben. Somit also recht ambitionierte Ziele. :wink:

Gruss

Moschtli

hi

selbstverständlich kann man das. Warum auch nicht. Eigentlich sollte man schon in der Schule nebenbei englische Texte lesen, aber heutzutage ist das mit dem Lesen ja generell schwierig.

Romane helfen, weil es nicht nur Textfetzen sind. Es gibt einen Kontext und aus dem kannst du die Bedeutung und Verwendung von unbekannten Wörtern erschließen, ohne ständig in ein Wörterbuch oder die Übersetzung blicken zu müssen.

Ich finde eine Übersetzung sogar etwas hinderlich, besser, das Buch auf Englisch lesen wie es ist und bei schwierigen Stellen ins Wörterbuch schauen.

lg
Kate

Hallo,

Ich finde eine Übersetzung sogar etwas hinderlich, besser, das
Buch auf Englisch lesen wie es ist und bei schwierigen Stellen
ins Wörterbuch schauen.

Das sehe ich genauso.
Mein Problem mit Übersetzungen ist, dass sie (leider) manchmal ziemlich schlecht sind. Natürlich erwarte ich keine 1:1-Übersetzung, aber es gibt auch verschiedenste Romane, bei denen die Übersetzung den Inhalt des Romans teilweise bis stark verändert. Wenn mal Grundkenntnisse der englischen Sprache da sind, würde ich daher dringend empfehlen, englische Literatur ohne deutsches Pendant zu lesen und stattdessen ein Wörterbuch zu benutzen.
Schlimmer noch als bei Romanen ist das ganze bei Filmen oder Serien. Es gibt ein paar wirklich schreckliche Übersetzungen (Ivar Combrinck, der u.a. die Simpsons und Futurama übersetzt hat, ist da ein Beispiel). Ich fand es dann sehr praktisch, DVDs auf englisch mit zunächst deutschen, dann englischen Untertiteln anzuschauen, bis ich schliesslich ganz drauf verzichten konnte. Leider lenken Untertitel sehr von den gezeigten Bildern ab, aber dafür hat es den Vorteil, dass man nicht nur die Schrift lernt, sondern auch die Aussprache.

Viele Grüsse,
d.

Hmm, ok. Dann werde ich mir mal einen englischen Roman kaufen.
Bin gespannt wies läuft, werde dann berichten^^

Danke und Gruss
Moschtli

Hallo Moschtli,

Die Idee besteht darin, dass man durch das Lesen eines
Englischen Romans, mit Zuhilfenahme der Deutschen Übersetzung,
gut Englisch lernen könnte.

Prinzipiell sind englische Romane dafür gut geeignet, aber ich würde nicht die deutsche Übersetzung zu Hilfe nehmen, sondern schlicht und einfach ein Wörterbuch. … So 1:1 ist eine literarische Übersetzung nämlich nicht immer. Der Grund dafür ist, dass der übersetzte Roman ja dem Zielpublikum gefallen muss und man daher recht großzügig etwas wegkürzt bzw. ändert.

Ich habe mir mal spaßeshalber die deutsche Version von „Per Anhalter durch die Galaxis“ ausgeliehen, weil mir im englischen Original einige Stellen aufgefallen sind, von denen ich nicht gewusst hätte, wie ich sie übersetzen sollte. Manches hat man einfach weggekürzt!

Der zweite Grund dafür, dass ich ohne deutsche ÜB lesen würde: Der Mensch ist von Natur aus faul, und wenn man einfach nur in der deutschen Version nachsehen muss, was etwas bedeutet, dann spart man sich das Nachdenken und Nachschlagen der einen Vokabel, die einem fehlt, weil einem ja gleich der ganze Satz „präsentiert“ wird. … Was passiert, wenn das Buch gerade spannend ist? Liest du dann in der englischen Version weiter, auch wenn es anstrengend ist - oder doch eher in der Übersetzung?

Dazu könnte man, wenn man es genau nimmt auch eine Wörterliste
führen.

Mach’s nicht. Da wirst du nicht mehr fertig. Ich denke, es reicht, unbekannte Wörter nachzuschlagen. Manche merkst du dir beim ersten Mal, manche beim zweiten oder dritten Mal, andere wieder sind so selten, dass sie dir ohnehin nie wieder begegnen.

Wenn man eine Fremdsprache wirklich beherrschen will,
sollte man die Zeitformen etc. ja eigentlich im Gefühl haben
und nicht immer an die Grammatikalischen Regeln denken.

Das sehe ich ganz genauso.

Also auf zu amazon und ein englisches Buch bestellt! Aber du solltest als Anfänger darauf achten, dass das auch einigermaßen richtiges Englisch ist. Am besten fragst du im Literaturbrett, was man da empfehlen kann, dass zu deinen Interessen passt. Mir fällt auf Anhieb nun nur Agatha Christie ein, und vielleicht Michael Crichton, aber da würde ich jetzt nicht bei jedem Buch darauf wetten wollen, das alles korrekt ist. Douglas Adams dagegen erfindet eine Menge Wörter selber, damit wäre ich als Anfänger also eher vorsichtig.

Schöne Grüße

Petra

Hallo auch,

eine Sprache lernt man dadurch, daß man Menschen verstehen muß, die (nur) sie sprechen und sich darin ihnen mitteilen muß. Die Betonung liegt auf muß. Alles andere ist nach meiner Erfahrung zwar zusätzlich hilfreich aber nicht ausreichend zielführend.

Diese spezielle Situation tritt im Land ein, in dem diese Sprache lebt. Vertäuschen kann diese Situation das Internet (Kommunikation mit Voicechat) und notfalls das Fernsehen, aber sicher kein Buch.

Grüße Bellawa.

Hallo,

möchtest Du damit sagen, Du empfindest Fremdsprachenunterricht in der Schule nicht als zielführend?
Denn in der Schule ist es in den meisten Fällen ausreichend, wenn die Schüler die Sprache lesen und schreiben können. Sprechen zu können ist zwar nicht unwichtig, aber die schriftliche Leistung in der Schule überwiegt eben bei der Notenfindung.

Ich stimme zwar zu, dass das Erlernen einer Sprache besonders durch die Benutzung der Sprache erfolgt, aber ich finde auch, dass das (mal abgesehen von der Aussprache) auch durch Schrift funktioniert.

Grüße,
d.

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Hallo auch,

möchtest Du damit sagen, Du empfindest Fremdsprachenunterricht
in der Schule nicht als zielführend?

Natürlich. Ich kenne niemanden, der allein dadurch eine Sprache gelernt hätte. Aber genügend, die das ganz ohne Unterricht geschafft haben.

Denn in der Schule ist es in den meisten Fällen ausreichend,
wenn die Schüler die Sprache lesen und schreiben können.
Sprechen zu können ist zwar nicht unwichtig, aber die
schriftliche Leistung in der Schule überwiegt eben bei der
Notenfindung.

Ja, für die Notenfindung ist das natürlich ausreichend, für das Beherrschen der Sprache jedoch nicht. :smiley:

Ich stimme zwar zu, dass das Erlernen einer Sprache besonders
durch die Benutzung der Sprache erfolgt, aber ich finde auch,
dass das (mal abgesehen von der Aussprache) auch durch Schrift
funktioniert.

Abgesehen von der Aussprache, abgesehen von Kolloquialismen, abgesehen vom alltäglichen Umgang, abgesehen von verschiedenen Dialekten. Abgesehen von allem, was eine Sprache ausmacht, dann hast du recht.

Latein lernt man so, eine lebende Sprache nicht.

Grüße Bellawa.

Hallo,

Natürlich. Ich kenne niemanden, der allein dadurch eine
Sprache gelernt hätte. Aber genügend, die das ganz ohne
Unterricht geschafft haben.

Also ich habe meine Englischkenntnisse bis vor einigen Jahren fast ausschliesslich aus dem Schulunterricht gehabt. Damit kam ich gut über die Runden, konnte mich verständlich machen und die native speaker grösstenteils verstehen.

Ja, für die Notenfindung ist das natürlich ausreichend, für
das Beherrschen der Sprache jedoch nicht. :smiley:
[…]
Abgesehen von der Aussprache, abgesehen von Kolloquialismen,
abgesehen vom alltäglichen Umgang, abgesehen von verschiedenen
Dialekten. Abgesehen von allem, was eine Sprache ausmacht,
dann hast du recht.

Es ging bisher um das Erlernen der Sprache. Ich bin der Meinung, dass Deutsch meine Muttersprache ist und dass mein Sprachverständnis gut genug ist, dass ich Deutsch nicht mehr „lernen“ muss. In Bezug auf umgangssprachliche Ausdrücke und Dialekte kann ich das nicht behaupten. Bin ich jetzt des Deutschen auf einmal nicht mehr mächtig?

Zwischen dem Erlernen einer Sprache und dem Beherrschen einer Sprache (speziell dem perfekten Beherrschen) liegen meiner Meinung nach Welten. Ich sehe eine Sprache als erlernt an, wenn ich mich damit gut genug ausdrücken kann, um im Alltagsleben zurecht zu kommen.

Viele Grüsse,
d.

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Hallo auch,

Also ich habe meine Englischkenntnisse bis vor einigen Jahren
fast ausschliesslich aus dem Schulunterricht gehabt.

Und wie lange ist das her, wenn ich fragen darf.

Zwischen dem Erlernen einer Sprache und dem Beherrschen einer
Sprache (speziell dem perfekten Beherrschen) liegen meiner
Meinung nach Welten. Ich sehe eine Sprache als erlernt an,
wenn ich mich damit gut genug ausdrücken kann, um im
Alltagsleben zurecht zu kommen.

Wenn man schimpfen kann und über Witze lachen, (bekannte) Dialekte erkennen (und imitieren) kann, dann sehe ich eine Sprache als „beherrscht“ an. Auch korrekte Aussprache gehört dazu. Wer nicht weiß, wie man etwas ausspricht, der hat die Sprache nie gehört sondern nur gelesen. Grammatikfehler finde ich dagegen nebensächlich. Aber zugegeben, ich bin kein Literat, sondern ein eher pragmatischer Mensch. :smile:

Grüße Bellawa.

Nur ist „ich kauf mir ein Wörterbuch, einen Roman und ein paar englische Filme“ wohl einfacher und sicherlich auch billiger als „ich zieh für 2 Jahre nach England und lerne Englisch“.
Wenn man wie du eine Sprache wirklich so gut sprechen will, muss man sicherlich für eine sehr lange Zeit im entsprechenden Sprachgebiet leben, oder irre begabt sein :wink:

Mein Ziel wäre allerdings (vorerst) einfach die Sprache „fliessender zu denken und zu verstehen“. Ich Liebäugle schon mit einem längeren Aufenthalt in Amerika o.ä. in der Zukunft. Da dies mir und vielen andern aber nicht oder nicht so einfach möglich sein wird, muss man sich halt anderweitig zu Helfen wissen.

Ich erhoffe mir schon nicht, dass ich nach 2-3 Romanen auf Englisch denke…

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Welchen Roman ich mir kaufe weis ich selber noch nicht. Dachte da eigentlich eher an Fantasy (was mich nunmal eher packt und ermuntert weiter zu lesen als andere Genres). Im speziellen an Paolinis „Eragon“, welcher, als er es schreib, ja noch sehr jung war. Da wäre der Gedanke der, dass sein Englisch wohl nicht so „geschwollen“ ist, wie das von anderen Autoren, auch da es ein Buch für Jugendliche ist.

Gruss

Hallo Bellawa,

Wenn man schimpfen kann und über Witze lachen, (bekannte) Dialekte erkennen (und imitieren) kann, dann sehe ich eine Sprache als „beherrscht“ an.

ich kann noch nicht einmal den Dialekt halbwegs erkennbar imitieren, der in meiner Heimatregion gesprochen wird. Heißt das, dass ich meine Muttersprache nicht beherrsche?

Gruß

=^…^=

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Hallo auch,

ich kann noch nicht einmal den Dialekt halbwegs erkennbar
imitieren, der in meiner Heimatregion gesprochen wird. Heißt
das, dass ich meine Muttersprache nicht beherrsche?

Hehe :smiley: Du weißt, daß es nicht gut erkennbar ist, wenn du das machst, also weißt du, worum es geht. Genau das hab ich gemeint. Ob man das wirklich gut hinkriegt, ist wohl Talentsache. Ich kann es auch nicht.

Grüße Bellawa.

Hallo,

tut die prima Idee des TE, durch Lesen sein Englisch zu verbessern, nicht so ab. Ich halte mein Englisch auch durch Lesen up-to-date.
Für die meisten Leute hierzulande ist es nicht so einfach, Englisch mit Muttersprachlern im Gespräch so viel zu üben, dass sie dadurch schnell gut (nicht irgendwie gebrochen!) kommunizieren können. Es ist ein praktikabler Weg, das passive Verständnis, den Wortschatz, das Sprachgefühl für eine Fremdsprache daurch zu steigern, dass man möglich viel liest - am besten Texte, die Spass machen (siehe Eragon). Zusätzlich kann man das Verständnis für gesprochene Sprache durch Hören u. Fernsehen verbessern. Durch keinen dieser Wege lernt man das idiomatische Sprechen, das darf man natürlich nicht glauben, aber man legt auch dafür eine gute Grundlage!
Also lies, was du in die Finger kriegst!
Gruß
mitzisch

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Hallo,

Und wie lange ist das her, wenn ich fragen darf.

Mein Abitur ist jetzt ca. zehn Jahre her. Stärkeren Kontakt zur englischen Sprache habe ich seit ca. drei bis bald vier.

Wenn man schimpfen kann und über Witze lachen, (bekannte)
Dialekte erkennen (und imitieren) kann, dann sehe ich eine
Sprache als „beherrscht“ an.

Als „beherrscht“, ja. Als „erlernt“ dagegen nicht. Ich habe einem Freund vor kurzem eine Show von Eddie Izzard gezeigt, den ich persönlich enorm lustig finde. Meinem Freund hat das nicht gefallen, weil er es halt nicht gut genug verstand. Trotzdem würde ich nicht so weit gehen zu behaupten, er würde kein Englisch verstehen, denn im Schriftlichen ist er sehr sicher und fürs Gesprochene hat es bisher immer gereicht.

Auch korrekte Aussprache gehört
dazu. Wer nicht weiß, wie man etwas ausspricht, der hat die
Sprache nie gehört sondern nur gelesen.

Was jetzt wiederum keinen Widerspruch zu „man kann eine Sprache durch Lesen und Schreiben erlernen“ darstellt.

Ich stimme uneingeschränkt zu, dass es vorzuziehen ist, eine Sprache auch sprechen zu können, nicht nur zu lesen und zu schreiben. Aber ich habe mehrfach die Erfahrung gemacht, dass es ausreicht, das Lesen und Schreiben zu beherrschen.

Viele Grüsse,
d.

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Ja, aber …
Moin,

ich bin ein großer Befürworter des zweisprachigen Lesens, und ich lese selbst bisweilen zweisprachig (fast immer ohne Wörterbuch), wenn ich mir z.B. lateinamerikanische Literatur mit ihren Regionalismen zu Gemüte führe.

Aber Du sagst

Dachte da eigentlich eher an Fantasy (…)

dann kannst du diese Art der Lektüre vergessen, und Du brauchst ein Wörterbuch. Ich will keineswegs populäre Literatur von oben herab betrachten, aber Du kannst ziemlich sicher sein, dass diese Art von Literatur nicht unbedingt von Experten übersetzt übersetzt wird.
Meine grobe Denkschablone: je populärer und „bestselleriger“ das Buch, um so schlechter die Übersetzung.
Solche Bücher werden ruckzuck übersetzt, weil sie Geld bringen sollen - da bleibt für eine gefeilte Übersetzung keine Zeit.

Ein anderer Tipp zum Lesen ohne Wörterbuch: gute Comics, in denen die Bilder nicht nur eine „Zugabe“ sind, sondern in denen sich Texte und Bilder sinnvoll ergänzen.

Grüße
Pit

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