Kann man testen ob ein Pferd schlecht sieht?

Hallo,
eine Bekannte von mir hat ein Pferd das sich offenbar recht unberechenbar verhält, mal ganz sicher erscheint, dann wieder vor bekannten Dingen erschrickt, durch Zäune geht und gegen Bäume rennt.
Ich habe die Vermutung geäußert, dass das Pferd vielleicht schlecht sieht. Kann man das irgendwie herausfinden?
Bin auch über Links dankbar.
Danke und Grüße,
Isa

TA fragen!
Hallo Isa,

wenn Du schreibst, dass das Pferd

durch Zäune geht und gegen
Bäume rennt

dann denke ich es sieht mit Sicherheit nicht gut, den welches Pferd tut sich schon freiwilig weh?!

Wie ist der Gesichtsausdruck des Pferdes denn wenn es „irgendwo hineinrennt“?
Wenn es absolut entspannt ist und sich dann erschreckt in dem Moment wenn es „aneckt“ wird es sicher an den Augenliegen denke ich.

Wenn es sich erst erschreckt und wegen einer Panikreaktion wogegen läuft müssen es nicht unbedingt die Augen sein.
Panische Pferde reagieren mit Flucht.
(Doch gegen Bäume…?! Fraglich)

Doch um Gewißheit zu erhalten in jedem Fall mal den TA konsultieren!!
So ersparst Du dem Pferd womöglich schlimme Verletzungen!

Viel Glück,
Grüße
Anna

Hallo,
gibt es für Tiere ähnliche Geräte zur automatischen Messung der Sehkraft - oder wie „mißt“ der TA die Sehkraft des Pferdes ?

Gruss
Enno

hi

gibt es für Tiere ähnliche Geräte zur automatischen Messung
der Sehkraft - oder wie „mißt“ der TA die Sehkraft des Pferdes
?

ja gibt es ABER der „Normal-Pferde-Tierarzt“ schaut eigentlich nur ob es trübungen gibt auf der Linse oder im Glaskörper … in spezialkliniken gibt es auch die Möglichkeit (eben mit geräten - laser etc.) die ungefähre sehkraft zu messen aber das kann ein normalsterblicher tierarzt normalerweise nicht

er schaut ob die Pupille überhaupt auf unterschiedlichen lichteinfall reagiert und wie schnell oder ob nicht …

er schaut ob das Pferd auf schnelle bewegungen auf das auge zu (ohne die Tasthaare zu berühren) reflexmässig zurückzuckt … oder eben nicht

dann prüft er noch ob die sehfähigkeit z.b. durch zysten der traubenkörner o.ä. eingeschränkt ist (wenn er überhaupt weiss was das ist *fg*) …

arg viel mehr kann ein normaler Pferdetierarzt auch nicht machen und schon garkeine sehstärkenbestimmung … d.h. er kann üblicherweise nur so ganz grob bestimmen ob das Pferd im üblichen rahmen sieht oder ob nicht

für den „normalbetrieb“ genügt das aber auch … vor allem wenn ein pferd nur auf einem auge eine eingeschränkte sehfähigkeit hat … weil sie pro auge ein weit grösseres Sichtfeld abdecken …d.h. sie kommen auch mit nur einem auge deutlich besser zurecht als menschen - weil sie nicht auf räumliches sehen angewiesen sind

Gruß Hexerl

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Danke (owT)
.

Hallo Anna,

danke für deine Antwort.

Panische Pferde reagieren mit Flucht.
(Doch gegen Bäume…?! Fraglich)

Tja, genau um die Frage geht es: Pferd reagiert auf Dinge die oft gar kein Problem machen plötzlich heftig und rennt gegen Baum oder Zaun - eigentlich denke ich, dass es dann entweder schlecht sieht oder einen Knall hat.

Doch um Gewißheit zu erhalten in jedem Fall mal den TA
konsultieren!!

Meine Bekannte sagte es sei „schon getestet“ ob das Pferd schlecht sieht, aber ich weiß nicht wie das getestet wurde und ob diese Aussage stimmt (es ist nicht ihr eigenes Pferd, aber sie kümmert sich darum und arbeitet mit dem Pferd).
Drum hätte mich interessiert ob man das auch selbst testen kann: Lupe, Taschenlampe usw.

Danke,
Isa

Hallo Hexerl,

du scheinst dich etwas auszukennen, weisst du vielleicht einen Link zu einer Anleitung oder irgendwas wie man laienmäßig selbst zumindest ein bisschen feststellen kann ob ein Pferd möglicherweise schlecht siehst?
Einiges hast du ja schon erwähnt.

Danke!
Isa

hi Isa

ich bin kein Tierarzt und um den werdet ihr auf keinen Fall herumkommen !!Denn kein Pferd läuft freiwillig gegen einen Baum … oder in einen sichtbaren Zaun. Und die, die sehr schlecht sehen bewegen sich normalerweise entsprechend vorsichtiger (nicht alle, es gibt auch unter Pferden ausgesprochene Deppen *seufz* auch unter gut sehenden)

Nachdem ich aber das Verhalten dieses Pferdes für lebensgefährlich für alle Beteiligten halte :-\ würde ich den TA sogar so schnell wie möglich holen …

Denn neben einem Sehmangel kann es sich auch um eine Fehlsteuerung im Gehirn/Rückenmark handeln (Borreliose, spinale Ataxie, Borna, Dummkoller… ) :frowning: … oder eben nur Trampeligkeit *seufzel* … aber das muss der TA feststellen

du scheinst dich etwas auszukennen, weisst du vielleicht einen
Link zu einer Anleitung oder irgendwas wie man laienmäßig
selbst zumindest ein bisschen feststellen kann ob ein Pferd
möglicherweise schlecht siehst?

links hab ich jetzt keine … was du selber machen kannst ist einerseits das Benehmen des Pferdes genau beobachten … ob es also vor allem erst erschrickt wenn es ganz nah an dinge herankommt… oder ob es erst erschrickt wenn es die gefahr auch „hört“ etwas hört… es gibt aber auch „träumer“ die die ganze zeit mit halbgeschlossenen augen herumlaufen vor sich hintrödeln und dann wegen eines still da liegenden steines den sie PLÖTZLICH entdecken einen halben herzinfarkt bekommen :o) incl. den Reiter :o)))

stell also ein anscheinend gesundes Pferd zum vergleich daneben

  1. bei gutem Tageslicht selber schauen ob du Eintrübungen auf der Linse erkennen kannst … und immer mit dem anderen pferd auch vergleichen

  2. erst deine Hände gründlich waschen !!! dann schauen ob die innere seite des unteren Augenlids (sofern sich das Pferd das gefallen lässt, sie mögen es nicht sonderlich *g*) gerötet ist (hellrosa bis hellrot ist normal … richtig leuchtend rot deutet auf Bindehautentzündung hin … dann tränt das auge aber auch immer ein bisschen oder sogar ein bisschen viel oder eitert sogar das würdest du aber sofort sehen

  3. in einem abgedunkelten Raum eine Kerze vor das Auge halten , du müsstest sie ääääääääh ich glaube dreimal sehen können … einmal oder zweimal (??) *grübel* davon auf dem kopf … also mindestens einmal auf dem kopf … und dreimal (denke ich) muss sie eigentlich da sein - siehst du sie nur einmal sieht das Pferd auf dem Auge mit Sicherheit nix mehr

  4. in abgedunkelten Raum bisschen warten bis die pupille sich geöffnet hat … dann mit taschenlampe vorsichtig hineinleuchten und schauen OB und wie schnell sich die Pupille schliesst … aber bitte denk dran es tut denen genauso weh wie wenn du morgens davon aufwachst dass jemand ein neonlicht anmacht und dich anstrahlt … also nicht direkt reinleuchten !!!

  5. dann eben den test mit plötzlicher handbewegung auf das Auge zu (ohne an die tasthaare zu kommen oder dass das pferd den luftzug spürt… ) zuckt es zurück oder schliesst es das auge sieht es noch was

alle anderen Tests sollte man den Tierärzten überlassen (Innendruck messen um grünen star auszuschliessen, etc.)

Gruß Hexerl

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Wow - danke! :smile: (o.w.T.)

Hallo Isa,

ich bin weder TA noch Optiker, habe aber viel in dem Bereich gearbeitet, als Physiker.
Neben den Hinweisen auf Grauen Star, der i.d.T. visuell zu erkennen sein kann, wenn gravierend. Besser ist sicher die Untersuchung mit einer Spaltlampe.
Diese Untersuchung ist berührungsfrei (bis auf die Fixierung des Kopfes).
Ebenso gibt es berührungsfreie Möglichkeiten den Augeninnendruck zu messen, noch nicht so ganz verbreitet.
Die Sehschärfe sollte man m.E. mit Methoden, die auch bei Kleinstkinder genutzt werden, möglich sein, ich denke hier an die Skiaskopie. Es wird ein Lichtpunkt auf die netzhaut projiziert und dessen Bewegung bei Zwischenschalten verschiedener Linsen beobachtet. Irgendwann ist eine Umkehr der Bewegung zu beobachten, aus diesem „Flackerpunkt“ kann man auf die Brechkraft schließen. Auch berührungslos.
weshalb die Betonung auf „berührungslos“?
Es wird kaum ein TA diese Techniken beherrschen und ein Optiker wird kaum seine „Menschengeräte“ am Tier einsetzen, aber evtl. unter Hinweis, das kein Kontakt besteht eine Chance.
Habt ihr schon mal eine Uni-Tierklini konsultiert. Evtl. im Rahmen einer Dr.-Arbeit o.ä. (ganz vielleicht) eine Chance.
Ich wünsche euch Erfolg und dem Pferd „Gute Sicht“
Gruß Volker