Kann mein Herz versagen?

Guten Tag,
Ich leide an einer Trikuspidalklappen-Insuffizienz (gering-mittelgradig) mit Stauung in die Vn.Cava inf., sowie einer geringgradigen Mitralklappeninsuffiziens mit leichter vergrößerung des linken VH. Ich bin leidenschaftlicher Sportler, vor allem via Laufschuh und Rad, aber mein Arzt hat mir dringend geraten mich vom Sport zu verabschieden. Ich komme selbst unter höchster Belastung nicht über die 185 und habe einen Ruhepuls um die 40. Ich habe Ihn gefragt was denn passieren könnte und er hat neben Endokarditis und Myokarditis auch erwähnt, das das Herz einfach aufhören könnte zu schlagen, weil es überlastet ist. aber Wie kann es überlastet werden, wenn ich in der Regel um die 150 Schläge pro Minute liege?
Ich leide weder unter Atemnot noch sonst irgendwelchen Anzeichen von mangelnder Leistungsfähigkeit.

Superm4n

Trikuspidalklappen-Insuffizienz
geringgradigen Mitralklappeninsuffiziens
keine Atemnot
keine Leistungseinschränkung

Guten Tag,
Sie sollten den Rat Ihres Arztes ernst nehmen und Ihre körperliche Aktivität insofern einschränken, dass Sie Ihr Herz-Kreislauf-System nicht belasten und unnötigen „Stress“ vermeiden (d.h. von „0 auf 100“, Sprinten, Leichtathletik sowie Dauerlauf etc.). Leichtes Walken oder dem Koronarsport angepasstes Training ist sicher sinnvoll. Es gibt trotzdem noch viele Anwendungen, Ihre persönliche Fitness aufrecht zu halten.
Ihre Herzhauptkammern werden durch die linksseitige AV-Klappeninsuffizienz als auch durch die rechtsseitige Taschenklappeninsuffizienz bei jedem Herzschlag übermäßig mit Volumen belastet. Dies kann über eine Erweiterung der Kammern und Kontraktionsinsuffizienzen, Störung im Erregungsablauf bis hin zum plötzlichen Herztod (SCD)führen, welchen Ihr Arzt wahrscheinlich angesprochen hat. Zumindest ist bei derartigen Funktionsstörungen das Risiko für einen SCD messbar erhöht.
Übrigens ist die Einschätzung, man fühle sich fit und eigentlich nicht eingeschränkt, in diesem Fall nicht unbedingt einen Zeichen dafür, dass Sie tatsächlich nicht eingeschränkt sind.

Herzliche Grüße
sunconure

PS.: mein Rat ist generell, dass Sie sich gerade bei Fragen zu medizinischen Themengebieten in Internetforen und deren Antworten nicht verunsichern lassen sollten. Mein Beitrag sollte dazu dienen, Ihnen die Systematik Ihres Problems zu erläutern und ist ausdrücklich keine Einschätzung des Schweregrades Ihrer Krankheit. Hierzu ist keiner der hier Anwesenden in der Lage, da messtechnische Aspekte eine entscheidende Rolle bei der Prognose und Therapie haben. Vertrauen Sie darauf, was Ihnen Ihr zuständiger Arzt mitteilt und handeln Sie danach.

Herzliche Grüße
sunconure

Hallo,
vielen Dank für die Antworten.
Aber meines Wissens nach kommt es durch die Insuffizienzen der beiden AV-Klappen (Trikuspidal- und Mitralklappe) zu einer Volumenbelastung der Vorhöfe. Die können sich dadurch vergrößern und es kommt zu einer eventuellen Auswurfminderung.
Meiner Logik nach müsste ich spätestens dann etwas merken, denn eigentlich reagiert doch der Sympatikus bei mangelnder Blutversorgung (O2 mangel) mit einem Anstieg der Herzfrequenz bzw kommt es zu einem deutlichen Leistungsabfall durch die Unterversorgung (Atemnot, Schwindel,…).
Desweiteren könnte es zu Vorhofflimmern kommen, was meines Wissens aber nicht lebensbedrohlich ist, sondern „lediglich“ eine starke Rhythmusstörung.
Also müsste ich doch etwas merken bevor das Herz versagt?!

Da die Hauptkammern durch meine Insuffizienzen nicht volumenbelastet sich, fallen also die dilativen Ursachen eines SCD weg.

Wie kann es also zu einem kompletten Kreislaufversagen kommen, wenn lediglich die Vorhöfe betroffen sind und ein plötzlicher Blutdruckanstieg (im 0 auf 100 Verfahren) durch Ausdauerbelastung und gründliche Erwärmung vor „schnellen Sachen“ unwahrscheinlich ist? oder habe ich hier erhebliche Denkfehler?