Kann sich eine TK-Anlage ins Internet einwählen?

Kann sich eine Telefon-Anlage von sich aus ins Internet einwählen?

Ein Bekannter hat ein grösseres Problem mit einem Call-By-Call-Internet-Provider.

Grundsätzlich hat er seit Jahren DSL und auch dafür eine Flatrate. Sein PC hat auch keine ISDN-Karte oder ein Modem. Er hat eine Eumex-Telefonalage der Telekom und ist mit Netzwerkkabel bzw. USB mit der Telefonanlage verbunden.

Nun soll er sich aber im vergangenen Jahr mehrfach übder einen Anbieter manuell über den Call-By-Call-Internet-Provider ins Internet eingewählt haben. Als Einwahlnummer wird eine Telefonnummer genannt, die nur als Fax belegt war.

Er fragt sich natürlich, wie das möglich sein kann. Die Eumex ist ja mit einer Festplatte ausgestattet. Kann sich dort ein Programm eingenistet haben, dass diese Einwahl automatisch in unregelmässigen Abständen vorgenommen hat?

Könnt Ihr meinem Bekannten weiterhelfen, denn der Call-By-Call-Internet-Provider möchte jetzt viel Geld haben, obwohl er sich gar nicht darüber ins Internet eingewählt hat und sich auch nicht einwählen musste, denn mit der vorhandenen Flat kann er wirklich mehr surfen, als es ihm zeitlich überhaupt möglich ist.

Kennt Ihr ähnliche Fälle?

bubblegum

Kann sich eine Telefon-Anlage von sich aus ins Internet
einwählen?

Normalerweise nicht.

und ist mit
Netzwerkkabel bzw. USB mit der Telefonanlage verbunden.

Damit wird die Telefonanlage vermutlich automatisch zu einem ISDN-Modem. Jeder Dialer auf dem Rechner kann dann das Modem verwenden.

Kann sich dort ein
Programm eingenistet haben, dass diese Einwahl automatisch in
unregelmässigen Abständen vorgenommen hat?

Nicht unmöglich, aber mehr als unwahrscheinlich.

Kann sich eine Telefon-Anlage von sich aus ins Internet
einwählen?

Hallo,

mal abgesehen davon, dass bei einem prozessorgesteuerten System eigentlich alles möglich ist, hier ist die Anlage sicher zu Unrecht unter Verdacht:

Eine ISDN-Telefonanlage mit USB-Verbindung zum PC stellt normalerweise eine CAPI-Schnittstelle zur Verfügung, funktioniert also wie eine ISDN-Karte, die in dem Fall auch ganz überflüssig ist. Jedes Programm auf dem PC, das überhaupt internetfähig ist, kann sich daher über die Anlage ins Internet einwählen mit einer Providernummer und korrektem User und Passwort. Also PC + Anlage funktioniert genauso wie PC mit FritzCard.

Da also der Zugang ganz korrekt eingerichtet ist und zur Verfügung steht, dürfte es sehr schwierig sein nachzuweisen, dass niemals eine solche Verbinung aufgebaut wurde - wenn es denn überhaupt stimmt (womöglich steht die Nummer des Providers, der jetzt sein Geld haben will, noch in der Registry…). Was sagt denn der Einzelverbindungsnachweis?

Gruss Reinhard

Moin, Moin.

Da also der Zugang ganz korrekt eingerichtet ist und zur
Verfügung steht, dürfte es sehr schwierig sein nachzuweisen,
dass niemals eine solche Verbinung aufgebaut wurde - wenn es
denn überhaupt stimmt (womöglich steht die Nummer des
Providers, der jetzt sein Geld haben will, noch in der
Registry…). Was sagt denn der Einzelverbindungsnachweis?

Je nach Eumex Anlage, kann er die Einzelverbindungen selber aus der Anlage auslesen. Wenn dann die Verbindungen zur besagten Nummer stehen, dann heißt es schnell die USB Verbindung kappen und den Dialer suchen. Wenn gefunden, würde ich das ganze über die Polizei laufen lassen, nichts löschen, bevor die Kripo es gecheckt hat.

alf

… vorab: ist denn der Betrag so hoch dass sich das Streiten lohnt, oder geht es in erster Linie darum, Wiederholungen zu vermeiden?

Nun soll er sich aber im vergangenen Jahr mehrfach übder einen
Anbieter manuell über den Call-By-Call-Internet-Provider ins
Internet eingewählt haben. Als Einwahlnummer wird eine
Telefonnummer genannt, die nur als Fax belegt war.

Nacheliegender als TK Anlagenviren und Dialer: jemand hat den Faxanschluss vom Fax auf seinen Notebook gestöpselt, und den Call-by-Call Provider bewusst genützt um zu surfen. Man braucht für diese Theorie nur einen unehrlichen/unvorsichtigen Mitarbeiter, Besucher oder Dienstleister. Die sind alle Mal häufiger als Dialer die angeblich TK Anlagen befallen.

Er fragt sich natürlich, wie das möglich sein kann. Die Eumex
ist ja mit einer Festplatte ausgestattet. Kann sich dort ein
Programm eingenistet haben, dass diese Einwahl automatisch in
unregelmässigen Abständen vorgenommen hat?

Eine Festplatte alleine reicht nicht als Indiz, einer TK Anlage solche Unterstellungen zu machen :smile:

Könnt Ihr meinem Bekannten weiterhelfen, denn der
Call-By-Call-Internet-Provider möchte jetzt viel Geld haben,
obwohl er sich gar nicht darüber ins Internet eingewählt hat
und sich auch nicht einwählen musste, denn mit der vorhandenen
Flat kann er wirklich mehr surfen, als es ihm zeitlich
überhaupt möglich ist.

Wer sagt, dass er, oder jemand anders das nicht durch Fehlkonfiguration zuwege gebracht hat? Der Verdacht liegt z.B. nahe, wenn man einfach die Hersteller-CDs eines Geräts in den PC gibt und alle Installationswünsche der Software blind abnickt ohne genau zu wissen was man tut. Im besten Fall kriegt man dann einen Haufen unnützer Werbung ins Gesicht, im schlimmsten Fall unnütze Helferlein, die in ihrer Naivität mit dem Computer irgendeinen Unsinn anstellen.

Kennt Ihr ähnliche Fälle?

Man hat vor Jahren öfters mal darüber gelesen. Inzwischen sind Dialer wohl wegen des Aussterbens der PC-basierten Einwählverbindungen durch DSL und Router für Betrüger wie für Anwender gleichermaßen uninteressant geworden, und deshalb hört man nicht mehr viel von ihnen.

Dreh doch das Verfahren. Provider, die sich betrügerisch über Dialer anwählen lassen um Geld zu erpressen machen das nicht mit einem einzigen User, das lohnt nicht. Die Rufnummern sind bekannt, ebenso die Firmennamen, eine schnelle Recherche nach der Einwählnummer oder ein Blick auf die Liste bei der Reg-TP, oder ein Blick auf den Firmannamen in der Rechnung reicht.

Ergibt die Recherche, dass es sich um einen seriösen Anbieter handelt, ist die Wahrscheinlichkeit eines Eigenfehlers oder eines Missbrauchs des Faxsteckers so gut wie 100% --> Zähneknirschend zahlen.

Ergibt die Recherche, dass der Anbieter durch Betrügereien mit Dialern aufgefallen ist, und ist die Summe hoch genug dass es den Aufwand lohnt, hilft nur der Rechnung widersprechen, das gleichzeitig ein Gang zum Anwalt, da die Betrügerfirmen scheinbar sehr schnell gewaltige Drohkulissen aufbauen um den Benutzer einzuschüchtern.

Ich kann Deinem Freunmd dabei nicht helfen :frowning:

…Armin