Kann Stallbesitzer zur Impfung zwingen?

Hallo liebe Themenexperten,

ein Pferdebesitzer hat 3 Pferde, welche in einem Pensionsstall untergebracht sind. Vor kurzem ist ein anderes Pferd an Herpes erkrankt. Daraufhin wurde eine Einstellerversammlung einberufen und die Impfung aller Pferde gegen Herpes beschlossen! Der betroffene Pferdebesitzer konnte bei der Versammlung nicht anwesend sein, hatte aber im Vorfeld schon eindeutig zu verstehen gegeben, dass er nicht impfen lassen werde, weil seine Pferde diese Impfung in der Vergangenheit nicht vertragen haben, es gab erhebliche Nebenwirkungen. Ausserdem ist eines der Pferde Diabetiker und gesundheitlich stark vorbelastet.

Die Pferde stehen getrennt von den anderen abseits auf einer eigenen Koppel, sie kommen gar nicht mit dem Rest der Pferde in Kontakt.

Die Impfung gegen Herpes ist vom Veterinäramt nicht vorgeschrieben.

Die Frage lautet daher: Kann ein Stallbesitzer zur Impfung zwingen? Andernfalls droht er mit Kündigung, ist das zulässig! Im Einstellvertrag steht nichts von Impfpflicht.

Vielen Dank für Eure Einschätzung!

weil seine Pferde diese Impfung in der Vergangenheit
nicht vertragen haben, es gab erhebliche Nebenwirkungen.
Ausserdem ist eines der Pferde Diabetiker und gesundheitlich
stark vorbelastet.

das ist ein guter grund, der gegen eine impfung spricht. oder würde eine infektion mit herpes das pferd ebenfalls ggf. mehr schwächen ?!

Die Pferde stehen getrennt von den anderen abseits auf einer
eigenen Koppel, sie kommen gar nicht mit dem Rest der Pferde
in Kontakt.

das ist ebenfalls ein guter grund. allerdings weiß ich nicht genau, wie sich herpes bei pferden überträgt ?!

Die Impfung gegen Herpes ist vom Veterinäramt nicht
vorgeschrieben.

Die Frage lautet daher: Kann ein Stallbesitzer zur Impfung
zwingen? Andernfalls droht er mit Kündigung, ist das zulässig!
Im Einstellvertrag steht nichts von Impfpflicht.

Vielen Dank für Eure Einschätzung!

ich weiß nicht genau, welche folgen herpes für pferde hat. ist es gesundheitsschädlich, geht es mit entsprechender behandlung schnell weg oder ist es vllt sogar tödlich ?! wie groß ist die infektionsgefahr bzw- -wahrscheinlichkeit.

also grds. kann aus dem vertrag mit dem pferdestallbesitzer (?) eine nebenpflicht für den pferdebesitzer entstehen, dass die eigenen pferde gegen ansteckende krankheiten geimpft werden, damit sich die benachbarten pferde nicht infizieren. man könnte ggf. von einem (echten) vertrag zugunsten dritter ausgehen, dass die anderen pferdebesitzer so einen anspruch haben, da ihr „eigentum“ erkennbar nicht verletzt werden soll.
allerdings muss man eben auch die eigenen interessen des pferdebesitzers abwägen, inbes. (todes-)gefahr durch impfung, ansteckung praktisch ausgeschlossen, herpes ungefährlich bzw. einfach vorzubeugen/zu beseitigen.

da ich nicht weiß, wie gefährlich herpes für ein pferd ist, sollte man die abwägung selbst durchführen.

Hallo Silke,
ich kenne den Einstellvertrag nicht, aber ich vermute mal stark, dass der Stallbesitzer auf jeden Fall kündigen kann. So gesehen kann er die Pferdebesitzerin indirekt zu dieser Impfung zwingen.
Gruß Michael

es gibt nur 2 möglichkeiten:

  1. ordentliche kündigung wurde nicht ausgeschlossen, dann ist eine kündigung (ohne grund) innerhalb der 3 monatigen kündigungsfrist jederzeit möglich. es kommt also nicht darauf an, ob das tier krank ist oder nicht.

  2. die ordentliche kündigung wurde ausgeschlossen. dann bedarf es für die kündigung eines wichtigen grundes, womit wir wieder bei abwägung der umstände sind.

Guten Tag,

weil seine Pferde diese Impfung in der Vergangenheit
nicht vertragen haben, es gab erhebliche Nebenwirkungen.
Ausserdem ist eines der Pferde Diabetiker und gesundheitlich
stark vorbelastet.

das ist ein guter grund, der gegen eine impfung spricht. oder
würde eine infektion mit herpes das pferd ebenfalls ggf. mehr
schwächen ?!

eine Infektion würde ein geschwächtes Pferd töten - man kann Impfproplemen vorbeugen indem vorher Immunistärkende Mittel gegeben werden.

Die Pferde stehen getrennt von den anderen abseits auf einer
eigenen Koppel, sie kommen gar nicht mit dem Rest der Pferde
in Kontakt.

das ist ebenfalls ein guter grund. allerdings weiß ich nicht
genau, wie sich herpes bei pferden überträgt ?!

per Tröpfcheninfektion auch über weitere Entfernungen möglich und natürlich per direktem Kontakt und Menschen können die Krankheit durch indirekten Kontakt übertragen. Wenn in einem Stall Herpes ausbricht wird meistens strenge Quarantäne verhängt (also incl Verbringungsverbot, Kleidungswechsel, etc.)

Die Impfung gegen Herpes ist vom Veterinäramt nicht
vorgeschrieben.

Die Frage lautet daher: Kann ein Stallbesitzer zur Impfung
zwingen? Andernfalls droht er mit Kündigung, ist das zulässig!
Im Einstellvertrag steht nichts von Impfpflicht.

Vielen Dank für Eure Einschätzung!

ich weiß nicht genau, welche folgen herpes für pferde hat.

Je nach Typ kann EHV tödlich enden

ist
es gesundheitsschädlich, geht es mit entsprechender behandlung
schnell weg

die EHV viren sind hochansteckend - für die Embryonen tragender Stuten sind sie immer tödlich für alte und geschwächte Pferde auch - nur Pferde mit einem intakten Immunsystem können mit Glück ohne Folgeschäden aus einer Herpesinfektion rauskommen - die Erkrankung wird auch weniger „schlimm“ wenn geimpft ist, trotzdem kann es je nach Virsutyp trotzdem auch da noch zu Todesfällen kommen

wie groß ist die
infektionsgefahr bzw- -wahrscheinlichkeit.

Wenn ein Pferd erkrankt, ist der gesamte Bestand gefährdet

also grds. kann aus dem vertrag mit dem pferdestallbesitzer
(?) eine nebenpflicht für den pferdebesitzer entstehen, dass
die eigenen pferde gegen ansteckende krankheiten geimpft
werden, damit sich die benachbarten pferde nicht infizieren.
man könnte ggf. von einem (echten) vertrag zugunsten dritter
ausgehen, dass die anderen pferdebesitzer so einen anspruch
haben, da ihr „eigentum“ erkennbar nicht verletzt werden soll.
allerdings muss man eben auch die eigenen interessen des
pferdebesitzers abwägen, inbes. (todes-)gefahr durch impfung,
ansteckung praktisch ausgeschlossen, herpes ungefährlich bzw.
einfach vorzubeugen/zu beseitigen.

da ich nicht weiß, wie gefährlich herpes für ein pferd ist,
sollte man die abwägung selbst durchführen.

Wenn in dem Stall Zuchttiere (Gefahr des seuchenhaftes Verfohlens) oder Turnierpferde (hohes Infektionsrisiko) stehen, ist es durchaus sinnvoll diese Imfpung für den gesamten Bestand vorzuschreiben

Gruß h.