Kapitalanlage / Sofortrente

Hallo Experten,
folgende Situation habe ich in meinem Bekanntenkreis:

Rentnerin, 63 Jahre, bekommt (demnächst) ca. 400 Euro Rente/Monat + ca. 100 Euro Versorgungsausgleich, ist belastet durch ca. 500 Euro Miete + NK. Diese Frau bekommt in Kürze einen nicht ganz kleinen Geldbetrag aus einem Scheidungsverfahren (ca. 210.000 Euro).

Die Frage:
Wie bessert man in Anbetracht der recht bescheidenen Rente diese durch Anlage des o. gen. Kapitals auf? Schön wäre, wenn ihr mehrere Alternativen grob beschreiben könntet (Kapitalerhalt, Kapitalverzehr, …).
Vielen Dank
Andreas

Hallo,

das ist natürlich eine blöde Situation.
Es gibt Möglichkeiten das Geld in ein Beitragsdepot zu legen und sich dann eine „Rente“ zahlen lassen. Meines Erachtens gibt es keine Möglichkeit das Geld steuerfrei zu bekommen.

Man könnte theoretisch auch einen Rentenfonds kaufen und dann einen Auszahlplan machen. Die Kosten für die Anlage sind aber nicht zu unterschätzen.

Gruss
Christian

Hallihallo

Aufgrund Ihrer Alters lohnt es sich nicht, den Betrag in eine Rentenversicherung einzuzahlen. Die kalkulieren das Risiko zu hoch. Ich würde eine Eigentumswohnung kaufen und die Miete sparen. Wenn die Rente jetzt nicht ausreicht, Rest anlegen bei der Bank mit Kapitalverzehr ( Beispiel: Eigentumswohnung für 150 000 Euro Rest 60000 Euro. Verzinsung Beispiel 4% monatlich ohne Kapitalverzehrung 200 Euro. Gesamt 700 Euro zum Leben. Wenn es reicht.

Gruß Marco

P.S. Eigentumswohnungen gibt es natürlich auch wesentlich günstiger

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hallo Andreas,
Marcos Ideen sind schon richtig. Nur muss es nicht eine so teuere Wohnung von 150.000 € sein.Auch eine Möglichkeit ist „Betreutes Wohnen“. Das hat wenig mit Altenheim zu tun. Das sind Wohnungen mit allem Komfort und Bimmel für Notfälle. Praktisch eine Mischeung aus Eigentums- (oder Miet-)wohnung und Altenheim.Sind oft Klasse Wohnungen. Jeder ist vollkommen unabhängig. Hat aber die Chance, auch gepflegt zu werden. Da sind nicht nur alte Leute drin.
Nur die Anlage bei der Bank, also auf die würde ich verzichten. Es gibt (z.B. von der NEMIAN, eine Tochter der großen Allianz) eine Fondsanlage, die sehr sicher ist und doch so um die 7 % erwirtschaftet. Oder die Prudential: die hat „geglättete“ Wertentwicklungen und eine Zinsgarantie. Erkundige Dich mal, ist eine absolut Superanlage, die besonders für Leute ist, die Sicherheit hoch bewerten und trotzdem Rendite erwirtschaften wollen.
Nur keine Chancenorientierte Anlage: das sind solche für junge Anleger, die auf Rendite aus sind und denen es auch nichts ausmacht, wenn mal 2 Jahre Minus erwirtschaftet wird. Im Schnitt kommt hier zwar immer ein gewaltiges Plus heraus, doch für jemanden, der davon leben muss, ist so was nicht geeignet.
Nur bei der Bank… nein, da bekommst Du nicht das passende. Das wäre das gleiche, Du gehst zum Fordhändler und willst von ihm einen Opel kaufen. Banken sind gut, um einen Kredit zu bekommen, um sein KK-Konto verwalten zu lassen… Alles Arbeiten, wo sie nicht evtl. Konkurrenzprodukte anbieten müssten. Das dürfen sie nicht. Oder nur, wenns gar nicht mehr anders geht. Das ist aber keine kundeorientierte Beratung.
Grüße
Raimund

Hallihallo

Kann deine (schlechte) Meinung über Banken nicht wirklich nachvollziehen. Und 7% Garantiert: Das bieten ja die meisten Lebensversicherer nicht. Aber nenne mir doch mal bitte die Adresse. Ich erkundige mich mal. Grundsätzlich wollen alle (Banken, Versicherungen, Makler etc.) Provisionen verdienen. Hier hilft echt nur ein Vergleich mit mehreren Instititionen. Eine grundsätzliche Frage stellt sich natürlich. Wie hoch ist denn der monatliche Gesamtbedarf der Dame?
Von irgendwelchen spekulativen Sachen würde ich grundsätzlich auch abraten.
Das mit dem betreuten Wohnen ist auch richtig, allerdings fühlen sich viele Menschen dort nicht wohl. Aber im Endeffekt muß die Dame dies selber entscheiden.

Wir bräuchten hier ein wenig mehr Infos.

Gruß aus dem sonnigen Rheinland.

Marco

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Hallihallo

Kann deine (schlechte) Meinung über Banken nicht wirklich
nachvollziehen.

Ich schon, wenn Du so lange im Geschäft bist wie ich. Da weisst Du dann, was so alles läuft.

Und 7% Garantiert: Das bieten ja die meisten
Lebensversicherer nicht.

Wie die Garantie aussieht und wie diese Fondsanlage aufgebaut ist, wäre hier absolut fehl am Platz. Dazu würde ich Dich bitten, Dich an die erwähnten Adressen zu wenden:Nemian, Sali (Prudential), … Es gibt noch ein paar.
Leider werden immer noch Fonds verkauft, die möglichst viel Provision abwerfen.
Mit Kapital-LV wirst Du allerdings niemanden hinter den Ofen hervorlocken. Diese sind eine sterbende Versicherungsart. Fast alle Gesellschaften schreiben rote Umsatzzahlen in der Sparte.

Aber nenne mir doch mal bitte die
Adresse. Ich erkundige mich mal. Grundsätzlich wollen alle
(Banken, Versicherungen, Makler etc.) Provisionen verdienen.

Logisch will jemand, der damit handelt verdienen. Was ist daran falsch? Es gibt nichts auf der Welt, das amn umsonst bekommt. Oder soll der Emmitent, das Fondsmanagement und der Vermittler umsonst arbeiten? Bei Kapitalanlagen sind es meist 5% Agio. Darin sind sämtliche Abschlusskosten enthalten. Doch das sind nicht die einzigen Kosten. Diese Fonds sollen ja fachmännisch verwaltet werden, sie sollen Rendite erwirtschaften. Das machen die nicht von sich alleine. Dazu braucht man Fachleute. Und hier ist der Unterschied zu den meisten Fonds: diese Kosten müssen so niedrig wie möglich sein. Ich habe mal bei einer Versicherung nachgefragt, wieviel ihr neuer Fonds denn laufende Kosten hat. nach einigem herumdrücken kam´s raus: 25%!!! Was meinst Du, wie schnell das Gespräch zu Ende war!

Hier hilft echt nur ein Vergleich mit mehreren Instititionen.

Klar. Oder kaufst Du das erste Auto, das Du siehst? Heiratest Du die erste Frau, die Du…usw.

Eine grundsätzliche Frage stellt sich natürlich. Wie hoch ist
denn der monatliche Gesamtbedarf der Dame?

Nein, der stellt sich in diesem Fall erst mal nicht. Denn hier steht nur eine begrenzte Summe zur Verfügung. Und damit muss man auskommen.

Von irgend welchen spekulativen Sachen würde ich grundsätzlich
auch abraten.

Genau darum schrieb ich, dass man nicht Dachfonds nimmt, die auf Rendite ausgrelegt sind, sondern auf Sicherheit. Z.B. einen größeren Anteil an Rentenpapieren beinhaltet. Das drückt natürlich die Rendite. Als Beispiel: Nemian bietet einen Dachfonds, der im Laufe von 15 Jahren ca. 25 % p.a. erwartet. Ich persönlich glaube sogar, dass der mehr erwirtschaftet. Doch ist das ein Fonds, der das ganze Auf und Ab des Marktes mitmacht. Und das ist für die Dame halt das ungeeignetste.
In dem Alter sieht man mehr auf Kontinuität und Sicherheit.

Das mit dem betreuten Wohnen ist auch richtig, allerdings
fühlen sich viele Menschen dort nicht wohl. Aber im Endeffekt
muß die Dame dies selber entscheiden.

Gibt da sehr schöne Anlagen. Man sollte sich diese Wohnungen sehr genau ansehen. Auch die Gegend. Was hilft Dir eine Anlage, die mitten in der Stadt liegt, wenn Du Naturfreak bist? Oder eine im Wald, wenn Du täglich Schaufensterbummel machen möchtest?

Wir bräuchten hier ein wenig mehr Infos.

Das ist allerdings richtig.

Gruß aus dem sonnigen Rheinland.

Na, so heiß wie bei uns ist´s laut Wetterbericht bei Euch nicht. Die haben gestern 30 % vorraus gesagt. Zum Glück habe ich eine Klimaanlage im Auto… sonst wäre ich den Hitzetod gestorben! Wir sind halt nichts mehr gewöhnt. Wart mal ab, wenn wir wieder fast 40% C bekommen! Die Kinder freuen sich… und die Arbeitenden stöhnen. Petrus kann´s halt nicht allen recht machen!
Grüße
Raimund

… mehr Infos
Hallo,
vielen Dank zunächst für die bisherigen Antworten. Hier noch einige Informationen, die den Sachverhalt etwas abrunden. Einkommen (ca. 500.- aus Rente und VA) wird allein durch Kaltmiete aufgezehrt. Betreutes Wohnen oder Umzug kommt für die Dame nicht in Frage - sie ist noch recht rüstig. Ihre Lebenshaltungskosten bewegen sich m. E. im Durchschnitt - sie fällt eben in ihrem Konsumverhalten nicht weiter auf. Mehr gibt es da eigentlich nicht zu sagen …

Ich habe kürzlich von einem Bekannten folgendes zum Thema bekommen: Aus einer Einmalanlage von 155.000 Euro werden lebenslang mindesten 722.- Euro/Monat. Derzeit etwa 1060.- Euro/Monat (incl. Überschussbeteiligung). Auszahlung 16 Jahre garantiert (Erbfall). Der Rest wird eher kurzfristig angelegt in Immobilienfond und Rentenpapieren. Die Erträge werden jährlich ausgezahlt.

Ich bewerte das Angebot etwa so:

Vorteil: Auszahlung der Sofortrente ist weitgehend steuerfrei und würde auch im Mindestfall (einigermaßen) reichen. Die beiden anderen Anlagen sorgen für einen warmen Regen zum Jahresbeginn.

Nachteil: Die Rendite und die Laufzeit im Todesfall machen mir Bauchschmerzen - Kapital ist weg. Nebenbei bemerkt kann ich die Sache mit der Sofortrente nicht als oder bewerten - ich habe keine Ahnung von solchen Anlageformen.

Was sollte man tun? Meldet Euch bitte noch mal.

Danke und Gruß
Andreas

Hallo Andreas,

natürlich gibt es viele lukrative Anlagen, aber je höher der Ertrag desto höher das Risiko.

Mein Anraten deshalb keine Experimente mit dem Geld der alten Dame.

Beispiel:

Kapital 210000
Entnahme fürs 1. jahr 10000
Anlagekapital 200000
das ganz simpel auf einem Festgeldkonto oder höherverzinslicher Sparanlage zu nur 4 % ngelegt ergibt per anno Zinsen
8000 oder monalich ca. 666 euro

Bei der Sparsamkeit, wie du sie beschreiben hast, eine vernünftige Rente.

Jetzt kann man sich allerdings die Mühe machen und Festgeld oder Langfristsparanlagen vergleichen. evtl. festverzinsliche Wertpapiere, Schatzbriefe etc.

Angenommen man erhält 5% dann sinds schon ca. 830 Euro / Monat

Hierbei wird das Kapital nicht verzehrt (außer durch die Infl.-Rate)

Beachte bei Sofortrente, daß die Mindestruhezeiten am Anfang bis zu 12 Jahren lauten. D.h.: du zahlst ein und mußt vielleicht 6 Jahre warten bis die erste Rente gezahlt wird.
Gruss
winkel

hallo Andreas,
von einem Immobilienfond rate ich grundsätzlich ab. Ich habe da leider schon viel zu viel erlebt (bin seit 1978 in dem Geschäft).
Eine Bindung an unseren Staat (Bundesschätzchen) ist nicht nur Geldentwertung, sondern auch noch riskant. Ich weiß, diese Einschätzung teilen nicht alle. Doch warum soll ich mein Geld zu 4 % anlegen und an das Wohl und Wehe eines einzelnen Staates koppeln? Dazu ist die Rendite zu gering, um das Risiko einzugehen.
Es gibt so gute Anlagefonds, die eine weitaus höhere Sicheit haben und das auch in der Vergangenheit bewiesen haben.
Aber Du siehst aus unserer Diskussion, dass hier jeder eine andere Meinung hat.Und die gehen teilweise konträr auseinander.
Hier musst Du selber durch und Dir Deine eigene Meinung bilden.
Und dazu hilft Dir keine Bank. Kann sie auch gar nicht.
Grüße
Raimund

Hallo Andreas,

natürlich gibt es viele lukrative Anlagen, aber je höher der
Ertrag desto höher das Risiko.

Mein Anraten deshalb keine Experimente mit dem Geld der alten
Dame.

Beispiel:

Kapital 210000
Entnahme fürs 1. jahr 10000
Anlagekapital 200000
das ganz simpel auf einem Festgeldkonto oder
höherverzinslicher Sparanlage zu nur 4 % ngelegt ergibt per
anno Zinsen
8000 oder monalich ca. 666 euro

Bei der Sparsamkeit, wie du sie beschreiben hast, eine
vernünftige Rente.

Jetzt kann man sich allerdings die Mühe machen und Festgeld
oder Langfristsparanlagen vergleichen. evtl. festverzinsliche
Wertpapiere, Schatzbriefe etc.

Angenommen man erhält 5% dann sinds schon ca. 830 Euro / Monat

Hierbei wird das Kapital nicht verzehrt (außer durch die
Infl.-Rate)

Beachte bei Sofortrente, daß die Mindestruhezeiten am Anfang
bis zu 12 Jahren lauten. D.h.: du zahlst ein und mußt
vielleicht 6 Jahre warten bis die erste Rente gezahlt wird.

  • und das kann Man(n)/Frau bitte wo nachlesen ??

Gruss
winkel

Hallo Andreas,
mal so auf die Schnelle ein paar Ideen:

  • monatliche lebenslange sofortbeginnende GARANTIERTE
    Rente ca. EUR 920,00
    incl. Überschuß ca. 1.130,00 steigend ab 2. Jahr um jährlich 1%
  • Rentengarantiezeit 19 Jahre (für evtl. Hinterbliebenversorgung)

oder

monatliche lebenslange sofortbeginnende GARANTIERTE
Rente ca. EUR 961,00
incl. Überschuß ca. 1.171,00 steigend ab 2. Jahr um jährlich 1%

  • Rentengarantiezeit 5 (!) Jahre (für evtl.
    Hinterbliebenversorgung

oder, oder oder sonst gibt es hier wieder Stress.

Wenn gewünscht - mir bitte Mail schicken.

MfG Siegfried Nikschick

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Nachtrag:

Die Gesamtrente incl. Überschuß unterliegt natürlich in Höhe des Ertragsanteiles gem. § 22 EStG der Einkommensteuer.

Rentenversicherungen gegen Einmalbeitrag ohne Kapitalwahlrecht sind steuerlich begünstigt.
der Einkommensteuer

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

interessehalber…
würde mich das auch interessieren…

schließlich heißt es ja nicht umsonst „Sofort-Rente“ :smile:

Gruß
Marco

PS. doch glatt einer durchgeschlüpft :smile: