zum Kauf eines Eigenheimes fehlt und das Eigenkapital. Nun
wurde uns folgendes Angebot von einer Firma gemacht: wir
„kaufen“ eine gepflegte 70qm Wohnung in guter Lage. Diese wird
über die Fa. sofort vermietet.
Was kosten denn die 70 qm-Wohnung in guter Lage („gute Lage“ kostet so ca. DM 4.000,00 bis DM 5.000,00 pro qm)? Ist die Wohnung neu oder Altbau? Welche Nebenkosten tauchen auf bzw. werden mitfinanziert (Notar, Grunderwerbsteuer etc)? Achtung!!! Z. B. Immobilien in Berlin waren vor ca. 10 Jahren auch „gute Lage“, heute sind die fast nicht mehr verkäuflich. Das Problem liegt vielleicht da drin, daß sich die Gewohnheiten der Menschen ändern (Stadtflucht). Also was heute gut ist kann in 10 Jahren völlig falsch sein (ich sage kann).
Durch den Kauf würde sich auf
Grund steuerlicher Vorteile mein Nettoeinkommen um ca. 300.-
DM erhöhen (lt. Firma). Zusammen mit den vermögenswirksamen
Leistungen bliebe für uns ein monatlicher Restbetrag von ca.
320.- DM zu bezahlen. Mit der Summe Miete + Restbetrag + VWL +
steuerl. Vorteile könnten wir die Wohnung abzahlen.
1.) Bei diesen Steuersparmodellen ist aber normalerweise eine Tilgungsaussetzung am sinnvollsten, oder? Aber dann führst Du keine Tilgung durch sondern sparst eine LV an. Kläre das unbedingt ab wie die Tilgung erfolgen soll.
2.) In diesen Berechnungen wird meistens ein hohes Disagio miteinkalkuliert um die Steuerersparnis und die Zinsbelastung schön zu rechnen und die Kreditverträge laufen relativ kurz (meist 5 Jahre). Der „Hammer“ kommt dann aber nach Ablauf der Zinsfestschreibung.
Der
Wohnungskauf diene aber nur der eigentlichen Kapitalbildung -
nach 10 Jahren würde die Wohnung wieder gewinnbringend
verkauft
Gewinnbringend? Wer garantiert das ?
(die wir dann natürlich noch nicht abgezahlt haben)
und wir hätten damit (durch den erwirtschafteten Gewinn)
genügend EK, um ein entspr. Objekt für den eigenen Gebrauch zu
erwerben.
s. o. Beispiel Berlin/Vielleicht habt Ihr dann aber erst die Nebenkosten getilgt und nichts wird es aus dem Eigenkapital.
Laut Aussage der Firma habe sie dieses Verfahren
schon einige dutzendmal durchgeführt.
Hast Du Dir Referenzen geben lassen und mit den vielen Dutzend Kunden gesprochen? Versuch einmal ein paar Adressen von diesen Kunden zu bekommen.
Umfangreiche
Serviceleistungen (insbesondere Hausverwaltung etc.) sind im
monatlichen Betrag schon enthalten.
Frage: was ist davon zu halten ? Warum kauft sich nicht
„jeder“ für nur 300.- Mark im Monat ohne Eigenkapital eine
Wohnung ? Mir ist das alles viel zu „rosarot“, ich kann mir
einfach nicht vorstellen, dass das funktioniert. Auf welches
Eis soll ich da geführt werden ?
Geht schon, zumindest die ersten Jahre aber nach der Zinsbindung und der AfA-Reduzierung werden die Karten neu gemischt. Und dann sieht alles vielleicht etwas anderst aus.
Wäre dankbar für Tipps, die mir helfen, meinen Blick etwas zu
klären…
Gruss Peter
Meine Meinung:
Kann funktionieren aber das Risiko ist vielleicht doch etwas hoch. Zur Eigenkapitalbeschaffung gibt es bessere, schnellere und sichere Möglichkeiten als die o. a.
Gruß
Friedrich Eschle