Kapitalismus und freie Marktwirtschaft

Hallo,

worin besteht der Unterschied zwischen freier Marktwirtschaft und Kapitalimus? Oder anders gefragt: Was sind die Eigenschaften von Kapitalimus und welche die der Marktwirtschaft?

Ich hab leider keine vernünftige Seite mit Google gefunden, die das erklärt, da praktisch jede Seite sich nur mit ideologischer Kapitalismuskritik beschäftigt. Deswegen möchte ich auch gleich vorweg sagen, dass ich nur objektive Eigenschaften wissen möchte, also z.B. Wettbewerb muss möglich sein usw usf. Welche (negativen wie positiven) Dinge sich daraus ergeben könnten, interessiert ich dabei jetzt nicht.

Vielen Dank schonmal,
deconstruct

Hallo,
wirst Du auch weiterhin nur ideologische Kommentare lesen können.
Die so genannte freie Marktwirtschaft ist nur ein anderer Begriff für Kapitalismus. Und warum wurde er geschaffen? Klingt besser und vermittelt keine Klassenunterschiede mehr.
Um zu wissen was Kapitalismus ist, mußt Du Dich der Mühe unterziehen "Das Kapital " von K.Marx zu lesen.
Es ist nicht leicht zu lesen, aber wahrscheinlich unumgänglich.

Gruß Gert

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo.

wirst Du auch weiterhin nur ideologische Kommentare lesen
können.

Was wohl unumgänglich sein dürfte…

Die so genannte freie Marktwirtschaft ist nur ein anderer
Begriff für Kapitalismus. Und warum wurde er geschaffen?
Klingt besser und vermittelt keine Klassenunterschiede mehr.

Mit einer Prise Psychologie gewürzt: beim Kapitalismus wusste bald jeder was er für Nachteile haben kann. Aber im Grund darf in beiden Systemem jeder nach seinen Kräften und finanziellem Vermögen materielle wie finanzielle Güter anhäufen. Welche er/sie nach einer gewissen Zeit bitte in geeignetem Umfang weitergeben möge… (kath. Soziallehre u.a.). Speziell in der BRD fängt die ‚soziale‘ MW die Verlierer der MW teilweise auf.

Um zu wissen was Kapitalismus ist, mußt Du Dich der Mühe
unterziehen "Das Kapital " von K.Marx zu lesen.
Es ist nicht leicht zu lesen, aber wahrscheinlich
unumgänglich.

Das Herder Lexikon Politik von '96 tut’s auch und ist auch wesentlich kleiner gehalten. Und Subjektivität ist sowieso zu erwarten. Z.B. gibt es mehrere Phasen des Kapitalismus: Frühkapitalismus (MA), Hoch-K. (18./19. Jhrdt), Spät-K. (nach 1. WK). Jede dieser 3 Phasen hat ihre Eigenarten mit denen der Einzelne argumentieren kann…

HTH
mfg M.L.

***Ben Wisch***
http://de.news.yahoo.com/050224/3/4flka.html

Hallo.

wirst Du auch weiterhin nur ideologische Kommentare lesen
können.

Was wohl unumgänglich sein dürfte…

Die so genannte freie Marktwirtschaft ist nur ein anderer
Begriff für Kapitalismus. Und warum wurde er geschaffen?
Klingt besser und vermittelt keine Klassenunterschiede mehr.

Mit einer Prise Psychologie gewürzt: beim Kapitalismus wusste
bald jeder was er für Nachteile haben kann. Aber im Grund darf
in beiden Systemem jeder nach seinen Kräften und finanziellem
Vermögen materielle wie finanzielle Güter anhäufen. Welche
er/sie nach einer gewissen Zeit bitte in geeignetem Umfang
weitergeben möge… (kath. Soziallehre u.a.). Speziell in der
BRD fängt die ‚soziale‘ MW die Verlierer der MW teilweise auf.

Um zu wissen was Kapitalismus ist, mußt Du Dich der Mühe
unterziehen "Das Kapital " von K.Marx zu lesen.
Es ist nicht leicht zu lesen, aber wahrscheinlich
unumgänglich.

Das Herder Lexikon Politik von '96 tut’s auch und ist auch
wesentlich kleiner gehalten. Und Subjektivität ist sowieso zu
erwarten. Z.B. gibt es mehrere Phasen des Kapitalismus:
Frühkapitalismus (MA), Hoch-K. (18./19. Jhrdt), Spät-K. (nach

  1. WK). Jede dieser 3 Phasen hat ihre Eigenarten mit denen der
    Einzelne argumentieren kann…

Hallo,

der Argumentationen gibt es sicher tausendfache, weil sich das Erscheinungsbild des K. ständig ändert. Das gute an der marxchen Theorie (ist es überhaupt noch eine?)ist die ausgesprochene Logik.
Egal wie der K. in Erscheinung tritt- er läßt sich auf ein paar grundlegende Gesetzlichkeiten reduzieren, an denen man ihn erkennt.
Und wer die Grundlagen der marxchen Lehre nicht kennt, wird es nicht für möglich halten, daß in der heutigen industriellen Welt die Ausbeutung weit aus größer ist als im Frühkapitalismus, obwohl es der Masse der Arbeiter sehr viel besser geht als den Arbeitern damals.

Gruß G.

Hallo,

worin besteht der Unterschied zwischen freier Marktwirtschaft
und Kapitalimus?

der Unterschied ist, daß das eine ein ~ism ist und damit in den ideologischen Bereich gehört. Dieses spezielle ~ism sagt aus, daß sich alles um das Kapital bzw. dessen Vermehrung dreht. Anders fomuliert: Dem ureigenen Gewinnstreben der Wirtschaftssubjekte wird nichts entgegengesetzt.

Das andere ist ein selbsterklärender Begriff aus der Wirtschaftstheorie: Der Wirtschaft wird in der Ausübung ihrer Aktivitäten auf den verschiedenen Märkten nicht behindert.

Deckungsgleich?

Gruß,
Christian

Ich bearbeite gerade das Thema: „Über das Verhältnis von Sein und Sollen“, jedoch passt der Auszug aus diesem Skript gut zum Thema.

Kurz um: Es gibt unterschiedliche Formen der freien Marktwirtschaft und des Sozialismus. Und es ist ungeschickt, die Begriffe freie Marktwirtschaft und Kapitalismus gleichzusetzen.

Dieser Auszug ist eine knappe Einführung:
Für alle dem Universalismus verpflichteten Liberalen ist charakteri-
stisch, daß sie letztlich für ihre - auf Entfaltung der menschlichen Freiheit
und des menschlichen Gestaltungswillens gerichtete - Lehre einen absoluten
Geltungsanspruch erheben. Wie alle dem optimistischen Zweig der Aufklä-
rung entstammenden Ideologen hängen sie einer teleologisch-chiliastischen
Geschichtsphilosophie an, die neben sich keine andere Deutung der Ge-
schichte duldet. Wie die - ebenfalls auf Entfaltung der menschlichen Frei¬
heit und des menschlichen Gestaltungswillens reflektierenden - Sozialisten
marxistischer Couleur sind sie - ohne es freilich wie diese offen auszuspre-
chen - davon überzeugt, daß die nach dem Neolithikum beginnende Ge-
schichte ein Fortschrittsprozeß ist, der seine Vollendung darin findet, daß er
in ein irdisches - den eigenen ideologischen Vorstellungen vom richtigen
gesellschaftlichen Zusammenleben entsprechendes und nicht mehr verbesse-
rungsfähiges - Paradies freier Menschen einmündet1. Im Unterschied zu den
Marxistischen Sozialisten, die in der innerweltlichen - wie sie meinen - von
einem göttlichen Wesen unabhängigen Vernunft die Antriebskraft des histo-
rischen - zur Befreiung des Menschen von der Natur führenden - Fort-
schrittsprozesses sehen2, führen die dem Universalismus verpflichteten Liberalen den teleologischen Verlauf der Geschichte auf göttliche Providenz zurück.
13. Die modernen Vertreter des Universalistischen Liberalismus hatten im Unterschied zu Adam Smith [1759/1986, 1776/1986], der die Verwurzelung seiner Philosophie und der sich aus ihr ergebenden Wirtschaftslehre im Deismus noch offen herausstellte, lange Zeit Mühe damit, ohne Umschweife darzulegen, daß es sich bei der - das egoistische Handeln der Individuen zum Wohle des Ganzen koordinierenden - Unsichtbaren Hand um die für-sorgliche Hand Gottes handelt. Zum Teil mag es bei den modernen Vertre-tern des Universalistischen Liberalismus aber auch so gewesen sein, daß sie sich des Umstands nicht mehr bewußt waren, daß die Herausbildung einer vollkommenen, die Freiheit des Individuums verbürgenden nachgeschichtli-chen Welt ebenso Teil eines göttlichen Weltplans wie die Freie Marktwirt-schaft in ihrem inneren Wesen eine Göttliche Planwirtschaft ist3.
Die Scheu der Liberalen, die philosophisch-religiöse Wurzel und den heils-geschichtlichen Charakter ihrer Lehre unverhüllt herauszustellen, ist nach ihrem Sieg im Systemwettbewerb über den Marxistischen Sozialismus ein Gutteil wieder gewichen4. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts sind manche Vertreter des Universalistischen Liberalismus sogar so selbstbewußt und so von ihrer Lehre eingenommen, daß sie das - die Freiheit verbürgende -System individueller Menschenrechte - als das Herzstück des Westlichen
Liberalismus - als Zivil-Religion der Moderne5 bezeichnen, die unaus-weichlich über kurz oder lang in der ganzen Welt Geltung erlangen werde. Ein besonderer Aspekt dabei ist, daß es auf internationaler Ebene wachsen-de und in Deutschland zum Teil bereitwillig aufgegriffene Bestrebungen gibt, den Holocaust analog zum jüdisch-christlichen Sündenfall zum Grün-dungsmythos dieser Zivilreligion zu erheben6.
14. Die Universalistischen Liberalen sind nach dem Sieg des Westlichen
Systems im Systemwettbewerb über den Realstaatlichen Sozialismus davon
überzeugt, daß die Geschichte sie dazu berufen hat, ihren auf Gottes Heils-
plan (den Weltgeist) zurückgehenden Willen zu vollstrecken, indem sie
nunmehr dem Westlichen System auf globaler Ebene zum Durchbruch ver-
helfen und die gesamte Menschheit - ob sie nun will oder nicht - in seine
Geltung einbeziehen. Sie vermeinen, daß an dem von ihnen diagnostizierten
Ende des historischen Fortschrittsprozesses (am Ende der Geschichte) über-
all in der Welt - gleichsam in Umkehrung des sozialdarwinistischen Stand-
punkts, nach dem das Sollen dem Sein folgen müsse - das Sein sich dem
Sollen zu fügen habe. Vor dem Eintritt in die Nachgeschichte habe das Sein
eine mit dem Sollen insofern versöhnbare Gestalt angenommen, als es sich
nicht mehr dem gesellschaftlichen Gestaltungswillen zu entziehen vermöge.