Kapitallebensversicherung oder Fondpolice?

Hallo,
um die Steuerfreiheit (bis 31.12) für die Altersvorsorge durch Lebensversicherungen ausnutzen zu können hat man mir zwei Dinge empfohlen:

Die Kapitallebensversicherung:
Weil man bei Ihr absolut sicher ist, wahrscheinlich um die 6-7 Prozent bekommt, und sogar 4% Rendite garantiert sind.

Die Fondgebundene Lebensversicherung:
Weil man im Gegensatz zu einem Fondssparplan
die Fonds kostenlos wechseln kann, und sie duch die Fonds halt wesentlich höhere Eträge bringt als eine KLV.

Was ist denn nun richtig und was ist falsch,…da ich unserem REntensystem nicht mehr vertraue, möchte ich noch schnell etwas tun, bin aber unentschlossen, kennt sich jemand mit diesen Produkten aus??

Vielen DAnk für die Hilfe!!

Krümel

Hallo Krümel,

zuerst einmal: Die Pläne zur Besteuerung von Lebensversicherungen müssen erst von dem Bundesrat genehmigt werden, und danach sieht es zur Zei nicht aus. Die letzte Sitzung des Bundesrates findet am 26.11.99 statt, danach werden wir schlauer sein, also diesen Termin unbedingt abwarten und die Presse verfolgen und nicht auf irgendeine Panikmache eines Außendienstlers reinfallen.

Beide Versicherungen haben Ihre Stärken und leider auch Schwächen. Bei der „normalen“ Kapitallbensversicherung wird der Rechnungszins von derzeit 4% über die gesamte Laufzeit garantiert, die Überschußbeteiligung aber leider nicht. Der Vorteil aber ist Mindestverzinsung von 4 % plus Todesfallschutz von Beginn an. Und eine Überschußbeteiligung wird es auch geben, wieviel weiß leider keiner so genau.

Die Fondsgebundene LV hat auch den Todesfallschutz inklusive, leider können die Beiträge zu dieser Versicherung nicht als Vorsorgeaufwendungen geltend gemacht werden. Und Achtung: Die traumhaften Renditen, die in den Angeboten versprochen werden sind Vergangenheitswerte, also auch keine Sicherheit das die Entwicklung der von Dir gewählten Fonds auch über die Laufzeit so bleibt. Bei einigen Gesellschaften kostet auch das wechseln der Fonds Beiträge.

Vielleicht kannst Du ja, wenn Dir der Todesfallschutz nicht wichtig ist, ja den Abschluß einer Rentenversicherung in Betracht ziehen.

Und: Die Altersvorsorge nicht nur in einer Anlageform gestalten.

Gruß
Jochen

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Hallo,
um die Steuerfreiheit (bis 31.12) für die
Altersvorsorge durch Lebensversicherungen
ausnutzen zu können hat man mir zwei
Dinge empfohlen:

Wer weiss schon ob das so sein wird ?
Wenn Du aber so oder so eine LV machen willst, dann ist das jetzt schon der richtige Zeitpunkt.

Die Kapitallebensversicherung:
Weil man bei Ihr absolut sicher ist,
wahrscheinlich um die 6-7 Prozent
bekommt, und sogar 4% Rendite garantiert
sind.

Ja…

Die Fondgebundene Lebensversicherung:
Weil man im Gegensatz zu einem
Fondssparplan
die Fonds kostenlos wechseln kann, und
sie duch die Fonds halt wesentlich höhere
Eträge bringt als eine KLV.

…bringen können, wenn dass mit den Erträgen so weiter geht wie bisher bei den Fonds war. Ich glaube auch daran.

Der Wechsel der Fonds ist tatsächlich bei den meisten Versicherungen kostenlos.

Kleiner Nachteil: Nicht absetzbar im Rahmen von §10 EStG Sonderausgaben.

Was ist denn nun richtig und was ist
falsch,…da ich unserem REntensystem
nicht mehr vertraue, möchte ich noch
schnell etwas tun, bin aber
unentschlossen, kennt sich jemand mit
diesen Produkten aus??

In jedem Fall kostet Dich der Abschluss am Anfang des Vertrages einiges. Du solltest Dir also gut überlegen, ob Du einen solchen Vertrag auch lange durchhalten kannst, damit er sich rechnet.

Nicht dass Du die LV nach drei Jahren kündigen musst, weil Du ein neues Auto brauchst :wink:

Teile Deinen Sparbetrag auf.

Kurzfristige Anlage

Mittelfristige Anlage

Langfristige Anlage

PS. Es gibt auch fondsgebundene Rentenversicherungen. Da ist der Risikoanteil für die Todesfallabsicherung nicht enthalten.

Hallo,
die Steuerfreiheit auf die Erträge aus einer Kapital-Lebensversicherung gilt auch nach dem 31.12.99, wenn die Versicherungssumme als Rente und nicht in einem Betrag ausgezahlt wird. Laß’ Dich also nicht zu übereilten Abschlüssen drängen!
Überleg’ Dir genau, ob Du sowas überhaupt abschließen willst, denn eine Kapital-Lebensversicherung ist eine Verkopplung von zwei grundverschiedenen Dingen. Einerseits wird das Risiko Deines Ablebens versichert. Wenn Du das Zeitliche vor Vertragsablauf segnest, bekommen Deine Erben die Versicherungssumme. Wenn Du aber die Vertragslaufzeit überlebst, bekommst Du die vereinbarte Versicherungssumme, zuzüglich eines vergleichsweise geringen Gewinnanteils. Schlimm wird es, wenn Du vor dem Ende der Vertragslaufzeit an Dein eingezahltes Geld willst/mußt. Je nach Zeitpunkt fragst Du dann nicht mehr nach Rendite, sondern nur noch nach der Höhe Deines Verlustes.

Wenn Du Deine Hinterbliebenen absichern möchtest, schließe eine Risiko-Lebensversicherung ab. Die kostet nicht viel und wenn Du nicht vorzeitig stirbst, ist das Geld weg.
Für die Kapitalbildung für’s Alter wählst Du etwas anderes, nur keine Kapital-Lebensversicherung.

Es gibt Ausnahmen: Eine betriebliche Direktversicherung über Deine Firma ist so eine Ausnahme. Oder Du bist 50 Jahre alt und willst ein Haus bauen. Dann bekommst Du keinen Kredit mehr mit -zig Jahren Laufzeit. Dann gibts es Konstruktionen, die unter bestimmten Voraussetzungen die Hausfinanzierung über eine Kapital-Lebensversicherung ermöglichen.
Aber in aller Regel: Finger weg, weil schlechtes Geschäft!

Weil es nicht das geringste Anzeichen dafür gibt, daß sich an der Bevölkerungsentwicklung in unserem Land etwas ändert, bist Du in jedem Fall gut beraten, Dich nicht allein auf das staatliche Rentenversicherungssystem zu verlassen.

Gruß

Wolfgang

…wo Du Recht hast, hast Du Recht…
Guten Abend,

endlich mal ein Beitrag auf der Höhe der Zeit!
Wenn die Fonds sich langfristig! so weiterentwickeln, was völlig logisch wäre (wie auch Lutz meint…), ist wiederum eine Fondspolice unlogisch. Die Risikoabsicherung läßt sich nicht auf die Höhe für eine Familienabsicherung schrauben, wenn, dann nur unter so hohen Kosten, daß eine Absicherung durch eine Risikoversicherung wesentlich sinnvoller wäre.

Auch wird der Laie nie wissen, wann er den Fonds zu wechseln hat. Zumal bei größeren Summen irgendwann eine Splittung optimal wäre.

Die Fondspolicen haben z.T. die gleichen Nachteile wie die Kapitalen, hoher Kostenfaktor sowie schlechte Verfügbarkeit bzw. hohe Stornokosten.
Die Steuerfreiheit holt damit nicht den Vorteil eines auf Wachstum orientierten Aktienfonds heraus, wo im Schnitt max. 15% steuerpflichtige Erträge anfallen.
Was i.d.R. durch jährl. Freibeträge noch gemindert wird.
Obendrein völlige Liquidität und Flexibilität.

Das Märchen mit der 4%-Garantieverzinsung auf die Einzahlungen wird leider nur zu oft auch von „Versicherungsfachleuten“ kolportiert. Die gibt es nämlich nur auf den Sparanteil. Das heißt vielleicht
2-3% Rendite, gerechnet auf die Prämie, bei Direktversicherern etwas mehr (damit errechnet sich anhand der angegebenen Garantieleistung der Kostenfaktor!).

Ebenfalls die Mär vom Inflationsausgleich durch Einbau einer Dynamik.
Eine höhere Versicherungsleistung ergibt sich nur, weil sie durch höhere Beiträge erkauft wurde.
Die reale Rendite ist dagegen geringer! als bei Kapitalen ohne Dynamik, da jährlich neue Abschlußkosten anfallen, wie bei kleinen Neuverträgen. Das heißt, daß die letzten Jahre mehr eingezahlt wird, als herauskommt.
Damit bewirkt Dynamik eher das Gegenteil als angestrebt.

So wichtig es ist, wie immer wieder in diversen (meist guten) Beiträgen betont wird:
Erst den realen Bedarf und die Möglichkeiten ermitteln anhand der persönl. Gegebenheiten, Pläne, etc., etc.,
und dann über Geeignetheit (soll heißen: den Sinn und Unsinn) möglicher Anlageformen zu referieren,
genau so überfällig ist es:
Wenn bestimmte Anlageformen nachgewiesenermaßen kaum noch für einen „Normalbürger“ geeignet sind, ist es an der Zeit, dieses auch anlagetheoretisch zu diskutieren und klarzustellen.
Der Schaden, welcher durch Fehlberatung jährlich angerichtet wird, spricht für sich
(ebenso die Stornoquote).

Ein guter Berater, von welchem immer wieder gesprochen wird, sollte sich zu allererst in umfangreicher Produktkenntnis auszeichnen, auch über den eigenen (Verkaufs-)Horizont hinaus.

Man trenne endlich die Gefühle vom Verstand und die Versicherung von den Geldanlagen!

In diesem Sinne,

schönen Abend noch.

Gruss Gunnar.