Kapitallebensversicherung: wann sinnvoll?

Liebe Experten,

eine Kapitallebensversicherung hat - so weit ich weiß - die Funktion, den Todesfall abzusichern.

Meine Fragen:
Wann ist der Abschluß einer Kapitallebensversicherung sinnvoll?
Handelt es sich nicht um die denkbar schlechteste Anlageform? Hinsichtlich Verfügbarbeit und Rendite?

Wie ist es um das Kündigungsrecht bestellt, wenn man z.b. eine 5 Jahre alte Kapitallebensversicherung über 100.000 Euro kündigen möchte? Kann man überhaupt kündigen? Und: was wird von den bereits eingezahlten Beträgen abgezogen?

Vielen Dank für Eure Antworten

Heiner Gierling

Hallo Heiner,

eine Kapitallebensversicherung hat - so weit ich weiß - die
Funktion, den Todesfall abzusichern.

Ja, der/die von Dir benannten Bezugsberechtigte/n bekommen Geld, wenn Du gestorben bist ODER: falls Du den Ablauftermin erlebst, bekommst Du das Geld.

Verfügbarbeit und Rendite? Die Vers.-Unternehmen sagen, dass das eine langfristige Geldanlage ist. Es sei nicht ratsam, in den ersten Jahren des Bestehens einer solchen Versicherung zu kündigen. Es gibt aber außer der Kündigung, bei man meist (!) schlecht wegkommt, noch andere Möglichkeiten: man kann die Versicherung beitragsfrei stellen lassen oder …(hab´s grad vergessen).

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Gruß aus Wachtberg: Martin

eine Kapitallebensversicherung hat - so weit ich weiß - die
Funktion, den Todesfall abzusichern.

Definitv NEIN. Hierfür ist die Mafia oder andere krumme Organisationen zuständig. Diese können dir wahrscheinlich einen sicheren Tod zusichern. Bleiben nun noch zwei Möglichkeiten:

a) Du will das Todesfallrisiko absichern: Dann brauchst du eine Risikolebensversicherung!
b) Du will Geld anlegen: Dann brauchst du eine Kapitallebensversicherung!

Wann ist der Abschluß einer Kapitallebensversicherung sinnvoll?

Handelt es sich nicht um die denkbar schlechteste Anlageform?

Aktien bringen auf lange Sicht gesehen sicherlich mehr an Rendite. Kapitallebensversicherungen verzinsen dein eingezahltes Geld mit derzeit ca. 5 %, wobei momentan nur 3,25 % gesetzlich garantiert sind. Der Rest ist eine Variable, die die Versicherungsgesellschaften in schlechten Zeiten nach unten schrauben können.

Bevor du das Geld auf einem Tagesgeldkonto oder Sparbuch liegen hast, kannst du es auch in eine KLV stecken.

Hinsichtlich Verfügbarbeit und Rendite?

Fest gebunden bist Auszahlungstermin (i.R. 12 Jahre; kann sich aber auch auf ein festes Lebensjahr ausrichten). Ein Verkauf vor Ablauf lohnt zumeist nicht! Rendite: 3,25 % garantierter Zins + X % variabler Zins.

Wie ist es um das Kündigungsrecht bestellt, wenn man z.b. eine
5 Jahre alte Kapitallebensversicherung über 100.000 Euro
kündigen möchte? Kann man überhaupt kündigen? Und: was wird
von den bereits eingezahlten Beträgen abgezogen?

Kündigen, insbes. in den ersten Jahren, ist nix gut!! Von deinen Beiträgen werden erst einmal die Verwaltungsgebühren und der Risikoanteil abgezogen. Richtig „sparen“ tust du erst viel viel später!

Gruß
Falke

PS: Ab 2004 sinkt der garantierte Zins von 3,25 % auf 2,75 %! Also wenn du dein Geld in eine KLV anlegen willst, dann noch dieses Jahr!

Liebe Experten,

eine Kapitallebensversicherung hat - so weit ich weiß - die
Funktion, den Todesfall abzusichern.

  • Sie erfüllt ZWEI wichtige Punkte: a) Absicherung der finanziellen Lücken in der hinterbliebenen Vorsorge (Witwen und Waisen-Renten sind nicht ausreichend) und b) Bildung eines Sparkapitales zur Sicherung der Einkünfte bei Eintritt ins „Renten-Dasein“

Meine Fragen:
Wann ist der Abschluß einer Kapitallebensversicherung
sinnvoll?

-Wenn du noch Geld fürs Alter zurück legen willst und du mit dem gleichen Vertrag auch die Lücke bei der Hinterbliebenenvorsorge schließen willst.

Handelt es sich nicht um die denkbar schlechteste Anlageform?
Hinsichtlich Verfügbarbeit und Rendite?

-Wenn du ein flexibeles Produkt (In Verfügbarkeit und Rendite uf einen Zeitraum von 6-10 Jahren willst) suchst, dann „JA“. Dafür ist die KLV auch nicht konstruiert worden, sondern als langfristige und absolut sichere Anlage und Absicherungsform.

Wie ist es um das Kündigungsrecht bestellt, wenn man z.b. eine
5 Jahre alte Kapitallebensversicherung über 100.000 Euro
kündigen möchte? Kann man überhaupt kündigen? Und: was wird
von den bereits eingezahlten Beträgen abgezogen?

  • Es werden in den ersten Jahren alle Kosten, Provisionen von den laufenden monatlichen Beiträge abgezogen, sodaß sich in den ersten Jahren kaum Kapital ansammeln kann. Der aktuelle Rückkaufswert wird dir vom Unternehmen bestätigt. Die Versicherung beitragsfrei stellen ist eine Möglichkeit. Dann hast du die Möglichkeit diese in eine reine Risikoveersicherung umzuwandeln. Die dritte Möglichkeit ist den Vertrag weiter zu besparen, aber mit niedrigeren Summen. Spreche einfach mal deinen Versicherer an.

MfG
Martin Kerkloh

Vielen Dank für Eure Antworten

Heiner Gierling

P.S.:Bei zukünftigen Anlageentscheidungen sollte darüber gesprochen werden, für wann brauche ich das Geld, wie hoch ist die Rendite und wie hoch ist mein Risiko (z.Bsp. Aktien verloren innerhalb kürzester Zeit 30-50% Ihres Wertes, haben aber auch positive Chanchen). Details gebe ich dir gerne bei Interesse.

Hallo Heiner,

eine Kapitallebensversicherung hat - so weit ich weiß - die
Funktion, den Todesfall abzusichern.

Nun ja. Eine KLV hat zwei Ziele. Zum einen die finanziellen Folgen eines Todesfalls abzusichern. Zum zweiten die finanziellen Folgen eines Erlebensfalles abzusichern (Dies Satz ist kein Scherz).

Meine Fragen:
Wann ist der Abschluß einer Kapitallebensversicherung
sinnvoll?

Wenn zwei Bedingungen erfüllt sind.

  1. Beide obigen Ziele sollen verfolgt werden. Ob sie das sollen, hängt von der aktuellen und zukünftigen finanziellen Lage, des aktuellen Familienstandes, der zukünftigen Lebensplanung, des Charakters und sicher einer Reihe anderer Gründe ab, die ich gerade vergessen habe.
    Soll nur das erste Ziel verfolgt werden, ist ein Risiko-LV sinnvoll, soll nur das zweite verfolgt werden ein Sparvertrag.
  2. Die Ziele lassen sich mit anderen Möglichkeiten nicht besser verfolgen. Da spielt wieder die finanzielle Lage, steuerliche Aspekte, aber sicher auch Riskobereitschaft und mithin wieder die Persönlichkeit eine Rolle.

Handelt es sich nicht um die denkbar schlechteste Anlageform?
Hinsichtlich Verfügbarbeit und Rendite?

Ein KLV ist überhaupt keine Anlageform. Eine KLV ist eine Versicherung.
Aber wenn Du den Vergleich unbedingt haben willst. Hinsichtlich Verfügbarkeit ist sie nicht doll. Ein Tagesgeldkonto ist da sicher besserr, aber eine reichliche Anzahl geschlossener Immobilienfonds steht sicher schlechter da.
Hinsichtlich der Rendite muss man immer auch das eingegangene Risiko berücksichtigen. Und da kann sich die KLV im Vergleich zu vielen anderen Anlagen - auch kostenmäßig - durchaus sehen lassen.

Wie ist es um das Kündigungsrecht bestellt, wenn man z.b. eine
5 Jahre alte Kapitallebensversicherung über 100.000 Euro
kündigen möchte? Kann man überhaupt kündigen? Und: was wird
von den bereits eingezahlten Beträgen abgezogen?

Natürlich kann man kündigen. Die Bedingungen dafür sind bei Vertragsabschluß festgelegt.
Von den Beiträgen werden zunächst einmal die angefallenen Kosten getilgt. Das sind in erster Linie die Abschlußkosten in Höhe von ca. 4-6% der über die gesamte Laufzeit zu zahlenden Beiträge. Dann werden von jedem Beitrag ca. 3-5% Inkassokosten berechnet. Möglicherweise noch Amortisations- und Verwaltungskosten, die aber eher gering sind.
Nach 5 Jahren kannst Du Pi mal Daumen mit etwa der Hälfte der eingezahlten Beiträge rechnen (kann auch 1/4 oder 2/3 sein).

Vielen Dank für Eure Antworten

Gern geschehen,

Max

Vielen Dank für Eure Antworten
Danke für Eure Antworten.

Heiner Gierling