Hallo Kerri,
warum hast Du Deine Frage nicht im Zahnmedizinbrett gestellt? Du würdest mit Sicherheit sehr viel mehr kompetente Antwortenh bekommen.
Karies ist keine Krankheit und daher gehen auch Deine Gedankenansätze in die falsche Richtung.
Karies ist eine Auflösung der Zahnhartsubstanzen durch Säureeinwirkung von aussen.
Um diesen Zerstörungsprozess der Zahnhartsubstanz zu verhindern oder zu stoppen gibt es 2 Möglichkeiten:
- Das Reduzieren der Säuereinwirkung von aussen.
- Die Veränderung der Zahnhartsubstanz in Richtung einer verstärkten Säurewiderstandsfähigkeit.
zu Punkt 1.
- Säuren enstehen durch bestimmte Bakterien im Speichel aus der Vorverdauung von Zucker und Kohlehydraten
- Säuren werden aber auch von aussen zugeführt über die Nahrung, bei Kleinkindern im Wesentlichen über Getränke
Zuckerhaltige Getränke als Kariesursache sollten den meisten Eltern bekannt sein, was aber häufig nicht bekannt ist, dass kohlensäurehaltige Getränke wie schon der Name sagt auch Säure enthalten, allen voran die beliebte Apfelschorle.
Entscheidend für die Karieswirkung von Säuren ist zu einem der pH-Wert der Säure sprich die Aggressivität und zu anderen die Dauer der Einwirkung auf die Zähne. Eine schwach saure Flüssigkeit wirkt genauso oder mehr kariogen wenn sie über eine Nuckelflasche zugeführt wird wie eine stark saure Flüssigkeit, die aus einer Tasse getrunken wird,alleine dadurch, dass die Nuckelflasche zu lange im Mund bleibt.
Die besten kariesvorbeugenden Getränke für Kinder sind Wasser (ohne Kohlensäure!!) oder selbst aufgebrühte ungesüsste Tees (selbstverständlich keinerlei Instanttees!!). Darüberhinaus sollte man Nuckelflaschen nur so kurz wie möglich einsetzen und sein Kind so früh wie irgendmöglich an das Trinken aus einer Tasse gewöhnen.
zu Punkt 2. Die zweitwichtigste Maßnahme zur Verhinderung von Karies ist die Zuführung von Fluor am besten in Tablettenform.
Fluor ist als einziger Stoff in der Lage den Zahnschmelz unempfindlicher für Säureangriffe zu machen und zwar über eine langandauernde und kontrollierte permanente Zuführung durch Tabletten. Zahncremes für Kinder enthalten extra wenig Fluor (Kinder verschlucken die Zahncreme häufig weil sie so gut schmeckt) und haben dementsprechend nur eine schwache kariesverhindernde Wirkung.
Fluor im Speisesalz ist zwar ebenfalls sehr wirksam aber auch alleine nicht ausreichend, weil die zuzuführende Menge Salz bei Kindern viel zu hoch wäre um eine wirksame Fluorkonzentration zu erreichen. Daher dosiert man heute die Tabletten niedriger als früher, kann aber trotzdem nicht vollständig darauf verzichten weil das die einzige kontrollierbare Form der zuführung ist.
Das von aussen zugeführte Fluor lagert sich im Zahnschmelz ein, es bildet sich eine Fluorapatit-Verbindung anstelle der Calciumapatitverbindung aus der normalerweise der Zahnschmelz besteht. Fluorapatit ist gegenüber Calciumapatit wesentlich säureunempfindlicher.
Ich würde Dir dringend empfehlen einen Zahnarzt aufzusuchen, um das Ausmass der Karies professionell beurteilen zu lassen und vor allem die obigen Tipps zu beherzigen. Ein Kind welches mit 2 Jahren schon Karies hat wird definitiv zu viel Zucker und Säuren ausgesetzt.
Ganzheitliche Therapieansätze im Sinne der von Dir genannten haben auf die Karies im Mund Deines Kindes absolut gar keine Wirkung (wobei ich gegenüber der Alternativmedizin sehr aufgeschlossen bin). Solltest Du die rein chemischen Einwirkungen auf die Zähne Deines Kindes nicht reduzieren, wird die Situation immer schlimmer und Du wirst Dir später heftige und berechtigte Vorwürfe machen.
Gruß
Gero