Karies - ganzheitliche Behandlung

Hallo Experten,

wer kennt aus eigener oder unmittelbarer Erfahrung Wege zur ganzheitlichen Behandlung von Karies bei einem 2-jährigen Kind ?
Ich denke spontan an Antlitzdiagnose, Darmdiagnostik, … !!!
Wer hat noch Ideen an wen ich mich wenden könnte, um eine ganzheitliche Behandlung zu erhalten bzw. eine Mediziner, Heilpraktiker, …
zu finden, der in den verschiedensten Bereichen fit ist und eine Behandlung sinnvoll leiten, strukturieren kann, die Fäden in der Hand hält, so dass ich als Nicht-Fachmann dies nicht übernehmen muss.
Bisherige Behandlung (seit 1/2 Jahr !!!): Zahnarzt konventionell, Osteopatie, Homoöpathie inklusive kinesiologischem Muskeltest, …
Mein erstes Kind hat übrigens kein Karies, nur das zweite und auch dies ist kein Dauernuckler !!!

Liebe Grüße und vielen Dank im Voraus

bin ganz gespannt :wink:

Kerri

Hallo,
„ganzheitlich“ ist ein Wort, welches meist Leute von geringer bis zweifelhafter medizinischer Ausbildung benutzen und dir suggerieren wollen, dass sie etwas von allen Seiten betrachten können.
Wenn diese zweifelhaften Gestalten durch Krötenwanderung (von einer Brieftasche in die andere) unterstützen werden sollen und es um den eigenen Körper geht, o.k.
Wer aber bei einem 2-jähriges Kind nicht an Zahnarzt, Zähneputzen und gesunde Ernährung sondern an Antlitzdiagnose, Darmdiagnostik, Osteopathie, Homöopathie inklusive kinesiologischem Muskeltest denkt, sollte sich selber behandeln lassen.
Grüße
Ulf

Wenn diese zweifelhaften Gestalten durch Krötenwanderung (von
einer Brieftasche in die andere) unterstützen werden sollen
und es um den eigenen Körper geht, o.k.
Wer aber bei einem 2-jähriges Kind nicht an Zahnarzt,
Zähneputzen und gesunde Ernährung sondern an Antlitzdiagnose,
Darmdiagnostik, Osteopathie, Homöopathie inklusive
kinesiologischem Muskeltest denkt, sollte sich selber
behandeln lassen.

Hallo Ulf,
dem wäre nichts mehr hinzuzufügen :wink: Und mögen die Kröten in Ruhe quaken.

Anja

Hallo,

meine erste spontane Antwort wäre gewesen: Zähneputzen. Gut die Antwort gilt immer noch.
Dennoch glaube ich (glauben ist nicht wissen oder so) dass bei deinem zweiten Kind ein schwacher Zahnschmelz vorhanden ist. Ich kenne dies nicht persönlich, sondern nur von meiner Schwägerin, die das gleiche Problem hat. Hier hilft nur vom Zahnarzt die Zähne versiegeln lassen.

Gruß

katl

Hallo Kerri,

warum hast Du Deine Frage nicht im Zahnmedizinbrett gestellt? Du würdest mit Sicherheit sehr viel mehr kompetente Antwortenh bekommen.

Karies ist keine Krankheit und daher gehen auch Deine Gedankenansätze in die falsche Richtung.

Karies ist eine Auflösung der Zahnhartsubstanzen durch Säureeinwirkung von aussen.

Um diesen Zerstörungsprozess der Zahnhartsubstanz zu verhindern oder zu stoppen gibt es 2 Möglichkeiten:

  1. Das Reduzieren der Säuereinwirkung von aussen.
  2. Die Veränderung der Zahnhartsubstanz in Richtung einer verstärkten Säurewiderstandsfähigkeit.

zu Punkt 1.

  • Säuren enstehen durch bestimmte Bakterien im Speichel aus der Vorverdauung von Zucker und Kohlehydraten
  • Säuren werden aber auch von aussen zugeführt über die Nahrung, bei Kleinkindern im Wesentlichen über Getränke

Zuckerhaltige Getränke als Kariesursache sollten den meisten Eltern bekannt sein, was aber häufig nicht bekannt ist, dass kohlensäurehaltige Getränke wie schon der Name sagt auch Säure enthalten, allen voran die beliebte Apfelschorle.

Entscheidend für die Karieswirkung von Säuren ist zu einem der pH-Wert der Säure sprich die Aggressivität und zu anderen die Dauer der Einwirkung auf die Zähne. Eine schwach saure Flüssigkeit wirkt genauso oder mehr kariogen wenn sie über eine Nuckelflasche zugeführt wird wie eine stark saure Flüssigkeit, die aus einer Tasse getrunken wird,alleine dadurch, dass die Nuckelflasche zu lange im Mund bleibt.

Die besten kariesvorbeugenden Getränke für Kinder sind Wasser (ohne Kohlensäure!!) oder selbst aufgebrühte ungesüsste Tees (selbstverständlich keinerlei Instanttees!!). Darüberhinaus sollte man Nuckelflaschen nur so kurz wie möglich einsetzen und sein Kind so früh wie irgendmöglich an das Trinken aus einer Tasse gewöhnen.

zu Punkt 2. Die zweitwichtigste Maßnahme zur Verhinderung von Karies ist die Zuführung von Fluor am besten in Tablettenform.

Fluor ist als einziger Stoff in der Lage den Zahnschmelz unempfindlicher für Säureangriffe zu machen und zwar über eine langandauernde und kontrollierte permanente Zuführung durch Tabletten. Zahncremes für Kinder enthalten extra wenig Fluor (Kinder verschlucken die Zahncreme häufig weil sie so gut schmeckt) und haben dementsprechend nur eine schwache kariesverhindernde Wirkung.

Fluor im Speisesalz ist zwar ebenfalls sehr wirksam aber auch alleine nicht ausreichend, weil die zuzuführende Menge Salz bei Kindern viel zu hoch wäre um eine wirksame Fluorkonzentration zu erreichen. Daher dosiert man heute die Tabletten niedriger als früher, kann aber trotzdem nicht vollständig darauf verzichten weil das die einzige kontrollierbare Form der zuführung ist.

Das von aussen zugeführte Fluor lagert sich im Zahnschmelz ein, es bildet sich eine Fluorapatit-Verbindung anstelle der Calciumapatitverbindung aus der normalerweise der Zahnschmelz besteht. Fluorapatit ist gegenüber Calciumapatit wesentlich säureunempfindlicher.

Ich würde Dir dringend empfehlen einen Zahnarzt aufzusuchen, um das Ausmass der Karies professionell beurteilen zu lassen und vor allem die obigen Tipps zu beherzigen. Ein Kind welches mit 2 Jahren schon Karies hat wird definitiv zu viel Zucker und Säuren ausgesetzt.

Ganzheitliche Therapieansätze im Sinne der von Dir genannten haben auf die Karies im Mund Deines Kindes absolut gar keine Wirkung (wobei ich gegenüber der Alternativmedizin sehr aufgeschlossen bin). Solltest Du die rein chemischen Einwirkungen auf die Zähne Deines Kindes nicht reduzieren, wird die Situation immer schlimmer und Du wirst Dir später heftige und berechtigte Vorwürfe machen.

Gruß
Gero

Hi Gero!

Danke für den interessanten Beitrag. Unser zahnarzt meinte jetzt kürzlich, man würde Fluor nur noch so für 1-2 Jahre als Tablette nehmen, danach sei der Einbau in den Zahn weitgehend abgeschlossen und er empfiehlt deshalb nur noch eine Zahnpasta.
Wie lange empfiehlst Du die Prophylaxe mit Tabletten?

Danke & Gruß
Peter

Unser zahnarzt meinte
jetzt kürzlich, man würde Fluor nur noch so für 1-2 Jahre als
Tablette nehmen, danach sei der Einbau in den Zahn weitgehend
abgeschlossen und er empfiehlt deshalb nur noch eine
Zahnpasta.
Wie lange empfiehlst Du die Prophylaxe mit Tabletten?

Hallo Peter,

leider hat sich diese Meinung in den Köpfen vieler Kinderärzte und Zahnärzte festgesetzt. Die noch vor einigen Jahren gültigen Empfehlungen gehen von einer Fluoridierungsdauer bis zum Erreichen des 6. Lebensjahres aus.
Die größte Wirkung erzielt Fluor bei den bleibenden Zähnen in der Wachstums und Bildungsphase des Zahnschmelzes, d.h. in der Zeit in der die bleibenden Zähne im Mund noch garnicht zu sehen sind. Die Schmelzbildung der bleibenden Backenzähne ist im Alter von 2 Jahren noch nicht abgeschlossen.

Ich empfehle meinen Patienten wärmstens, die Fluortabletten bis zum Erreichen des 6. Lebensjahres zu verabreichen. Der Effekt ist beeindruckend und erspart den Kindern viele traumatisierende Zahnarztbesuche.

Ich weiß allerdings auch, daß ich damit eine Mindermeinung repräsentiere.

Negative Auswirkungen von Fluoridierungen haben ich in den 23 Jahren meiner Berufsausübung noch nie gesehen.

Gruß
Gero

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