Kariesherde, Reminieralisieren: Ernährung?

Hallo,
es hat mich also „erwischt“…
ich gehe wie immer halbjährlich zur Vorsorge, hatte nie Probleme und immer Lob der Zahnärzte eingeheimst (nicht, dass ich nicht auch schon Füllungen habe 5 Stück bisher);
nun dieser Befund: ein versteckter Karies, sehr agressiv, hat fast die Wurzel erreicht und den Nachbarn mit angesteckt. Auf dem Röntgenbild vom vorigen Jahr war noch nichts zu erkennen. Erschreckend war, dass ich nur kälteempfindlich reagierte seit Februar, Süsses konnte ich ohne Probleme dem Zahn antun.

Die zweite, für mich disaströs klingende Nachricht: ich habe überall Kariesherde, zwar nur oberlächlich, was nur durch Intensivkur (Duraphat Fluorid Kur 5mg)noch wett bzw. re-mineralisiert werden könnte. Ausserdem soll ich mir nach jedem Mittagessen die Zähne putzen und habe mir eine elektr. Zahnbürste zugelegt.
Ich frage mich, weshalb das so entartet ist? Ich gehe regelmässig zum Zahnarzt (1/2 jährlich), benutze 3 x wöchentl. Zahnseide und putze mir abends die Zähne. Und plötzlich reicht das nicht mehr aus.
(meine Eltern haben auch Problemzähne, dünner Schmelz, Knochenschwund so was)

Mich interessiert nun:
1)Was sind kariesfördende Lebensmittel? (versteckter Zucker in Ketchup kenne ich, aber sind Kohlenhydrate aus Kartoffeln oder Nudeln oder Brot auch „gefährlich“? (ich sterbe ohne Kartoffelgenuss…)
Von Süssstoffen bekomme ich Bauchweh, deshalb sind die aus der Küche verbannt.

  1. Es heisst, „essen sie 5 mal über den Tag verteilt“, aber das kommt nicht so gut bei empfindlichen Zähnen und ständig kann man sich nicht die Zähne putzen. Ausserdem muss ich „oft“ was essen, sonst wird mir tattrig…

  2. Als Prävention, was kann man noch tun? (neben E-Zahnbürste und Fluoridzahncreme)

Danke fürs Lesen sowie danke im Voraus für Eure Erkenntnisse und Tipps!
Nicole

Hallo,
es hat mich also „erwischt“…
ich gehe wie immer halbjährlich zur Vorsorge, hatte nie
Probleme und immer Lob der Zahnärzte eingeheimst (nicht, dass
ich nicht auch schon Füllungen habe 5 Stück bisher);
nun dieser Befund: ein versteckter Karies, sehr agressiv, hat
fast die Wurzel erreicht und den Nachbarn mit angesteckt. Auf
dem Röntgenbild vom vorigen Jahr war noch nichts zu erkennen.

Servus Nicole,
eine Karies braucht in der Regel mindestens 1.5 bis 2 Jahre, um von der ersten erkennbaren Läsion durch den Schmelz bis ins Dentin zu kommen. Was meinst Du, wenn Du schreibst, daß diese Karies „die Wurzel erreicht“ hätte?

Erschreckend war, dass ich nur kälteempfindlich reagierte seit
Februar, Süsses konnte ich ohne Probleme dem Zahn antun.

Die zweite, für mich disaströs klingende Nachricht: ich habe
überall Kariesherde, zwar nur oberlächlich, was nur durch
Intensivkur (Duraphat Fluorid Kur 5mg)noch wett bzw.
re-mineralisiert werden könnte.

Was sind ‚Kariesherde‘? Kreidige weißliche Flecken, tastbare Vertiefungen, oder im Röntgenbild erkennbare ‚Aufhellungen‘ - also, weil Röntgenaufnahmen Negative sind, dunkle Stellen?

Ausserdem soll ich mir nach
jedem Mittagessen die Zähne putzen und habe mir eine elektr.
Zahnbürste zugelegt.
Ich frage mich, weshalb das so entartet ist? Ich gehe
regelmässig zum Zahnarzt (1/2 jährlich), benutze 3 x wöchentl.
Zahnseide und putze mir abends die Zähne.

Wenn Du ‚abends‘ schreibst, meinst Du wahrscheinlich ‚abends zusätzlich‘? Nur so aus Neugier: war das derselbe Behandler, der Dich schon immer betreut?

Und plötzlich reicht
das nicht mehr aus. (meine Eltern haben auch Problemzähne, dünner Schmelz,
Knochenschwund so was)

An ‚dünnen Schmelz‘ glaube ich nicht. Kein Mensch hat bei Deinen Eltern die Schmelzdicke gemessen. Außerdem sind Deine Eltern bestimmt genetisch so verschieden, wie es Eltern meistens sind. Also - diese Erklärung gibt wahrscheinlich nix her. Außerdem kannst Du Dir jetzt nicht andere Eltern aussuchen :wink:

Mich interessiert nun:
1)Was sind kariesfördende Lebensmittel? (versteckter Zucker in
Ketchup kenne ich, aber sind Kohlenhydrate aus Kartoffeln oder
Nudeln oder Brot auch „gefährlich“? (ich sterbe ohne
Kartoffelgenuss…)

Die Stärke in den Nudeln und Kartoffeln kann zwar im Prinzip auch zu Säuren vergoren werden, aber das ist ein weiter Weg. Du solltest erst mal nach niedermolekularen Zuckern suchen. Wenn Du da ‚unschuldig‘ bist, ist der nächste Hauptverdächtige die Apfelschorle oder andere zuckerhaltige Fruchtgetränke. Die Kombination aus Säure, Zucker und ungehemmter Anwendung. Apfelsaft-Tetrapack steht am Arbeirsplatz neben dem Computer. Alle halbe Stunde ein kleines Schlückerl und … Karies! Die fleißigen Putzer schrubben dann am Abend die angelösten Schmelzschichten von der Zahnoberfläche runter. Kommt Dir da was bekannt vor?

Von Süssstoffen bekomme ich Bauchweh,

(auch von Aspartam?)

deshalb sind die aus der Küche verbannt.

  1. Es heisst, „essen sie 5 mal über den Tag verteilt“, aber

dieser Ratschlag bezieht sich auf die Verdauungsvorgänge unterhalb des Kragenknöpfchens, den Zähnen ist das - mit Ausnhame der einfachen Zucker - wurscht.

das kommt nicht so gut bei empfindlichen Zähnen und ständig
kann man sich nicht die Zähne putzen. Ausserdem muss ich „oft“
was essen, sonst wird mir tattrig…

Was meinst Du mit ‚empfindlich‘?

  1. Als Prävention, was kann man noch tun? (neben E-Zahnbürste
    und Fluoridzahncreme)

Du scheinst sowieso schon eine Menge zu tun. Wie wäre es mit einer zweiten Meinung, was Deine ‚Kariesherde‘ anbelangt? Laß Dir die Röntgenaufnahmen mitgeben und frage jemand anderen.

Danke fürs Lesen sowie danke im Voraus für Eure Erkenntnisse
und Tipps!
Nicole

Alles Gute!

Kai

Hallo Kai,
vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für mein Posting nimmst!

eine Karies braucht in der Regel mindestens 1.5 bis 2 Jahre,
um von der ersten erkennbaren Läsion durch den Schmelz bis ins
Dentin zu kommen. Was meinst Du, wenn Du schreibst, daß diese
Karies „die Wurzel erreicht“ hätte?

Die Ärztin meinte, das die Karies sich fast bis zum Nervengeflecht der Wurzel durchgearbeitet hat. (die weisse Stelle auf dem Röntgenbild habe ich gesehen) Vor einem halben Jahr hat sie noch nichts entdeckt, ich selber habe mit Kosmetikspiegel erst vor 4 Monaten den Zahn grau schimmern sehen.
Sie meinte, wenn die Wurzel dadurch entzündet worden wäre, hiesse dies, den Zahn zu ziehen.

Was sind ‚Kariesherde‘? Kreidige weißliche Flecken, tastbare
Vertiefungen, oder im Röntgenbild erkennbare ‚Aufhellungen‘ -
also, weil Röntgenaufnahmen Negative sind, dunkle Stellen?

Ja, die kreidigen Flecken, sowie 2 dunkle Stellen, die ich seit meiner Jugend habe (betreffen je 2 Nachbarzähne) aber „still“ liegen, ob sie auch wirklich „still“ sind, wird 1 x mal jährlich per Röntgen überprüft.

Wenn Du ‚abends‘ schreibst, meinst Du wahrscheinlich ‚abends
zusätzlich‘? Nur so aus Neugier: war das derselbe Behandler,
der Dich schon immer betreut?

Zum meiner Schande muss ich gestehen, dass ich mir nur abends die Zähne putzte, weil ich tagsüber zu bequem dazu war, höchstens Zahnseide.
Jetzt trage ich aber mein Zahnputzzeug mit mir rum(und benutze es)…ist das Kind erst in den Brunnen gefallen, ja ja…
Die Zahnärztin ist erst der 2. Zahnarzt in meinem Leben (seit nunmehr 7 Jahren), bei ihr habe ich 3 Füllungen bekommen; von früher habe ich Fissurenversiegelungen und 3 Füllungen. Ich fühle mich bisher eigentlich gut bei ihr aufgehoben - als sie den kariösen Zahn entdeckt hat, war sie jedoch schon geschockt („Habe ich da was übersehen? Das muss dann aber eine sehr agressive Karies sein“