Hallo,
Charisma ist der Gesamteindruck, den ein Mensch seiner Umgebung vermittelt. Es ist ein gestaltpsychologisches Phänomen, daß man das „Ganze“ unmittelbar wahrnimmt, sich dabei aber der Teile, die dieses Ganze ausmachen, meist nicht bewußt wird. Das sich Bewußtmachen der Teile erfordert Arbeit.
Das Charisma als Ganzes besteht aus der Summe von Verhaltensmustern, die ein Mensch zeigt. Was sollte es sonst sein? - etwas anderes kann man an Menschen nicht beobachten. Der Begriff Verhaltensmuster ist weit gefaßt: Haltung, Mimik, Gestik, die Art zu sprechen, andere anzusehen, zu gehen, nonverbale Signale, die Art wie jemand sich kleidet usw. Die meisten dieser Gesten sind für sich genommen unscheinbar.
Eigentlich ist der Begriff Charisma reserviert für jene Menschen, die einen besonders auffallenden Gesamteindruck erzeugen, der die Umgebung irgendwie fasziniert, in einen Bann zieht. All die anderen haben nur irgendeine meist unscheinbare Ausstrahlung.
Die Summe der Verhaltensmuster enthält in einer komprimierten Form die Lebensgeschichte des Menschen, zumindest wichtige Eckdaten: Kindheit, Aufwachsen, was treibt ihn grundsätzlich an, was durfte dieser Mensch, welche Entfaltungsmöglichkeiten hatte er, was war ihm verboten, Erfolge, Mißerfolge usw.
Das eigene Charisma zu verändern ist erfahrungsgemäß schwierig. Die „charismatischen“ Menschen scheinen von dem, was sie tun, sehr überzeugt zu sein. Deshalb denke ich, für sich herauszufinden, was man sinnvoll in diesem Leben anstellen kann und eine Überzeugung und Leidenschaft dazu zu entwickeln, müßte die Ausstrahlung beeinflussen. An einzelnen Verhaltensmustern zu üben würde dazu führen, daß man sich an vielen Baustellen verzettelt, ohne etwas zu erreichen.
Grüße,
I.