Karma

Hallo zusammen,

Kann mir jemand kurz erklären, wie die Karma-Philosophie, welche ja eine Belohnungs-Bestrafungs Lehre ist, mit den psychisch und körperlich Schwerst-Geschädigten umgeht ? Diese, wenn sie so geboren wurden, haben ja nicht die geringste Möglichkeit in höhere Karma-Stationen zu gelangen, d.h.„gut“ zu sein.
Mit Gruss und belehrungwünschend : Engelhard

Hallo Engelhardt,

jede Inkarnation ist dazu da, um zu lernen. Körperlich, geistig oder psychisch Schwertbehinderte haben also die Lektion zu lernen, wie es ist, behindert zu sein.

Ob ich selbst daran glauben soll oder nicht, weiss ich aber nicht. Eine Erklärung für todgeborene Babys ist das beispielsweise noch nicht, es sei denn die Lektion gilt den Eltern.

Alles Gute
Michael

KARMA - menschenverachtend

jede Inkarnation ist dazu da, um zu lernen. Körperlich,
geistig oder psychisch Schwertbehinderte haben also die
Lektion zu lernen, wie es ist, behindert zu sein.

mit einem wort, jeder ist selber schuld an seinem unglück. schon
wer halbtot geboren wird, wird bestraft für seine sünden im
vorigen leben. mitleid ist somit unmöglich.

Ob ich selbst daran glauben soll oder nicht, weiss ich aber
nicht. Eine Erklärung für todgeborene Babys ist das
beispielsweise noch nicht, es sei denn die Lektion gilt den
Eltern.

und das leid des babies wird sozusagen in etwas gutes umgemünzt,
in eine „lektion“ für die eltern. schrecklich.

am schlimmsten wirds, wenn verbrechen so betrachtet werden.
bringt dir jemand das kind um, ist es ja was gutes, denn erstens
war das kind im vorigen leben böse, und zweitens wirst dir damit
eine lektion erteilt.

der mörder wird so zum erfüller des guten.

soll jetzt keine kritik am hinduismus speziell sein. diese lehren
tauchen in vielen religionen auf.

Hä? Haben wir uns missverstanden?

jede Inkarnation ist dazu da, um zu lernen. Körperlich,
geistig oder psychisch Schwertbehinderte haben also die
Lektion zu lernen, wie es ist, behindert zu sein.

mit einem wort, jeder ist selber schuld an seinem unglück.
schon wer halbtot geboren wird, wird bestraft für seine
sünden imvorigen leben. mitleid ist somit unmöglich.

Wo habe ich etwas von vorherigem Leben geschrieben? Ich habe Karma als einen Lehrplan beschrieben, da muss jede Seele durch.

Ob ich selbst daran glauben soll oder nicht, weiss ich aber
nicht. Eine Erklärung für todgeborene Babys ist das
beispielsweise noch nicht, es sei denn die Lektion gilt den
Eltern.

und das leid des babies wird sozusagen in etwas gutes
umgemünzt, in eine „lektion“ für die eltern. schrecklich.

Es war nur ein Beispiel dafür, warum ich selbst nicht so recht daran glaube.

am schlimmsten wirds, wenn verbrechen so betrachtet werden.
bringt dir jemand das kind um, ist es ja was gutes, denn
erstens
war das kind im vorigen leben böse, und zweitens wirst dir
damit eine lektion erteilt.

Eben noch ein Beispiel, am Sinn dieser Karma-Interpretation zu zweifeln, sag ich ja.

Alles Gute
Michael

nein nein! keine angst…

Wo habe ich etwas von vorherigem Leben geschrieben? Ich habe
Karma als einen Lehrplan beschrieben, da muss jede Seele
durch.

bei inkarnation dachte ich auch an wiedergeburt. das gehört doch
zusammen oder? ups, vielleicht habe ich das anders verstanden!

Eben noch ein Beispiel, am Sinn dieser Karma-Interpretation zu
zweifeln, sag ich ja.

ja. ganz deiner meinung.

) lieben gruß!

Wo habe ich etwas von vorherigem Leben geschrieben? Ich habe
Karma als einen Lehrplan beschrieben, da muss jede Seele
durch.

bei inkarnation dachte ich auch an wiedergeburt. das gehört
doch
zusammen oder? ups, vielleicht habe ich das anders verstanden!

Doch, DAS hast du schon richtig verstanden: Inkarnation und Wiedergeburt ist dasselbe, manchmal versteht man auch Wiedergeburt als den Anfang einer neuen Inkarnation und diese wiederum als das ein körperliches Leben.

Aber der Punkt ist, dass jeder durch den ganzen Lehrplan durch muss. Wenn man eine Klasse verhaut, dann muss man die wiederholen.

Alles Gute
Michael

Hi engelhard,

tatsächlich hängen die Karma-Lehren mit der Idee der Reinkarnation eng zusammen. Aber es sind keine Belohnungs-Bestrafungs-Lehren, sondern vielmehr Anlaß-Folge-Lehren. Sowohl im Hinduismus (mit seinen unzähligen Varianten) als auch im Buddhismus haben ethische Prinzipien eine etwas andere Funktion als in den jüdisch-christlich-islamischen Religionen.

Im Hinduismus geht es im Wesentlichen um das letzte Ziel der Integration brahman-atman und im Buddhismus um das Erreichen des nirvana - beides Ziele, die das endgültige Austreten aus dem Kreis der Reinkarnationen zur Voraussetzung haben. Die Lebensformen einer bestimmten Inkarnation können Belastungen anhäufen, die in der nächsten dann ab- oder vielmehr aufzuarbeiten sind, so daß das Aufhören der Reinkarnationen dadurch verhindert wird.

Nach menschlichem Ermessen als schwierig aufgefaßte Lebensformen sind lediglich Formen , die je ihre eigene Aufgabenstellung mit sich bringen. Das karmische Konto, das man in einem Leben anhöuft, bringt nur ein Hinauszögern des individuellen „Befreiungs“-Weges. Nur in popularisierten Versionen beider Religionen wird das als „Strafe“ für ein Schuldkonto im Vorleben interpretiert.

Diese, wenn sie so geboren wurden, haben ja nicht die geringste
Möglichkeit in höhere Karma-Stationen zu gelangen, d.h.„gut“
zu sein.

Doch, sogar viel eher, weil sie viel unmittelbarer an ihrem karmischen „Konto“ arbeiten, als jemand, dem alles in den Schoß fällt und dies als Verdienst und Genuß auffaßt, statt als Aufgabe. „Glückliches“ Leben ist keine Vergünstigung, sondern eine besondere Gefährdung. Und mit „gut“ im moralischen Sinne hat das gar nichts zu tun.

Gruß
Metapher

Aber der Punkt ist, dass jeder durch den ganzen Lehrplan durch
muss. Wenn man eine Klasse verhaut, dann muss man die
wiederholen.

dann war meine kritik doch berechtigt, oder? (die war wie üblich
böse formuliert, aber das mache ich immer… *g*)

hi metapher,

danke für diese wichtigen aufklärenden worte.

heißt das, daß die populären esoterischen reinkarnationslehren
nichts anderes als verzerrungen und mißbrauch der wirklichen
lehren des fernen ostens sind? in den violettgecoverten
bestsellern wird das ja meistens noch gewürzt mit ein bißchen
jesus und einem schuß kabbalah.

dann hatte ich dein „menschenverachtend“ missverstanden.

Michael

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo lehitraot,

heißt das, daß die populären esoterischen reinkarnationslehren
nichts anderes als verzerrungen und mißbrauch der wirklichen
lehren des fernen ostens sind?

ja, das ist wohl (leider) so, aber Ähnliches gibt es überall, auch im Christentum. Zwischen Spiritualität und Frömmigkeit und kindlichem Gottvertrauen und Marienkult liegen ja auch Welten.

Gruß

Thomas Miller

WIERKLICHE Lehren?

heißt das, daß die populären esoterischen reinkarnationslehren
nichts anderes als verzerrungen und mißbrauch der wirklichen
lehren des fernen ostens sind?

Warum sollten die WIRKLICHEN Lehen nur die aus dem fernen Osten sein?

Tss Tsss, Kopfschüttel …

Michael

Hi lehitraot

heißt das, daß die populären esoterischen reinkarnationslehren
nichts anderes als verzerrungen und mißbrauch der wirklichen
lehren des fernen ostens sind?

Ich nehme „wirkliche Lehren“ mal so, wie du es ja vermutlich meinst: die, die man im Rückbezug auf historische Quellen ggf. rekonstruieren kann… dann würde ich sogar sagen, daß viele Anteile ursprünglicher religiöser Konzeptionen im Laufe der Geschichte deformiert werden (teils bis zu Unkenntlichkeit) - besonders durch Verbreitung in andere Kulturkreise, oder durch Synkretismen, oder eben durch Popularisierungen (auf die ja Thomas Miller unten Bezug nimmt). Die Entwicklung findet in der gleichen Form statt wie in der Biospähre die von Arten: Nur selten bleibt eine „ursprüngliche“ Art über sehr große Zeiträume mit sich selbst gleich, falls sie überhaupt erhalten bleibt!

Ich würde es nicht unbedingt „Mißbrauch“ nennen, eher eine natürliche Dekadenz, die in vielen „Buch“-Religionen zu verzeichnen ist. Charismatische Persönlichkeiten haben eben nur selten auch charismatische Schüler. Versuche, die Dekadenz durch „Kanonisierung“ Einhalt zu gebieten, hat es schon immer gegeben, auch im Buddhismus, Hinduismus… Von den brahmanistischen Gepflogenheiten weiß man z.B. daß Leuten, die aus Versehen oder Neugier beim Rezitieren sakraler Texte (Rgveda z.B.) zuhörten, flüssiges Blei in die Ohren gegossen wurde :frowning: So grausam das ist, aber es zeigt, wie sehr man damals bereits das Problem kannte, daß ohne Einweisung in die „Lehre“ schnell Unsinn darüber entstehen kann (eine Ausbildung der Brahmanen dauerte 12 Jahre!).

Nun - und dieselben Texte kauft man heute für paar Mark fufzig bei Reclam… :frowning:

Dazu kommt, daß man sich in den (völlig zu Unrecht sich so nennenden) „esoterischen“ Szenen keinerlei Gedanken über die Geschichte der Konzeptionen macht und über den kulturellen Kontext, in dem sie sich entwickelten, sondern blind sich von einem gigantischen Ideen-Gemüse-Eintopf ernährt (heute kommt dann noch eine Prise Populär-Physik dazu). Was dabei rauskommt, sind dann Chimären, die im Gegensatz zu deren früheren Prototypen meist geistlos oder zumindest belanglos sind.

Daß es bei den indischen und auch bei den ägyptischen Reinkarnationslehren darum ging, neue Inkarnationen zu verhindern , und nicht, sie anzustreben, das ist bei den modernen westlichen Reinkarnationsfans nur sehr selten bekannt. Es wird heute meist dazu benutzt, eine Angst vor dem Tode zu besänftigen, bzw. Angst vor einem „endgültigen Aufhören“ irdischer Interessen. Das letztere war aber das fast allen alten Religionen gemeinsame letzte Ziel der Lebensführung.

Tja - eigentlich ein sehr interessantes Thema

Gruß
Metapher

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‚wirklich‘ = ‚authentisch‘, nicht ‚wahr‘

der wirklichen
lehren des fernen ostens sind?

Warum sollten die WIRKLICHEN Lehren nur die aus dem fernen
Osten sein?

es gibt auch wirkliche lehren des islams, wirkliche lehren von sokrates, von jesus, in der bibel, von nietzsche… und daneben auch noch alle ihre verzerrungen!

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