Hallo Ingo,
Wie setzt sich die Urkalkulation des Herstellers zusammen ?
Lastenheft:
1000 Fahrzeuge
Strassenzulassung für Deutschland
Befestigungspunkte der neuen Karosserie entsprechen der
Serienkarosserie
nur eine Motorisierung (ggf. zwei Mototronic-
Programmierungen)
Variante A: gleiche Bestuhlung
Variante B: geänderte Bestuhlung v.a. drehbare Einzelsitze.
Achtung wird ein wenig länger,
dies ist gewollt
ist genau mein Thema, denn ich arbeite in dem Bereich !
schön
Fangen wir mal hinten bzw. innen an : Motor = das geringste
Problem. Ein neuer Aggregateträger ist schnell entworfen,
sofern der Motor und das Getriebe in den vorhandenen Bauraum
passen. Der Motor an sich ist heute eh nur ein Modul was
beliebig austauschbar ist. D.h. ein Motor wird immer losgelöst
vom Rest entwickelt. Bleibt nur noch die Peripherie (d.h. alle
Anbauteile wie Lima, Kühler und natürlich die Verkabelung und
Schlauchverlegung). Aber das ist auch nicht das Problem.
Thema Innenraum : Die leichteste aller Übungen. Im Innenraum
sind keine Grenzen gesetzt, ausser bei den Drehsitzen,
diejenigen die man aus den Wohnmobilen oder den Kleinbussen
kennt, passen dummerweise nicht in einen normalen PKW !
Abhilfe ist schwierig da der Sitz ein Crashelement ist und
umfangreiche Sicherheitstests durchlaufen muß. Die Kosten
einen solchen Sitz zu entwickeln wären ziemlich astronomisch !
OK, Variante B (Drehsitze etc. wird fallen gelassen)
Thema Aussenhaut : Da kommt es auf dem Umfang der Änderung an.
Dummerweise baut man heute die Autos nicht
mehr so wie früher den Käfer, der hatte noch eine richtige
Bodengruppe wo man seiner Kreativität freien Lauf lassen
konnte beim Aufbau. heute nicht mehr möglich durch
selbsttragende Karrosserie. Wenn man die Rohkarrosse beibehält
bleiben zur Änderung nur noch die Kotflügel vorne, Motorhaube,
evtl. Frontblech sowie sämtliche Kunststoffteile.
da darf es ruhig etwas mehr sein
Mit ein wenig viel mehr Aufwand auch die hintere Dachpartie.
Und wenn man schon dabei ist kann man auch die A-Säulen neu
machen, dann gilt aber das gleiche wie für die Drehsitze !
mmh
Kommen wir zu den Kosten !
Annahme : Das Auto wird in Serie gebaut, d.h. es ist kein
Umbau !
jo
Gehen wir mal von einer Stückzahl von 1000 Stück aus.
(Anm. des Autors dumme Stückzahl ! zuviel für Prototypenserie
zuwenig für Großserie, hängt mit den Werkzeugen zusammen)
Kommt viermal 300 Stück günstiger ? Von den Werkzeugen und den einzusparenden Crashversuchen ?
Ist da Karmann mal anzufragen oder macht dies Autohersteller Y wahrscheinlich günstiger ?
Innenraumumbau : ca. 1.000.000 EUR (ohne Drehsitze)
Motor/Getriebe : ca. 500.000 EUR bei Verwendung eines
Großserienmotors
wirklich 500 TEuro, obwohl das Innenleben gleich bleibt und nur die Verkabelung etwas modifiziert werden müsste. Ich ging beim Beispiel von der Annahme aus, dass die Anordnung des kompl. Motorblocks (Motor, Kühlung, LiMa, Kupplunng, Getriebe) und der (Boden-) Rahmen mit dem Serienfahrzeug übereinstimmt. letzteres war mit der Bemerkung gleiche Befestigungspkt wie Serienprodukt im Lastenheft gemeint.
Aussenhaut (komplette Änderung, ganz großes Programm) : ca.
8.000.000 EUR
in summa: 9.5 Mio EUR, macht 9.500 Euro pro Wagen
Alle Preise inkl. Material, Arbeitskosten (da viel
Handarbeit)und Maschinenkosten, aber ohne alle notwendigen
Tests !
wieviel kosten die Werkzeuge und wieviel das Material
Kannst Du mal über den Daumen peilen,
wie die Kalkulation für 300 Wagen (analog Prototypenserie) oder für 2500 Wagen (als Wehnachtsgeschenk für die Haushalte der liben Verwandschaft bzw. guten Bekannten, damit deren Gärtner auch einen netten Wagen ahben) aussehen würde ?
Das Problem dabei ist die Strassenzulassung. Bis ca. 300 Stück
gilt ein Ausnahmeregelung. Da erhält der Wagen eine Zulassung
mittels besonderer Einzelabnahme. Bei 1000 Stück gelten wieder
andere Vorschriften, da muß man wieder Crashen !
Aber dennoch bezahlbar für die meisten der Scheiche !
aber der Einkäfer Lopez kennt sich aus und was er spart, kann er in seinen Harem stecken+
Tschuess Marco.