Hallo allerseits,
ich bin frisch gebackener Uni-Absolvent (Dipl. Kffm.) mit gutem Abschluß und zahlreichen Praktika. Seit meiner gesamten Studienzeit spiele ich bereits mit dem Gedanken mich später selbständig zu machen. Nun habe ich über eine persönliche Beziehung ein nicht alltägliches Job-Angebot erhalten. Mich würde mal eure Meinung dazu interessieren…
Hier die Situation:
Das traditionsreiche und ehemals sehr erfolgreiche Familienunternehmen (ca. 6 Mio € Umsatz p.a, 100 Mitarbeiter) ist seit kurzem aufgrund von Managementfehlern in Schwierigkeiten geraten. Die Folge: Insolvenzanmeldung im Frühjahr 2007. Die Geschäfte werden nun vom zuständigen Insolvenzverwalter weitergeführt. Es besteht laut Insolvenzverwaltung und Steuerberater eine gute Aussicht auf erfolgreiche Weiterführung falls ein Managementwechsel vorgenommen wird.
Es eröffnet sich nun für mich die Möglichkeit die kaufmännische Leitung (bzw. Geschäftsführung) vom ausgeschiedenen Inhaber zu übernehmen. Alle Beteiligten würden es befürworten, wenn sich der zukünftige GF (also ich) mit ca. 25 T € am neuen Eigenkapitalbedarf (insgesamt 400 T €, entspricht 20% vonm Gesamtkapitalbedarf) zum Zwecke der Insolvenzabwendung beteiligt.
Was würdet ihr mir bezogen auf die oben genannten Fakten raten?
Herausforderung annehmen oder ablehnen?
Mir ist bewusst, dass es eine recht komplexe Entscheidung ist.
Freue mich trotzdem auf einen regen Austausch…
Herzlichen Dank im voraus!
Hallo Chris,
also ich hätte zwei Bedenken zu der Sache
- Traust Du Dir als frisch gebackener Uni-Absolvent einen Job als Geschäftsführer über 100 Mitarbeiter zu? Zum einen könnte es sein, dass Du dafür etwas zu wenig Erfahrung hast (viele Dinge lernt man halt auch im tollsten Praktikum nicht) und zum anderen könnte Dein recht junges Alter (nehme ich zumindest mal an *g*) Dir gewisse Autoritätsprobleme bescheren. Dazu kommt noch, dass Du den Laden eher in einer wenig rosigen Situation übernimmst, also auch kleine Fehlentscheidungen eventuell üble Konsequenzen haben. Aber das kann natürlich keiner aus der Ferne beurteilen, ich wollte’s nur angesprochen haben.
- Hast Du als frisch gebackener Uni-Absolvent 25.000 Euro auf der hohen Kante? Oder sonst irgendeinen Sponsor, der Dir das Geld gibt ohne dass Du einen Kredit aufnehmen musst?
Falls beides ja - dann versuch’s doch. Schlimmstenfalls bist Du in 6 Monaten 25 kEuro ärmer und um unendlich viele Erfahrungen reichter. Bestenfalls bist Du in 2-3 Jahren ne echt gute Partie *wegduck*
Falls Du bei der einen oder anderen Sache Zweifel hast, lass die Pfoten weg. 25.000 Euro Schulden und kein Job können Dein Leben für die nächsten paar Jahre ganz gut versauen. Aber wie gesagt, das kommt alles auch auf Deine Gesamtsituation an, wie risikobereit Du bist bzw. sein kannst (der Familienvater wird eher konservativer reagieren als jemand, wo Daddy ein spendabler Millionär ist)
*wink*
Petzi
Hallo.
Kurz und knapp:
Laß lieber die Finger davon!
Du kannst nicht nur 25tsd € verlieren. Die Leitungsebene von insolventen Firmen zu übernehmen ist bezogen auf die persönlichen und fachlichen Voraussetzungen gepaart mit der Hoffnung hier auch noch länger Karriere machen zu können tatsächlich die Profiliga und ohne Dir zu nahe treten zu wollen: So herausfordernd das auch sei, die hierfür nötigen Erfahrungen sammelt man nicht in Praktika! Was ist die normale Einstiegsebene für Absolventen?! Insolvenzverwalter und Steuerberater verdienen Ihr Geld damit!?
Im Übrigen höhrt sich das nach günstiger Kapitalbeschaffung an. Solltest Du Dich der Aufgabe trotzdem stellen empfehle ich Dir ne gute Risikoabsicherung oder ein Einstieg über einen Weg, mit dem Du kein Risko trägst. Die Kapitalbeteiligung sollte m. E. n. auf keinen Fall erfolgen.
Gruß
G. S.
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ich würde mich da einfach nicht auf die aussagen dritter verlassen, dass da was geht: geh hin, lasse dir alles zeigen, die bücher vorlegen, sprich mit kunden, mitarbeitern, zulieferern. mach dir ein bild. und wenn du quasi nen monat da schon gearbeitet hast, dann unterschreibst du oder auch nicht. wenn das nicht deiner person entspricht, dann auch der gebotene posten nicht.
ps.: irgendwas ist daran faul, wenn sie dich als frischling dahin haben wollen, als einen alten hasen, der alle tricks und kniffe kennt: für 25k 1/8 von 100 mitarbeiter und 6mio umsatz (60k/arbeiter=gute marge möglich)zu kaufen wäre sonst schon ein top angebot, für das ich auch eltern, verwandte anpumpen würde.
Hi,
(60k/arbeiter=gute marge möglich)zu kaufen wäre sonst schon
ein top angebot, für das ich auch eltern, verwandte anpumpen
würde.
Wo hast Du denn das her? 60k/MA/pa ist ein ziemlich beschissener Wert. In der Chinesischen Provinz würde ich Dir zustimmen, aber nicht in D.
Wir haben einen pro Kopf Umsatz von 355k/p.a. Und trotzdem bleibt am Jahresende nicht viel übrig. Woher kommt das? Du siehst vielleicht, dass man mit einer solchen Größe aber auch gar nichts sagen kann. Obwohl, bei 60k/p.a. traue ich mir die Prognose zu, dass sich nicht einmal jeder MA sich selber finanzieren kann. Also da von einem guten case zu sprechen halte ich für vermessen.
Gruß
C.
Schauen Sie doch mal hier hinein: http://www.business-podium.com/boards/unternehmensen…
Vielleicht kann Ihnen dort schneller und besser geholfen werden.
Beste Grüße
tropico
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