Karriere und Baby- geht das?

Meine beste Freundin und ich haben uns schon im Sandkasten vorgenommen, gemeinsam Schwanger zu werden.

Sie hat eine Weiterbildung gemacht und hat nun eine Position in einem Unternehmen als Qualitätsmanagementbeauftragte bekommen.

Sie ist sehr zufrieden in ihrem Job, vorallem, da sie endlich „gutes Geld“ verdient.

Trotzdem ist sie nicht abgeneigt, irgendwann ein Baby zu bekommen. Sie ist jedoch der Meinung, das Kind auszutragen und dann den Vater zu Hause zu lassen und wieder zur Arbeit zu gehen.

Ihre Argumente sind:
-Ich verdiene mehr als mein Freund- Sie Brutto 4200Euro und er Brutto 2500Euro (geschätzt)
-Wenn ich wieder komme, bekomme ich die Position nicht wieder

Das sind ihre zwei Argumente.
Was das Geld angeht, habe ich soweit auf sie eingeredet, das sie bestimmt auch so über die Runden kommen würden- darauf ist sie auch eingegangen aber sie hat immer noch Angst um ihren Job.

Ist das Heute noch so. Muss man wirklich als Frau Angst haben „abgestuft“ oder „ersetzt“ zu werden?

Wäre über einen Rat sehr dankbar.

Grúß
Pauliezasu

Indirekte Antwort…

Sie hat eine Weiterbildung gemacht und hat nun eine Position in einem Unternehmen als Qualitätsmanagementbeauftragte bekommen.

Abgesehen davon, dass das etwas heißen kann aber nicht muß, lässt sich in so einer Position sehr viel auf einer flexiblen Basis, möglicherweise sogar per Heimarbeit erledigen. Einige Termine müssen natürlich eingehalten werden, aber es gibt fast keine bessere Position für Kind+Job!

Trotzdem ist sie nicht abgeneigt, irgendwann ein Baby zu bekommen. Sie ist jedoch der Meinung, das Kind auszutragen und dann den Vater zu Hause zu lassen und wieder zur Arbeit zu gehen.

Ich hoffe, dass sie als Mutter nicht so denkt „Jetzt habe ich der Plage schon das Leben geschenkt, abmühen darf sich dann bitte der Erzeuger damit“, dann würde ich auf ein Kind verzichten!
Ich bin zwar nicht Mutter, sondern Vater, aber mittlerweile sehe ich selbst es so, dass jeder Tag mit dem Kind ein Geschenk ist. Wenn es die Möglichkeit gibt, diese zu nutzen, sollte man es tun. Wozu gibt es denn Mutterschutz und Elternzeit?

Wenn das Kleine in einer KiTa untergekommen ist, sieht es eh anders aus, denn es gibt Ganztagsbetreuung. Dann ist auch eine vollzeitige Tätigkeit kein Hinderungsgrund mehr.

Ihre Argumente sind:
-Ich verdiene mehr als mein Freund- Sie Brutto 4200Euro und er
Brutto 2500Euro (geschätzt)

Na und? Das muss sich doch langfristig auch nicht ändern!

-Wenn ich wieder komme, bekomme ich die Position nicht wieder

Ob das rechtlich so einfach ist? Das mit dem Mutterschutz und Elternzeit hatten wir schon, wenn der AG das anders sieht, dann bekommt der AG postwendend eine Klage ins Haus. Aber normalerweise finden sich hier positive Win-Win Lösungen!

Was das Geld angeht, habe ich soweit auf sie eingeredet, das sie bestimmt auch so über die Runden kommen würden- darauf ist sie auch eingegangen aber sie hat immer noch Angst um ihren Job.

Sie sollte sich im Vorfeld darüber erkundigen, wie eine dynamisch geregelte QM-Stelle bei anderen Unternehmen aussehen kann (viele TelCos, Heimarbeit, geregelte Meeting/Workshop Zeiten) und das als Referenzmodell „Wir könnten doch auch…“ gegenüber dem AG als Win-Win verkaufen.
Dann kann sie sogar möglicherweise direkt nach der Entbindung schon wieder einige Aufgaben wahrnehmen und sich, „Kindeswohl erlaube“ in kürzester Zeit trotz Kind wieder voll in ihre bisherigen Aufgaben integrieren.
Wenn alles gut geplant wird und glatt läuft, „merkt“ vielleicht im Unternehmen niemand (bezogen auf den Betriebsablauf), dass da jemand gerade einen neuen Erdenbürger im Hause hat!
Und der AG merkt dabei vielleicht sogar, wie er Kosten spart und bietet dann auch anderen jungen Müttern ein ähnliches Modell an :smiley:

Ist das Heute noch so. Muss man wirklich als Frau Angst haben „abgestuft“ oder „ersetzt“ zu werden?

Wenn sie in der passiven Rolle bleibt und sich fürchtet vor dem was werden könnte, dann ist diese Angst berechtigt.
Aber das hat nicht nur mit dem Kind zu tun sondern ist in jeder Situation, auch für Männer so.
Wenn sie allerdings in die Initiative geht, ist sie ohne weiteres ihres Glückes Schmied. Rechtliche Grundlage und funktionsfähige Beispiele gibt es genügend. Sie muss halt nur suchen und recherchieren und dann ihre Vorgehensweise langfristig planen.
Aber das zu können, erwarte ich von einem QM’ler eigentlich ohnehin.

Gruß,
Michael

Hallo,

also ehrlich gesagt finde ich es ziemlich vermessen wenn du dich so in die Lebensplanung deiner besten Freundin einmischt.

Ich finde es sehr vernünftig, wenn sie weiter arbeiten geht und statt dessen ihr Mann eine Weile zu hause bleibt - da sie nunmal DEUTLICH mehr verdient. Aus dem Gehalt zu schließen hat sie eine etwas höhere Position, da könnte sie tatsächlich recht haben, dass es schwierig wird wenn sie eine Zeit gefehlt hat.

Mal ehrlich, nur weil ihr euch in Kindertagen vorgenommen habt zusammen schwanger zu sein, ist es doch ziemlich naiv danach jetzt das Leben auszurichten. Selbst wenn ihr beiden es vor habt, heißt das doch lange noch nicht, dass ihr ungefähr zur selben Zeit schwanger werdet. Ich finde die Denkweise wirklich ziemlich naiv. Sorry.

Gruß

Samira

Hallo,

ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum Du Dir soviel Gedanken um die Lebensplanung Deiner Freundin machst. Es ist doch IHRE Entscheidung, ob sie arbeiten geht oder nach der Geburt zu Hause bleiben möchte! Und ehrlich gesagt kann ich vollkommen nachvollziehen, dass die Frau wieder arbeiten geht, wenn sie so viel mehr verdient, als der Mann. Warum sollte der Mann denn nicht zu Hause bleiben? Was würde denn dagegen sprechen?

Ob Kariere mit einem Kind vereinbar ist oder nicht, kann man so pauschal nicht sagen. Es kommt doch immer auf den Einzelfall an. Bei manchen funktioniert das prima, bei manchen überhaupt nicht.
Aber wenn Deine Freundin, die ja ihren eigenen Beruf viel besser kennt, als Du, meint, sie hat nach der Elternzeit Schwierigkeiten, wieder in ihrem alten Job zu arbeiten, dann beantwortet Dir das doch die Frage nach der Vereinbarkeit!

VG

Karriere und Baby- geht das?

Ich merke schon, das ich so leicht den Falschen Eindruck erweckt habe. Klar geht es mir jetzt nicht darum, dass wir „unbedingt“ zusammen Schwanger werden müssen. Das war mein Gedanke in der Kindheit.

Hauptsächlich geht es mir darum, dass sie schon immer davon sprach, EIN Kind bekommen zu wollen und ich manchmal das Gefühl habe, dass ihre Neue Arbeit es nicht „akzeptieren“ würde.

Sie erzählte mir mal, dass ihr Chef sie fragte, wie es denn mit dem Kinderwunsch aussehen würde. Denn wenn sie auf Kinder verzichtet, könnte sie viel mehr erreichen.

Ich finde es einfach nur unfair, denn ihr Chef hat zwei Kinder zu Hause sitzen. Seine Frau hatte wohl Zeit und nicht den „erfolgreichen“ Job, dass sie die Kinder austragen konnte.

Meine Freundin kann schlecht sagen: Au ja…super Job, Schatz, trag du mal aus, mir passt das gerade nicht.

Und ich frage mich wirklich, ob es da nicht für ein Kind gut wäre, von der Mutter gestillt zu werden.

Sie wollte nie ein Kind haben, nur damit sie einen Erben hat. Sondern um Mama zu sein.

Meine Frage geht eher gezielt dahin, was und wie sie sich Beruflich absichern kann.

Aber ich finde die Ideen super, etwas mit „Heimarbeit“ zu verbinden und dann an natürlich wichtigen Meetings teilzunehmen. Solange kann ihre Schwägerin einspringen, da die Schwägerin Tagesmutter ist.

Schon mal vielen Dank für die Guten Tips und Ideen.

Und was erreichen?

Hauptsächlich geht es mir darum, dass sie schon immer davon sprach, EIN Kind bekommen zu wollen …

Alles kann man nun doch nicht planen. Was, wenn’s Zwillinge sind? :smiley:

und ich manchmal das Gefühl habe, dass ihre Neue Arbeit es nicht „akzeptieren“ würde.

Wie gut kennst Du denn ihre „Neue Arbeit“? Manches ist anders als es scheint, insbesondere Chefs haben oft die Eigenschaft, für positive Veränderungen zugänglich zu sein.

Sie erzählte mir mal, dass ihr Chef sie fragte, wie es denn mit dem Kinderwunsch aussehen würde. Denn wenn sie auf Kinder verzichtet, könnte sie viel mehr erreichen.

Oha - also ob ich in dem Laden noch die nächsten 3 Jahre bleiben wollen würde, täte ich mir schon ernsthaft überlegen.
Abgesehen davon, dass es eine der größten Errungenschaften des Lebens ist, seinen Fortbestand sicherzustellen (d.h. Kinder zu haben) deutet diese Aussage auf eine Kultur hin, die zumindest subtil von Familienfeindlichkeit geprägt ist.

Ich finde es einfach nur unfair, denn ihr Chef hat zwei Kinder zu Hause sitzen. Seine Frau hatte wohl Zeit und nicht den „erfolgreichen“ Job, dass sie die Kinder austragen konnte.

Wenn man jetzt erstmal anfängt, den Gedankenstrang weiter zu verfolgen und nun einen fiktiven Dialog zwischen Dir und jenem speziellen Chef aufzubauen - naja, so kommt man zumindest nicht zu einem Win-Win, eher zu einem Lose-Lose!

Sollte es diesbezüglich zu einer Diskussion zwischen Deiner Freundin und ihrem Chef kommen, versuche bitte nicht, sie auf so eine Art mit „Munition zu versorgen“ um „die Debatte zu gewinnen“!
Viel wichtiger ist es, dass der Chef sieht, dass eine Zusammenarbeit gerade mit (und nicht „trotz“) Kind für das Unternehmen wertvoll sein wird!

Sie wollte nie ein Kind haben, nur damit sie einen Erben hat.
Sondern um Mama zu sein.

Das sollte der Leitgedanke sein. Und darum sollte man dann das Leben aufbauen, dann klappt’s auch mit dem Chef und der Karriere!
Wenn man allerdings versucht, den „Balg“ (sic.) in den Karriereplan einzubauen, das wird nichts… defintiv.

Meine Frage geht eher gezielt dahin, was und wie sie sich Beruflich absichern kann.

Mal im Bereich Mutterschutz und Elternzeit schlau machen, aber das fällt ins Rechtsbrett, da halte ich mich raus.

Gruß,
Michael

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Hallo Pauliezasu,

ich kann diese Gedankengänge alle gut verstehen. Ich habe mich knapp 2 Jahre überreden lassen bevor ich ja zum Kind sagte. Tja und dann passiert Dir mit der Geburt etwas, was Du nicht mehr steuern kannst. Du bekommst diese fiese Hormonkeule von Mutter Natur übergeholfen. Den einen triffts mehr, den anderen weniger :smile:)

Ich habe meine ArbeitsStunden mittlerweile wieder reduziert. Mit Vollzeit kam ich nicht klar. Karrieremäßig ist das in der Tat nicht schlau, mir aber im Moment komplett egal. Meine Prioritäten haben sich geändert.

Das bin aber ich, andere machens anders und auch das kann funktionieren. Ist eine Frage der Umstände und der Organisation. Aber auch definitiv vom Good-Will des Unternehmens abhängig. Hier lohnt bei Angst sich die Rechte einer Schwangeren/Mutter anzuschauen. (und die einschlägigen Gerichtsurteile zu Mobbing von wiederkehrenden Müttern) Sie scheint doch ein gutes standing zu haben, so jemanden läßt man doch nicht einfach gehen.

Alles Gute

FS

Hallo,

Fakt ist, dass Frauen, die sich für eine Babypause entscheiden, schlechtere Chancen haben, hinterher wieder dieselbe oder eine gleichwertige Position zu erhalten. Je spezieller die Aufgabe war, desto unwahrscheinlicher ist, dass die Stelle freigehalten werden kann.

In der Tat wäre es so, dass Deine Freundin nicht darauf hoffen könnte, nach einer über die Elternzeit hinausgehenden Pause wieder als Qualitätsmanagementbeauftragte in ihrer Firma arbeiten zu können. Dieser Posten wäre dann garantiert anderweitig besetzt. Dieses Vorgehen hat auch nichts mit dem Wohlwollen des Chefs zu tun, sondern mit den Erfordernissen des Unternehmens. Wenn das Unternehmen einen Beaufragten für Qualitätskontrolle braucht, dann wird die Stelle nachbesetzt, wenn sie frei ist.

Mehr Nach- als Vorteile hat auch die Teilzeitbeschäftigung nach der Elternzeit. Vor allem bei den besser dotierten Jobs wird erwartet, dass die Arbeitszeit den Anforderungen der Stelle flexibel angepasst wird. Wenn es die Beschäftigten aufgrund bestehender Familienpflichten nicht einrichten können, über ihre vereinbarte Arbeitszeit hinaus zu wichtigen Terminen oder Anlässen anwesend zu sein, haben sie in aller Regel die hieraus entstehenden Nachteile zu tragen.

Natürlich gibt es Ausnahmen, wo die Rückkehr nach einer längeren „Babypause“ an den alten anspruchsvollen Arbeitsplatz kein Problem ist. Die sind aber selten.

Im Übrigen gelten die beruflichen Nachteile einer Babypause oder Teilzeit zwecks Kindererziehung nicht nur für Frauen, sondern auch für Männer.

Grüße von
Maralena

Vielen Dank Maralena für die ganzen Infos.

Hallo,

ich erzähle jetzt mal von meinen Erfahrungen. Ich bin vor 10 1/2 Monaten Mutter von Zwillingen geworden. Auch für mich stand fest, dass ich schnell wieder in den Beruf zurück gehe, da ich einiges mehr verdiene als mein Mann. Das habe ich nach 4 Monaten auch getan. Es ist bei uns im Rhein-Pfalz-Kreis unmöglich einen Krippenplatz zu bekommen. Das hätte bedeutet, wenn ich daheim geblieben wäre, dann wäre ein Einstieg frühestens möglich, wenn die Kinder 2 Jahre alt sind, weil ich dann auf jeden Fall ein Platz bekommen hätte. Aber ich arbeite in der IT-Welt, da kann man sich nach 2 1/2 Jahren verabschieden, da ist ein Einstieg unmöglich. In meinem Bereich arbeiten die meisten Mütter dann zumindest Teilzeit weiter, da ein zurückkommen dann schier unmöglich ist.

Mein mann arbeitete in der Produktion. Da ist es auch nach 2 Jahren kein Problem wieder einzusteigen. Es kommt halt ganz drauf an, welchen Job man hat und man kann das nicht verallgemeinern. Jeder muss das für dich selbst entscheiden, insbesondere auch dahingehend, ob man das psychisch kann, sich täglich von den Kindern zu verabschieden und oft erst spät heim zu kommen. Ich sehe da bei meinem Mann überhaupt kein Problem, ich sehe, dass er das auf die Reihe kriegt, als warum nicht? Ich finde es immer nur grausam, wie arbeitende Mütter oft verächtet werden, weil sie es wagen „ihre Brut“ allein zu lassen.

Ich würde es immer wieder so machen!

Grüße,
Anja

Hallo Anja,
Danke, aus dieser Sicht hat mir noch keiner geschrieben.
Vielen Dank