Karriere, was kann man jetzt noch tun?

Guten Tag,

folgende Situation:

Ich bin 28 Jahre

Ich habe einen Handwerksberuf gelernt weil mein Vater mich Traditionsbedingt in diesem Beruf sehen wollte.

Da ich aber eher 2 linke Hände habe als 2 rechte habe ich nur die Theorie bestanden (Theorie Note 2, Praktis Note 6)
Auch eine Wiederholung der Prüfung half mir nichts.

Dann kam meine Einberufung zur Bundeswehr. Ich blieb dort für 4 Jahre.

Nachdem ich die Bundeswehr verlassen hatte gab es für mich keine Arbeit. (als was auch, da keine Abgeschlossene Berufsausbildung) Nach einer Zeit der Arbeitslosigkeit fand ich eine Stelle in einer Zeitarbeitsfirma.

Die Zeitarbeit wurde mir als „tolle“ Berufschance angepriesen, da man dort viel Erfahrung sammeln kann.

Doch meine Vermutung bestätigte sich: Die Arbeit dort führte mich zu gar nichts ausser zur Mittellosigkeit.

Da ich in der Zeitarbeitsfirma hauptsächlich in Bereich Produktion eingesetz bin versuchte ich eine Arbeit in entspechenden Fabriken zu finden.

Nur die Arbeitssituation ist schlecht. Die Firmen entlassen eher als das sie einstellen.
Ausserdem reagierten die Firmen auf meinen Lebenslauf nicht positiv.

Auch die Bereiche des Lebenslaufs in denen ich Zeitarbeit angab wurden negativ bewertet nach dem Motto „Wieso gingen sie keiner „richtigen“ Beschäftigung nach? Die Hilfstätigkeiten welche sie dort ausgeführt haben machen keinen Produktionsmitarbeiter aus ihnen.“

Was kann ich noch tun? Es muss doch eine Möglichkeit geben mein Berufsleben noch mal umzukrempeln.

Hallo,

(…)

Ich habe einen Handwerksberuf gelernt weil mein Vater mich
Traditionsbedingt in diesem Beruf sehen wollte.

Dann haben deine Eltern also mitverbrochen, dass du jetzt ohne Ausbildung dastehst.

Die Zeitarbeit wurde mir als „tolle“ Berufschance angepriesen,
da man dort viel Erfahrung sammeln kann.

Ist es eigentlich auch, aber nicht für Ungelernte.

„Wieso gingen sie
keiner „richtigen“ Beschäftigung nach? Die Hilfstätigkeiten
welche sie dort ausgeführt haben machen keinen
Produktionsmitarbeiter aus ihnen.“

Das ist 100%ig richtig.

Die erste Frage ist doch, was kannst du und was willst du und was traust du dir zu.
Du brauchst ein Ziel und einen schlüssigen Zukunftsplan.
Mit Ziel und Zukunfstplan könnte ich mir einen gewissen Rückhalt in der Familie und evtl. finanzielle Unterstützung vorstellen.

Und fang bloss nicht an „zu alt“ zu denken.

Gruss,
TR

In der Produktion könnte ich trotzdem arbeiten wenn mich jemand einstellen würde, die Arbeiten welche die Festangestellten für 13€+ die Stunde machen musste ich sehr oft auch als Zeitarbeiter machen.
Nach einer Einarbeitung an den entsprechenden Maschienen kann das jeder der halbwegs was in der Birne hat.

Was bleibt sonst noch? Eine Ausbildung. (sicherlich die beste Alternative)
Da würden mich verschiedene Sachen interessieren unter anderem Industriekaufmann (habe Mittlere Reife)

Nur: Auch die Ausbildungsstellen sind begrenzt. Wer stellt einen 28jährigen ein?
Und wie soll ich vom Ausbildungsgehalt leben?

Die Arbeit in der Zeitarbeitsfirma hat meine Reserven verschlungen und mich in die Schuldenfalle getrieben und nun noch eine Ausbildung wo ich noch weniger verdiene? Das wird nicht funktionieren.

Das beste wäre also eine Stelle wo ich sofort Geld verdiene, nur es stellt mich niemand ein.

Hallo

Ich habe einen Handwerksberuf gelernt weil mein Vater … wollte.

Jetzt fragst Du uns:

Was kann ich noch tun?

Aufhören, Dich nach anderen zu richten und herausfinden, was Du wirklich willst.

Gruß,
LeoLo

Er hat ja geschrieben was er sich vorstellt.

Nur ohne Ausbildung kommt man in Deutschland nur sehr schwer auf einen grünen Zweig.

Tip: Eine Ausbildungsstelle suchen und dann Staatliche Unterstützung, sei es vom Arbeitsamt oder dem Wohnamt (Mietzuschuss) beantragen.

Er hat ja geschrieben was er sich vorstellt.

Was stellt er sich denn konkret vor?

Gruß,
LeoLo

So ist das halt…

In der Produktion könnte ich trotzdem arbeiten wenn mich jemand einstellen würde, die Arbeiten welche die Festangestellten für 13€+ die Stunde machen musste ich sehr oft auch als Zeitarbeiter machen.

Genauso wie die Nachtschwester oft auch Dinge tut, die der Arzt sonst macht - aber sie ist trotzdem kein Doktor!

Was bleibt sonst noch? Eine Ausbildung. (sicherlich die beste Alternative)

Das ist in der Tat so. Wir leben im Zeitalter der Wissensgesellschaft, wo Ausbildung, Zertifizierung und stetige Weiterbildung die einzige Chance sind, einen einigermaßen lukrativen Job zu ergattern.

Nur: Auch die Ausbildungsstellen sind begrenzt. Wer stellt einen 28jährigen ein?

Die Frage wäre eher: Warum sollte man Dich einstellen? Solange Du diese Frage nicht treffend beantworten kannst, wird ein Personaler das auch nicht tun. Also: erst einmal selbst die Antwort finden, und dann überlegen, wie man diese verkauft!

Und wie soll ich vom Ausbildungsgehalt leben?

Frag’ mal einen Studenten wie der lebt, wenn er kein BaFöG mehr bekommt und €1200 pro Semester ablatzen darf… vielleicht lernst Du da noch was.

Die Arbeit in der Zeitarbeitsfirma hat meine Reserven verschlungen und mich in die Schuldenfalle getrieben

Den Teil verstehe ich nicht ganz, warum hast Du eine Arbeit gemacht wo Du draufzahlst? Man kann in solchen Fällen zumindest auf Höhe der Grundsicherung sog. aufstockendes ALGII beantragen und hat so wenigstens ein paar hundert Euronen plus Wohngeld zur Verfügung.

und nun noch eine Ausbildung wo ich noch weniger verdiene? Das wird nicht funktionieren.

Wie wäre es, den Fall der ARGE zu schildern? Also weniger um Geld zu bekommen (weil das wohl nicht hinhaut, da Du bereits eine Ausbildung probiert hattest), als um Lösungsansätze zu erhalten.

Das beste wäre also eine Stelle wo ich sofort Geld verdiene, nur es stellt mich niemand ein.

Da musst Du leider auch die Perspektive der Unternehmen verstehen: Wozu sollte man jemanden einstellen, der jahrelang bewiesen hat, dass er quasi nichts kann - zu einem Gehalt, was über dem eines möglicherweise hochqualifizierten Azubis liegt?

Wie wäre die Kombination? Aushilfsjob für’s Geld plus Ausbildung für die Zukunft?

Gruss,
Michael

hallo steve,

erst einmal - schön, daß du den kopf nicht in den sand steckst, in selbstmitleid zerfließt und endlich was ändern willst… ich bin sicher, daß du es schaffst, dein berufsleben umzukrempeln und einen neuen erfolgreichen weg einzuschlagen.

_ ausbildung (zum beispiel industriekaufmann): wie es sich anhört, hast du dich noch um keinen platz bemüht, sondern gehst schon fast davon aus, daß dich mit deinen 28 jahren niemand mehr einstellt, oder? nimm die möglichkeit eines beratungsgesprächs bei der ihk wahr, denn die ist mit ausbildungssbetrieben in direktem kontakt; es gibt sicher betriebe, die mit zu jungen auszubildenden schlechtere erfahrungen gemacht haben und möglicherweise ü25 bevorzugen - all das weißt du nicht, wenn du es nicht versuchst… also: rumtelefonieren, internetrecherche, bewerbungsmappen…

_ berufsausbildung an privaten einrichtungen: es gibt institute, die ausbildungsplätze anbieten, deren teilnahme allerdings entweder kostenpflichtig ist oder zwar kostenfrei, du jedoch kein gehalt erhältst; da es ein meer von solchen angeboten gibt, gilt es, ein seriöses zu finden, das anerkannt (ihk-prüfung o.ä.) und gegebenenfalls noch bafög gefördert ist… schau, ob es sowas auch in deiner stadt gibt, wie die konditionen sind… und ein beratungsgespräch kostet auch nichts…

_ abitur/studium: eine andere idee wäre, dich noch eine weile mit jobs über wasser zu halten und an einem abendgymnasium dein abitur nachzuholen, um vielleicht auch ein studium ins auge zu fassen; in vielen fällen ist elternloses bafög möglich, es gibt studienangebote neben dem beruf (= abenstudium/ samstags; auch staatliche unis/FHs bieten das an, so daß sich die semesterbeiträge in grenzen halten und du tagsüber arbeiten kannst)…

und noch ein schuß ins blaue - du hast leider nicht genug informationen zu deinen bisherigen tätigkeiten gegeben und ob diese zusammengefaßt einem beruf nahekommen, denn:

_ es gibt die möglichkeit, bei der ihk eine externe abschlußprüfung in einem anerkannten ausbildungsberuf abzulegen, wenn bestimmte voraussetzungen erfüllt sind: dafür ist es erforderlich, daß du eine einschlägige berufspraxis nachweisen kannst (tätigkeitsbescheinigungen), die mindestens das 1,5fache der zeit, die als ausbildungszeit vorgeschrieben ist, in dem beruf tätig gewesen sein mußt, in dem die prüfung abgelegt werden soll. ferner besteht die möglichkeit, durch vorlage von zeugnissen oder auf eine andere weise glaubhaft gemacht werden kann, daß du die berufliche handlungsfähigkeit erworben hast, die die zulassung zur prüfung rechtfertigen… das bedeutet im klartext: wenn du (auch über die zeitarbeitsfirma oder bei der bundeswehr) lange genug eine tätigkeit ausgeübt hast, deren anforderungen sich mit einem ihk-beruf decken, wird das durch die ihk geprüft und du wirst zur theoretischen und praktischen prüfung zugelassen, ohne eine eigentliche ausbildung in ihrer herkömmlichen form gemacht zu haben… die prüfungsfächer und die inhalte der prüfung richten sich nach vorgaben der jeweiligen ausbildungsordnung und dem in der berufsschule vermittelten stoff…

sicher kannst du auch mit dem arbeitsamt sprechen, ob ein (um-)schulungsprogramm für dich in frage kommt. damit kenne ich mich leider nicht so aus, aber auch hier sind die beratungen kostenfrei, einfach mal nachfragen…

und noch ein letztes - persönliches: auch wenn einiges bisher nicht so super gelaufen ist, wie du es dir möglicherweise vorgestellt hast, und jetzt ein wenig hinterherhinkst… mach dich nicht kleiner, als du bist, nutze die möglichkeiten der beratung, und ich bin sicher, daß du etwas findest, das dir entspricht und dich endlich voranbringt…

viel erfolg und ausdauer für alles weitere, was dich noch erwartet…

natasha

In der Produktion könnte ich trotzdem arbeiten wenn mich jemand einstellen würde, die Arbeiten welche die Festangestellten für 13€+ die Stunde machen musste ich sehr oft auch als Zeitarbeiter machen.

Genauso wie die Nachtschwester oft auch Dinge tut, die der
Arzt sonst macht - aber sie ist trotzdem kein Doktor!

Nun zumindest in diesem Teil muss ich wiedersprechen.

Ich war selbst in der Produktion tätig.

Die Stelle war die eines Anlagenführers, d.h. ich hatte meinen eigene Großanlage (in meinem Fall eine Automatische Poliermaschiene)

Man brauchte für diese Arbeit keine Ausbildung und keinen bestimmten Abschluss.

Die Einarbeitungszeit dauerte 6 Wochen (in dieser Zeit bediente ein anderer Mitarbeiter die Maschiene und der bildete mich daran aus)
Nach dieser Zeit war ich alleine an der Maschine während meiner Schicht.

Probegehalt war 11€ Brutto für 3 Monate, danach knapp über 13€

Eines Tages kam mein Vorarbeiter mit einem Leiharbeiter im Schlepptau und beauftragte mich den Mann an der Maschiene einzuweisen.

Knapp 2 Monate später war besagter Leiharbeiter an der selben Maschiene wie ich und tat das gleiche was ich auch tat. Öft löste er mich am ende meiner Schicht ab oder ich ihn.

Exakt gleiche Arbeit, nur er bekam 7€ und paar cent dafür…

Für die Stelle eines „normalen“ Produktionsmitarbeiters kann er also durchaus qualifiziert sein, lediglich für Stellen wie der des Vorarbeiters, oder des Schichtschlossers braucht man weitreichendere Qualifikationen.

Problem ist halt das die Firmen kaum noch einstellen und wenn dann die billigeren Leiharbeiter.