Karsli wirf leider das Handtuch

hier sein Brief an Herrn Möllemann:

vom:22.05.2002

Brief von Jamal Karsli an Jürgen W. Möllemann

Sehr geehrter Herr Möllemann,

mit tiefer Enttäuschung und großem Zorn erfüllt mich, was ich in diesen Tagen in den deutschen Medien an bewussten Entstellungen meiner Kritik an der Regierung Sharon aus dem Munde meiner ehemaligen grünen Parteifreunde und von allen anderen Parteien- leider auch von der FDP – hören musste.

Wie sollen junge Menschen in einem Lande zu Gerechtigkeit und Toleranz erzogen werden, wenn in Wahrheit jedem jede Kritik an einer israelischen Regierung bei Strafe des Verlustes seiner öffentlichen Ehre und Würde verboten ist?

Es wird gesagt, Kritik an Ariel Sharon sei erlaubt, aber in der richtigen Wortwahl. Welches ist die richtige Wortwahl? Damit ist offenkundig wohl gemeint, sich so schüchtern und zaghaft zu äußern, dass darüber kein deutsches Medium berichtet; sich so kritikvermeidend zu äußern, dass man letztlich stimmlos und ohne Gehör bleibt.

Ich habe mich für Formulierungen öffentlich entschuldigt, die nicht in Ordnung waren und die es entgegen meiner Intention leider leicht machten, mich als Antisemiten hinzustellen. Allerdings ist mir längst klar geworden, dass es gar nicht mehr um mich geht oder darum, was ich gesagt habe. Ich bin wohl nur der willkommene Anlass, ein Exempel zu statuieren. Die politisch korrekte Klasse demonstriert wiederholt ihre Macht darüber, was man in Deutschland wie öffentlich zu formulieren und wozu man zu schweigen hat.

Ich habe noch mehr gelernt: Es geht nicht nur darum, was man sagen darf, sondern wer es sagen darf. Wer Mitglied der politisch korrekten Klasse ist, nimmt für sich in Anspruch, mit den Begriffen und Wendungen des Nationalsozialismus jederzeit und bei jedem Anlass um sich werfen zu dürfen. Wenn die „Richtigen“ den „Falschen“ Faschismus, Nazi-Methoden, „Stürmer-Manieren“, Goebbels-Parolen, Antisemitismus usw. zuschreien, ist das politisch korrekt. Nur wenn die „Falschen“ den Mund öffnen, wird Alles auf die politisch korrekte Goldwaage gelegt.

Bei den Grünen war ich wohl im Urteil der politisch korrekten Klasse bei den „Richtigen“, auch wenn ich in Ihren Augen das „Falsche“ sagte.

Solange ich Mitglied der Grünen war, hat mir dort niemand gesagt, meine Meinung zu dem, was die Regierung Sharon den Palästinensern antut, sei ungerechtfertigt. Auch die Art, wie ich mich ausdrückte, ist nicht oder nur sehr milde kritisiert worden.

Die Reich- und Tragweite des Tabus „Juden und Israel“ in Deutschland habe ich erst jetzt im wahren Umfang kennen lernen müssen. Während all der Jahre, in denen ich mit Menschen in meiner Nachbarschaft und in Deutschland persönlich gesprochen habe, ist mir nie wie jetzt begegnet, dass jeder zum Antisemiten gestempelt wird, der nicht alles gut findet, was israelische Regierungen in Palästina tun.

Ich nehme mit Erstaunen und Befremden zur Kenntnis, wie man aus mir, der ich 18 Jahre lang aktive Politik gegen Rassismus, Ausländerfeindlichkeit und Rechtsradikalismus gemacht und mich immer für Integration, Gleichberechtigung und Menschenrechte eingesetzt habe, quasi einen antisemitisch, antijüdisch und antiisraelisch denkenden und handelnden Menschen macht. Begriffe wie Zionismus und Antisemitismus sowie die Kritik an der Regierung Sharon werden in der deutschen Medienlandschaft meiner Meinung nach nicht genügend differenziert und daher oft verwechselt, weil in Deutschland das Thema nach wie vor tabuisiert und nicht hinreichend diskutiert wird.

Ich frage Joschka Fischer öffentlich: „Warum ist das Töten von Muslimen auf dem Balkan ein Verstoß gegen die Menschenrechte, in Palästina aber eine gerechtfertigte Vergeltungsmaßnahme und eine präventive Maßnahme der Selbstverteidigung?“

Natürlich stehe ich völlig auf Seiten der Palästinenser. Damit bin ich aber wohl einer der wenigen, die öffentlich nicht einseitig auf Seiten Israels stehen. Dies aber verlangt die politisch korrekte Klasse - was das Volk denkt, kümmert sie nicht. Was den Nahost-Konflikt betrifft, so wiederhole ich meinen Standpunkt, der sich überhaupt nicht vom Parteitagsbeschluss der FDP in Mannheim unterscheidet: Ich bin für die Durchsetzung der UNO-Resolution, die neben dem Existenzrecht Israels in sicheren Grenzen auch einen lebensfähigen palästinensischen Staat vorsieht. Ich verurteile die Menschenrechts- und Völkerrechtsverletzungen in der Region.

Ich wollte in der FDP mitarbeiten, weil ich Ihrer Meinung in vielen Fragen mehr zustimme als der der Grünen. Ihre Kolleginnen und Kollegen, die mich aus meiner Arbeit aus den Ausschüssen kennen, wissen dies. Ihr persönlicher Einsatz für den eigenen Staat der Palästinenser neben dem eigenen Staat Israel war nur ein letzter Anstoß, mich für eine Mitarbeit in Ihrer Fraktion und Ihrer Partei zu bewerben.

Was seitdem geschieht, benutzen aber alle möglichen Kräfte gegen die FDP und vor allem gegen Sie, weil Sie diesen Kräften viel zu erfolgreich sind. Dafür möchte ich nicht weiter als willkommener Anlass Ihrer politischen Gegner herhalten. Denen komme ich sehr zupass, in großer Selbstgerechtigkeit und voller Scheinheiligkeit über Sie und Ihre Mitstreiter herzufallen. Wenn es um wirkliche Friedenslösungen im Nahen Osten geht, rühren diese Leute keinen Finger, sondern machen nur Show. Wo bleibt denn die empörte öffentliche Kritik an den Beschlüssen der Likud-Partei, einen palästinensischen Staat abzulehnen sowie die illegale Siedlungspolitik auf palästinensischem Boden weiter zu forcieren?

Hiermit ziehe ich meinen Antrag zur Aufnahme in die FDP zurück. Ich weiß, dass Sie auch weiterhin für eine wirklich gerechte Lösung im Nahen Osten, für einen gleichberechtigten Staat Palästina in Nachbarschaft mit dem Staat Israel in sicheren und anerkannten Grenzen, und damit für die Verständigung zwischen Christen, Juden und Muslimen eintreten werden. Deshalb werde ich auch weiterhin alle meine arabischen und muslimischen Freunde bitten, Sie, lieber Herr Möllemann, und Ihre Politik zu unterstützen. Meine Mitarbeit in Ihrer Fraktion werde ich, wie mit Ihnen besprochen, als parteiloser Abgeordneter engagiert fortsetzen.

Mit freundlichen Grüßen
Dipl.-Ing. Jamal Karsli MdL

Schade, er hatte Recht.
Grüße
Raimund

Hallo Raimund,

Bei den Grünen war ich wohl im Urteil der politisch korrekten
Klasse bei den „Richtigen“, auch wenn ich in Ihren Augen das
„Falsche“ sagte.

Solange ich Mitglied der Grünen war, hat mir dort niemand
gesagt, meine Meinung zu dem, was die Regierung Sharon den
Palästinensern antut, sei ungerechtfertigt. Auch die Art, wie
ich mich ausdrückte, ist nicht oder nur sehr milde kritisiert
worden.

Hier hat Karlis recht. Und wir älteren wissen letztlich, dass jener Joschka Fischer einer jener gewesen ist, der zusammen mit anderen führenden Grünen noch bevor man mit Schröder ins Regierungsbrett durfte Anhänger Arafats war und dass einige der „Scheinheiligen bei den Grünen“ Arafat zugejubelt haben, wenn dieser Israel gedroht hat. Weshalb zehn Jahren, solange Karsli bei den Grünen gewesen ist, seine persönliche Einstellung nicht aufgefallen sein soll, kann man wohl nur damit begründen, dass bis vor wenigen Monaten die Grünen durchaus die Meinung von Karsli teilweise vertreten haben.

Ich frage mich, nachdem Fischer wegen seiner früheren Haltung nicht mehr angegriffen wird, ob seinerzeit die Gespräche mit Fischer zu diesem Thema nach dem System gegen Möllemann lief und sich Fischer - entgegen von Möllemannn - nicht erpressen liess. Ein Umdenken über Nacht von Fischer ist weder logisch noch kann dies jemand begründen. Ob er persönlich erpresst wird, ob politisch konform zu bleiben, werden wir wohl kaum erfahren.

Auf jeden Fall wäre es heute sinnvoll, wenn Westerwelle seinen Besuch nach Israel absagt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man in Israel einen Poltiker treffen will, der im Zentralrat mit seiner Partei mit Nazis auf eine Stufe gestellt wird.

Gruss Günter

dazu ein Leserbrief…
Möllemann ein Volksverhetzer?
Autor : CH
Datum : 18.05.02 01:29

Die Bundesvorsitzende der „Grünen“, Claudia Roth, stellte am 17.05.2002 einen Strafantrag gegen Jürgen Möllemann - man höre und staune - wegen „Volksverhetzung“. Ein Ereignis, ein Datum, dass man sich merken wird müssen. Deutschland erlebt eine nie dagewesene Perversion der politischen Kultur. Die geifernden Wächter der „Political Correctness“ erreichen eine neue Stufe der Intoleranz - der Mord an Pim Fortuyn im tolerantesten Land Europas ist offensichtlich spurlos an ihnen vorübergegangen.
Sicher, Frau Roth ist weit davon entfernt, eine ernstzunehmende Persönlichkeit zu sein. Vor allem die Tatsache, dass der den ganzen „Skandal“ (es widerstrebt mir diesen Ausdruck zu verwenden) Verursachende ein langjähriges Grünen-Mitglied war, macht die Angelegenheit noch absurder. Doch was treibt die Vertreter des politischen Liberalismus in Deutschland an, auf diesen Wagen mit aufzuspringen? Hamm-Brücher (die konsequenterweise ja nun doch nicht nach der Aufnahme Karslis ausgetreten ist), die ewig nörgelnden Freunde vom „Freiburger Kreis“ - aber auch statthafte Liberale wie Hr. Döring, Fr. Homburger und Graf Lambsdorff. Ihre Ausserungen sind nicht nur überflüssig (es geht schliesslich NUR um den Kreisverband Recklinghausen), sie sind tatsächlich auch schädlich - schädlich für die FDP, schädlich aber eben vor allem auch für die politische Kultur in Deutschland. Wie stark kann man den Begriff der Meinungsfreiheit noch dehnen, ohne dass er zerreisst? Wie leichtfertig gehen wir mit dem geistig-moralischen Fundament unserer Demokratie um?
Dem angewiderten Bürger bleibt nur die Feststellung, dass offensichtlich führende deutsche Politiker unter krass verzerrter Realitätswahrnehmung leiden. Wenn ein so profanes Ereignis wie das der Karsli-Äusserungen zu derart extremen Reaktionen führen, blickt sich der Wähler verwundert über die Schulter und fragt sich, wer mit diesem Aktionismus überhaupt erreicht, angesprochen werden soll? Wer meint denn ernsthaft, dass die Aufnahme des Herrn Karsli die FDP oder gar die BRD verändern würde? Und wen interessiert es, ob Fr. Hamm-Brücher FDP-Mitglied ist und, bei allem Respekt, was Hr. Döring und Fr. Homburger vom Kreisverband Recklinghausen halten?
Die politische Diskussion erlebt nach der Kanzler-Haar-Debatte einen neuen Tiefpunkt - man möge es der Bild-Zeitung gönnen. Doch die politische Kultur ist es, die ernsthaft in Gefahr gerät, wenn gewisse Meinungen derart gnadenlos ausgegrenzt und verfolgt werden wie in diesem Falle.
Lassen Sie uns aus dem Fall Holland lernen. Alle aufrechten Demokraten und Liberale sind nun aufgerufen, sich der politischen Intoleranz entgegen zu stellen - für die Meinungsfreiheit. Stärken wir in diesem Fall Möllemann den Rücken!

Grüße
Raimund

Nun mal langsam
Karsli gibt also selbst zu, dass seine Äußerungen antisemitisch waren, bzw.- wie er sich ausdrückt „nicht in Ordnung“.

Aber irgendwelche Konsequenzen scheint er daraus nicht zu ziehen. Er hat sich entschuldigt- aber Schuld sind trotzdem die anderen - oder was?

„Ich habe mich für Formulierungen öffentlich entschuldigt, die nicht in Ordnung waren und die es entgegen meiner Intention leider leicht machten, mich als Antisemiten hinzustellen.“

Aha, und nun?

Allerdings ist mir längst klar geworden, dass es gar nicht mehr um mich geht oder darum, was ich gesagt habe. Ich bin wohl nur der willkommene Anlass, ein Exempel zu statuieren.
Die politisch korrekte Klasse demonstriert wiederholt ihre Macht darüber, was man in Deutschland wie öffentlich zu formulieren und wozu man zu schweigen hat.

Das sind alles Floskeln. Wenn er eingesehen hat, dass seine Äußerungen „nicht in Ordnung“ waren, dann würde ich jetzt ein differenziertes Statement erwarten. Was hat er gesagt? Warum hat er es gesagt? Was hält er daran aufrecht und was nicht?

Die „politisch korrekte Klasse“ in Deutschland formuliert also, was jemand sagen darf und was nicht? Aber wenn etwas gegen ihn selbst gesagt wird, dann ist das plötzlich nicht mehr durch die freie Meinungsäußerung gedeckt, oder wie?
Kann er sich vielleicht einfach nicht vorstellen, dass die meisten - oder zumindest viele - tatsächlich nicht mit ihm übereinstimmen? Und dass die FDP nicht wegen Zensur ein problem mit ihm hat, sondern weil sie TATSÄCHLICH die meisten ihrer Wähler vergrault? (Die Umfragen sind heutzutage recht zuverlässig!)

Wie würde es denn aussehen, wenn Leute wie er tatsächlich die Presse zensieren dürften? Kann sich das jemand vorstellen?

Wenn ihn jemand kritisiert, ist das offenbar „jüdische Lobby“ (dies ist übrigens meiner Meinung nach das am deulichsten antisemitische Zitat:smile: „Man muss zugestehen, dass der Einfluss der zionistischen Lobby sehr groß ist: Sie hat den größten Teil der Medienmacht in der Welt inne und kann jede auch noch so bedeutende Persönlichkeit ,klein´ kriegen. Denken Sie nur an Präsident Clinton und die Monica-Lewinsky-Affäre. Vor dieser Macht haben die Menschen in Deutschland verständlicherweise Angst.“
(siehe: http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,2044,OI… )

Ich finde das immer ganz klasse, wenn die Leute, die angeblich für Meinungsfreiheit eintreten, sofort beleidigte Leberwurst spielen, wenn sie selbst mal öffentlich kritisiert werden. Und dann den ihnen nicht genehmen Teil der Presselandschaft mit eindeutig unlauteren (um es nicht noch schärfer auszudrücken) Vorwürfen kaltstellen wollen.

Meine Güte, dieser Mann gibt zu, zumindest unpassende Äußerungen gemacht zu haben - was erwartet er denn? Blumensträuße? Verbot der Jerusalem Post? Redeverbot für Friedmann? Wenn ich mich für öffentliche Äußerungen entschuldigen müsste, dann würde ich vermutlich meinen Namen wechseln. Aber er ist jetzt beleidigt, wenn ihn niemand mehr in der Partei will - meine Güte!

Stefanie

genau!

„Ich habe mich für Formulierungen öffentlich entschuldigt, die nicht in Ordnung waren und die es entgegen meiner Intention leider leicht machten, mich als Antisemiten hinzustellen.“

Aha, und nun?

Für mich ist das recht einfach zu verstehen. Er hat es so formuliert, wie man es vielleicht nicht formulieren muß, er hat es aber nicht so gemeint, wie es aufgefaßt wurde/werden wollte.

Gruß
Christian

hallo Stafanie,
hast Du noch nie etwas zu starke Worte für eine Kritik gewählt?
Wie oft sagt jemand: das sind ja Nazimethoden! Deswegen wird er noch lange nicht vor Gericht gestellt. Also was soll diese Aufregung?

Wenn ihn jemand kritisiert, ist das offenbar „jüdische Lobby“
(dies ist übrigens meiner Meinung nach das am deulichsten
antisemitische Zitat:smile: „Man muss zugestehen, dass der Einfluss
der zionistischen Lobby sehr groß ist: Sie hat den größten
Teil der Medienmacht in der Welt inne und kann jede auch noch
so bedeutende Persönlichkeit ,klein´ kriegen. Denken Sie nur
an Präsident Clinton und die Monica-Lewinsky-Affäre. Vor
dieser Macht haben die Menschen in Deutschland
verständlicherweise Angst.“

Nun, sagen wir mal: es gibt diese zionistische Lobby tatsächlich. Ich höre schon den Aufschrei: Antisemit! Ebenso die Abwehr: so etwas gibt es nicht! Klar, warum sollten sie es eingestehen?
Es gibt halt für jede Interessengruppe einen Zusammenhalt, den man Neudeutsch Lobby nennt: Waffenlobby, Öllobby, …

Ich finde das immer ganz klasse, wenn die Leute, die angeblich
für Meinungsfreiheit eintreten, sofort beleidigte Leberwurst
spielen, wenn sie selbst mal öffentlich kritisiert werden.

Hier wurde nicht öffentlich kritisiert, sonmdern die „Vernichtung“ Karsli´s gefordert. Übrigens ebenso von möllemann. Zwischen Kritik und Bestrafeung ist ein himmelweiter Unterschied.

Im Prinzip interessiert mich Karsli nicht. Vor 2 Wochen wusste ich noch gar nicht, wer das ist. Seine Person ist mir gänzlich gleichgültig. Mich interesiert nur das „Regierungsgehabe“ und der Größenwahn dieses Friedmann. Der ist mir schon mehrmals so aufgefallen. Nicht mit Kritik. Die wäre in Ordung. Nein, mit Anweisungen, was wir zu tun und zu lassen haben, was antisemitisch ist und was nicht.

Meine Güte, dieser Mann gibt zu, zumindest unpassende
Äußerungen gemacht zu haben - was erwartet er denn?
Blumensträuße? Verbot der Jerusalem Post? Redeverbot für
Friedmann? Wenn ich mich für öffentliche Äußerungen
entschuldigen müsste, dann würde ich vermutlich meinen Namen
wechseln. Aber er ist jetzt beleidigt, wenn ihn niemand mehr
in der Partei will - meine Güte!

Überziehe es nicht! Das alles hat er nicht gefordert. Er hat nur Sharon Nazimethoden vorgeworfen. Das war alles. Wäre nicht Wahljahr, wäre er nicht gerade jetzt von den Wendehälsen zur FDP gewechselt, so würde kein Mensch sich weiter darüber aufregen. Bresonders das Dummchen Rot! Und die profilsüchtige Versprecherín Hamm-Brücher (leider hat sie ihre Androhung nicht wahr gemacht: der FDP hätte es gut getan)
Also bitte auf dem Teppich bleiben!
So schlimm war das nicht, was der Karsli gesagt hat und ebensowenig die Kritik von Möllemann. Bei mir ist Möllemann in der Achtung gestiegen. Und die Reaktion der FDP-Spitze mehr als lächerlich und kriecherisch.
Grüße
Raimund

Denkmodell…
Hallo

Was wäre, wenn Karsli Goldstein hiesse und über die Palästineser/Araber herzöge…? Gleiche Wortwahl, gleiche Umstände.
Diesen Denkansatz vermisse ich bis heute.
Gruss
Markus

sehr langsam
hallo raimund,

also wie du dir denken kannst, stimme ich stefanie zu, *g* aber lassen wir das.

Wie oft sagt jemand: das sind ja Nazimethoden! Deswegen wird
er noch lange nicht vor Gericht gestellt. Also was soll diese
Aufregung?

eben, zu oft, aber niemand hat vor augen, was nazimethoden tatsaechlich sind. da sollten sich einige personen gedanken ueber den gebrauch des wortes machen.

Wenn ihn jemand kritisiert, ist das offenbar „jüdische Lobby“
(dies ist übrigens meiner Meinung nach das am deulichsten
antisemitische Zitat:smile: „Man muss zugestehen, dass der Einfluss
der zionistischen Lobby sehr groß ist: Sie hat den größten
Teil der Medienmacht in der Welt inne und kann jede auch noch
so bedeutende Persönlichkeit ,klein´ kriegen. Denken Sie nur
an Präsident Clinton und die Monica-Lewinsky-Affäre. Vor
dieser Macht haben die Menschen in Deutschland
verständlicherweise Angst.“

richtig stefanie

Nun, sagen wir mal: es gibt diese zionistische Lobby
tatsächlich. Ich höre schon den Aufschrei: Antisemit! Ebenso

ja, es gibt eine zionistische lobby, wie du raimund auch andere benennst. klar. der antijuedische einsatz der des begriffes „zionistenlobby“ wie stefanie ihn richtig kritisiert oder gar eine weltverschwoerung auszumachen aber fuehrt zu … n.n.

der ursprung der tatsaechlichen lobby liegt hier:
„Der Zionismus erstrebt die Schaffung einer oeffentlich-rechtlich gesicherten Heimstaette fuer diejenigen Juden, die sich an ihren jetzigen Wohnorten nicht assimilieren koennen oder wollen.“ Erste Zionistische Kongress, Basel 1897

warum gab es diesen kongress? und warum gibt es die lobby bis dato? siehe die letzten 2000 jahre.

Ich finde das immer ganz klasse, wenn die Leute, die angeblich
für Meinungsfreiheit eintreten, sofort beleidigte Leberwurst
spielen, wenn sie selbst mal öffentlich kritisiert werden.

Hier wurde nicht öffentlich kritisiert, sonmdern die :„Vernichtung“ Karsli´s gefordert. Übrigens ebenso von möllemann. :Zwischen Kritik und Bestrafeung ist ein himmelweiter :Unterschied.

vernichtung, danke das du dieses wort gebrauchst, das ist entlarvend, mehr braucht man nicht zu sagen. und natuerlich hat mit deinen worten sicher moellemann anschliessend nur friedmann kritisiert, dass ist dann deine meinungsfreiheit.

Also bitte auf dem Teppich bleiben!

So schlimm war das nicht, was der Karsli gesagt hat und
ebensowenig die Kritik von Möllemann. Bei mir ist Möllemann

da solltest du dir gedanken machen, siehe oben, bei begriffsverwendung, antisemtismus darf man nicht sagen, das ist bei dir vernichtung der meinungsfreiheit und der person, aber nazimethoden steht nur fuer scheisskerl was? und natuerlich soll „der“ jude ruhig sein, nur ruhige juden sind gute juden …

sprich so, wie du es von anderen erwartest und aktzeptierst, dann ist deine kritik erwuenscht und hilfreich.

beste gruesse, lego

Hallo

Was wäre, wenn Karsli Goldstein hiesse und über die
Palästineser/Araber herzöge…? Gleiche Wortwahl,
gleiche Umstände.

Dann wäre er Vizevorsitzender des Zentralrates der Juden in Deutschland.

Grüße,

Mathias

hallo Lego,
ich halte es für einen Schwachsinn, jedes Wort auf die Goldwage zulegen und abzuwägen, wie es bewertet werden soll.
Es darf keine zweiterlei Recht geben.
Und nichts anderes verlangt Friedmann und einige Juden (zum Glück nicht alle. Es gibt auch vernünftig denkende).
Grüße
Raimund

hallo raimund,

hallo Lego,
ich halte es für einen Schwachsinn, jedes Wort auf die
Goldwage zulegen und abzuwägen, wie es bewertet werden soll.

richtig,

Es darf keine zweiterlei Recht geben.

genau so soll es sein

Und nichts anderes verlangt Friedmann und einige Juden (zum
Glück nicht alle. Es gibt auch vernünftig denkende).
Grüße
Raimund

das freut mich, das du sagst, dass friedmann und einige andere juden genau das verlangen, dass „es darf keine zweiterlei recht geben“. genauso sehe ich das auch.

dann verstehe ich aber nicht, wieso du es „glueck“ nennst, dass nicht alle so denken, und dann nennst du es auch noch vernuenftig? sicher hast du dich hier aber nur irgendwie verschrieben. das sehe ich dir nach :wink:!

beste gruesse, lego

hallo lego,
war mir in dem augenblickk klar, dass Du den Satz zurechtbiegen würdest, als ich ihn abschickte.
Meine Vermutung hat sich mal wieder bewahrheitet.
grüße
Raimund

hallo raimund :wink:,

wieso? welche vermutung hattest du denn?
ich habe doch hoffentlich nichts verbogen und mich strikt an den wortwoertlichen sinn gehalten. oder hast du dich vertippt? aber wenn du dich vertippt haettest, dann siehst du ja an meinem vorherigen posting, dass ich es nur positiv ausgelegt habe, das war doch in deinem sinne.

beste gruesse, lego

Hallo Raimund,

hast Du noch nie etwas zu starke Worte für eine Kritik
gewählt?
Wie oft sagt jemand: das sind ja Nazimethoden! Deswegen wird
er noch lange nicht vor Gericht gestellt. Also was soll diese
Aufregung?

Ich habe sicher auch schon mal irgendwo zu starke Worte benutzt, aber ich sehe dann auch ein, wenn ich dafür Kritik ernte. Karsli dagegen entschuldigt sich und spielt gleichzeitig in seinem Brief die beleidigte Leberwurst und diese Kombination finde ich irgendwie heiß.

Hier geht es außerdem um den Vorwurf des Rassismus, bzw. Antisemitismus und das ist noch etwas anderes als nur „starke Worte“. Vor Gericht ist bisher noch niemand gestellt worden, momentan streiten sich die Beteiligten nur, wer sich bei wem entschuldigen muss und die FDP rechnet, ob ihr Leute wie Karsli als Mitglieder eher nützen oder eher schaden. Gut, einige politiker haben sich gegenseitig angezeigt, aber ich bin sicher, das wird ausgehen wie das Hornberger Schießen.

Demnächst wird sie sicher auch abwägen, ob ihr eine Entschuldigung von Möllemann eher nützt oder eher schadet und ich bis sicher, sie wird es genau entlang der Linien von Schaden und Nutzen für die Partei entscheiden. Gemacht wird am Ende was nach den aktuellen Umfragen Wählerstimmen bringt.

Ja. Und ob es die Aufregung wert ist, darfst Du eigentlich nicht mehr fragen, nach all den Postings, die Du schon selbst zu diesem Thema geschrieben hast. Was die Leute so weit bewegt, dass sie dazu Forenbeiträge und Leserbriefe schreiben ist die Aufregung wert und bringt oder kostet Wählerstimmen.

Zum Thema „zionistische Lobby“: Interessensgruppen gibt es natürlich für alles mögliche und das ist nichts Negatives, solange sie mit normalen Mitteln, wie z.B. Öffentlichkeitsarbeit ans Werk gehen. Das Wort „Waffenlobby“ ist z.B. meistens negativ gemeint, weil man insgeheim unterstellt, dass die „Waffenlobby“ kriminelle Methoden benutzt und mit der Mafia zusammenarbeitet.

Der Zentralrat der Deutschen Juden leistet Öffentlichkeitsarbeit.
Dagegen sagt das Karsli-Zitat etwas anderes. Es suggeriert, dass hier ein Machtimperium die Presse hinter sich hätte und selbst bedeutende Persönlichkeiten „klein“ machen könne. Das suggeriert kriminelle Methoden (denn wie sollte jemand auf andere Weise bedeutende Persönlichkeiten klein machen können) und Machtkonzentration in den Händen einer Minderheit. Und es knüpft tatsächlich an altbekannte antisemitische Vorurteile an.

„Man muss zugestehen, dass der Einfluss
der zionistischen Lobby sehr groß ist: Sie hat den größten
Teil der Medienmacht in der Welt inne und kann jede auch noch
so bedeutende Persönlichkeit ,klein´ kriegen. Denken Sie nur
an Präsident Clinton und die Monica-Lewinsky-Affäre. Vor
dieser Macht haben die Menschen in Deutschland
verständlicherweise Angst.“

Anzunehmen, dass überhaupt irgendeine Lobby Monica Lewinsky lanciert haben soll, um Clinton zu Fall zu bringen ist allerdings schon wieder so schwachsinnig, dass ich frage, wer so etwas ernst nimmt. Ebenso wie das Gerücht kurz nach dem 11. September, der Mossad habe hinter dem Attentat auf das WTC gestanden.

Andererseits ist es bekannt, dass die Leute gerne jeden Unsinn glauben.

Der einzige mir bekannte Fall, in dem eine Privatperson ein Medienimperium hinter sich hat und damit in der Politik zu Macht und Einfluß gekommen ist, ist übrigens der Fall Berlusconi in Italien.

Also zusammengefasst: Bei dem Zitat mit den „Nazimethoden“ hat Karsli vielleicht wirklich in der Aufregung und in der berechtigten Besorgnis um die Situation der Palästinenser zu starke Worte benutzt, aber das Zitat um die „zionistische Lobby“ finde ich offen antisemitisch und an alte Vorurteile anknüpfend.

Mit vielen Gruessen, Stefanie

P.S.
Zur Ergänzung:

Mir ist inzwischen aufgefallen, dass Du den Begriff „Waffenlobby“ vermutlich nicht so gemeint hast wie ich. Ich dachte, als ich das mit den kriminellen Methoden und Zusammenarbeit mit der Mafia schrieb, an die Rüstungslobby und die Lieferungen von Waffen in Spannungsgebiete.

Du meintest vermutlich die Lobby der Privatwaffenbesitzer. Denen unterstelle ich keine unlauteren Methden. Ich bin zwar nicht der Meinung, dass man freien Zugang zu Waffen haben sollte. Solange die Privatwaffenlobby aber einfach nur Öffentlichkeitsarbeit betreibt und hofft, dass sich die Stimmung irgendwann ändert, kann ich nichts dagegen finden.

Viele Grüße, Stefanie

hallo Stefanie

Hier geht es außerdem um den Vorwurf des Rassismus, bzw.
Antisemitismus und das ist noch etwas anderes als nur „starke
Worte“

was natürlich beides Blödsinn ist. Möllemann hat macht sich dessen nicht schuldig und Karsli auch nicht.

. Vor Gericht ist bisher noch niemand gestellt worden,

wäre auch mehr als lächerlich

Zum Thema „zionistische Lobby“: Interessensgruppen gibt es
natürlich für alles mögliche und das ist nichts Negatives,
solange sie mit normalen Mitteln, wie z.B.
Öffentlichkeitsarbeit ans Werk gehen. Das Wort „Waffenlobby“
ist z.B. meistens negativ gemeint, weil man insgeheim
unterstellt, dass die „Waffenlobby“ kriminelle Methoden
benutzt und mit der Mafia zusammenarbeitet.

nein, bei mir nicht. Heckler & Koch hat mit Mafia bestimmt nichts am Hut.

Der Zentralrat der Deutschen Juden leistet
Öffentlichkeitsarbeit.
Dagegen sagt das Karsli-Zitat etwas anderes. Es suggeriert,
dass hier ein Machtimperium die Presse hinter sich hätte und
selbst bedeutende Persönlichkeiten „klein“ machen könne.

erst mal hat Karsli den ZrdJD nicht angegriffen. Er sagte nur, dass Sharon Nazimethoden anwendet. und das ist nicht auszuschließen. Man kann es so bezeichnen. Dass Friedmann meint, er müsse sich da einmischen… na, ja, wenn er meint, er müsste Deutschland als Germanist und Moralapostel dienen…

Das
suggeriert kriminelle Methoden (denn wie sollte jemand auf
andere Weise bedeutende Persönlichkeiten klein machen können)
und Machtkonzentration in den Händen einer Minderheit.

Er versucht tatsächlich die Aufgaben der BRD zu übernehmen. Sollte er sich damit durchsetzen, ist für mich die Wahl gelaufen. Dann zähle ich ab jetzt zu den Nichtwählern. Denn wozu wählen, wenn ein einzelner die Macht hat, uns zu sagen, was wir zu denken und zu reden haben?

Und es
knüpft tatsächlich an altbekannte antisemitische Vorurteile
an.

Das sehe ich nicht so. Es war immer noch Kritik. Und die ist nun mal unerwünscht. Bei Sharon, wie bei Schröder und Spießgesellen.

Anzunehmen, dass überhaupt irgendeine Lobby Monica Lewinsky
lanciert haben soll, um Clinton zu Fall zu bringen ist
allerdings schon wieder so schwachsinnig, dass ich frage, wer
so etwas ernst nimmt. Ebenso wie das Gerücht kurz nach dem 11.
September, der Mossad habe hinter dem Attentat auf das WTC
gestanden.

das dürften wohl die wenigsten geglaubt haben. Die größte Spekulation war wohl, dass die USA selbst dahinter steckt.

Andererseits ist es bekannt, dass die Leute gerne jeden Unsinn
glauben.

Leider stellt sich oft heraus, dass viel Unsinn plötzlich Wahrheit ist. Hätte nach Pearl Harbor jemand behauptet, dass diese Katastrophe hätte vermieden werden können (wenn es die US-Regierung gewollt hätte), jeder hätte denjenigen für verrückt erklärt.
Nun, so etwas klärt immer erst die Geschichte.

Der einzige mir bekannte Fall, in dem eine Privatperson ein
Medienimperium hinter sich hat und damit in der Politik zu
Macht und Einfluß gekommen ist, ist übrigens der Fall
Berlusconi in Italien.

Es muss nicht immer eine Privatperson sein. Es kann auch eine Interessengruppe sein. eine Interessengruppe wird neudeutsch auch als Lobby bezeichnet.

Also zusammengefasst: Bei dem Zitat mit den „Nazimethoden“ hat
Karsli vielleicht wirklich in der Aufregung und in der
berechtigten Besorgnis um die Situation der Palästinenser zu
starke Worte benutzt, aber das Zitat um die „zionistische
Lobby“ finde ich offen antisemitisch und an alte Vorurteile
anknüpfend.

Nein, es ist vielleicht „antizionistisch“. Das hat aber mit Antisemitismus nichts zu tun. Obwohl es von den Zionisten gerne suggeriert wird. Doch sind nicht alle Juden auch Zionisten.
Grüße
Raimund

hallo Stafanie,
die Waffenindustrie muss nicht unbedingt auch kriminell sein. Zwar wäre es schön, wenn es keine Waffen mehr gäbe… doch das ist Träumerei. Keiner könnte mehr den anderen zwingen, nach seiner Pfeife zu tanzen.
Doch die Wirklichkeit sieht nun mal anders aus.
Zur Waffenlobby zähle ich die seriöse Waffenindustrie wie die Schützenvereine…
Alles ehrenwerte Menschen. Dass die Waffen auch von kriminellen Subjekten zum Geschäftemachen missbraucht werden, dafür kann die Waffenindustrie nichts. Du wirfst ja Mercedes auch nicht vor, zur Mafia zu gehören, nur weil die Paten mit deren Produkten Verbrechen begehen.
Grüße
Raimund