Karstadt und Quelle Manager fühlen sich gut

Ornasis : Mit dem was ich tue habe ich nichts zu tun !

Genauso diese Haltung nimmt die Vorstandsriege bei Karstadt/Quelle in diesen Tagen umsomehr ein.

Wie kann eine Geschäftsleitung soviele Fehler unbestraft begehen?
Im Zuge der Fusion zwischen Karstadt und Quelle wurde dieser Schritt als der Managererfolg mit viel Wind in die Presse gebracht.
Mittlererweile hat auch die Führungsmannschaft gemerkt, daß diese Elefantenhochzeiten als Trendweg im Managerwesen doch nicht das Gelbe vom Ei sind.
Leider spüren die Konsequenzen wieder die Falschen. Die Belegschaft wird gekündigt.
Die sogenannten Macher dürfen bleiben oder bekommen aber eine tolle Abfindung.Die Börse honoriert diese asoziale Vorgangsweise mit einer Kurssteigerung. Das Management freut sich über kurzfristige Erfolge.

Auf solche Manager und Macher sollte man in Deutschland wirklich stolz sein.
Zumindest wird auf der Homepage von Karstadt von Nachhaltigkeit und sozialer Verantwortung als Unternehmensziel gesprochen.
Es wird ewig ein Ziel bleiben.

Hinweis :

Liebe Uni´s

Wenn ihr schon Leute für die Wirtschaft ausbildet, dann sollten diese zumindest das 1 x 1 der Unternehmensführung beherrschen.

Hier wurden offensichtlich die Doktorentiltel an die falschen vergeben…

mfg
Fink Christian

N’Abend…

Jetzt mal ehrlich: wieso sollte die Fusion von Karstadt & Quelle an der derzeit in Deutschland herrschenden Deflation schuld sein ?? Immerhin hängen auch diese Riesen am Geld und wenn kein’s -oder nicht genug davon- nachkommt bringen auch die akademischen Grade gar nichts… Das die Verantwortlichen allerdings weiter kassieren dürfen muss ein Fehler sein…

mfg M.L.

Ja, aber ich finde, dass Chris gar nicht mal so falsch liegt. Ein Unternehmen, dem es zunehmend schlecht geht und zudem bei einem derart großen wie Karstadt, sollte bereits Reagieren, wenn die ersten Schwierigkeiten zu erkennen sind und nicht bis zur Eskalation warten. Bei dem, was sich finanzpolitisch in diesem Land besonders dieses Jahr alles ereignet hat (z.B. die Regierung versucht an Sparbücher ranzukommen), hätten gerade die großen Unternehmen die Warnsignale erkennen müssen und sich bereits auf eine eventuelle Wirtschaftsflaute einstellen sollen.
Zudem bin ich aus eigener Erfahrung auch davon überzeugt, dass die meisten Uniabgänger, die gleich einen tollen Job mit hohen Gagen bekommen in Wirklichkeit noch weit weg von jeglicher praktischen Qualifikation entfernt sind. Z.B.: Ich hatte da mal einen neuen Chef bekommen - ein Dipl.-Wirtschaftsing. – frisch von der FH, echt toll, er kam sich vor wie ein junger Gott auf den alle bis dahin gewartet hätten und hat dann ständig nur Fehler gemacht (ganz zu schweigen von der Rechtschreibung) - was allerdings nicht an seinem Selbstbewusstsein gekratzt hat, denn er ist ja schließlich Dipl.-Wirtschaftler. Und solche Leute bekommen dann die Macht Entscheidungen zu treffen, obwohl sie noch zu frisch für sowas sind. Und ich glaube, dass hier die meisten Probleme in der Unternehmensführung liegen.

Hi,

vorab: Ich halte das Restrukturierungskonzept von Karstadt in dieser Form für einen Fehler. Dazu ein anderes mal vielleicht noch mehr.

Aber: Aufgrund der Struktur des Unternehmens ist Karstadt der Zugang zum Discountergeschäft nicht möglich. Derzeit funktioniert der Einzelhandel in Deutschland aber nur über den Preis. Damit ist klar, daß man kein schlechtes Management braucht, um außerhalb des Discounterbereichts im Einzelhandel in Deutschland in Schwierigkeiten zu kommen -aber es hilft ungemein.

Gruß,
Christian

Karstadt und seine Restrukturierung
So, und nun wie versprochen noch ein paar Dinge zum Restrukturierungskonzept. Man will sich auf sein Kerngeschäft besinnen, d.h. große Warenhäusern in Toplagen, also bspw. das Karstadt-Haus am Wehrhahn in Düsseldorf. Direkt gegenüber steht eine Galeria Kaufhof und im Umkreis von 400 Metern liegen zwei der umsatzstärksten Einkaufsstraßen Europas (Schadowstraße und Königsallee).

In vielen anderen Ziellagen sieht es genauso aus. Direkt um die Ecke der Hauptkonkurrent und ansonsten umgeben von attraktiven Einkaufszonen. Das soll funktionieren? Der Handel schlägt eh eine Rabattaktion nach der anderen, Kaufhof und Karstadt dabei meist zufälligerweise auch noch gleichzeitig. Rendite ist da kaum zu erwirtschaften und inzwischen sind die Kunden schon so gepolt, daß sie ihre größren Einkäufe bis zur nächsten Rabattaktion aufschieben. Umsatz wird also nicht generiert sondern nach hinten verschoben.

Auf die Klamottenabteilung von Karstadt mit ihren vielleicht 2000 oder 3000 Quadratmetern kommen hier mindestens 30 Klamottengeschäfte, d.h. man sieht gegen das Gesamtsortiment aller anderen Läden schwach aus. Außerdem hat man das Sortiment in den letzten Jahren erheblich ausgedünnt. „Normale“ Dinge bekommt man weder bei Karstadt noch bei Kaufhof, d.h. man ist bei einem Großeinkauf ohnehin darauf angewiesen, andere Geschäfte zu besuchen, d.h. wiederum, daß man sich seine eigene Konkurrenz selbst gestärkt hat.

Kommen wir zu den abzugebenden Bereichen: Warenhäuser in zweifelhaften Lagen und Fachmärkte. Nehmen wir SinnLeffers. Harte Vergangenheit und problematische Branche. Aber H & M verdient Geld und einige andere auch. Hier besteht offensichtlich Potential, was noch nicht gehoben wurde. Also wirds verkauft.

Nehmen wir die Häuser in kleineren Städten. Anstatt 25 Kilometer in die nächste Stadt zu fahren, kauft man lieber vor Ort ein, auch wenn es ein paar Cent teurer ist und man nicht alles bekommt. Nun hat man in diese Häuser in den letzten Jahren praktisch nicht investiert, weil es ja galt, die Toplagen zu renovieren. Die kleinen Häuser haben also an Attraktivität verloren und nutzen somit ihre Potentiale nicht aus. Also wirds verkauft.

Was bleibt ist - neben Quelle, einem austauschbaren Versandhandel mit überteuerten Preisen - das Kerngeschäft. Ein Kerngeschäft, das m.E. keine Zukunft und im jeweiligen Umfeld keine Existenzberechtigung hat.

So kann man ein Unternehmen auch ruinieren.

Gruß,
Christian,
der sich heute abend mal wieder den großen Bellheim anschaut. Da hatte wenigstens jemand Format und unternehmerische Weitsicht.

Hallo,

ich schließe mich Christian an und möchte den Vorwurf, der hier mal wieder den bösen, macht- und geldgeilen Managern gemacht wir (die im übrigen auch nur Menschen sind, von denen es eben gute/ schlecht/ fähige/ altruistische/ egoistische etc. Varianten gibt) zumindest zum Teil an die Verbraucher weitergeben.

Jeder muss einen DVD-Player haben, ist aber nicht bereit, dafür mehr als 50€ auszugeben. Es geht mir nicht um Familien, die mit minimalem Einkommen 5 Mäuler stopfen müssen - natürlich kauft man dann bei Aldi.

Aber Menschen mit normalem Einkommen, die nicht bereit sind, bei Karstadt einzukaufen („Da warte ich doch lieber, bis Aldi wieder die PC’s kriegt“), sollten sich dann bitte auch nicht beschweren, wenn es dem Konzern schlecht geht und der Job ihres Nachbarn wackelt.

Gruß
Ramona

1 „Gefällt mir“

Was sollen denn die Menschenmit den hohen Einkommen machen? Zum Einzelhändler gehen und hohe Preise bezahlen?

Sorry, aber jeder darf dort einkaufen wo er möchte und auch der Manager darf zu Aldi und sich ein „Schnäppchen“ holen. Mir persönlich ist es ziemlich egal, ob der Job meines Karstadt-Nachbarn wackelt oder nicht. Oder meinst du dem Karstadt-Mitarbeiter ist es wichtig, ob MEIN Job wackelt oder nicht? In unserer Wirtschaftsordnung maximiert jeder Haushalt seinen privaten, eignene Nutzen. Wenn ich wohltätig sein möchte, dann spende ich.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Was sollen denn die Menschenmit den hohen Einkommen machen?
Zum Einzelhändler gehen und hohe Preise bezahlen?
Sorry, aber jeder darf dort einkaufen wo er möchte und auch
der Manager darf zu Aldi und sich ein „Schnäppchen“ holen.

Damit unterstellst Du, daß Aldi die gleichen Produkt verkauft, wie andere Einzelhändler. Das ist bei einigen Produkten so, bei vielen anderen ist es eben nicht so. D.h. die übliche Abwägung und Preis findet in Deutschland in abnehmendem Maße statt. Die Leute reagieren primär auf den Preis und immer weniger auf die Qualitätsmerkmale des Produkts. Anders formuliert: das gute alte Preis-/Leistungsverhältnis kommt aus der Mode.

Gruß,
Christian

Hallo,

Was sollen denn die Menschenmit den hohen Einkommen machen?
Zum Einzelhändler gehen und hohe Preise bezahlen?

Ich habe keinesfalls geschrieben, dass sie das sollen, sondern nur versucht darzulegen, dass solches Einkaufsverhalten eben Folgen hat.

Mir
persönlich ist es ziemlich egal, ob der Job meines
Karstadt-Nachbarn wackelt oder nicht. Oder meinst du dem
Karstadt-Mitarbeiter ist es wichtig, ob MEIN Job wackelt oder
nicht? In unserer Wirtschaftsordnung maximiert jeder Haushalt
seinen privaten, eignene Nutzen. Wenn ich wohltätig sein
möchte, dann spende ich.

Naja, da haben wir wohl ein unterschiedliches Verständnis von Solidarität und von sozialer Marktwirtschaft, müssen wir aber nicht diskutieren.

Mich persönlich nervt die allgemeine Meckerei über mangelndes Wachstum, die bösen, bösen Manager, die bösen, bösen Politiker, die dem Volk auch noch den letzten Cent abpressen, bei gleichzeitiger „Geiz-ist-geil“-Manie.

Gruß
Ramona, die ihre Einkäufe sowohl bei Karstadt als auch im mittelständischen Einzelhandel, als auch bei Aldi und Lidl tätigt.

Hi exc,

Anders
formuliert: das gute alte Preis-/Leistungsverhältnis kommt aus
der Mode.

genau das ist das Problem. siehe hierzu auch das Preis-/Leistungsverhältnis bei den Bezügen und Abfindugnen der Manager dieses angesprochenen Unternehmens.

*duckundwech*

hausgemachte Problematik

Die Leute reagieren primär auf den Preis und immer
weniger auf die Qualitätsmerkmale des Produkts. Anders
formuliert: das gute alte Preis-/Leistungsverhältnis kommt aus
der Mode.

…die Schuld daran trägt der Handel selbst. Er hat die Verbraucher so erzogen.

Gruß Ivo