Kart mit Elektromotor bauen. Bitte um Hilfe!

Hallo zusammen,

möchte mit ein paar freunden eine Art Kart mit Elektromotor bauen. Leider haben wir auf diesem Gebiet fast keine Erfahrungen.
Nun unsere Fragen: Was brauchen wir für einen Motor um eine schöne Beschleunigung zu erreichen, bzw um eine schöne Geschwindigkeit auf die Straße zu bringen. Evtl so 5kW? Und was brauchen wir dazu für Akkus??

Vielen Dank für eure Hilfe!!

Gruß, JayJay

Hallo!

Also 5 KW Elektroantrieb sind schon sehr gut für einen Kart, man kann davon ausgehen, dass der wie ein 10KW Benzinmotor beschleunigt.
Ich bin schon mal einen mit einem 150er MZ-Motor gefahren, der hatte Druck ohne Ende. 5 KW dürften für eine Höchstgeschqwindigkeit von 80-90 reichen.

Das Problem dürften aber die Batterien sein.
Also erstmal rechnen, das ist immer gut. Ich hab jetzt aber keine Lust dazu.
Als Student hast Du ja das Abitur hinter Dir, mit Physik und dem Strom usw.

Wenn Du jetzt 5 neue Autobatterien a 55 Ah einbaust, hast Du 275 Ah bei 12 V.
Wenn „Vollgas“ gefahren wird, hast Du eine Leistungsaufnahme von ca. 400 A bei einem 12-V Motor.
Das bedeutet, dass nach spätestens einer Viertelstunde der Spass vorbei ist, weil die Batterien nicht tiefentladen werden dürfen, und auch in der Spannung nachlassen. Dann ist wieder 10 Stunden laden angesagt. Und wie lange das die Batterien mitmachen, weiss ich auch nicht.

Und wie man die Leistungssteuerung macht, weiss ich auch nicht.

Also ganz so einfach ist das nicht.
Soweit ich weiss, werden da Laptop-Akkus benutzt, so einige hunderte zusammengeschalten, die haben dann mehr Kapazität, bei geringerem Gewicht,
weil die Bleibatterien sehr schwer sind.

Weiterhin müsste man dann noch irgendein Steuerteil basteln, damit man nicht nur die Wahl zwischen Vollgas und Aus hat.
Das dürfte auch sehr schwierig werden, ev. kann man da was von einem Gabelstapler verwenden.

Zusammengefasst will ich sagen, wenn das ganze Projekt was ordentliches werden soll, plant schon mal 10 - 20000 € ein… oder lasst es, und baut einen Motorradmotor ein.

Grüße, Steffen!

Hallo,

Also 5 KW Elektroantrieb sind schon sehr gut für einen Kart,
man kann davon ausgehen, dass der wie ein 10KW Benzinmotor
beschleunigt.

Wenn Du jetzt 5 neue Autobatterien a 55 Ah einbaust, hast Du
275 Ah bei 12 V.

… und sicherlich nicht mehr die o.g. Beschleunigung, weil die Kiste viel zu schwer ist.

Soweit ich weiss, werden da Laptop-Akkus benutzt, so einige
hunderte zusammengeschalten, die haben dann mehr Kapazität,
bei geringerem Gewicht,

…halten aber die doch recht starke Stromentnahme sicherlich nicht dauerhaft aus, weil sie dafür nicht gebaut wurden.

Modellbauer nutzen neben speziellen Li-Ion eher Li-Po, neuerdings auch Li-Fe-Po oder Li-Mn (z.B. Konion). Wichtig ist, dass die Dinger schnell Strom abgeben können, aber auch wieder schnell geladen werden können.
Auch sollte man sich erkundigen, welche Zellen am besten Stöße abkönnen, da sind die unterschiedlich empfindlich.

Zuerst würde ich mich nach einem brauchbaren Motor umsehen und herausfinden, auf wieviel Volt der läuft (können durchaus mehr als 12V sein), und wie viel AH Du für - sagen wir mal - 30min. brauchst. Kürzere Zeit macht sicherlich keinen Sinn, längere Zeit kostet vermutlich zu viel Geld und Gewicht.

Beste Grüße
Guido

Wenn Du jetzt 5 neue Autobatterien a 55 Ah einbaust, hast Du
275 Ah bei 12 V.

Wenn „Vollgas“ gefahren wird, hast Du eine Leistungsaufnahme
von ca. 400 A bei einem 12-V Motor.

ich würde da eher 60V draus machen und die Ströme kleiner halten. Dann wird die Verkabelung dünner und auch die Regelelektronik muss nicht mit diesen horrenden Strömen zurechtkommen.

Und natürlich eher Hochstrom-NiMH oder LiPos (wobei letztere problematischer beim Aufladen sind).

Das bedeutet, dass nach spätestens einer Viertelstunde der
Spass vorbei ist, weil die Batterien nicht tiefentladen werden
dürfen, und auch in der Spannung nachlassen. Dann ist wieder
10 Stunden laden angesagt. Und wie lange das die Batterien
mitmachen, weiss ich auch nicht.

Es gibt NiMH, die schaffen 3C also in Deinem Fall rund 150 A. bei 60V wären das 9kW. Das hätte also noch Reserve. Diese Zellen sind mit einem guten Schnellader auch relativ schnell wieder aufgeladen. Mehr als 200-300 Ladezyklen dürften aber nicht drin sein. Das sollte aber für ein paar Jahre halten (wenn immer nur am WoEnde gefahren wird).

Und wie man die Leistungssteuerung macht, weiss ich auch
nicht.

da könnte Er im Elektronik-Brett nachfragen.

Gruß,Niels

Hallo!

Das mit den 12 V sollte nur ein einfaches, nachvollziehbares Rechenbeispiel sein,
dass Auto-Bleibatterien für solche Zwecke ungeeignet sind. Je höher die Spannung, um so besser, ist schon klar. Wenn man die Batterien in Reihe schaltet, kommen zwar andere Zahlen raus, aber weiter fährt man damit dann auch nicht.

Und zum Gewicht:
Ich habe heute auf Arbeit mal das Typenschild von einem Elektro-Paletten-Transportauto angesehen.
Das hat also ein Leergewicht incl. Batterien von fast genau 1000 kg, und 2 KW Motorleistung. Das Ding beschleunigt auch, zwar nicht gewaltig, aber spürbar.
Und wenn ich damit noch eine Tonne Kataloge transportiere, beschleunigt die Karre immernoch. Also ein Elektroauto ist schon nicht ganz schlecht…

Wenn ich da überlege, ein Kart mit 250 Kg incl. Fahrer, und 5 KW, der geht bestimmt ab wie Schmidt’s Katze…

Weiterhin möchte ich noch anmerken, dass bei der Bundespost aus Tradition schon immer Elektrofahrzeuge eingesetzt wurden, auch schon vor 70 Jahren, und auch im öffentlichen Straßenverkehr.
So vor 16 Jahren wurde dann mal eine Kleinserie von Polo’s mit Elektromotor gebaut, ich habe zwar nie so einen gesehen oder gefahren,
aber Berichte gelesen. Die hatten Zink-Luft-Batterien, ca. 30 KW Motorleistung und eine Reichweite von ca. 300 km. Waren scheinbar recht geeignet, allerdings konnte man die nicht an der Steckdose aufladen, sondern musste die Plattensätze austauschen, die wurden dann in einer Fabrik irgendwie regeneriert.

Soweit mir bekannt ist, hätte so ein Plattensatz-Tausch 5 min gedauert.

Das war eine sehr interessante Sache, aber als der Laden dann zur Post-AG wurde,
hat man nie wieder etwas davon gehört.

Grüße, Steffen!

Auch noch mal Hallo,

Das mit den 12 V sollte nur ein einfaches, nachvollziehbares
Rechenbeispiel sein,
dass Auto-Bleibatterien für solche Zwecke ungeeignet sind.

Ach so, na dann sind wir uns ja einig :wink:

Und wenn ich damit noch eine Tonne Kataloge transportiere,
beschleunigt die Karre immernoch. Also ein Elektroauto ist
schon nicht ganz schlecht…

Wenn ich da überlege, ein Kart mit 250 Kg incl. Fahrer, und 5
KW, der geht bestimmt ab wie Schmidt’s Katze…

Ist auch eine Frage der Übersetzung. Ich weiß nicht, wie schnell Dein komisches Gefährt max. fährt, aber ich denke mal, dass der Fragesteller mit dem Kart „etwas“ schneller fahren möchte. Und dann geht sicherlich was an Durchzugskraft drauf. Klar, ein E-Motor ist da wesentlich flexibler als ein Verbrenner.

Die reine Leistungsangabe ist allgemein bei Motoren nicht sehr aussagekräftig. Viel interessanter ist die Leistungskurve und das Drehmoment.

Beste Grüße
Guido