Im Urlaub in Slowenien stolperte ich in einem Supermarkt über die Beschriftung: „Krombir novo“ (oder so ähnlich). Gemeint waren neue Kartoffeln, was ich mir sehr leicht herleiten konnte, denn ein Schwäbisches Wort für Kartoffel („Grombir“) klingt fast genau gleich.
Das Schwäbische „Grombir“ bedeutet meines Wissens auf Hochdeutsch „Krumenbirne“, also sozusagen „Erdbirne“.
Frage: Klingen die beiden Worte zufällig gleich, oder gibt es da einen etymologischen Zusammenhang? Das Wort Grombir ist mir außerhalb des Schwabenlandes im deutschen Sprachraum noch nirgends begegnet. Ich glaube aber, dass die Slowenen wohl eher mit den Österreichern Kontakt hatten als mit den Schwaben, und wenn ich mich nicht irre, heißt in Österreich die Kartoffel: „Erdapfel“.
(Vielleicht wäre diese Frage auch im Dialekt-Brett ganz gut aufgehoben.)
Wenn man berücksichtigt, daß Kartoffel auf Saarländisch Grumbeer und auf Luxemburgisch Gromper heißt, läßt sich schon eine gemeinsame Herkunft erahnen.
Luxemburgisch ist übrigens ein Moselfränkischer Dialekt, auch wenn jetzt einige Luxemburger darauf pochen, daß es seit 198X eine eigenständige Sprache ist.
Hallo Michael!
Zunächst zum Dialektteil: Das Wort gibt’s auf jeden Fall auch in der Pfalz als Grumbeere und im moselfränkischen Raum als Gromper.
Da man die Kartoffel auch im Kroatischen und Serbischen krompir nennt, könnte es sein, daß der Begriff von den auf dem Balkan siedelnden Donauschwaben, die ja aus dem südwestdeutschen Raum stammten, übernommen wurde. Ist aber nur eine Vermutung.
Gruß,
Stefan
Frage: Klingen die beiden Worte zufällig gleich, oder gibt es
da einen etymologischen Zusammenhang?
Ich bin zwar kein Sprachwissenschaftler, aber ich denk schon.
Das Wort Grombir ist mir
außerhalb des Schwabenlandes im deutschen Sprachraum noch
nirgends begegnet. Ich glaube aber, dass die Slowenen wohl
eher mit den Österreichern Kontakt hatten als mit den
Schwaben, und wenn ich mich nicht irre, heißt in Österreich
die Kartoffel: „Erdapfel“.
Naja, überregional schon. Aber zB im Burgenland sagt(e) man zu den Erdäpfeln auch „Krumbirn“. Und weils dazu passt: In Ungarn sagt man dazu „krumpli“.
Die „Krumenbirne“ (falls es wirklich diese Bedeutung hat) dürfte also eine mitteleuropäische Erscheinung sein.
Im Urlaub in Slowenien stolperte ich in einem Supermarkt über
die Beschriftung: „Krombir novo“ (oder so ähnlich). Gemeint
waren neue Kartoffeln, was ich mir sehr leicht herleiten
konnte, denn ein Schwäbisches Wort für Kartoffel („Grombir“)
klingt fast genau gleich.
Das Schwäbische „Grombir“ bedeutet meines Wissens auf
Hochdeutsch „Krumenbirne“
nicht ganz, es kommt von „Grundbirne“.
Frage: Klingen die beiden Worte zufällig gleich, oder gibt es
da einen etymologischen Zusammenhang?
ich kann dir leider die offensichtliche Verbindung zwischen Grundbirne und slow. (kroat., serb. usw.) krompir nicht mehr herleiten, aber man hat mir erzählt, das seien etymologisch verwandte Wörter.
Es gibt im Slowenischen sehr viele Begriffe „deutscher Herkunft“ (also wegen der Ö-U-Monarchie, aber auch schon viel ältere)und viele sind nicht nur Bestandteil des umgangssprachlichen Wortschatzes (wie kuplunga, bremza, gas), sondern auch der Standardsprache (gute Quelle: http://www.arcticae-horulae.si/a.htm).