Hallo Leute,
ich baue nun zum zweiten Mal Kartoffeln an, knapp 90 Pflanzen.
Dazu zwei Fragen:
Ich kaufte auf dem Markt vom Bauern meines Vetrauens Pflanzkartoffeln - hätte ich auch ganz simpel meine Lieblingsknolle hernehmen und in die Erde stecken können? Unterscheiden sich Eßkartoffeln von den Saatkartoffeln?
Nu wachsen meine Kartoffeln gut, die Kartoffelkäfer deren ich habhaft werden konnte haben auf dem Totenschein „Schuhgröße 45“ stehen und ich freu´ mich auf die Ernte.
Die ist recht spät, zur Zeit kriegen die Pfalnzen grade mal Blüten.
Frage: Was tun mit den grünen ungenießbaren Früchten? Verfressen wie ich bin würde ich die frühzeitig abknipsen, auf daß die Kraft der Pflanze dem erwünschten Teil und damit meinem Teller zugute käme.
Oder besser dranlassen? OK, der Bauer geht nicht hin und putzt jede Pflanze von Hand, aber ich könnte das im Kleingarten machen. Ist es aber auch sinnvoll?
Vorfreudige Grüße auf allerlei toffelige Leckereien
BeLa
Hallo, BeLa,
die Mühe würde ich mir nicht machen. Moderne Sorten blühen sowieso kaum noch und kommen auch nur selten noch dazu zu fruchten. (Übrigens die Früchte sind nicht genießbar, sie enthalten Solanin, ein gifiges Alkaloid)
Im Grunde sind Saatkartoffeln auch nichts anderes als die Kartoffeln, die Du in Supermarkt kaufst. Aber die sind oft bestrahlt um ihnen die Lust am Keimen zu nehmen, taugen daher nur bedingt für die Zucht.
Wir besorgen uns unsere Saatkartoffeln immer im Landhandel (Raiffeisen bzw. BayWa), da kann man dann die Sorten auswählen und so haben wir einige Reihen frühe, festkochende und die anderen Reihen sind eine späte Sorte.
Wir haben ca 200 Pflanzen. Die Ernte reicht für unseren 5köpfigen Haushalt meist bis in den Winter hinein. Dann werden sie aber auch mangels geeigneter Lagerung recht unansehnlich.
Übrigens eine Kartoffelgeschichte, die ich gern erzähle: In den 70er Jahren übernahmen wir im Frühjahr in Newcastle upon Tyne (England/UK) eine Ladung mit ca 5000 t Kartoffeln, die wir nach Zypern verschifften. Im Herbst des gleichen Jahres übernahmen wir in Larnaca (Zypern) eine Ladung von ca 9000 t Kartoffeln und brachten sie nach Swansea (Südwales/UK). Ich denke, es waren die Nachkommen der im Frühjahr transportierten Knollen.
Gruß
Eckard
Im Grunde sind Saatkartoffeln auch nichts anderes als die
Kartoffeln, die Du in Supermarkt kaufst. Aber die sind oft
bestrahlt um ihnen die Lust am Keimen zu nehmen, taugen daher
nur bedingt für die Zucht.
Wir besorgen uns unsere Saatkartoffeln immer im Landhandel
(Raiffeisen bzw. BayWa), da kann man dann die Sorten auswählen
und so haben wir einige Reihen frühe, festkochende und die
anderen Reihen sind eine späte Sorte.
Ich kaufe sie auch im Landhandel. Ein Freund von mir verwendet aber seit Jahren mit Erfolg einen Teil seiner Ernte als Saatkartoffeln.
Grüße Udo Becker
Servus,
Ich kaufe sie auch im Landhandel. Ein Freund von mir verwendet
aber seit Jahren mit Erfolg einen Teil seiner Ernte als
Saatkartoffeln.
es gibt zwei wesentliche Unterschiede zwischen zugelassenem Pflanzgut und eigenem Nachbau:
Der erste ist, dass Kartoffeln im eigenen Nachbau nach und nach nachlassen (nochmal „nach“ bring ich nicht unter…), vor allem, weil sie sich alle möglichen Virosen einfangen.
Der zweite und wichtigere, dass im kommerziellen Anbau nur in einem Umfang von 20% der Fläche eigener Nachbau erlaubt ist, für übersteigende Flächen muss man Lizenzgebühren bezahlen. Das hat damit zu tun, dass sonst genau wegen des so einfach möglichen eigenen Nachbaus Züchtung und Vermehrung von Pflanzgut uninteressant würde, mit der Folge, dass weder züchterische Verbesserungen (derzeit geht es vor allem um Resistenzeigenschaften) noch die Stabilisierung gesunden, virusfreien oder zumindest -armen Materials stattfänden.
Als reine Spielerei kann man natürlich auch Kartoffeln aus Samen ziehen - bei denen spielen in den ersten ca. zwei Generationen Quarantänekrankheiten auch keine Rolle. Man darf aber nicht mit grandiosen Ergebnissen rechnen, weil es keine im Saatgut stabilen Sorten gibt.
Schöne Grüße
MM
Servus,
Ich kaufe sie auch im Landhandel. Ein Freund von mir verwendet
aber seit Jahren mit Erfolg einen Teil seiner Ernte als
Saatkartoffeln.
es gibt zwei wesentliche Unterschiede zwischen zugelassenem
Pflanzgut und eigenem Nachbau:
Der erste ist, dass Kartoffeln im eigenen Nachbau nach und
nach nachlassen (nochmal „nach“ bring ich nicht unter…), vor
allem, weil sie sich alle möglichen Virosen einfangen.
Der zweite und wichtigere, dass im kommerziellen Anbau nur in
einem Umfang von 20% der Fläche eigener Nachbau erlaubt ist,
für übersteigende Flächen muss man Lizenzgebühren bezahlen.
Das hat damit zu tun, dass sonst genau wegen des so einfach
möglichen eigenen Nachbaus Züchtung und Vermehrung von
Pflanzgut uninteressant würde, mit der Folge, dass weder
züchterische Verbesserungen (derzeit geht es vor allem um
Resistenzeigenschaften) noch die Stabilisierung gesunden,
virusfreien oder zumindest -armen Materials stattfänden.
Als reine Spielerei kann man natürlich auch Kartoffeln aus
Samen ziehen - bei denen spielen in den ersten ca. zwei
Generationen Quarantänekrankheiten auch keine Rolle. Man darf
aber nicht mit grandiosen Ergebnissen rechnen, weil es keine
im Saatgut stabilen Sorten gibt.
Schöne Grüße
Stimme Dir voll zu: Über mehrere Jahre hinweg hat man sicher auch Risiken (Schlechte Ernte). Bezüglich der Lizenzierung sehe ich für den Zentner Eigenbau weniger ein Problem.
Udo Becker