In meiner frühen Kindheit gehörte es, wenn ich mit meinem Vater im Garten werkelte, zu meinen Aufgaben, Kartoffelkäfer und deren Eier von den Kartoffelpflanzen abzusammeln. Ich fand die Käfer und ihre leuchtendroten Larven sehr hübsch.
das kommt darauf an, was man ihm antut. Die sehr wenigen noch zugelassenen Insektizide mag er gar nicht, er ist leicht zu bekämpfen, weil die Larven nicht besonders versteckt sitzen und eine große ungepanzerte Oberfläche haben.
Der Infektionsdruck, der von landwirtschaftlichen Flächen aus auf Kartoffelkulturen im Garten ausgeht, ist insgesamt - aber schon früher, im Lauf der neunzehnhundertsechziger Jahre - wegen systematischer flächendeckender Bekämpfung zurückgegangen.
Ob dieser Rückgang auch etwas damit zu tun hat, dass die Fraßfeinde des Kartoffelkäfers einige Zeit gebraucht haben, um sich daran zu gewöhnen, dass man diesen schockfarbigen Fremdling (er ist in den vierziger Jahren eingewandert, nach damaliger - nicht belegter und wenig plausibler - Propaganda angeblich mit Unterstützung durch die Royal Air Force) gut vespeisen kann, kann ich nicht beurteilen; ausgeschlossen ist es nicht.
Größere Populationen von Kartoffelkäfern findet man noch dort, wo es viele „Mondscheinbauern“ im Nebenwerwerb gibt, die je nach Arbeit und/oder Schicht die Spritztermine und das dafür geeignete Wetter nicht immer so gut nutzen können.
er ist in den vierziger Jahren eingewandert, nach damaliger - nicht belegter und wenig plausibler - Propaganda angeblich mit Unterstützung durch die Royal Air Force
ja, mein Vater (*1923) erzählte auch noch, „der Amerikaner“ hätte die Käfer tonnenweise über Deutschland abgeworfen, um die deutsche Kartoffelerte zu vernichten.
Daher meine Frage an Euch: Plagt der Käfer die Hobbygärtner
noch in ähnlichem Maße wie Anfang der 70ger?
Im eigenen Garten habe ich (zum Glück) noch keine Kartoffelkäfer entdecken können, obwohl ich sie ebenfalls sehr hübsch finde
Ich erinnere mich aber nun, irgendwann im Spätsommer 2003 einen TV-Bericht über eine Kartoffelkäferplage in Deutschland (in Norddeutschland?) gesehen zu haben. Der ungewöhnlich warme Sommer hatte wohl eine Auswirkung auf die Vermehrung der Käfer. Die Einwohner eines Dorfes haben dolle Vorrichtungen und Fallen erfunden, um die Viecher zu fangen bzw. von ihren Grundstücken fernzuhalten.
Daher meine Frage an Euch: Plagt der Käfer die Hobbygärtner
noch in ähnlichem Maße wie Anfang der 70ger?
ja, es gibt ihn noch. Letztes Jahr war es ziemlich schlimm. Von unseren ca. 15 qm Kartoffelbeet haben wir im Laufe der Saison tausende von Käfern und Larven abgesammelt.
Hallo Diana
Den Kartoffelkäfel gibt es leider noch auf unseren Feldern. Das haben auch schon die anderen geschrieben. In der Landwirtschaft wird er heute meist mit Chemie bekämpft. Ich habe aber letztes Jahr die Erfahrung gemacht, das das Mittel nicht richtig wirkte und musste öfter spritzen als gewollt, was von Hand eine zimliche Arbeit ist, da wir für den Schlepper keine Spur zwischen den Reihen gelassen hatten.
Man sollte beim Kartoffelbau die Äcker wechseln. Das ist für den Boden besser, da er sich erhohlen kann, wenn etwas anderes eingebaut wird. Die Larven hat man dann auch nicht gleich in der Nähe. Am besten ist ein Acker, wo schon eine Zeit lang keine Kartoffeln mehr eingebaut wurden. Dabei sollte man auch auf die Nachbaräcker achten.
Gruß
Daniel
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