'Kartoffelloch' läuft voll Wasser - zuschütten?

Liebe Experten,

in unserem 1892-Haus, das wir letztes Jahr gekauft haben, befindet sich im Keller ein „Kartoffelloch“, also eine Aussparung in der Bodenplatte, wo sie früher halt Lebensmittel kalt gehalten haben.

Hier einmal von weiter weg (hinten rechts unter dem Regal):

http://abload.de/img/haus-24sxkyi.jpg

und einmal von dicht dran:

http://abload.de/img/haus-22mijei.jpg

Es ist ca. 30cm tief hat auch einen harten/zementierten Boden (unter einer dünnen Schicht Erde).

Bei starkem Dauerregen, wie in diesem Frühjahr oder eben auch jetzt die letzten Tage, läuft das Loch von unten her voll:

http://abload.de/img/979792_54206436252280epkcv.jpg

Mehr als 1cm über den Rand steigt es aber nie, und sobald der Regen aufhört und die Erde draußen wieder etwas trocknet, erledigt sich das Phänomen aber wieder von selbst…natürlich saugen/pumpen wir das Loch aber trotzdem leer, damit das Wasser nicht steht.

Nun die Frage:
Ist es ratsam, dieses Loch zuzuschütten?
Wenn ja, womit? Dichtschlämme? Normaler Beton/Estrich? Oder erst das eine unten rein, dann das andere drauf?

Oder richtet man dadurch evtl. mehr Schaden an, weil das Wasser sich dann vlt. andere Wege sucht, z.B. ins Mauerwerk?

Danke und Gruß
Christian

PS: Der Kellerputz sieht zwar etwas aufgeblüht aus, aber insgesamt ist der Raum relativ trocken, wenn nicht gerade Sintflutregen herrscht. Das Mauerwerk im Erdgeschoß ist jedenfalls lt. Gutachter in Ordnung, was Feuchtigkeit angeht.

Hallo!

Das Loch hat eine andere Bedeutung, da wurden nie und nimmer Lebensmittel gelagert. Überleg mal, um wie viel Grad ist es im „Loch“ kälter als direkt auf dem Kellerfußboden ?
Und was um alles in der Welt sollte man dort gelagert haben, lose oder in Behältern ? Unpraktikabel.

Nutze das Loch als Pumpenschacht.
Stelle eine automatische Tauchpumpe mit Schwimmerschalter rein, die bei Grundwasser/Regenwasseranstieg das Wasser in die Kanalisation pumpt. Unter der Kellerdecke ist ja eine Abwasserleitung. Sicher zwar Schmutzwasser und kein Regenwasser, aber da könnte man halt doch einleiten. Hebebogen und Rückschlagventil in der Pumpendruckleitung.

Sicherlich kann man es auch dauerhaft verschließen, Dicke der Rohsohle plus Verbundestrich ist im Loch sichtbar. Man füllt den Untergrund mit Sand oder Splitt auf, verdichtet es und betoniert dann den Rest aus.
Wenn Wände trocken, dann wird es m.E. nach auch so bleiben, denn entweder haben die Wände eine Horizontalsperre gegen aufsteigende Feuchte und eine Dichtebene an der Erdseite der Kellerwände oder eben nicht.
Sollte es das nicht geben und stiege der Grundwasserspiegel nach Betonverfüllung stärker an, dann wird es feucht werden.
Deshalb ist die Version mit Pumpenschacht nicht verkehrt.

mfG
duck313

Hallo,

Das Loch hat eine andere Bedeutung, da wurden nie und nimmer
Lebensmittel gelagert. Überleg mal, um wie viel Grad ist es im
„Loch“ kälter als direkt auf dem Kellerfußboden ?
Und was um alles in der Welt sollte man dort gelagert haben,
lose oder in Behältern ? Unpraktikabel.

Keine Ahnung…der (uralte) Vorbesitzer, dessen Großonkel das Haus gebaut hat, hat mir dieses Loch als eben solches ‚verkauft‘.
Welchen Sinn mag das sonst gehabt haben?

Hebebogen und Rückschlagventil in der Pumpendruckleitung.

Sorry für die doofe Frage: Was ist ein Hebebogen? Google hilft da nicht sooo weiter…

Aber danke für beide Tipps. Ich lass mir beides mal durch den Kopf gehen.

Gruß
Christian

Hallo!

„Hebebogen“ nennt man das Höherführen der Pumpendruckleitung über die Höhe der Einleitstelle in die Abflussleitung.
Also Hochführen und in einem Bogen wieder runter in den seitlichen Einlaufstutzen der Ableitung.
Dazu braucht man Deckenhöhe, wenn Abflussleitung direkt unter Decke hängt, dann geht das oft nicht. Dann muss man sich eine andere Einleitstelle suchen, irgendwo wo diese Leitung mal von Deckennähe senkrecht runterführt.

Nötig ist es, damit kein Schmutzwasser aus der Leitung zurück Richtung Pumpe läuft !
Das Rückschlagventil verhindert nur das Rückfließen der Wassersäule im Druckrohr bei Pumpenstillstand. Leitung bleibt also voll Wasser.

Das „Loch“ ist bestimmt ein Pumpenschacht, man hat gezielt geöffnet, damit Wasser dort zusammenläuft und abpumpbar wird. Wasser, was sich 1-2 cm auf dem Fußboden ausbreitet kann man nicht abpumpen, es läuft aber dann in den Schacht und dort kann man es.

mfG
duck313

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Danke für die Erläuterungen!

Dann wird es wohl eine Leitung in das Abwasserrohr geben und kein Beton.

Gruß
Christian

Siehe Duck313. Diese Vertiefungen sind typisch für Gegenden in Flussnähe. Ich hatte auch mal so einen Altbau. Wir haben bei Bedarf einfach eine Tauchpumpe reingehängt. Also nicht dramatisch, weil die Konstruktion des Kellers bei Bauten dieser Aera in der Regel recht pfiffig war.