Kartoffeln in Neugarten für Zeitlose

Hallo,

Endlich wurde mein neuer garten gefräst. Umgepflügt wurde die Wiese schon im März und bis der NAchbar die fräse ausgepackt hat haben die Schollen an der umgekippten seite schon wieder fröhliches Graswachstum gezeigt.
Nun also sollen da dieses Jahr Kartoffeln rein damit nächstes Jahr ein ganz normaler Nutzgarten draus wird.
Der Hausbau lässt nicht viel zeit zur Pflege und ich hoffe die Kartoffeln sind gutmütig und das Unkraut erträglich.

Jetzt hätte ich gerne Ratschläge von euch. Was muss denn wirklich beachtet werden?

Normal zieht man ja recht tiefe Gräben. So hab ich das wegen den Schollenresten gestern nicht hinbekommen (und heute Nacht hat es geregnet). Ich habe also kleinere Gräben (ca 5cm tief) gemacht und dann die Kartoffeln nochmal ein bischen tiefer in Einzellöcher gemacht.
WIe hoch muss die Knolle nun mit ERde überdeckt sein? Ich dachte da käme erst wenig drauf und dann würde immer angehäufelt wenn sich die Pflanze ein STück rausgeschafft hat. Falsch? Also momentan sind sie nur knapp mit Erde überdeckt (nicht vorgekeimt).

REihenabstand hab ich ca 50-60cm gewählt. Sorte ist Celina von der BayWa.
Die Hälfte der ca 70m² hab ich schon drinnen, nun muss ich erst wieder auf trockeneren Boden warten. Bis wann kann ich denn auspflanzen?

Wie gesagt kommt es mir nicht auf eine perfekte Ernte an, aber ich möchte natürlich auch nichts elementares falsch machen. HAuptziel ist es den Boden für nächstes Jahr vorzubereiten. Aber natürlich hätte ich auch gerne was zum Essen.

Ach ja, noch ne ganz wichtige Frage: Wo steht man denn eigentlich im Beet wenn man arbeitet? Stört es die gelegte Kartoffel wenn man den Boden um sie rum verfestigt?

Grüsse
M.

Servus,

soweit alles in Ordnung, man muss die Erdäpfel nicht so arg tief versenken - bei der beschriebenen Kultur zur Vorbereitung des Bodens wird es ja eh um ziemlich häufiges, schrittweises Anhäufeln gehen.

Bis etwa Mitte Mai geht das schon noch mit dem Legen; zur Not sogar fast ganzjährig: Denk an die Valdenser, die den Kartoffelanbau nach Württemberg gebracht haben - bei denen waren Kartoffeln beliebt, weil sie überall, wo sie geduldet waren, damit rechnen mussten, knall auf Fall des Landes verwiesen zu werden, und Kartoffeln kann man in jedem Zustand der Kultur ausgraben und mitnehmen und dann woanders wieder einsetzen.

Obacht mit dem Betreten der Kultur, sorgfältig Fuß vor Fuß zwischen den Reihen gehen, die Kerle sind im Wurzelbereich sehr empfindlich auf Druck und Verdichtung. Kartoffelpflege ist der letzte Einsatzbereich von Pferden im Ackerbau, weil die beim Hacken und Häufeln mit ihrer schmalen Spur und dem geringen Bodendruck viel weniger kaputt machen als ein Schlepper. Als ich Anfang der achtziger Jahre eine kurze Zeit lang in einem Dorf am Ende der Welt lebte, waren die einigen Haflinger, die es dort noch gab, in der ganzen Saison der Kartoffelpflege immer reihrum unter Nachbarn ausgebucht; das hatte auch den Vorteil, dass sie die Arbeit schon auswendig kannten, so dass selbst von der Arbeit mit Pferden auf dem Acker völlig Unbeleckte wie meinereiner ohne Mühe mit dem Ross hacken und häufeln konnten.

Beim Häufeln mit dem Krail ist es vom Bewegungsablauf her praktisch, wenn man wie beim Rübenhacken rückwärts geht.

Schöne Grüße

Dä Blumepeder