Kartoffelschädling

Hilfe! Jemand frißt meine Kartoffelt!

Genauer gesagt, die Blätter und Stängel. Die Fraßsspuren sehen aus, wie vom Kartoffelkäfer verursacht. Zum Teil sind nur noch Stengel da. Aber ich kann keine Viecher finden - nix - kein Übeltäter in sicht.

Wer kann das sein? Was kann ich machen?

Nic

Hallo Nic,

ein in Frage kommender Kahlfraßspezialist ist eine kleine, hellgraue Nacktschnecke, die ausschließlich ab Abenddämmerung aktiv ist - hab mich leider nie um ihren genauen Namen gekümmert.

Die Kerle sind ziemlich ortsfest, graben sich unmittelbar neben ihrem bevorzugten Opfer ein - es kann vorkommen, dass aus einer ganzen Reihe bloß eine Pflanze als Gerippe dasteht und allen anderen gehts gut.

Die üblichen hier diskutierten Mittel stehen zur Wahl und werden ganz ordentlich helfen, weil kaum Artgenossen nachwandern werden.

Schöne Grüße

MM

Aha!
Da wird die Firma Hasseröder wohl Umsatz machen in nächster Zeit.

Danke
Nic

HASSERÖDER für Schnecken??

Die machen von „Bergadler“ und derlei Säften genauso die Grätsche. Mit Produkten aus Frankfurter und Mannheimer Großbrauereien, die ich selber bloß anrühre, wenn der Turkey nahe ist, hab ich für diese Anwendung gute Erfahrungen.

Schöne Grüße

MM
Denn eins steht fest - ein Eichbaum…

Wenn sie schon sterben müssen, dann sollen sie wenigstens einen schönen Tod haben…

Wenn sie schon sterben müssen, dann sollen sie wenigstens
einen schönen Tod haben…

die Schnecken werden sich kaputtlachen.
Da versorgt sie ein Mensch kostenlos mit einem schönen Vollrausch. Da legt sich Schnecke doch glatt neben die Kartoffel, schläft ihn aus und frisst am nächsten Morgen fröhlich weiter.

Wenn schon, kauf Schneckenkorn.
Oder eine Taschenlampe, zum nachts absammeln und in 20km Entfernung entsorgen.

viele grüße
geli

Na Geli, Du scheinst no nie geehen zu haben, wie das geht.

Zuerst macht die Schnecke einen langen Hals und schlürft Bier. Dann wird sie langsam besoffen und fühlt sich unbesiegbar. Daraufhin will sie noch mehr saufen und beugt sich weiter über den Rand, verliert das Gleichgewicht und fällt ins Glas.

Dann nimmt das Schiksal seinen Lauf…

Servus Geli,

damit wir wissen, wovon wir reden, hab ich mich (oberflächlich) ein wenig kundig gemacht: Es geht wahrscheinlich um irgendwelche Vertreter der Agrolimaciden (Kleinschnegel).

Die letzten einigen Dutzend, die ich tot aus den Bierfallen geholt habe und auf dem Kompost den dort wohnenden Spanischen Wegschnecken (die ziemlich auffällig sind, aber wenig schaden, weil sie bevorzugt an schwächelnde Pflanzen und abgestorbenes Gewebe gehen) zum Frass vorgeworfen habe, lachen jedenfalls nicht mehr. Und für mich wichtig: Fressen tun sie auch nicht mehr.

Um hier mal in die Bierfallendiskussion ein wenig Details reinzubringen:

Die Lockwirkung ist am besten, solange der Alkohol noch nicht verdunstet ist. Aber nachher hält sie - verringert - noch an. Das oft geäußerte Anlocken von Schnecken über weite Entfernungen gilt allenfalls im Frühjahr, wenn insgesamt wenig Nahrung da ist.

Die Kleinschnegel, von denen ich spreche - es gibt sicherlich ziemlich viele Arten - sind sehr standorttreu. Das Fraßbild ist typisch: Ein einzelner Kohlkopf, Bohnenbusch etc. ist bis aufs Gerippe weggeputzt, daneben grünt es.

Die spanischen Wegschnecken, die ziemlich schnell wandern und sich daher weder mit Bierfallen noch mit anderen Mitteln bekämpfen lassen, machen ein anderes Fraßbild: Einzelne, bevorzugt absterbende Pflanzen (Zwiebelpflanzen vor dem Einziehen usw.), auch frisch gepflanzte unzureichend akklimatisierte Pflänzlein zeigen Lochfraß, überleben meistens. Kohl, Bohnen, Kürbis etc. mit löchrigen Blättern nehmen keinen wesentlichen Schaden. Ganz weggeputzt wird bloß abgestorbenes Gewebe - weshalb ich den Spanischen Wegschnecken gar nicht so böse bin, sie helfen beim Aufräumen und Umsetzen. Schwere Schäden von diesen gibts bloß in Ausnahmefällen, wenn sie etwa durch eine ziemlich frisch aufgelaufene Karotten- oder Spinatreihe im Vierblattstadium oder so gradaus durchmarschieren.

Freilich sollte man bei Bierfallen zwischen unwirksamen und wirksamen Anordnungen unterscheiden. Wirksam sind alle Formen, die gegen Regen geschützt sind (Deckel) - bei denen beiläufig auch der Alkohol nicht gar so schnell abdampft. Schlecht wirksam bis unwirksam sind alle offenen Anordnungen (Teller, Becher etc.), weil deren Inhalt beim geringsten Regen zu stark verdünnt wird.

Ich denke, die generelle Unwirksamkeit der Bierfallentechnik sollte erst nach vollzogenem Experiment postuliert werden. Es wäre dann nämlich interessant zu vergleichen, unter welchen Bedingungen die Technik funktioniert und unter welchen nicht.

Schöne Grüße

MM