Kartoffelsorgen

Hallo,

Ich hab in diesem Jahr recht viele Kartoffeln im Garten (weil ich wenig Zeit zur Gartenarbeit habe). Es sind die Sorten Linda, Christa und Nicola (oder war’s Solara?).
Von den Christa habe ich schon viele Schnecken abgeklaubt, letzte Woche ein paar Kartoffelkäfer und nun werden sie zu allem Überfluss auch noch braun. Die anderen sind ok (die Nicola stehen 2-3 Meter entfernt, die Linda in nächster Reihe haben ein paar kleine Fleckchen).

Hab ich da von meiner BayWa schlechte Setzkartoffeln bekommen oder was könnte da los sein?
Und muss ich jetzt irgendwas tun? Oder kann ich mich einfach überraschen lassen ob da noch was draus wird?

Grüße
M.

Hallo,

deiner Beschreibung nach könnte es sich bei der Braunfärbung um die „Krautfäule“ handeln. Das ist ein Pilz, der sehr oft bei Kartoffelkulturen vorkommt. Auch ich hatte schon diese Kartoffelkrankheit in meinem Garten und da half nur noch die Giftspritze; denn wenn das Kraut der Kartoffel abstirbt, wachsen auch keine Früchte mehr unter der Erde.
Sieht dein Kartoffelkraut denn welk aus? Dann ist es mit Sicherheit diese Pilzkrankheit. Und da heißt es, je früher was dagegen unternommen wird, desto besser.
Aber vielleicht weiß ja der Fachhandel oder andere www-ler noch einen guten Rat.

LG
Birgitt

Tach,

sie haben Post…

Wenn es Braunfäule ist, dann wird Dir der Griff in den Chemiekasten nicht erspart bleiben, fürchte ich.
Pilzmittel vonner Baywa/Raiffeisen, oder es mit Kupferkalk versuchen…

Das PDF hab ich Dir grad geschickt…

Grüße

Midir

hast recht,das ist phytophtora infestans—da hättet ihr eher was machen müssen—vielleicht ist ja jetzt noch was zu retten!
du brauchst kein GIFT,sondern ein passendes fungizid–aber sofort einsetzen!

ist das dein haustier auf deiner visitenkarte–welche rasse ist das?

Tach!!

Das ist kein Haustier!!! Das bin ich!

Neee… mal im Ernst: Ich weiß es nicht. Mir gefällt nur die Montage mit dem lachenden Schwein :wink:

Grüße

Midir
(die Wildsau aus München) *gg*

Na bravo
das kann ich grad noch brauchen…

Wenn ich nun keine Zeit und kein Geld hab um irgendwelche Fungizide zu besorgen und zu versprühen, ist es dann ausreichend die befallenen Pflanzen rauszureissen, welken zu lassen und dann zu verbrennen?
Langsam hab ich das Gefühl Asylstätte für alles zu sein was schaden kann: Irgendwas frisst meinen Kürbis von unten an, Pastinaken keimen gar nicht erst, Läuse an den Puffbohnen, Braunfäule an den Tomaten (deshalb gibt’s keine mehr), … dabei achte ich sehr darauf welche Pflanzen wo stehen und sich fördern können. *seufz*

grüße
M.

Danke
Hi,

Danke für den ARtikel.

Bevor ich jetzt versuche an irgendwelche Mittel zu kommen würde ich die Dinger lieber rausreissen. Hab echt grad keine Zeit und kein Geld für solche zicken. :o(

Wenn ich dann aber alle Kartoffeln rausreissen muss (?), dann lass ich das mit dem Garten bald. Kann ja fast nicht sein, dass bei mir alles Probleme macht - die Arbeit lohnt sich nicht und der Frust ist langsam echt enorm.

Grüße
M.

ich sags mal so:mein nachbar,der elektriker hat auch einen kleinen acker und baut alles mögliche an–nur hat er nie zeit,sich zu kümmern–das ergebnis ist entsprechend,aber erzählen kannste dem nix!!
schuster bleib bei deinem laisten.

Hallo,

man müsste jetzt mal ein Bild haben. Christa ist eine sehr frühe Kartoffelsorte. (http://www.erzeugermarkt.de/lebensmittel/ldm/monat/p…).
Es kann - vor allem mit Blick auf das sehr warme Frühjahr bei uns - durchaus sein, dass die Christa jetzt schon erntereif sind. Werden sie mehr braun-violett evtl. mit leicht grauem Belag auf der Blattunterseite(das wäre Phytohptora) oder eher gelblich-braun (das wäre langsames Abgammeln weil sie fast fertig sind)?
Zumindest hier in der Rheinebene war das Wetter in diesem Frühjahr eher zu trocken und damit nicht phytophtora-fördernd. Und eigentlich ist es auch noch zu früh für diese Krankheit (trat bei uns frühestens Mitte Juli auf). Es würde mich sehr wundern, wenn die Krankheit jetzt schon auftritt. Ich gehe aber von den Verhältnissen in der Rheinebene aus. Wie es anderswo in BW aussieht, kann ich nicht sagen.
Grab mal einen Stock aus und schau, ob die Kartoffeln schon fertig sind. Beachte dabei: Frühkartoffeln sind sowieso kleiner als spätere Sorten.

Gruß, Niels

Wie nett!!!

Fäule und Therapie
Hi,

Ich hab mal gegoogelt und fürchte es ist doch diese Krautfäule, da meine Christa ziemlich genau so aussehen:

http://images.google.de/imgres?imgurl=http://www.sta…

Allerdings sahen meine Tomaten nicht so aus. ;o))))

Ich komme frühestens Morgen abend wieder nach Hause und ob eine WLZ oder Baywa noch offen hat bis ich Feierabend habe ist fraglich.
Soll ich sie nun rausreissen bevor sie die anderen Kartoffelsorten anstecken? Oder kann ich eine Behandlung auch am Wochenende noch sinnvoll durchführen?
In der Nähe der Kartoffeln stehen noch:Süßlupinen, Feuerbohnen, eine Königskerze, ein paar Erdbeeren und Zwiebeln und ein Rhabarber, die sind doch hoffentlich nicht alle gefährdet???

Grüße
M.

Hallo,

Ich hab mal gegoogelt und fürchte es ist doch diese
Krautfäule, da meine Christa ziemlich genau so aussehen:

http://images.google.de/imgres?imgurl=http://www.sta…

ja, das ist ungefähr das, was ich mit braun-violett und dem grauen Belag meine. Wenn es noch nicht weit um sich gegriffen hat, kannst du versuchen, die befallenen Stengel auszubrechen und möglichst zu verbrennen. Wie gesagt: schau, ob du die Christa schon ernten kannst (ich habe immer Sieglinde, die sind etwas später dran und Nicola, die kommen so gegen Ende August). Wichtig ist, die Christa nicht zur Infektionsquelle für die anderen Sorten werden zu lassen. Die Nicola sind noch mehrere Wochen von der Reife entfernt. Es wäre schade um die Ernte. Lieber die Christa etwas früher mit geringeren Ertrag rausholen als die eigentlich ertragreicheren Nicola zu verlieren.

Allerdings sahen meine Tomaten nicht so aus. ;o))))

Hatten die denn auch Braunfäule? Hast du dieses Jahr auch Tomaten? Die müssen ebenfalls vor der Braunfäule geschützt werden. Das ist der Grund, warum Tomaten nicht nahe bei Kartoffeln angebaut werden sollten. Normalerweise erwischt es die Kartoffeln zuerst und von dort geht die Infektion auf die Tomaten über.

Ich komme frühestens Morgen abend wieder nach Hause und ob
eine WLZ oder Baywa noch offen hat bis ich Feierabend habe ist
fraglich.
Soll ich sie nun rausreissen bevor sie die anderen
Kartoffelsorten anstecken?

s.o.

Oder kann ich eine Behandlung auch
am Wochenende noch sinnvoll durchführen?

Die für den Hausgarten zugelassenen Mittel wirken alle nur vorbeugend wirklich gut. Ich wiederhole: Schau dir die Christa an und ernte sie, solange die Knollen noch nicht befallen sind. Auf keinen Fall können diese Knollen für die Aussaat im kommenden Jahr verwendet werden, sonst hast du sofort wieder den Pilz. Schau auch, dass du möglichst alle Knollen rausholst. Wenn im nächsten Frühjahr die in der Erde verbliebenen Knollen (man findet nie alle) austreiben, sofort ausreißen.
Die anderen Sorten und auch Tomaten würde ich vorbeugend behandeln. Auch wenn es schmerzt: Lieber sinvoller Chemieeinsatz als gar keine eigene Ernte.

In der Nähe der Kartoffeln stehen noch:Süßlupinen,
Feuerbohnen, eine Königskerze, ein paar Erdbeeren und Zwiebeln
und ein Rhabarber, die sind doch hoffentlich nicht alle
gefährdet???

Phytophtora gibt es zwar an verschiedenen Pflanzen, das sind dann aber auch unterschiedliche Arten. Von der Kartoffel-Phytophtora sind Nachtschattengewächse betroffen, wobei ich festgestellt habe, dass Paprika, Auberginen und Physalis wenig anfällig sind.

Für das nächste Jahr solltest du dich nach einer anderen Sorte umsehen, wenn die Christa schon jetzt Ph. hat. Bei Sieglinde war das bei uns - wenn überhaupt - immer erst der Fall, wenn sie sowieso raus mussten. Außerdem haben Sieglinde einen guten Geschmack (sind festkochend) und sind ganz brauchbar lagerfähig. Anders unsere Bamberger Hörnchen. Die sind letztes Jahr nur so weggefault. Nicola sind ebenfalls relativ unempfindlich gegen Ph. aber im Geschmack und in der Konsistenz nicht ganz so wie Siglinde. Dafür aber ertragreicher.

Gruß, Niels

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Hallo,

Langsam hab ich das Gefühl Asylstätte für alles zu sein was
schaden kann: Irgendwas frisst meinen Kürbis von unten an,

Schnecken, Wühlmäuse…

Pastinaken keimen gar nicht erst,

die sind auch beim Keimen etwas problematisch. Saatgut darf nicht zu alt sein.

Läuse an den Puffbohnen,

Schwarze Bohnenlaus ist typisch für Puffbohnen. Sozusagen deren erste Speise im Jahr. Hast du einen Scheeball oder Pfaffenhütchen im Garten (dort Überwintern sie).

Braunfäule an den Tomaten (deshalb gibt’s keine mehr), …

naja, da war meine Antwort weiter oben wohl zu spät. Hattest du die Tomaten überdacht? Ohne das gehts heutzutage kaum noch.

dabei achte ich sehr darauf welche Pflanzen wo stehen und sich
fördern können. *seufz*

Viel wichtiger ist es, resistente oder tolerant Sorten zu kaufen. Das geht aber i.a. nicht beim Gärtner sondern eher über den Samenhandel und selber anziehen.

Gruß, Niels

Hi Niels,

Danke für Deine umfangreichen Tips.

Allerdings sahen meine Tomaten nicht so aus. ;o))))

Hatten die denn auch Braunfäule? Hast du dieses Jahr auch
Tomaten? Die müssen ebenfalls vor der Braunfäule geschützt
werden. Das ist der Grund, warum Tomaten nicht nahe bei
Kartoffeln angebaut werden sollten. Normalerweise erwischt es
die Kartoffeln zuerst und von dort geht die Infektion auf die
Tomaten über.

Eigentlich wars als Witz gedacht, da das Bild eine Kartoffel zeigt und in der Überschrift „Braunfäule an einer Tomate“ steht.
Die letzten Jahre hatte ich Tomaten (Romana, gelbe Birnen, Hoffmanns, Cocktail) und die letzten beiden Jahre diese Braunfäule.

Ich wusste nicht, dass das das gleiche ist wie an der KArtoffel, denn die Kartoffeln der Vorjahre waren zwar nicht üppig in der Ernte, hatten aber nie die Fäule! Geerntet hab ich immer erst im SEptember.
Die Tomatenfäule hatten auch meine Nachbarn, deshalb haben jetzt einige aufgegeben mit dem Tomatenanbau.

Dass die Christa so weit sein sollen kann ich mir nicht vorstellen. Wir sind auf etwas über 600 NN und mindestens 3 Wochen später dran als das Neckartal.

Bei der Sorte habe ich einfach genommen was zu kriegen war. Die BayWa war nämlich so gut wie leergekauft im Frühjahr. Hier hat halt jeder noch sein Äckerle.
Die Sieglinde merk ich mir für nächstes Jahr auch wenn ich ein fan von mehligen Sorten bin.

Dank Dir!!!

Grüße
M.

Hallo,

Dass die Christa so weit sein sollen kann ich mir nicht
vorstellen. Wir sind auf etwas über 600 NN und mindestens 3
Wochen später dran als das Neckartal.

dass die Christa fertig sein könnte weiß ich auch nur aus dem Link. Selber habe ich keine Erfahrung damit. Wenn du nächstes Jahr wieder Kartoffeln pflanzt, keim sie vorher vor:
leg die Saatknollen 6 Wochen vor dem Legen in einen Karton und stell ihn in eine dunkle Ecke im Zimmer (zB unters Bett). Sie fangen dann an zu keimen. Beim Auslegen darauf achten, die Keime nicht abzubrechen. Du gewinnst damit ca. 2 Wochen.

Gruß, Niels