Kasse die bei Migräne Akupunktur bezahlt?

Hallo

nach sehr erfolgreicher Behandlung meiner Migräne durch Akupunktur in den letzten 2 Jahren habe ich nun erfahren, dass diese Leistung nicht mehr generell von Krankenkassen bezahlt wird. Nur noch bei Rückschmerzen und noch bei etwas…

WIRKLICH SCHADE… ich brauche zum Glück nicht mehr die ca. 10 Behandlungen im Jahr, die ich in 2006 noch hatte. Aber wißt ihr evtl. eine Krankenkasse, die Akupunktur bei Migräne dennoch bezahlt?

Danke und Info und herzliche Grüße
Brigitta

Hallo Brigitta,

was ich feststellen musste, dass es zwar noch einige Krankenkassen Akupunktur gegen Migräne unterstützen, aber oftmals nur eine geringe Zahl an Behandlungsterminen.
Die BKK Dr. Oetker ist z. B. eine der günstigsten, die auch Akupunktur gegen Kopfschmerzen nutzt, allerdings sind mir auch hier die Ausmaße nicht bekannt.
Für weitere Infos ist hier die Seite ganz gut: http://www.krankenkasseninfo.de/krankenkassen-tarifr…
Grüße

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,
die Akupunkturbehandlung zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen
war in der Vergangenheit bei einigen Kranknkassen im Rahmen eines
Modellversuches möglich. Als Diagnosen waren u.a. auch Schmerzbewältigung
bei Migräne zugelassen.
Ab dem 01.01.2007 ist nun die Akupunktur offiziell Kassenleistung
und kann von den dafür zugelassenen Ärzten über die Krankenversichertenkarte abgerechnet werden. Leider sind nur noch
Rücken und Kniebeschwerden als Diagnosen zugelassen.
Meines Wissens nach darf ab dem 1.1.2007 keine gesetzliche Krankenkasse
außerhalb dieser beiden Diagnosenkreise keine Erstattung für Akupunktur
mehr vornehmen.
Gruss
Czauderna

Genau hier fängt das Problem an
Hallo Guenter

Ab dem 01.01.2007 ist nun die Akupunktur offiziell
Kassenleistung
und kann von den dafür zugelassenen Ärzten über die
Krankenversichertenkarte abgerechnet werden.

An dieser Stelle darf ich jetzt einmal den Patienten die Bedeutung dieser jetzt offiziellen Kassenleistung erläutern:
Seit die Akupunktur jetzt also offizielle Kassenleistung ist, ist sie der BUDGETIERUNG unerworfen. Auf Deutsch heißt das, dass der Arzt, welcher für Akupunktur zugelassen ist/war, für dieselbe jetzt durch das Beudegt nichts mehr bekommt, was wiederum für den Patienten bedeutet, dass er ab 1.1.07 eben gerade KEINE Akupunktur mehr auf Krankenschein bekommt, weil sie natürlich keiner mehr von den niedergelassenen Ärzten macht für 0,oo Euro.
(Außer vielleicht ein paar Anfängern, die sich noch per Auisition bei ihren noch wenigen Patienten einschleimen müssen/wollen und das daher zum Nulltarif machen.)
Das ist die harte, bittere Wahrheit, die nur durch knallhartes Lügen seitens der Kranakenkassen verdeckt werden kann. Leute wie Ulla Schmidt existieren allerdings auf dem Rücken solcher Lügen.
Gruß,
Branden

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Wenn man Dir folgt, arbeiten die Kassenärzte ja grundsätzlich für lau, weil, wenn (fast) alle offiziellen Kassenleistung der Budgetierung unterworfen sind, dann die Ärzte ja nie was einnehmen?

Irgendwie kann mans den Leuten nie recht machen. Erst wird jahrelang um Pilotanwendungen und wissenschaftliche Nachweise gestritten und wenns dann in den Erstattungskatalog kommt, ist das schöne IGEL-Zubrot weg und der Patient braucht das nicht mehr. Anscheinend ist die Methode dann doch nicht medizinisch notwendig?

Oder was jetzt?

Bernhard

Wenn man Dir folgt, arbeiten die Kassenärzte ja grundsätzlich
für lau, weil, wenn (fast) alle offiziellen Kassenleistung der
Budgetierung unterworfen sind, dann die Ärzte ja nie was
einnehmen?

Das kommt in etwa so hin. Wir können uns mit zwei Praxen nur ohne Arzthelferinnen über Wasser halten, weil diese unser Budget sprengen würden.
Meine Frau verdient im QUARTAL (!) an jedem Patienten etwa um die 20,- Euro. Die Budgetierung schluckt den Rest.
Bei mir ist es gottlob seit der Normierung auf 66,- Euro pro Antrags-Psychotherapie-Behandlungsstunde bei allen gesetzlichen Kassen erträglicher geworden.

Irgendwie kann mans den Leuten nie recht machen. Erst wird
jahrelang um Pilotanwendungen und wissenschaftliche Nachweise
gestritten und wenns dann in den Erstattungskatalog kommt, ist
das schöne IGEL-Zubrot weg und der Patient braucht das nicht
mehr.

Der Patient braucht es schon, aber der Arzt möchte nicht umsonst abeiten müssen. Möchtest du umsonst, also für lau, fürn nassen Handschlag, arbeiten?
:Anscheinend ist die Methode dann doch nicht medizinisch

notwendig?

Hat NICHTS damit zu tun.
Gruß,
Branden

Hallo!

mehr. Anscheinend ist die Methode dann doch nicht medizinisch
notwendig?

Eine Methode die nachweislich nicht wirksam ist kann auch nicht
notwendig sein.
Die offizielle Begründung des BGA liest sich wirklich sehr gut - lässt
aber für die Zukunft des Gesundheitswesens nichts gutes ahnen.

Tschüss

Matthias

@Branden:
Deine Bemühungen in allen Ehren:
vergiss, jemanden die Abrechnungsfeinheiten des „Deutschen Gesundheitswesens“ zu erklären, oder hast Du etwa die Änderungen im letzten Abrechnungsseminar verstanden und verinnerlicht?
Für die Allgemeinheit sind wir Ärzte immer noch die Großverdiener; niemand glaubt uns, dass 33% aller Ärzte vor dem Bankrott stehen und allenfalls noch von den Einnahmen durch Privatpatienten überleben könnnen;
niemand versteht das mit dem Budget, niemand möchte derjenige sein, an dem gespart wird…
etc.
meint synapse

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Da hast du wohl recht owT

… als Patientin kann ich nur sagen, dass ich auch finde, dass manche Leistungen wirklich zu wenig - geldlich - bei Ärzten honoriert werden. Nun zahle ich schon einen dicken Beitrag in diese Krankenkasse (als Pflichtversicherte habe ich ja keine andere Chance) und dann landet zu wenig bei denen, die wirklich was leisten!!! für meine Gesundheit.

Mein Eindruck ist, dass allzu viel in diesem System Kassen hängen bleibt. Ich frage mich, warum wir so viele Kassen (stimmt die Zahl 450) haben, wob 95% alles gleich ist!!! ???

Richtig geägert habe ich mich, als bei der letzten Gesundsreform-sprich Erhöhung, sich so mancher Kassenvorstand sein Gehalt dicke erhöht hat (30%…). Ich fahre in einem kleinen Unternehmen schon seit mind. 5 Jahren eine Nullrunde!

Wenn ich nur wüßte, wie ich als MiniMensch in diesem System was verändern könnte?

Grüße
Brigitta

Hi, das mit dem Budget versteh ich schon und dass ein System mit Punktwerten, die irgendwann einmal in nicht bekannten Höhe auf Euro umgerechnet werden, für eine fundierte Wirtschaftsplanung einer Praxis mehr als schlimm ist, weiß ich auch.

Was ich nicht verstehe ist, wer denn so ein Interesse daran hatte, die Akupunktur zur Kassenleistung zu machen, wenn sie dann keiner mehr machen will, weils nichts mehr einbringt?
Wer war denn da der Treiber? Und warum haben die ganzen Ärzte bei den Studien hier mitgemacht?

Weißt Du da mehr drüber?

Bernhard

Hallo Brigitta

Mein Eindruck ist, dass allzu viel in diesem System Kassen
hängen bleibt. Ich frage mich, warum wir so viele Kassen
(stimmt die Zahl 450) haben, wob 95% alles gleich ist!!!

Das ist wohl wahr. Es gibt ja auch Tendenzen, die Kassenärtzliche Verwaltung abzuschaffen und nur direkt mit den Kassen zu vehandeln. Aber das ist auch so eine Sache mit Haken und Ösen. Man ist als Arzt dann auch durch Versuch von Lohndrückerei seitens einelner mächtiger Kassen bedroht. Die Sache wird nicht einfacher durch die komplizierte Gesundheitsreform und die nicht enden wollenden Streitigkeiten darum. De facto leben wir niedergelassenen Ärzte, insbesondere die Allgemeinärzte, hauptsächlich von unseren (wenigen) Privatpatienten, die ja keiner Budgetierung unterliegen. Die Tendenz einiger politischer Parteien, die Privaten ganz abzuschaffen, kommt also im jetzigen Status einem Todesurteil für viele Praxen gleich. Die Trennung zwischen (gesetzlichen) Kassen und Privatversicherungen kann man nur machen, wenn eine gänzlich andere Art der Abrechnung möglich ist.

Wenn ich nur wüßte, wie ich als MiniMensch in diesem System
was verändern könnte?

Das ist auch wirklich schwer. Nicht einmal wir Ärzte sind da absolut geschlossen in unserer Meinung.
Sicerlich kann man aber sagen, dass durch Verwaltungen zuviel Geld ausgegeben wird.
Gruß,
Branden

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Korrektur

Die Trennung zwischen (gesetzlichen)
Kassen und Privatversicherungen kann man nur machen, wenn eine
gänzlich andere Art der Abrechnung möglich ist.

Muss natürlich heißen:
Die Trennung kann man nur AUFHEBEN (also dergestalt, dass es keine Pivaten bzw. 2-Klassen-System mehr gibt), wenn eine gänzlich andere Art der Abechnung möglich ist, als es derzeit bei den Kassen der Fall ist.

… danke für den Hinweis unten - dieser Aspekt unten war mir neu!
Grüße
Brigitta :smile:

P.S. Allzu viel jammern will ich persönlich dennoch nicht. Ich bin viel in der Welt herum gekommen und komme noch viel rum, um zu wissen und zu schätzen, dass wir hier in Deutschland dennoch weltweit gesehen sehr gute Bedingungen haben!!!

De facto leben wir niedergelassenen Ärzte, insbesondere

die Allgemeinärzte, hauptsächlich von unseren (wenigen)
Privatpatienten, die ja keiner Budgetierung unterliegen. Die
Tendenz einiger politischer Parteien, die Privaten ganz
abzuschaffen, kommt also im jetzigen Status einem Todesurteil
für viele Praxen gleich.

Hallo Branden,
ich widerspreche Dir ungern, weiss ich doch, dass wir in vielen
Dingen einer Meinung sind.
Ich habe heute (weil ich derzeit selbst arbeitsunfähig bin)
persönlich mit meinem Orthopäden reden können, der bereits im
Modellversuch zugelassen war - also der bestätigt zwar das die
Akupunktur dem Budget unterworfen ist aber zumindest in seinem Bereich
signalisiert worden wäre (von der KV), dass eine angemessene
Bezahlung der Akupunktur erfolgen würde.
Gruss
Günter Czauderna

Hallo Branden,
und auch hier muss ich mich zu Wort melden.
Sicher ist es richtig dass mancher Euro, der in der Verwaltung
der gesetzlichen Krankenkassen insgesamt ausgegeben wird, einfach
nicht sein müsste, aber wie hoch ist den der Verwaltungskostenanteil
bei den gesetzlichen Kassen ???
Es sind (je nach Kasse) zwischen 4 und 7% !!!
Glaubt hier wirklich jemand dass die Verwaltungskosten schuld
am chronischen Geldmangel im Gesundheitswesen sind.
Sicher könnte durch Schaffung einer Einheitskrankenkasse der
Satz vielleicht auf 2% gesenkt werden (oder ist das auch noch zuviel ?),
aber war wäre damit gewonnen ??
Klar, durch die Reduzierung der Funktionsträger bei Kassen und
Kassenärztlilcher Vereinigung liesen sich jährlich Millionenbeträge
einsparen - gegenüber Milliardendefiziten ist das dagegen aber
nicht mal der Tropfen auf dem heissen Stein.
Es ist immer populistisch gegen Vorstandsgehälter und Verwaltungskosten zu reden weil es da am einfachsten ist.
Womit ich keinesfalls diese Bezüge gutheissen will.
Gruss
Czauderna

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Hi Brigitta

bin viel in der Welt herum gekommen und komme noch viel rum,
um zu wissen und zu schätzen, dass wir hier in Deutschland
dennoch weltweit gesehen sehr gute Bedingungen haben!!!

Ich stimme Dir da sofort zu.
Mein bester Freund (auch Kollege) hat als Medizinstudent in Indien famuliert. Dort wurden vor seinen Augen Menschen sterben gelassen, weil sie nicht genügend Geld dabei hatten, um die Behandlung zu bezahlen. Die, welche genug Geld hatten, wurden vorgezigen und behandelt. Mein Freund ist einigermaßen schockiert abgereist.
Natürlich haben wir es in D in vieler Hinsicht dagegen „Gold“. Die Frage bleibt aber, ob wir uns darob jetzt auf die faule Haut legen sollen oder unsere Interessen eher weiterhin zum Ausdruck bringen.
Gruß,
Branden

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… dann ist es doch am preiswertesten (und zeitsparendsten), man helfe sich ganz allein.

Einige Problemchen kann man nämlich auch allein wegakupunktieren.

Man kaufe sich Literatur und entsprechende Gerätschaften, Nadeln - mache sich schlau und akupunktiere allein.

Auch DAS geht - selbst sehr erfolgreich erprobt!

Viel Erfolg beim Nachahmen :smile:

Weltweit gesehen geht es uns gut - nix tun dann?
Hi Branden,

wenn ich unsere Situation hier in Deutschland in RELATION setze zur weltweiten, heißt das für mich natürlich nicht, die Vogelstraußmentalität. KLAR wo man was tun kann, ist es super, was zu verändern!
Aber dennoch hilft mir persönlich dieses Relativieren, um nicht ins Jammertal abzusteigen! Allein ein Dach über dem Kopf zu haben, ein warmes noch dazu… sich nicht zu überlegen, wann kriege ich wieder was zu essen, sondern was esse ich… etc. DAS IST SCHLICHTWEG LUXUS.

Ich verdiene in einer kleinen, aufstrebenden Firma gewiß nicht viel, dennoch bewahre ich mir diesen Blick für wie ich meine das Wesentliche und bin einfach ein zufriedener Mensch ingesamt. Das trägt letztendlich auch zur Gesundheit bei.

In diesem Sinne ein schönes Wochenende
Brigitta

Die Frage bleibt aber, ob wir uns darob jetzt auf die faule
Haut legen sollen oder unsere Interessen eher weiterhin zum
Ausdruck bringen.
Gruß,
Branden

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Hallo Brigitta

Aber dennoch hilft mir persönlich dieses Relativieren, um
nicht ins Jammertal abzusteigen! Allein ein Dach über dem Kopf
zu haben, ein warmes noch dazu… sich nicht zu überlegen,
wann kriege ich wieder was zu essen, sondern was esse ich…
etc. DAS IST SCHLICHTWEG LUXUS.

Jau, einverstanden. Alles richtig. Bin völlig d’accord mit Dir.
Dennoch: Hat das wirklich noch mit unserer Fragestellung, besser gesagt: mit der Frage des Fragestellers zu tun? Die ist doch weitaus spezifischer als unser beider relativierendes Wohlfühlgefühl. :wink:

Ich verdiene in einer kleinen, aufstrebenden Firma gewiß nicht
viel, dennoch bewahre ich mir diesen Blick für wie ich meine
das Wesentliche und bin einfach ein zufriedener Mensch
ingesamt. Das trägt letztendlich auch zur Gesundheit bei.

Das auf jeden Fall!

In diesem Sinne ein schönes Wochenende
Brigitta

Das wünsche ich Dir auch!
Branden